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zu erhitzende Mazeration muss zugedeckt und so gegen die Luft abgeschlossen sein. 3. Das Ganze muss gleichzeitig kalt angesetzt sein, auch das Wasserbad, sodass die Erhitzung allmählich vor sich geht. 4. Spätestens beim ersten Anzeichen des Kochens ist abzusetzen. (Es genügt bei diesem Verfahren meist eine Temperatur von 80-81) in der Mazeration.) 5. Die Mazeration darf am besten nur ganz allmählich abkühlen. Zu diesem Zwecke lässt man sie entweder im nicht weiter geheizten Wasserbad stehen, oder umgibt das Gefäss mit der Mazeration mit einem schlechten Wärmeleiter. Es muss also bei dem Verfahren die grösste Gleichmässigkeit in allen Phasen beobachtet werden.
Dass es sich bei dem so gewonnenen Filtrat um den Bläscheninhalt handelt, geht ausser dem
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von der gleichen Konzentration erhält, die ziemlich genau übereinstimmt mit der des nach dem D. R. P. Nr. 183211 gewonnenen. Es zeigt auch gegenüber dem Kochen dasselbe Verhalten. Es wird dabei opaleszierend ohne späteres Absetzen. Dieses Präparat ist bei fehlerfreiem Verfahren homer völlig hlutfrei.
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niemals vorkommen.
Für therapeutische Zwecke wird man immer ein Präparat vorziehen, das unter Bedingungen gewonnen ist, die für den Organismus in die Breite des Physiologischen fallen, handelt es sich doch bei der Gewinnung von Organpräparaten zu Heilzweeken und physiologischen Versuchen vornehmlich um die Aufgabe, Organbestandteile eines Organismus unter völliger oder möglichster Vermeidnung unphysiologischer Einflüsse in einen anderen Organismus überzufuhren. Gerade weil es unmöglich ist, durch Reaktionen die Organpräparate auf ihren physiologischen Wert zu prüfen, bietet eben dies Innehalten physiologischer Bedingungen die (winzige sichere Gewähr. für die Gewinnung unveränderter Organpräparate.
Durch dementsprechend vorgenommene weitere Versuche wurde festgestellt. dass die Be- seitigung der Zelleiweisse immer auch schon bei Körpertemperatur gelingt. Stellt man Mazerationen.
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mässigkeiten im Ablauf, doch ist sie ausnahmslos zu erreichen. Man muss den Prozess so lange währen lassen, bis in der Flasche die Flüssigkeit über dem Koagulum klar durchsichtig gold-
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massgebend, da solange die Flüssigkeit noch etwas grau aussieht, auch die Ausflockung noch nicht beendigt ist, sondern nur augenblicklich gebemmt ist.
Nicht alle Mazerationen flocken gleichzeitig aus. Um in derartigen Lösungen die Aus-
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1. Die Erhöhung des Gehaltes der Mazeration zn Zelleiweissen durch Zusatz von etwas konzentriertem Saft aus Schilddrüsen, aus denen der Bläscheninhalt bereits ausgelaugt ist. ". Der zusatz von durch Erhitzen ausgefälltem Schilddrüsenzelleiweiss. 3. Der Zusatz geringer Mengen bei niedriger Temperatur koagulierender Eiweisskörper z. B. der Myosin-Gruppe in weiterem Sinne oder bei niedriger Temperatur koagulierender Globuline. Hierher gehört auch der Zusatz von kleinen Mengen Eiklar, d. h. Eiweiss aus Eiern, oder-um eine Beimischung von Albumin und vomucoid zum Präparat zu vermeiden - statt dessen das für sich gefällte und wieder gelöste Eiglobulin d. h. Globulin aus Eiern allein. 4.
Der Zusatz von geringen Mengen ganz frischen, auch lackfarbenen Blutes d. i. Blut, in welchem die roten Blutkörperchen nicht als Festkörperchen suspendiert, sondern aufgelöst sind oder von Blutkörperchen allein. 5. Der Zusatz gerinnungserzeugender Fermente z. B. Fibrinferment. 6. Der Zusatz von anorganischen Kolloiden, soweit sie in physiologischer Kochsalzlösung unlöslich sind, in so geringen Mengen, dass sie für sich allein eine Ausfällung nicht bewirken, sondern deren Eintritt bei 370 nur beschleunigen und andererseits selbst in das Filtrat garnicht oder in bedeutungslosen Spuren übergehen. z. B. Tannin, kolloidale Kieselsäure, salzsäurefreies Aluminium-hydroxyd. 7.
Die Kombination mit vorherigem längeren Schütteln. 8. Die Kombination mit vorherigem Schütteln unter gleich- zeitiger Eintragung von Ton, Kieselguhr, Kohle oder anderem porösen und unlöslichen Material, das eine sogenannte Oberflächenwirkung hervorzurufen imstande ist.
In allen Fällen handelt es sich darum, die Zellkolloide wieder in den Gelzustand zu bringen.
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Alle diese Verfahren kann man natürlich beliebig anderweit mit Erfolg kombinieren. Die Zusätze sind selbstverständlich nicht ganz gleichwertig.
Bei 1 und 2 hat man den Vorzug, immer nur Schilddrüsenmaterial beim Verfahren zu benutzen und das Material immer durch das Verfahren selbst zu gewinnen und wieder zu gewinnen.
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wäre gegen das Serumeiweiss als Beimischung nichts einzuwenden, doch erhöht es den Eiweissgehalt des Filtrates. und erschwert so die Beurteilung der Konzentration. Von diesem Gesichts punkt hat sich besonders Eiergtobulin sehr gut bewährt, das ganz wieder mit ausfällt und immer leicht rein und frisch zu haben ist.
C) Eine weitere Reihe von Versuchen hat ferner gezeigt, dass es auch in der Kälte noch weitere und praktisch sehr brauchbare Wege gibt, die gelösten Zellkolloide durch Wiederherstellung ihrer Gelnatur von dem Bläscheninhalt zu trennen.
Zunächst gelingt es durch langdauerndes Schütteln, die Koagulation der Zellkolloide einzuleiten. Da dieses sehr lange dauert, empfehlen sich Kombinationen. 1. Von diesen steht an der Spitze das Schütteln der Mazeration mit bereits koaguliertem Zellkolloid. 2. Statt dessen kann man auch geeignete andere organische Kolloide wählen oder anorganische, soweit sie unlöslich sind. 3. Ferner ist das Schütteln kombinierbar mit der Oberflchenwirkullg durch eingetragene chemisch indifferente Stoffe wie z. B. Ton, Kieselguhr, Kohle, Talk u. 8. W, 4. Die unter l genannte Ausfällung der gelösten Zellkolloide durch gelatinierte Zellkolloide tritt auch ohne Schütteln ein, wenn man die Mazeration durch eine Schicht gelatinierten zellkolloids durchfiltriert.
Auch dieses Verfahren ist sehr praktisch, zumal die Filter wochenlang funktionieren, ohne sich zn verstopfen und ausser öfterem Auffüllen weder Arbeit noch Kosten machen. Bei 1 und 4 liefert auch hier wieder das Verfahren an sich alles nötige Material. Ebenso wird dieses wieder gewonnen.
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durch Durchleiten des elektrischen Stromes.
DieseVerfahrenermöglichengleichzeitigBläscheninhaltundZellkolloideinklarenLösungen nebeneinander zu erhalten, wenn man die Reaktionen nur unvollständig ausführt.
D) Schliesslich haben noch weitere Versuche gezeigt, dass es möglich ist. nicht nur an die Stelle der Mazeration von vornherein die Dialyse zu setzen, sondern auch die Dialyse ohne besonderen Dialysator vorzunehmen. Diesem Verfahren liegt die Ermittelung der Tatsache zu ürunde, dass sich unmittelbar im Schilddrüsengewebe von seinen Bsstandteilen Bläscheninhalt
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Spätestens bei den ersten Anzeichen des beginnenden Kochens ist abzusetzen und die allmähliche Abkühlung abzuwarten. Erst nach dem Absetzen wird die Koagulation allmählich vollständig, sodass die Mazeration, wenn sie ruhig gestanden hat, wie ein homogener Kuchen aussieht. Nach Abkühlung wird durch ein gewöhnliches Filter filtriert.
B. Eine Schilddrüsenmazeration wie in A wird in den Brutschrank gesetzt und bleibt darin bei Körpertemperatur bis die Flüssigkeit über dem Koagulum goldgelb oder rötlichgelb klar
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Die Benutzung von Tannin nach B 6 ist nicht identisch mit der Benutzung des Tannins wie sie zur Herstellung des Aiodins (eines bereits bekannten vor der vorliegenden Erfindung hergestellten Schilddrüparates) angewendet wird. Der dort verwendete Zusatz zehnprozentiger Tanninlösung fällt auch den Bläscheninhalt mit aus, wie durch Nachprüfung festgestellt wurde. Das Filtrat ist zwar gelblich durch Tanningehalt, aber eiweissfrei, während bei den kleinen Mengen im vorliegenden Falle nur die Koagulation der Zellkolloide zustande kommt.
C. Ausgefälltes Zellkolloid wird mit physiologischer Kochsalzlösung zu einem dicken, möglichst feinen Brei verarbeitet und auf ein Filter gebracht, wobei man die Kochsalzlösung
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Schilddrüsenmazeration wie in A. Schon nach l-2 Minuten Schütteln bildet sich eine graue Emulsion. Die Reaktion ist bereits eingetreten. Zur völligen Ausfällung genügt dies jedoch noch nicht. Zur Beurteilung des Standes der Reaktion werden Proben filtriert und das Filtrat ge
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durchfallendem Lichte klar durchscheinend. Im auffallenden Licht erscheinen sie j < -nach Zell- knlloidgehalt mehr oder weniger grau schimmernd, also nicht völlig durchscheinend, da sie das Licht reflektieren.
Nur auch im auffallenden Lichte klar erscheinende Lösungen sind ganz oder doch fast ganz frei von Zellkolloid.
Bei Verfahrensart C 4 belegt man ein Filter mit ausgefälltem Zellkolloid. Am besten verfahrt man so, dass das Zellkolloid mit physiologischer Kochsalzlösung aufgeschwemmt und
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Filter, durch das vorher eine Lösung nach A oder B filtriert war. Nun giesst man eine Schild- drüscnmazeration wie in A auf. Die ersten Teile sind noch zellkolloidhaltig ur. d v erden zurüfk- Hegossen. Nach einiger Zeit erscheint das Filtrat in auffallendem Lichte klar. Von nun ab kann dauernd nachgegossen werden. Bie dem Schüttelverfahren nach C 3 bedient man sich praktisch nach Ablauf der Reaktion des filters nur zur Entfernung der Hauptmasse des Zusatzes und ässt darauf absitzen oder zentrifugiert. D. Gemäss dem D. R. P.
Nr. 183211 zerschnittene oder am besten unzerschnittene Schilddrüse wird an der Luft oder im Exsikator oder in der Wärme ge- trocknet oder angetrocknet, am zweckmässigste nur solange. dass die Elastizität nicht verturen
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imauffallendenLichtklar.
Dieses Trocknen ist in seinem Effekte nicht identisch mit dem bei Herstellung von Tabletten und Pulvern gebräuchlichen Trocknen. In letzterem Falle wird das Gewebe wasserfrei gemacht und in diesem Präparat ist alles Eiweiss bis auf Spuren denaturiert und in physiologischer Kochsalzlösung unlöslich, wie durch einschlägige Untersuchungen festgestellt wurde. Bei dem vorhegenden Verfahren bleibt das Material meist wasserhaltig und nur das Zellkolloid wird denaturiert.
Gebraucht man Alkohol, so wird eine Drüse am besten wieder unzerschnitten, nur auf einige Minuten (etwa 2-7 je nach Material) in Alkohol getaucht (am besten solchen von 80-. 9500), dann einige Minuten in etwas physiologischer Kochsalzlösung um den im Drüsenmantel befin. lichen Alkohol wieder herausdiffundieren zu lassen und darauf in die physiologische Kochsalzlösung, in die hinein der Bläscheninhalt diffundieren soll.
Benutzt man erhitztes Wasser (am besten von etwa 80 ), so hält ma.) eine Drüse nur einen Moment hinein. Legt man z. B. eine Drüse schlaff und weich hinein, so nimmt sie fast ruckartig
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richtige Zeitmass kommt es bei diesem Verfahren vor allem an, damit erstens nur die. Zellkolloide der äussersten Mantels koaguliert werden und zweitens die koagulierte Schichte die Durchgängigkeit für den Bliisrhcninhalt behält, der bei längerer Einwirkung verloren geht. Es gelingt immer, nach den unter A, B, C und D dargestellten Verfahren, die Zellkolloide von den sogenannten inneren Sekreten zu trennen.
Nur ist zu beachten, dass nicht schematisch das eine Organ wie das andere behandelt wird, sondern eine verschieden lange und verschieden intensive Anwendung stattzufinden hat. Massgebend ist hierfür im wesentlichen das verschiedene Verhalten wniger
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der inneren Sekrete als der Zellkolloide, insofern als sie verschieden leicht oder schwer in dauernden Gelzustand überzuführen sind. Als grösste Gegensätze seien hiertür angeführt die Bauchspeicheldrüse und die Nebenniere und zwar als am meisten charakteristisch ihr Verhalten beim Verfahren nach Abschnitt D.
Während bei der Bauchspeicheldrüse ein unvollständiges Trocknen genügt, um nun in einer physiologischen Kochsalzlösung nur noch das innere Sekret zu erhalten-und-zwar goldgelb und im auffallenden Lichte klar-genügt dazu bei der Nebenniere unter Umständen auch ein wochenlanges Trocknen nicht. Vielmehr erweist sich auch dann oft noch der Gelzustand von Zellkolloiden als reversibel. Setzt man indessen das Nebennierenmaterial eine zeitlang z. B. dem strömenden Wasserdampf aus, so bleiben die gesamten Zellkolloide unlöslich und man erhält als Mazeration eine auch im auffallenden Lichte vollkommen klare Lösung.
Es dürfte dieses verschiedene Verhalten dieser zwei Organe darauf beruhen, dass das Gewebe der Bauchspeichel drüse an sich gewöhnlich ziemlich derb und hart ist, während im Gegensatz dazu die Nebenniere viel weicher ist und eine post mortem auffällig schnell zu Tage tretende Neigung zur Verflüssigkeit besitzt. Im Vergleich zu diesen zwei Organen bieten die übrigen (Leber, Hoden, Eier- stücke, Muskeln u. s. w. ) keine hervorstechenden Besonderheiten.
PATENT-ANSPRÜCHE : l. Verfahren zur Reingewinnung der inneren Sekrete von Schilddrüsen. Kröpfen oder anderen Organen, dadurch gekennzeichnet, dass Mazerationen dieser Organe in physiologischer Kochsalzlösung der Behandlung mit allein auf das Zelleiweiss koagulierend wirkenden Mitteln unterworfen werden.