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Künstliche kohlensäure Bäder stellte man bisher gewöhnlich in der Weise dar, dass man an anderen Orten erzeugte Kohlensäure in das Badewasser einleitete oder durch Salzsäure, Schwefelsäure, saures Sulfat oder auch Essigsäure aus einer verdünnten Lösung von doppelkohlensaurem Natron in Wasser die Kohlensäure frei machte.
In all diesen Fällen ist die Anwendung eines Überschusses von Bikarbonat nötig. um die Zerstörung der metallischen Badewannen durch die freie Säure nach Möglichkeit zu verhindern. Trotzdem kann ein Angriff dieser Badewannen nicht immer vermieden
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aus Karbonat zu erzeugen, auch noch andere Nachteile, so z. B. den Umstand, dass beim Zusammentreffen des kohlensauren Salzes mit der Säure momentan eine äusserst heftige Kohlensäureentwicklung auftritt, durch die insbesondere nervöse Personen, die hierauf nicht vorbereitet sind, so heftig erschreckt werden können, dass der ganze Vorteil des Badens hinfällig wird.
Durch das plätzliche Aufwallen können ausserdem auch Säurepatikelchen hinausgeschleudert werden, die ein unangenehmes Brennen auf der Haut und
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selbst bei Anwendung grösster Vorsicht zum grössten Teile sofort gelöst wird und dadurch beim Zusetzen der Säure momentan im ganzen Bade eine heftige Kohlensäureentwicklung auftritt.
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mässige Verteilung der Essigsäure in der Lösung des Karbonats dadurch herbeizuführen, dass die Essigsänre mit Chlorkalzium oder einem anderen indifferenten Salz beschwert
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verstärken, da hierdurch rasch eine \'erteilung der Säure innerhalb des gesamten Badewassers erzeugt wird und hierdurch nur noch eine heftigere Kohlensäureentwicktung stattfindet.
Es wurde nun gefunden, dass eine sehr ruhige und gleichmässige Kohlensäure- eutwicklung eintritt, wenn man das anzuwendende kohlensaure Salz mit einem überzug versieht, der eine momentane Lösung des Bikarbonats verhindert, sell) st aber in Wasps'T oder verdünnter Säure leicht genug löslich ist. um ein allmähliches Auflösen des Bikarbonat und eine hierdurch bedingte langsame Entwicklung der Kohlensäure zuzulassen.
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Im Nachstehenden sei ein Ausführungsbeispiol des Verfahrens bei Anwendung von Leim als Umhüllungssubstanz gegeben : Auf ein Kilo Bikarbonat verwendet man ca. 30 Gramm Leim, welcher in einer entsprechenden Menge Wassers gelöst ist. Man rührt die Masse so innig als möglich durcheinander, sodass tunlichst jedes kleinste Teilchen Bikarbonat von der Leimlösung umhüllt wird. Die Masse wird dann getrocknet, bis der Leim erhärtet.
Wenn nun ein so vorbereitetes Bikarbonat sowie die entsprechenden Säuremengen in das Badewasser von durchschnittsmässiger Temperatur von 20- 300 R. geschüttet ist, tritt ein momentanes Aufbrausen nicht mehr ein, weil die Leimschicht das kohlensaure Salz zunächst dem Angriff des Wassers sowie der verdünnten Säure entzieht, und die Kohlensäurentwicklung erst nach und nach eintreten kann, in dem Masse, wie sich der Leim auflöst und so der Zugang zu dem Bikarbonat frei geworden ist.
Es wird somit durch das neue Verfahren gleichzeitig eine anhaltende und von Anfang an gleichmässige Kohlensäureentwicklung herbeigeführt, da das sonst im ersten Moment auftretende, heftige Aufbrausen verhindert wird und die bei dem alten Verfahren früher dadurch vergeudeten Agentien jetzt erst allmählich zur Wirkung gelangen. Hierdurch wird zweifellos die physiologische Wirkung des Hades günstig beeinflusst.
Ein weiterer erheblicher wesentlicher Vorteil wird durch das neue Verfahren insofern erzielt, als die Nutzbarmachung der bisher nur zwecklos vergeudeten Materialien ermöglicht wird und so die bisher verwandte Menge von Salz und Säure ohne Beeinträchtigung
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