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Verfahren zur Herstellung einer harten Spiritusseife.
Es hat sich als ein Bedürfnis herausgestellt, eine gleichzeitige Reinigung und Desinfektion der Haut in möglichst einfacher Weise herbeizuführen. Demnach ist die Herstellung eines Körpers angestrebt worden, der eine Dosinfektion und eine Reinigung zu gleicher Zeit gestattet, und der damit die Annehmlichkeiten der gewöhnlichen festen Waschseife, ihre Härte, ihren hohen Schmelzpunkt, die bequeme Form, die leichte Transportfähigkeit, Verpackbarkeit und auch ihre einfache Verwendungsart in sich vereinigt. Da nun Alkohol als bestes Desinfektionsmittel, Seife als bestes Reinigungsmittel wirksam ist, so trachtete man ein Produkt zu bekommen, das diese beiden Stoffe in sich vereinigt.
Bisher sind bereits folgende Vereinigungen von Spiritus und Seife bekannt geworden : l. Flüssiger Seifonspiritus und flüssiger Opodeldok, wie er in den Apotheken allgemein hergestellt wird, Diese Präparate sind ebenso wie der reine Spiritus auch als Desinfektionsmittel für die Haut empfohlen worden. 2. Fester Opodeldok und fester Seifenspiritus, beides Präparate, die bei Handwarme schmelzen und dann ebenso wirksam sind wio die unter 1
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diese Präparate praktisch wertlos, weil sie weder die Härte noch die Konsistenz der gewöhnlichen Waschseife besitzen, daher an warmen Tagen schmelzen und sich deshalb nur schwer verpacken und transportieren lassen, und da sie vor allem keine Reinigung der Haut gestatten, wie gewöhnliche Waschseife.
Andererseits wird auch den im Handel befindlichen Transparentseifen vielfach Alkohol zugesetzt. dieser Alkohol hat aber nur den Zweck, eine Transparenz der Seife herbeizuführen und verflüchtigt sich für gewöhnlich auch während des Herstellungsverfahrens der Seife aus dieser, da er nur in geringen Mengen zugegeben wird und keinen eigentlichen Bestandteil der Seifenmasse bildet. Der ferner noch hergestellte Hartspiritus dient lediglich Brennzwecken und ist weder bestimmt noch geeignet, als Wasch-und Desinfektionsmittel zu dienen. Bei diesen Präparaten
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Wasser harte Produkte von hohem Schmelzpunkte herzustellen.
Derartige Präparate sind als Reinigungsmittel für die Haut ganz unverwendbar, weil auch ? ino bestimmte Wassormcnge vorhanden sein muss, d. h. es muss die desinfizierende Kraft der alkoholischen Seifenlösung mit der reinigenden Wirkung der Seife in Wasser vereinigt worden. Auch
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ringsten Mengen Alkohol fest machen kann, kommt hier am wenigsten in Betracht, da sie die geringste schäumende und reinigende Kraft besitzt und sich bei längerem Aufbewahren kristallinisch ausscheidet. Ferner hat sich gezeigt, dass wasserfreie Natronseifen
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und dass in den erkaltete Produkten der Spiritus sich durch einfachen Druck, etwa wie aus einem dichten Schwamm, leicht aus der festen Mischung'wieder ausscheiden lässt.
Durch die Zugabo von Wasser oder von geringen Mengen von Kaliseifen wird die Löslich- lwit der Natronseifen gesteigert, der Schmelzpunkt aber und die leichte Trennbarkeit der Teilchen herabgesetzt. Steigert man den Zusatz von Wasser noch weiter, so tritt ein Festwerden der Lösung nach dem Erkalten schliesslich nicht mehr ein. Demnach ist für die Herstellung einer harten Spiritusseife das richtige Verhältnis zwischen Natronseife, Spiritus und Wasser von ausschlaggebender Bedeutung. Was die Natur der verwendeten Seifen betrifft, so liefern Fette mit hoher Verseifungszahl die hier am besten eignenden Seifen, so dass sich, wie bereits erwähnt, die Koliosnatronseife als praktisch am besten geeignet erwies.
Weiters hat sich nun ergeben, dass diejenigen Seifenmenge, die sich mit hochprozentigem Alkohol einerseits zu einem Produkt von hohem Schmelzpunkt vereinigen, andererseits aber für die beabsichtigte Reinigung ausreichend sind, zwischen etwa 8 bis 40O/0 wasserfreier Natronseifo liegen. Bei der Steigerung der Soifenmengen gerät man in die Gefahr, gleichzeitig zu viel Wasser in die Mischung hineinzubringen, und man muss aus diesem Grunde bei Verwendung verhältnismässig grösserer Seifonmengen den Wassergehalt sorgfältig berücksichtigen und nötigenfalls eine vorhergehende Trocknung der Seife eintreten lassen.
Die von dem Erfinder als kennzeichnend für seine Erfindung betrachteten Mischungsverhältnisse sind derart, dass in hochprozentigem Spiritus von mindestens H20/0 Vol. derartige Mengen an Natronsoife gelöst werden, dass der Gehalt des Erzeugnisses an wasserfreier Seife mindestens 60/0'an Wasser höchstens die gleiche Menge, mindestens jedoch
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Es ist für die hier beschriebene feste Spiritusseife bezeichnend, dass dieses Erzeugnis zwar für gewöhnlich hart und fest ist, indessen bei der Verwendung zum Waschen infolge
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dieüblichenWaschbewegungeneinausgiebigesSchäumendertiefindieHauteingeführten Seife und eine Reinigungswirkung, wie sie durch keinen anderen Waschprozess auf der Haut herbeigeführt werden kann.
Dabei lässt sich der Vorgang in derselben Zeit ausführen wio eine gewöhnliche Seifenwaschung. Hiebei steigert noch der Zusatz von Seife die Desinfektionslraft des Alkohols, indem er dessen härtende Eigenschaften mildert. Dies ist zwar an sich schon bekannt ; dass es aber auch möglich ist, durch den Zusatz von Spiritus /n Seife die Reinigungswirkung dieser für die Haut in der beschriebenen Art zu steigern, ist bisher noch nicht beobachtet worden. Durch die Verwendung der Spiritusseife lässt sich somit in einem einfachen, auf das leichteste auszuführenden Prozesse die Desinfektionkraft des Alkohols durch den Seifenzusatz, die Reinigungskraft der Seife durch den SpirituszusatzzurhöchstenWirksamkeitsteigern.
Durch Zusatz anderer desinfizierender oder mechanisch wirkender Mittel lässt sich die desinfizierende und die reinigende Kraft der Seife noch erhöhen. Bei Zusatz von solen und Phenolen werden diese durch die Seife gleichzeitig in höherem Grade löslich und wirksamer, ohne dass die Festigkeit des Produktes dadurch beeinträchtigt wird.
Mechanisch wirkende Zusätze wie Bimssteinpulver oder dgl. sind namentlich dann zu empfehlen, wenn es sich um härtere Seifen mit grösserem Seifengehalt handelt, da diese
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