AT36195B - Verfahren zur Herstellung von Kunststeinen. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Kunststeinen.

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  Verfahren zur Herstellung von Kunststeinen. 



   In der Patentschrift Nr. 23590 ist ein Verfahren beschrieben, um ans pulverförmigen Stoffen unter Benutzung von Ölen, Fetten und dergleichen, die die Eigenschaft "haben, in dünnen Schichten an der Luft bei   erhöhter Temperatur zu erhärten,   als Bindemittel in kurzer Zeit künstliche Steine herzustellen. Hierbei werden die mit den Bindemitteln angefeuchteten Füllstoffe in Form eines lockeren, feuchten Pulvers eine Zeit lang bei erhöhter Temperatur dem Einflusse der Luft ausgesetzt, wodurch eine derartige Aussteifung der Masse eintritt, dass diese schon nach kurzer Zeit zu   Formstücken   gepresst werden kann, welche durch Erhitzen auf Temperaturen bis zu 2000 schnell erhärten. 



   Es hat sich nun herausgestellt, dass die   Ansteifungs- und Erhärtungsdauer Doch   wesentlich herabgesetzt werden kann, wenn man der Masse Schwefel zusetzt. Massen, die aus Schwefel, einem Füllstoff und einem () le erhalten werden, sind zwar bereits mehrfach bekannt, aber einerseits enthalten diese   Zusammensetzungen   Schwefel als Hauptbestandteil und deshalb in freiem Zustande und das   Öl   spielt in ihnen nur die Rolle eines Verdünnungsmittels, während bei   vorliegendem Verfahren der Schwefel   chemisch ähnlich dem Sauerstoff der Luft wirken   soll,   und daher nach   Möglichkeit   nur soviel Schwefel zugesetzt wird, wie mit dem   Üi     usw.

   chemisch reagieren kann.   so dass das Endprodukt wohl einen wesentlichen Gehalt an   Schwefelverbindungen hesitzt, freien   Schwefel aber nur noch in geringer Menge als zufällige, der Reaktion   entgangene   Beimischung enthält. Es ist be- 
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 des Ansteifungsprozosses und der   Erhärtungsdauer durch   die   hinzugefügt   Schwefelmenge bedeutend ; zum Schlusse jedoch, vor dem Pressen, wird bei dem vorliegenden Verfahren die Ansteifung durch eine   Luftbebandlung vollendet,   da ein weiterer   Schwefelzusatz   die ge-   wünschtpl1   Eigenschaften der herzustellenden Massen schädlich verändern wurde. 



   Um dio Einwirkung des Schwefels auf die Bindemittel in geeigneter Weise zu ermöglichen, muss ersterer mit letzteren in möglichst fein verteiltem Zustand in Berührung gebracht werden, was sich auf verschiedene Weise ermöglichen lässt. Man kann 1. den Schwefel fein gepulvert oder in Form von Schwefelblüte den pulverförmigen Füllstoffen beimischen, die Mischung mit dem Bindemittel anfeuchten und anwärmen, worauf sich der fein verteilte Schwefel mit den ihn umhüllenden Flüssigkeitsteilchen des Bindemittels chemisch verbindet, 2. den gepulverten Schwefel oder die   Schwefelblute   in das erwärmte Bindemittel einrühren, auf diese Weise die Schwefelung derselben vornehmen und die Füllstoffe mit den geschwefelte Bindemitteln anfeuchten, 3.

   den Schwefel in einem seiner bekannten Lösungsmittel lösen, die Lösung in das erwärmte Bindemittel einrühren und mit dieser Mischung die Füllstoffe anfeuchten, 4. den Schwefel in Gestalt einer leicht zersetzbaren Schwefelverbindung, wie z. B. Chlorschwefel mit den erwärmten Bindemitteln vermischen, wobei sich der Schwefel infolge seiner grösseren chemischen Verwandtschaft zu den öligen und fetten Bindemitteln aus der   beigemischten Verbindung abscheidet   und die 
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In allen diesen Fällen tritt bei dem späteren fortgesetzten Erwärmen des feuchten Pulvers während des Ansteifungsprozesses eine kräftige chemische Reaktion des Schwefels auf'die Bindemittel ein, welche sich auch dadurch zu erkennen gibt, dass das Pulver eine dunkelbraune bis schwarze Farbe annimmt,

     nnd   welche die im Anschluss daran stattfindende Einwirkung des Luftsauerstoffes auf die Bindemittel ergänzt und teilweise ersetzt und dadurch eine wesentliche Beschleunigung des   Ansteifnngsprozesses   bewirkt. Bei Verwendung von Bindemitteln, welche auf Schwefel sehr scharf reagieren, wie z. B. Leinöl, Tran und Ruböl, kann man einer allzu   stürmischem   Reaktion auch dadurch vorbeugen, dass man zunächst eine Verbindung von Schwefel mit einem weniger scharf reagierenden    Bin'3-   mittel, wie z. B. Harzöl und   Baumwollsamenöl   herstellt und erst dann das schärfer reagierende Bindemittel zusetzt.

   Bei Anwendung von Chlorschwefel kann man einer allzu scharfen Reaktion auf stark reagierende Bindemittel dadurch vorbeugen, dass man den Chlorschwefel in Schwefelkohlenstoff oder gereinigtem Petroleum gelöst zusetzt. Beispielsweise   mischt   man 100 Gewichtsteile Kieselgur mit 15 bis 20 Gewichtsteilen Schwefel-   blüte und 7 Gewichtsteilen   eines öligen Bindemittels, steift die Mischung bei 1400 bis   1600   an und lässt die aus dieser Masse erhaltenen Presslinge bei 1600 bis 1800 in Heizkammern erhärten. Die fertigen Stücke haben die Farbe, das Aussehen und den Bruch, sowie auch   annähernd   das spezifische Gewicht von Hartgummi und eignen sich vorzüglich als Isoliermittel für elektrotechnische Zwecke. 



   Es hat sich nun weiter gezeigt, dass der Zusatz gewisser harzartiger Stoffe zu dem Stoffgemisch nach dem Hauptpatent eine wesentliche Verbesserung dieses Verfahrens, sowohl hinsichtlich der   Ansteifungsdauer   des als Zwischenprodukt bei demselben in Betracht kommenden pulverförmigen Pressgutes, als auch hinsichtlich der mechanischen Eigenschaften der durch dasselbe erzeugten Produkte   hervorbringt Es gibt gelvisse Elassen harzartiger   Stoffe,. weiche die Eigenschaft haben, sich in den fetten und öligen Bindemitteln, welche bei dem Verfahren nach dem   Patent Nr.

   23590   in Betracht kommen, zu lösen und in der Lösung die Sauerstoffanfnahme zu befördern, indem sie begierig Sauerstoff aus der Luft aufnehmen und ihn auf die öligen und fetten Bindemittel derart übertragen, dass seine chemische Einwirkung erhöht und intensiver gestaltet, der chemische Prozess also beschleunigt wird. In hervorragender Weise ist dies natürlich der Fall, wenn diese Lösungen in möglichst grosser Oberfläche der Luft dargeboten werden. Setzt man derartige harzartige Stoffe den Bindemitteln der Gemische nach dem Hauptpatent Nr. 23590 hinzu, so begünstigt gerade die   lockere pulverförmige Beschaffenheit   der Mischungen, welche dem Zutritt der Luft eine ausserordentlich grosse Oberfläche darbietet, die sauerstoffaufnahmebefördernde Wirkung derart, dass die chemischen Prozesse in sehr intensiver Weise verlaufen.

   Mischungen, welche mit solchen   Zusätzen   hergestellt worden sind, und welche man aufgehäufelt bei gewöhnlicher Temperatur an der Luft stehen lässt, erlangen in kurzer Zeit eine nur durch den intensiven Verlauf der chemischen Prozesse bewirkte Temperatursteigerung auf etwa   lOOC.   Noch intensiver wird die Reaktion, wenn man gleichzeitig eine künstliche Steigerung der Temperatur anwendet. 



   Zu den harzartigen Stoffen, weiche die Eigenschaft haben, in Bezug auf die in Betracht kommenden Bindemittel, wie solche im Hauptpatent näher beschrieben sind, die Sauerstoffaufnahme zu beschleunigen, gehören 1. die in den in Betracht kommenden Bindemitteln   löslichen echten Harze,   als Kolophonium, Fichtenharz, Damar, Kopal, Bernstein und dergleichen, 2. verschiedene harzartige   Knnstprodukte,   welche aus Harzen, sowie Harzsäuren und Fettsäuren in Verbindung mit Metalloxyde.

   sowie mit Alkoholen und anderen Kohlenwasserstoffverbindungen mit oder ohne Sauerstoff-Behandlung nach verschiedenen Verfahren hergestellt werden und unter den Bezeichnungen Hartharze, Kopalersatz, Schellackersatz,   Resinate, Harzsäureester, Lackester, Firnispräparate,   feste Sikkative und ähnlichen Bezeichnungen im Handel vorkommen und welche sämtlich in den in Betracht kommenden Bindemitteln löslich sind. Allen diesen unter 1 und 2 genannten Stoffen ist die harzartige Beschaffenheit und die Sauerstoffaufnahme befördernde Wirkung gemeinsam. 



   Um die harzartigen Stoffe mit den Bindemitteln zu vereinigen, löst man erstere entweder in den erwärmten Bindemitteln auf, oder man kann die harzartigen Stoffe auch den Bindemitteln in flüchtigen Lösungsmitteln gelöst zusetzen. Solche Lösungen finden sich auch fertig unter der Bezeichnung flüssiges Sikkativ, Sikkativextrakt und dergleichen im Handel. Was die Menge anbelangt, die man den Bindemitteln zusetzt, so kann diese natürlich beliebig klein mitgenommen werden, doch ist die Wirkung auch entsprechend gering. Sehr gute Resultate erzielt man mit Zusatzmengen von 30 bis   500/0'Man   kann aber auch je nach Wahl der Bindemittel und Zusätze höher gehen.

   Die Grenze ergibt sich dadurch, dass das Bindemittel die Menge der zugesetzten harzartigen Stoffe noch aufJösen und die Lösung sich noch mit Vorteil mit den Füllstoffen zu einem feuchten lockeren Pulver verarbeiten lassen muss. Dies ist dann noch der Fall, wenn die Mischung im kalten 

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 Zustand zwar schon dickflüssig ist, sich durch Erwärmen aber noch   dünnflüssig   genug machen lässt, um die Mischung mit den Füllstoffen zu ermöglichen. Das richtige Mischungsverhältnis muss für jeden harzartigen Zusatzstoff und jedes Bindemittel durch Versuche festgestellt werden. Für den weiteren Gang des Verfahrens ist die Beschreibung des Hauptpatentes Nr. 23590 massgebend, ebenso wie die sämtlichen in dieser näher beschriebenen Füllstoffe und Bindemittel auch für das angemeldete Verfahren in Betracht kommen.

   Beispielsweise löst man 500/0 eines Harzes oder Resinates in Leinöl auf, feuchtet ein Pulver 
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 Nr. 23590 angegeben. 



    PATENT-ANSPRÜCHE:   
1. Verfahren zur Herstellung von Kunststeinen aus pulverförmigen Füllstoffen, Ölen, Fetten und anderen Substanzen, die durch die Wirkung der Luft bei erhöhter Temperatur in dünnen Schichten erhärten, unter Behandlung der die   Füllstoff teilchen umhüllenden   feuchten Bindemittelschichten mit Luft, bis zur Herstellung eines trockenen, aber noch plastischen Pressgutes, dadurch gekennzeichnet, dass zur Beschleunigung der Erhärtung der Masse die Wirkung der Luft teilweise durch einen Zusatz von Schwefel oder Schwefel- 
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 ersetzt wird. 

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Claims (1)

  1. 2. Verfahren zur Herstellung von Kunststeinen, dadurch gekennzeichnet, dass man den Bindemitteln solche Harze, harzartige Kunst-oder Abfallprodukte, harzartige Sikkativp und dergl. oder Lösungen solcher zusetzt, welche in dem Bindemittel-Gemisch aus der Luft Sauerstoff aufnehmen und an die Bindemittel wieder abgeben und dadurch den Ansteifungsprozess des feuchten lockeren Pulvers beschleunigen, wobei die sauerstoffaufnahmebefördernde EMI3.3 **WARNUNG** Ende CLMS Feld Kannt Anfang DESC uberlappen**.
AT36195D 1905-03-24 1906-12-01 Verfahren zur Herstellung von Kunststeinen. AT36195B (de)

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