DE50817C - Neuerung in der Darstellung harter Harzseifen - Google Patents

Neuerung in der Darstellung harter Harzseifen

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DE50817C
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W. RÖDIGER, in Firma KLUGE & Co. in Magdeburg
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C11ANIMAL OR VEGETABLE OILS, FATS, FATTY SUBSTANCES OR WAXES; FATTY ACIDS THEREFROM; DETERGENTS; CANDLES
    • C11DDETERGENT COMPOSITIONS; USE OF SINGLE SUBSTANCES AS DETERGENTS; SOAP OR SOAP-MAKING; RESIN SOAPS; RECOVERY OF GLYCEROL
    • C11D15/00Manufacture of resin soap or soaps derived from naphthenic acids; Compositions

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 23: Fettindustrie.
Zusatz zum Patente No. 45960 vom 5. April
Die dem unter No. 45960 geschützten »Verfahren zur Darstellung harter Harzseifen« zu Grunde liegenden Versuche wurden ohne Ausnahme mit Harzen derselben Art angestellt, in der Annahme, dafs Fichtenharz jeder Herkunft dieselbe chemische Zusammensetzung habe, da seine bisherige Verwendung in der Seifenfabrikation keinerlei Erscheinung zeigt, welche auf verschiedene Zusammensetzung hinweist. Freilich lassen die in fast allen Lehrbüchern und wissenschaftlichen Abhandlungen anders dargestellten Möglichkeiten bezw. Unmöglichkeiten der Aussalzung des harzsauren Natrons aus seinen Lösungen eine verschiedene Constitution der Harze vermuthen. Bei Ausübung des Verfahrens im Grofsbetriebe und der dadurch bedingten Verarbeitung von Harzen verschiedener Abstammung' haben sich nun Unterschiede' ergeben, welche nur in einer ,verschiedenen chemischen Zusammensetzung der Harze ihre Erklärung finden und so bedeutend sind, dafs ihretwegen die Darstellung von harten Seifen aus reinem Harz im Rahmen des Haupt-Patents unmöglich wird.1 Der Erfinder hat daher die ihm zugänglich gewesenen Harze des Handels auf die für seinen Zweck in Betracht kommenden Eigenschaften untersucht und Folgendes ermittelt.
ι. Für alle Harze ist im harzsauren Natron ein bestimmter Minimal -Wassergehalt nothwendig, unterhalb dessen beim Vermischen mit wasserfreiem kohlensauren Natron keine harte Seife, sondern nur eine mehr oder weniger zähe, steife Paste entsteht.
2. Dieser Minimal-Wassergehalt wechselt sehr, indem Harze vorkommen, welche mit 20 pCt, und andere, welche mit 45 pCt. diesen Minimal-Wassergehalt im harzsauren Natron erreichen.
3. Der für die richtige völlige Erhärtungnothwendige Procentsatz an wasserfreier Soda wechselt sehr; es kommen Harze vor, welche mit 15 pCt. Soda ihre Maximal-Erhärtung erreichen, und zwar bei einem Wassergehalt, welcher nicht völlig durch das kohlensaure Natron gebunden werden kann; es kommen ferner Harze vor, welche nach Mafsgabe der weiteren Ausführungen mit steigendem Wassergehalt einen höheren oder aber einen niedrigeren Procentsatz an wasserfreier Soda bedürfen.
4. Die Harze zeigen ein ungemein verschiedenes Vermögen, der Entziehung ihres Wassergehaltes im harzsauren Natron Widerstand entgegenzusetzen, so dafs die Harzseifen theils sofort ihr Wasser willig an die Soda abgeben, theils Tage, theils Wochen für diese Abgabe erforderlich sind, theilweise aber dieselbe überhaupt in einer für die Erzielung harter Seifen genügenden Weise nicht zum Abschlufs gelangt. ' '
Aus den ersten drei Ermittelungen und in besonderer Berücksichtigung des dritten Punktes, nach welchem bei einzelnen Harzen eine Erhärtung des harzsauren Natrons noch mit Mengen wasserfreier Soda möglich ist, welche nicht hinreichen, den gesanimten Wassergehalt zu binden, ergiebt sich, dafs das harzsaure Natron neben seiner allgemeinen Anziehungskraft für Wasser noch die Fähigkeit besitzt, einen bestimmten Th eil Wasser als Hydratwasser festzubinden. Dieser Umstand erklärt theilweise das so eigenthümliche Verhalten des harzsauren Natrons
gegenüber dem kohlensauren Natron in Bezug auf den wechselnden Minimal-Wassergehalt und den Umstand, dafs es unterhalb desselben nicht erhärtet. Das harzsaure Natron bindet einen nach Constitution der Harze wechselnden Theil des Wassers als Hydratwasser; wird ihm dieser Theil entzogen, so lä'fst seine Constitution die harte Modification, wie sie durch dieses Verfahren herbeigeführt werden soll, nicht mehr zu. Ist also nicht mehr Wasser vorhanden, als dem Hydrat des harzsauren Natrons entspricht, so hat, abgesehen von den unter 4. erwähnten Möglichkeiten, das völlig wasserfreie kohlensaure Natron hinreichend Kraft, das Hydratwasser der Harzseife selbst anzugreifen, und infolge dessen ist und bleibt das Endproduct eine mehr oder weniger weiche Masse. Ist jedoch dem kohlensauren Natron durch einen überschüssigen Wassergehalt im harzsauren Natron Gelegenheit zur theilweisen Sättigung seines Bedarfs gegeben, so reicht hiernach seine Kraft nicht mehr hin, das Hydratwasser des harzsauren Natrons anzugreifen. Im Gegentheil befinden sich harzsaures Natron und kohlensaures Natron gleichsam im Kampf um das beiden zukommende Hydratwasser, welches nicht immer, wie der 4. Punkt der Ermittelungen des Erfinders ergiebt, zu Gunsten des kohlensauren Natrons ausfällt. Der Erfinder leitet hieraus eine Spannung der Molecule ab, welche nach seiner Ansicht, ähnlich wie z. B. bei Hartglas und Hartgufs, die Härte bedingen und in diesem Falle ausreichen soll, die vollständig zähe, schmierige und klebrige Harzseife in eine steinharte Masse überzuführen.
Unter 4. hat der Erfinder mitgetheilt, dafs Harzseifen tage- bis wochenlang mit der Soda gemischt liegen können, bevor sie erhärten, ja dafs sie eventuell überhaupt nicht erhärten. Es liegt auf der Hand, dafs die fabrikmäfsige Verarbeitung von Harzen von so verschiedenem Verhalten kaum ausführbar ist. Aufserdem verlangt die Eigenart dieser Seifen eine Erhärtung in kurzer Zeit. Frisch nämlich kitten sie wegen ihrer klebrigen Beschaffenheit mit den zu ihrer Formung benutzten Formen u. dergl. beim langsamen Abbinden unlösbar zusammen, und nach dem schliefslichen Abbinden widerstehen sie bei Erzielung möglichst starker Erhärtung, eben wegen ihrer Härte, jeder mechanischen Zerkleinerung in kleine Formstücke. Es mufs aber im Gegentheil die Seife in kleinen Formen formbar sein und hinreichend schnell Körper bekommen, so dafs ihre Entfernung aus den Formen möglich ist, bevor sie mit den letzteren unlösbar zusammenkittet. Alle Harze, welche als harzsaures Natron zur Erhärtung durch Soda längerer Zeit bedürfen, und selbstverständlich diejenigen, welche überhaupt nicht erhärten, würden demnach für die Darstellung.'harter Seifen völlig ungeeignet sein. Bei der Häufigkeit solcher Harze und der Unmöglichkeit, ihre Eigenschaften anders als nach bereits stattgehabter Verseifung zu prüfen, würde dadurch das ganze Verfahren überhaupt unmöglich werden. Durch lange, mühsame Versuche jedoch hat der Erfinder ermittelt, wie der Widerstand dieser Harze gebrochen werden kann, und theilt als Endresultat dieser Versuche Folgendes mit:
Widerwillig, jedoch nicht allzu langsam abbindende Harzseifen geben sofort willig ihr entbehrliches Wasser an die wasserfreie Soda ab, wenn in der Harzseife bis 5 pCt: Chlornatrium gelöst werden. Es gelingt auf diese Weise, Harze innerhalb 24 Stunden zu einer verbrauchsfähigen Seife zu verarbeiten, welche sonst 3 bis 4 Tage lang völlig formlos, schmierig und zäh geblieben sein würde.
Bei Harzen jedoch, welche als harzsaures Natron eine so grofse Anziehungskraft für Wasser besitzen, dafs dessen Entziehung durch das kohlensaure·Natron auch in Wochen nicht in genügender Weise gelingt, erweist sich auch ein Zusatz von Chlornatrium zur Brechung dieses Widerstandes als wirkungslos;" jedoch gelingt es leicht, durch eine Temperaturerhöhung zum Ziele zu kommen. Mischt man schnell abbindendes harzsaures Natron mit wasserfreiem kohlensauren Natron, so tritt mindestens keine Erniedrigung der Temperatur ein, während bei der Mischung mit schlecht abbindenden Harzen eine bedeutende Erniedrigung der Temperatur eintritt. Erwärmt man nun hiernach die Mischung weiter, und zwar bei schlecht abbindenden Harzen unter Berücksichtigung des in Arbeit befindlichen Quantums auf 60 bis 700 C., bei sehr schlecht abbindenden Harzen auf 70 bis 8o° C. und erhält einige Zeit auf dieser Temperatur, so gelingt es bei jenem harzsauren Natron, in ganz schweren Fällen noch mit Beihülfe von Chlornatrium, den Widerstand gegen die Entziehung des Wassers zu überwinden und eine völlig regelmäfsige Verarbeitung und Fertigstellung des Productes innerhalb 24 Stunden zu erzielen.
Dieses so verschieden ausgeprägte Vermögen der Wasserbindung des harzsauren Natrons erklärt die so variirenden Angaben der Literatur über die Möglichkeit bezw. Unmöglichkeit der Aussalzung der Harzseife. ' Harzsaures Natron, welches ein energisches Vermögen zur Bindung von Wasser besitzt, setzt der Entziehung seines Lösungswassers beim Aussalzen eben mehr Widerstand entgegen als dasjenige, welches ein weniger ausgeprägtes Vermögen der Wasserbindung zeigt.
Ferner erklärt dieses so sehr verschiedene Vermögen der Wasserbindung die so variablen Procentsätze an kohlensaurem Natron. Harze, welche als harzsaures Natron nur ein schwaches Vermögen besitzen, aufser dem Hydratwasser noch ferneres Wasser zu binden, werden dem-
gemäfs nur einer kleinen Menge kohlensauren Natrons bedürfen.
Ferner wird erst hierdurch die grofse Verschiedenheit in dem so variablen Minimal-Wassergehalt des harzsauren Natrons völlig klargestellt." Es erscheint nicht wohl möglich, dafs das Hydratwasser des harzsäuren Natrons bis zu 25 pCt. differire, wohl aber variirt dasjenige Wasser, welches vom harzsauren Natron neben dem Hydratwasser festgehalten wird, in diesen grofsen Procentsätzen. Das dem so ist, zeigt folgende schon in No. 3. der obigen Ermittelungen angedeutete Thatsache.
Besonders schwer abbindende Seifen zeigen ein scheinbar' unerklärliches und eigenthümliches Verhalten. Dieselben benöthigen zur völligen Erhärtung bei einem ziemlich geringen Wassergehalt von beispielsweise 27 bis 30 pCt. einen Procentsatz von ca. 50 pCt. Soda. Beruhte nun die Wirkung der Soda direct auf ihrer wasserentziehenden Wirkung, so müfste eine Erhöhung des Wassergehaltes naturgemäfs eine Erhöhung des Procentsatzes an wasserfreier Soda zur Folge haben. Aber gerade umgekehrt gelingt es in solchen Fällen, durch eine gewisse Erhöhung des Wassergehaltes eine ganz bedeutende Erniedrigung des Procentsatzes an Soda zu ermöglichen, so dafs dasselbe harzsaure Natron bei einem Wassergehalt · von 45 pCt.. nur noch 2opCt. wasserfreie Soda erfordert, um völlig zu erhärten. Es kommen jedoch andererseits Fälle vor, welche scheinbar beweisen, dafs die Wirkung des wasserfreien kohlensauren Natrons eben direct auf der Wasserentziehung b'eruhe. Es kommen nämlich Harzseifen vor, welche mit dem bei ihrer Darstellung sich ergebenden Wassergehalt von ca. 36 bis 38 pCt. mit 30 pCt. wasserfreier Soda harte Seifen geben, bei einer Erhöhung dieses Wassergehaltes um nur iopCt, jedoch mit 30 pCt. Soda, eine auf keine Weise mehr zu erhärtende, sondern dauernd schmierig bleibende Masse geben. So sehr sich diese Eigenschaften verschiedener Harzseifen zu widersprechen scheinen, so einfach sind sie zu erklären. Im ersteren Falle überwiegt die Anziehung der Harzseife für das Wasser; es ist daher ein hoher Procentsatz Soda nöthig, ihren Widerstand gegen die Wasserentziehung zu brechen; durch eine wesentliche Erhöhung des Gehaltes der Harzseife an Wasser wird das Vermögen zur Bindung desselben so stark reducirt, dafs ein bedeutend geringerer Procentsatz von Soda hinreicht, um den Kampf um dieses Wasser mit der Harzseife aufzunehmen. Im zweiten Falle ist mit dem Wassergehalt von 36 pCt. die Grenze erreicht, innerhalb deren das harzsaure Natron seine Wirkung auf das Wasser auszuüben vermag; durch die weitere Zuführung von Wasser wird daher die Aufnahmefähigkeit der Harzseife nicht mehr verändert, wohl aber die der Soda, und während vor dieser Zuführung von Wasser die ungesättigte Soda hinreichte, mit dem harzsauren Natron den Kampf um das Wasser aufzunehmen, ist sie bei gleichbleibendem Procentsatz nach theilweiser Sättigung ihres Wasserbedarfs durch die .zugeführten ι ο pCt. Wasser nicht mehr im Stande, in erforderlicher Weise zu wirken.
Zum ferneren Beweis dafür, dafs die Erhärtung der Mischung von harzsaurem Natron mit kohlensaurem· Natron auf Spannung der Molecule beruhe, führt der Erfinder Folgendes an:
Gut abbindende Harzseifen geben willig ihr entbehrliches Wasser ab. Es resultirt infolge dessen sofort in kurzer Zeit eine so plastische Masse, dafs kaum Zeit bleibt, dieselbe zu formen. Die Masse ist sofort so- dick, dafs den einzelnen Molecülen keine Wahl der Gruppirung bleibt. Harzseifen jedoch, deren Widerstand durch eine erhöhte Temperatur gebrochen werden mufs, geben unter dem Einflufs der Wärme meist eine dünnflüssige, erst allmälig mit fortschreitender Wasserentziehung dicker werdende Masse. Ueberläfst man nun solche Seifen, sonst allen Bedingungen unterworfen, in denen die Wirkung der Soda eintreten kann, sobald die ,Wirkung so weit vorgeschritten ist, dafs die Seife die Consistenz einer gesottenen und reichlich kalt geknickten Harzfettseife, angenommen hat, sich selbst, so erzielt man trotz der Erfüllung aller vom Erfinder für die Erzielung harter Seifen ermittelten Bedingungen eine völlig weiche, schmierige, klebrige, zähe Paste. Läfst man jedoch die völlig erkaltete Paste einmal tüchtig durchkneten, so erhält man eine Masse, welche in wenigen Stunden eine steinharte Seife giebt.
Weitere Versuche, welche der Erfinder mit dem Einflufs erhöhter Temperatur auf die Mischung von harzsaurem Natron und kohlensaurem Natron gemacht hat, scheinen ihm ebenfalls für seine Theorie der durch Spannung der Molecule erreichten Härte zu sprechen, sowie dafür, dafs diese Spannung nur möglich ist, so lange nicht die Constitution des harzsauren Natrons durch Entziehung seines Hydratwassers gestört wird.
Erwärmt man harzsaures Natron, mit der nöthigen wasserfreien Soda vermischt und auf den richtigen Wassergehalt gebracht, nach stattgehabter Mischung noch weiter auf mindestens 80 bis 900C. und unterhalt diese Temperatur längere Zeit, so erhält man trotz Einhaltung aller übrigen Bedingungen ebenso gut eine weiche Masse, als wenn die Seife einen zu geringen Wassergehalt hätte. Unter dem Einflufs der erhöhten Temperatur ist eben das kohlensaure Natron auch nach seiner theilweisen Sättigung durch das das Hydratwasser überschreitende Wasser hinreichend wirksam, um das Hydratwasser anzugreifen; die Constitution wird zerstört und das Resultat ist eine
weiche Seife. Läfst man jedoch diese Masse einige Tage stehen, so zeigt sich ein ganz anderes Verhalten gegenüber solchen Mischungen, welche im harzsauren Natron ihren Minimal-Wassergehalt überschritten haben. Letztere bleiben dauernd weich, erstere erhärten jedoch in einigen Tagen vollständig; eine Erscheinung, welche nur dadurch möglich ist, dafs das harzsaure Natron das ihm in hoher Temperatur durch das kohlensaure Natron entzogene Hydratwasser bei niedriger Temperatur allmälig wieder an sich zieht, bis nach genügender Sättigung die beiden Körper in ihrer wasserentziehenden Wirkung sich das Gleichgewicht halten, das Bestreben beider Körper für weitere" Sättigung jedoch vorhanden ist, dadurch der Zustand der Spannung der Molecule herbeigeführt und die Seife erhärtet wird.
Die hier dargelegte Möglichkeit, dafs im Wassergehalt nicht genügend gesättigtes harzsaures Natron wasserhaltigem kohlensauren Natron Wasser entziehen kann, ist von hoher Wichtigkeit, da auf Grund derselben durch Verringerung des Wassergehaltes einer Harzseife und Zusammenschmelzung der letzteren mit Krystallsoda harte Harzseifen erzeugt werden können. Die schliefsliche Wirkung ist dieselbe: zunächst entzieht die in ihrem Hydratwasser nicht gesättigte Harzseife der Krystallsoda Wasser; es sind dann in Wechselwirkung: nicht gesättigte Krystallsoda, also ein wasserentziehender Körper, und das Hydrat der Harzseife, welche durch ihr gegenseitiges Bestreben der Wasserentziehung nach Ansicht des Erfinders die Spannung der Molecule und die Härte der Seife hervorrufen. Harzsaures Natron mit hohem Wassergehalt, wie dasselbe beim Zusammenbringen mit calcinirter Soda erforderlich ist, giebt, mit Krystallsoda zusammengeschmolzen, bei geringen Quantitäten der letzteren einen Brei; bei grofsen Mengen Krystallsoda dagegen schmilzt die Harzseife auf derselben, ohne sich zu mischen. Wird jedoch der Wassergehalt der Harzseife verringert, so erhält man beim Zusammenschmelzen derselben mit Krystallspda nach einigen Tagen eine völlig harte Seife.
Das Thatsächliche der von mir gemachten Ermittelungen bezieht sich auch auf die An-■ wendung des Verfahrens zur Darstellung von Harzfettseifen, jedoch mit folgendem Unterschied:
Zunächst ertragen Harzfettseifen nicht allein eine höhere Temperatur als ,reine Harzseifen, sondern verlangen dieselbe sogar. Je mehr sich jedoch der Procentsatz an Harz erhöht, um so mehr kommen auch die hierfür angegebenen Temperaturgrade zur Geltung, und bei Gegenwart von nur geringen Fettmengen verhält sich die Seife ganz genau wie reine Harzseife. Beim Verhältnifs von 75 bis go pCt. Harz zeigt sich jedoch die auffällige Erscheinung, dafs die Seife in diesem Procentverhältnifs ein gröfseres Vermögen der Wasserbindung besitzt, als das harzsaure Natron für sich allein.
Zur Ausführung der Erfindung sind reine Fettseifen unbrauchbar, da die fertigen Seifen beim Waschen im Wasser, ähnlich wie Bologneserfiäschchen bei einer Ritzung, in kleine Stücke zerspringen würden. Die Entziehung des Wassers durch Soda erfolgt bei reinen Fettseifen so plötzlich und energisch, dafs es technisch unmöglich ist, die Mischung von Seife und Soda zu vollenden, bevor die durch die Soda entwässerte Seife trocken wird, darauf selbst in Heifsem Zustande erstarrt und dadurch mindestens theilweise den Zusammenhang verliert. Die Gegenwart von Harz in den Seifen verzögert zunächst die Wirkung der Soda; sodann ist die Seife auch bei eintretender Wirkung der Soda genügend flüssig, um nicht den Zusammenhang zu verlieren. Bei Seifen bis zu einem Gehalt von 50 Theilen Harz und 50 Theilen Fett ist das Verfahren jedoch erstlich zwecklos, weil es möglich ist, in diesen Verhältnissen ohne dasselbe harte Seifen herzustellen. Zweitens ist es direct schädlich. Denn die bei solchen Seifen ja schon vorhandene Härte wird durch geringe Mengen Soda nicht erhöht, wohl aber ist es möglich, dafs die vorhandene Härte durch Zusatz von Soda erniedrigt wird, wenn nämlich das versöttene Harz eine hohe Verwandtschaft zu Wasser hat. Um bei solchen Seifen bis zu gleichen Theilen Fett und Harz eine merkliche Erhöhung der Härte durch Soda zu erzielen, wird jedoch in vielen Fällen eine Erhöhung des Wassergehaltes, also an sich eine Verschlechterung, und ein derartig hoher Procentsatz an Soda nöthig, dafs die Seifen eine voll-, ständige Veränderung ihres Charakters erleiden. Denn während die Seifen mit überwiegendem Harzgehalt selbst bei Steinhärte mit steigendem Harzgehalt eine steigende Zähigkeit und dadurch beim Waschen Geschmeidigkeit sich bewahren, werden die Seifen mit überwiegendem Fettgehalt mit dem mit steigender Härte verbundenen steigenden Sodagehalt immer kürzer; sie verlieren dadurch ihre Geschmeidigkeit, waschen dann nicht mehr glatt, sondern nehmen beim Aufreiben die bearbeitete Wäsche mit. Das neue Verfahren hat daher seine technische Berechtigung nur zur Darstellung von harten Seifen von solcher Zusammensetzung, welche ohne dieses Verfahren eben keine harten Seifen liefern würden. Es ist ferner charakteristisch für das neue Verfahren, dafs die besonderen Eigenschaften des harzsauren Natrons, welche bisher seine Verwendung für sich allein, eventuell in überwiegendem Procentsatz mit Fettseife unmöglich machten, hier gerade Grundbedingung für Erzielung eines guten und brauchbaren Fabrikates sind.

Claims (2)

Die technische Ausführung des Verfahrens nun ist bei Verarbeitung von reinem Harz folgende: Mit Rücksicht auf die wechselnden Eigenschaften des harzsauren Natrons löst man jedesmal eine möglichst grofse Menge Harz in Lauge, um so ein möglichst gleichmäfsiges Rohmaterial zu erhalten. Da'die meisten Harze in Form des harzsauren Natrons einen höheren Wassergehalt erfordern, als sich bei ihrer Aussalzung ergiebt, eine solche Abscheidung auch in sehr vielen Fällen mit vielen Schwierigkeiten verknüpft sein würde, so unterläfst man die sonst übliche Abscheidung ganz, sondern stellt einfach nur eine eben mit Natron gesättigte Lösung her, indem man heifs in ca. 40 Theilen Natronlauge von 380B. (spec. Gew. 1,349, etwa 20 Theile Wasser) 100 Theile Harz löst. Erweist sich bei einem Vorversuch der Wassergehalt dieser Harzlösung zu gering, so erhöht man denselben. Da in den meisten Fällen zur Regelung der Abbindung Chlornatrium angezeigt ist, so kann man die Erhöhung des Wassergehaltes durch Salzwasser bewirken. Damit man nun stets ein möglichst gleichmäfsiges Fabrikat erzielt, ist es zweckmäfsig, die erforderliche Gleichmäfsigkeit in der Wirkung des kohlensauren Natrons so viel als möglich nicht durch dessen Procentsatz, sondern durch Erhöhung oder Erniedrigung der Temperatur bei der Vermischung zu bewirken. Erweist sich z. B. bei einem gelösten Harz ein Procentsatz von 10 pCt. kohlensaurem Natron zur Erzielung einer schnell erhärtenden Masse als geeignet, während eine andere jedoch nicht in geeigneter Weise erhärtet, so erhöht man nicht den Sodagehalt, sondern bewirkt die Mischung bei einer erhöhten Temperatur. Umgekehrt verzögert man eine zu schnell eintretende Wirkung durch eine Erniedrigung der Temperatur. Nur wenn sich Temperatur-Unterschiede als nicht ausreichend erweisen, auch eine Aenderung des Wassergehalts nicht die beabsichtigte Wirkung erzielen läfst, ist es angezeigt, den gewählten mittleren Procentsatz an Soda nach der einen oder anderen Seite zu verändern. Die Soda wird in die erwähnte Harzseife eingerührt, das Rühren jedoch nach vollendeter Mischung nicht unterbrochen, um so von vornherein eine Verzögerung des Processes zu verhüten. Sowie die Masse das Eintreten einer Verdickung zeigt, bringt man sie in kleine Formen von etwa 100 kg Inhalt und krückt fortwährend, bis die Masse während des Rührens völlig erstarrt.' Die Zeit, welche hierzu nöthig ist, wechselt von wenigen Minuten bei gut abbindenden Harzen bis zu höchstens 45 Minuten bei schlecht abbindenden Harzen (unter Regulirung durch Chlornatrium und erhöhte Temperatur). Man schneidet dann die Eisentheile der Form noch warm mit einem Draht von der Seife ab, und schneidet auch die Seife in noch warmem Zustande sofort in solche Stücke, wie sie nach dem Erkalten die fertige Handelswaare bilden sollen. In ähnlicher Weise erfolgt die Darstellung von Harzfettseifen mit überwiegendem Harzgehalt. Harz und Fett werden einfach zu einem sogen. Seifenleim gelöst. Nachdem nach einem Vorversuch der nöthige Minimal-Wassergehalt erforderlichenfalls regulirt ist, vermischt man mit ' dem nöthigen Procentsatz kohlensauren Natrons und verfährt im Uebrigen genau wie bei reiner Harzseife, nur mit dem Unterschiede, dafs man Chlornatrium als Mittel gegen widerwilliges Abbinden um so mehr vermeidet, je mehr Fett in der Seife ist, weil mit steigendem Fettgehalt die Seife durch Chlornatrium leicht bröcklig wird. Ist also eine Abhülfe in Bezug auf die Abbindung nöthig, so bewirkt man letztere durch Erhöhung der Temperatur und in schwierigen Fällen dadurch, dafs man letztere längere Zeit andauern läfst. Man kommt so wie bei der Harzseife dazu, in den meisten Fällen die Abbindung mit dem gleichen Procentsatz an Soda zu bewirken. Patεnt-Ansρröche:
1. Bei der im Haupt-Patent No. 45960 beschriebenen Darstellung harter Harzseifen das Verfahren, den Zusatz des wasserfreien kohlensauren Natriums zu dem harzsauren Natrium so zu reguliren, dafs ein hartes Hydrat des letzteren sich bilden kann, indem:
a) die Bindung des überschüssigen Wassers . · durch das zugesetzte wasserfreie Natriumcarbonat mittelst Temperaturerhöhung bis auf 80° oder durch Zusatz von etwa 5 pCt. Chlornatrium oder durch beide Mittel gefördert wird, oder
b) bei Vorhandensein von weichem wasserarmen harzsauren Natrium die Bildung des Hydrats durch Zusatz von Wasser oder Krystallsoda in auszuprobirender Menge herbeigeführt wird.
2. Die Anwendung dieses Verfahrens auf die Herstellung von Harzfettseifen, deren an Natron gebundene Säuren zu mehr als 50 pCt. "aus Harzsäuren bestehen.
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