DE163323C - - Google Patents

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DE163323C
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formaldehyde solution
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    • AHUMAN NECESSITIES
    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61LMETHODS OR APPARATUS FOR STERILISING MATERIALS OR OBJECTS IN GENERAL; DISINFECTION, STERILISATION OR DEODORISATION OF AIR; CHEMICAL ASPECTS OF BANDAGES, DRESSINGS, ABSORBENT PADS OR SURGICAL ARTICLES; MATERIALS FOR BANDAGES, DRESSINGS, ABSORBENT PADS OR SURGICAL ARTICLES
    • A61L2/00Disinfection or sterilisation of materials or objects, in general; Accessories therefor
    • A61L2/16Disinfection or sterilisation of materials or objects, in general; Accessories therefor using chemical substances
    • A61L2/20Gaseous substances, e.g. vapours
    • A61L2/204Formaldehyde

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  • Agricultural Chemicals And Associated Chemicals (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Der Formaldehyd findet ausgedehnte Verwendung zu Desinfektions- sowie anderen technischen Zwecken, und zwar in seiner ursprünglichen Form als Gas oder in seiner etwa 40 prozentigen Lösung.
Wohl existiert reiner Formaldehyd als polymeres Produkt in fester Form, doch ist es bisher noch nicht gelungen, die wäßrige Lösung in eine feste Form, in die sogenannte feste Lösung zu bringen, welche den Formaldehyd als einfaches, also nicht polymerisiertes Molekül enthält. Der Formaldehyd hat bekanntlich in seiner polymeren Modifikation seine antiseptischen Eigenschaften fast ganz verloren und erlangt sie erst wieder bei einer Temperatur von 1500C.
Die feste Lösung des Formaldehyds bietet gegenüber der bisher üblichen 40prozentigen Flüssigkeit Vorteile: sie ist leicht dosierbar
z. B. in Pastillenform und sehr handlich. Der Formaldehyd hat die Eigenschaft, unverhältnismäßig größere Mengen Kaliseife zu verflüssigen (vergl. die Patentschrift 141744).. Mit Natronseife dagegen wird Formaldehydlösung, wie man gefunden hat, fest. Diese Tatsache ist neu; es ist bis jetzt nur bekannt, daß man große Mengen Natronseife mit einer ganz kleinen Menge Formaldehydlösung versetzte, ohne indes die in hohem Maße fest machende Wirkung des Formaldehyds auf Natronseife erkannt zu haben; so benutzt z. B. Unna eine mit 5 Prozent Formaldehydlösung versetzte Natronseife zur Hautdesinfektion usw. (vergl. Pharmaceutische Centralhalle Bd. 39 [1898], S. 125, linke Spalte). >
Gemäß vorliegender Erfindung werden aber im Gegenteil große Mengen von Formaldehydlösung mit kleinen Mengen Natronseife behandelt und hierdurch in eine feste Masse übergeführt. Es genügen schon ganz geringe Mengen Natronseife zum Festwerden einer Formaldehydlösung.
Während nun Natronseife (z. B. Kokosnatronseife) mit 3 Teilen Wasser eine schaumig flüssige, höchstens gallertartige Masse gibt, erhält man bei Verwendung von 3 Teilen 35 bis 40prozentiger Formaldehydlösung an Stelle des Wassers eine vollkommen feste, formbare Masse. Eine noch bessere Wirkung wird bei Verwendung vollkommen getrockneter Natronseife erzielt. Ganz besonders kommt bei der Bereitung des Hartformaldehyds das stearinsaure Natron in Betracht, welches ganz außerordentlich härtenden Einfluß auf wäßrige Formaldehydlösung ausübt; es genügen z.B. 2 Teile stearinsaures Natron, um 100 Teile einer etwa 40 prozentigen Formaldehydlösung zu härten.
Zur Herstellung löst man je nach dem Grade der gewünschten Festigkeit die nötige Menge gewöhnlicher, besser gut ausgetrockneter, neutraler oder saurer Natronseife in der entsprechenden Menge wäßriger Formaldehydlösung unter Zuhilfenahme eines Rückflußkühlers auf. Die Masse erstarrt nach dem Erkalten.
Will man beispielsweise das Festwerden des Formaldehyds mittels Stearinseife bewirken, so verfährt man in der Weise, daß man geschmolzener kalkfreier Stearinsäure die zur Seifenbildung nötige Menge konzentrierte Natronlauge oder trockenes Natronkarbonat zugibt; nach erfolgter Verbindung fügt man
der Masse die entsprechende Menge Formaldehydlösung zu.
Das Verfahren zur Herstellung der festen Formaldehydlösung kann auch in der Weise abgeändert werden, daß man Natronseife in der entsprechenden Menge Wasser löst und in diese Lösung wasserfreien Formaldehyd einbringt und indem man der Formaldehydlösung Natronlauge bezw. Ätznatron oder
ίο Natriumkarbonat und die zur Neutralisation entsprechende Menge Fettsäure zufügt.
In allen angeführten Fällen richtet sich die Menge der zuzusetzenden Seife nach der Härte, die man der Formaldehydlösung zu geben wünscht.
Der festen Formaldehydlösung kann eine beliebige Form, z. B. von Pastillen, Stäben usw. gegeben werden; auch können ihr parfümierende und desinfizierende Mittel zugesetzt werden.
Um der festen Formaldehydlösung in besonderen Fällen etwas weichere Beschaffenheit betreffs besserer Löslichkeit zu geben, empfiehlt es sich, der Natronseife die entsprechende Menge Kaliseife bezw. dem zur Seifenbildung dienenden Ätznatron oder Natronkarbonat die entsprechende Menge Ätzkali oder Kaliumkarbonat zuzusetzen.

Claims (5)

  1. Patent-Ansprüche:
    I. Verfahren zur Darstellung fester Formaldehydlösungen, dadurch gekennzeichnet, daß man gewöhnliche oder ausgetrocknete, neutrale oder saure Natronseife aus beliebiger Fettsäure in wäßriger Formaldehydlösung in der Wärme so lange auflöst, bis eben in der Kälte Erstarrung eintritt.
  2. 2. Eine Ausführungsform des durch Anspruch 1 gekennzeichneten Verfahrens, darin bestehend, daß man eine Fettsäure, insbesondere Stearinsäure mit Natriumkarbonat oder Natronlauge behufs Bildung von Seife behandelt und nach erfolgter Seifenbildung die Masse in der Formaldehydlösung auflöst.
  3. 3. Eine Ausführungsform des durch Anspruch 1 bezw. 2 gekennzeichneten Verfahrens, darin bestehend, daß man je einer berechneten Menge Natronseifelösung Formaldehydgas zufügt.
  4. 4. Eine Ausführungsform des durch Anspruch 1 gekennzeichneten Verfahrens, darin bestehend, daß äquivalente Mengen Natriumhydrat oder -karbonat und Fettsäure in der Formaldehydlösung selbst vereinigt werden.
  5. 5. Das Verfahren gemäß den Ansprüchen ι bis 4 dahin abgeändert, daß ein Teil der Natronseife bezw. des Natriumkarbonats, Natriumhydrats und der Natronlauge durch Kaliseife bezw. die entsprechenden Kaliverbindungen ersetzt wird.
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