DE197901C - - Google Patents

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DE197901C
DE197901C DE1906197901D DE197901DA DE197901C DE 197901 C DE197901 C DE 197901C DE 1906197901 D DE1906197901 D DE 1906197901D DE 197901D A DE197901D A DE 197901DA DE 197901 C DE197901 C DE 197901C
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    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61KPREPARATIONS FOR MEDICAL, DENTAL OR TOILETRY PURPOSES
    • A61K35/00Medicinal preparations containing materials or reaction products thereof with undetermined constitution
    • A61K35/12Materials from mammals; Compositions comprising non-specified tissues or cells; Compositions comprising non-embryonic stem cells; Genetically modified cells
    • A61K35/55Glands not provided for in groups A61K35/22 - A61K35/545, e.g. thyroids, parathyroids or pineal glands

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Description

3Caiiei>Ci cfyw. cOie-ti i'atn Ii.
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 30/*. GRUPPE
Dr. ERNST HOENNICKE in DRESDEN.
Zusatz zum Patente 183211 vom 3. Oktober 1905.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 18. Dezember 1906 ab. Längste Dauer: 2,Oktober 1920.
Die nachfolgend beschriebenen Neuerung gen in dem Verfahren des Patents 183211 beruhen im wesentlichen auf der Nutzbarmachung des, wie gefunden wurde, außerordentlich großen quantitativen Unterschiedes in der Ausprägung der kolloidalen Eigenschaften des Bläscheninhalts einerseits und der Zelleiweiße der Schilddrüse andrerseits.
A. Wird das nach dem Verfahren des Patents 183211 gewonnene Präparat von Bläscheninhalt erhitzt, so zeigt sich, daß durch Kochen nichts ausgefällt wird. Es bleibt dabei im Anfang anscheinend, unverändert, bald tritt jedoch eine Opaleszenz ein, ohne daß selbst bei tagelangem Stehen das Absetzen eines Niederschlages erfolgt. Die Opaleszenz zeigt an, daß das Eiweiß verändert ist. Obwohl diese Veränderung nicht sofort wahrnehmbar ist,, so ist doch aus Analogien zu schließen, daß sie eher beginnt, als sie sichtbar wird.
Wie beobachtet wurde, treten auch in klaren
. Filtraten von Präparaten, die gekocht wurden, selbst noch nach Tagen Trübungen auf. Kochen ist daher für die Trennung des Eiweißes von dem wertvollen Bläscheninhalt ungeeignet.
Erhitzt man Mazerationen, die außer dem Bläscheninhalt noch Zelleiweiße enthalten, so zeigt sich, daß sie sämtlich schon unterhalb der Siedetemperatur koagulieren.
Es läßt sich daher der Bläscheninhalt aus Mazerationen dadurch isolieren und unverändert gewinnen, daß man sie bis dicht unterhalb der Siedetemperatur erhitzt, bei ausdrücklicher Vermeidung des Kochens.
Einschlägige Versuche mit beigemischtem weiteren Eiweiß, z. B. Blut, haben nämlich gezeigt, daß man derartige Mischungen aber auch hoch erhitzen, selbst kochen kann, ohne beigemischte Eiweißkörper (z. B. Blutfarbstoff) zum Ausfall zu bringen, wenn man folgende Bedingungen außer acht läßt.
ι. Die Erhitzung muß im Wasserbade derart geschehen, daß der Spiegel der zu erhitzenden Mazeration gleich hoch oderniedri-' ger steht als der Spiegel des Wasserbades. 2. Die zu erhitzende Mazeration muß zugedeckt und so gegen die Luft abgeschlossen sein. 3. Das Ganze muß gleichzeitig kalt angesetzt sein, auch das Wasserbad, so daß die Erhitzung allmählich vor Sich geht. 4. Spätestens beim ersten Anzeichen des Kochens ist abzusetzen (es genügt bei diesem Verfahren meist eine Temperatur von 80 bis 85 ° in der Mazeration). 5. Die Mazeration darf am besten nur ganz allmählich abkühlen. Zu diesem Zwecke läßt man sie entweder im nicht weitergeheiztem Wasserbade stehen oder umgibt das Gefäß mit der Mazeration mit einem schlechten Wärmeleiter.
Es muß also bei dem Verfahren die größte Gleichmäßigkeit in allen Phasen beobachtet werden. ..:..:;
Daß es sich bei dem so gewonnenen FiI-trat um den Bläscheninhalt handelt, geht außer dem oben Angeführten daraus hervor, daß man bei gleicher Ausgangskonzentration immer ein Präparat von der gleichen Konzentration erhält, die ziemlich genau übereinstimmt mit der nach dem Patent 183211 gewonnenen. Es zeigt auch gegenüber dem Kochen dasselbe Verhalten. Es wird dabei opaleszierend, ohne späteres Absetzen. Das Präparat ist bei fehlerfreiem. Verfahren immer völlig blutfrei.
B. Bei obigen Verfahren wird das Präparat Temperaturen ausgesetzt, die im Organismus niemals vorkommen. Für therapeutische Zwecke wird man immer ein Präparat vorziehen, das unter Bedingungen gewonnen ist, die für den Organismus in die Breite des Physiologischen fallen; handelt es sich doch bei der Gewinnung von Organpräparaten zu Heilzwecken und physiologischen Versuchen vornehmlich um die Aufgabe, Organbestandteile eines Organismus unter völliger oder möglichster Vermeidung unphysiologischer Einflüsse in einen andern Organismus überzuführen. Gerade weil es unmöglich ist, durch Reaktionen die Organpräparate auf ihren physiologischen Wert zu prüfen, bietet eben das Innehalten physiologischer Bedingungen die einzig sichere Gewähr für die Gewinnung unveränderter Organpräparate. . . '
Durch dementsprechend vorgenommene weitere Versuche wurde festgestellt, daß die Beseitigung der Zelleiweiße immer auch schon bei Körpertemperatur gelingt. Stellt man Mazerationen, die außer Bläscheninhalt auch Zelleiweiß enthalten, bei 370 in den Brutschrank, so tritt auch dann schon eine Koagulation der Zelleiweiße ein.
• Sie tritt langsamer ein, zeigt sich zuerst bloß als Trübung und zeigt manchmal Ungleichmäßigkeiten im Ablauf, doch ist sie ausnahmslos zu erreichen. Man muß den Prozeß so länge währen lassen, bis in der Flasche die Flüssigkeit über dem Koagulum klar durchsichtig goldgelb oder rötlichgelb ist und keine weitere Ausflockung zeigt. Letzteres Phänomen allein ist nicht maßgebend, da, solange die Flüssigkeit noch etwas grau aussieht, auch die Ausflockung noch nicht beendigt ist, sondern nur augenblicklich gehemmt ist.
Nicht alle Mazerationen flocken gleich schnell aus. Um in derartigen Lösungen die Ausflockung der Zelleiweiße zu beschleunigen, wurden folgende Wege ermittelt:
i. Die Erhöhung des Gehalts der Mazeration an Zelleiweißen durch Zusatz von etwas konzentriertem Saft aus Schilddrüsen, aus denen der Bläscheninhalt bereits ausgelaugt ist.
2. Der Zusatz von durch Erhitzen ausgefälltem Schilddrüseneiweiß.
3. Der Zusatz geringer Mengen bei niedriger Temperatur koagulierender Eiweißkörper, z. B. der Myosingruppe, im weiteren Sinne oder bei niedriger Temperatur koagulierender GIobeline. Hierher gehört auch der Zusatz von kleinen Mengen Eiklar, oder — um eine Beimischung von Albumin und Ovomucoid zum Präparat zu vermeiden — statt dessen das für sich gefällte und wiedergelösteEiglobulin allein.
4. Der Zusatz von geringen Mengen ganz frischen, auch lackfarbenen Blutes oder von Blutkörperchen allein.
5. Der Zusatz gerinnungerzeugender Fermente, z. B. Fibrinferment. .
6. Der Zusatz von organischen oder anorganischen Kolloiden, soweit sie in physiologischer Kochsalzlösung unlöslich sind, in so geringen Mengen, daß sie für sich allein eine Ausfällung nicht bewirken, sondern deren Eintritt bei 370 nur beschleunigen und andrerseits selbst in das Filtrat gar nicht oder in bedeutungslosen Spuren übergehen, z. B. Tannin, kolloidale Kieselsäure, salzsäurefreies Aluminiumhydroxyd.
7. Die Kombination mit vorherigem längeren Schütteln.
8. Die Kombination mit vorherigem Schütteln unter gleichzeitiger Eintragung von Ton, Kieseiguhr, Kohle oder anderem porösen und unlöslichen Material, das eine sogenannte Oberflächenwirkung hervorzubingen imstande ist.
In allen Fällen handelt es sich darum, die Zellkolloide wieder in den Gelzustand zu bringen.
Im einzelnen wirken diese Zusätze entweder durch Vermehrung und damit dichtere Lagerung der schwebenden Teilchen und erleichtern und beschleunigen so die Koagulation (1, 2), oder außerdem dadurch, daß die Zusätze bei ihrer Koagulation die Zelleiweiße der Mazeration mitreißen (3, 4) oder die Wärmekoagulation durch Fermentwirkung (5) oder durch Reaktion mit anorganischem Kolloid (6) oder durch Schütteln (7) oder durch. Oberflächenwirkung (8) unterstützen und beschleunigen.
Alle diese Verfahren kann man natürlich beliebig anderweit mit Erfolg kombinieren. Die Zusätze sind selbstverständlich nicht ganz gleichwertig.
Bei ι und 2 hat man den Vorzug, immer nur Schilddrüsenmaterial beim Verfahren zu benutzen und das Material immer durch das Verfahren selbst zu gewinnen und wiederzugewinnen. Bei Zusatz von Blut kann das Filtrat etwas Blutfarbstoff enthalten. Um Serumeiweißkörper im Filtrat zu vermeiden, ist es ratsam, gewaschene Blutkörperchen zu benutzen. : Therapeutisch wäre gegen das
Serumeiweiß als Beimischung nichts einzuwenden, doch erhöht es den Eiweißgehalt des Filtrats und erschwert so die Beurteilung der Konzentration. Von diesem Gesichtspunkte hat sich besonders Eierglobulin sehr gut bewährt, das ganz wieder mit ausfällt und immer leicht rein und frisch zu haben ist.
C. Eine weitere Reihe von Versuchen hat ferner gezeigt, daß es auch in der Kälte noch
ίο weitere und praktisch sehr brauchbare Wege gibt, die gelösten Zellkolloide durch Wiederherstellung ihrer Gelnatur von dem Bläscheninhalt zu trennen.
Zunächst gelingt es durch langdauerndes Schütteln, die Koagulation der Zellkolloide einzuleiten. Da dieses sehr lange dauert, empfehlen sich Kombinationen.
1. Von diesen steht an der Spitze das Schütteln der Mazeration mit bereits koaguliertem Zellkolloid.
2. Statt dessen kann man auch geeignete andere organische Kolloide wählen oder anorganische, soweit sie unlöslich sind.
3. Ferner ist das Schütteln kombinierbar mit der Oberflächenwirkung durch eingetragene chemisch indifferente Stoffe, wie z.B. Ton, Kieseiguhr, Kohle, Talkum usw.
4. Die unter 1 genannte Ausfällung der gelösten Zellkolloide durch gelatinierte ZeIlkolloide tritt auch ohne Schütteln ein, wenn man die Mazeration durch eine Schicht gelatinierten Zellkolloids durchfiltriert. Auch dieses Verfahren ist sehr praktisch, zumal die Filter wochenlang funktionieren ohne sich zu verstopfen und außer öfterem Auffüllen weder Arbeit noch Kosten machen.
Bei ι und 4 liefert auch hier wieder das Verfahren an sich alles nötige Material. Ebenso wird dieses wiedergewonnen.
5. Lassen sich die Zellkolloide ausfällen durch längeres Durchleiten von Kohlensäure und
6. auch durch Durchleiten des elektrischen Stromes.
Diese Verfahren ermöglichen gleichzeitig Bläscheninhalt und Zellkolloide in klaren Lösungen nebeneinander zu erhalten, wenn man die Reaktionen nur unvollständig ausführt.
D. Schließlich haben noch weitere Versuche gezeigt, daß es möglich ist, nicht nur an die Stelle der Mazeration von vornherein die Dialyse zu setzen, sondern auch die Dialyse ohne besonderen Dialysator vorzunehmen. Diesem Verfahren liegt die Ermittlung der Tatsache zugrunde, daß sich unmittelbar im Schilddrüsengewebe von seinen Bestandteilen, Bläscheninhalt und Zellkolloid, das letztere denaturieren läßt, ohne daß
t. der Bläscheninhalt denaturiert wird, und
6o' 2. ohne, daß das denaturierte Zellkolloid undurchlässig für den Bläscheninhalt wird.
Das geschieht durch Antrocknen, durch Behandlung mit erhitztem Wasser, mit Alkohol oder anderen geeigneten Koagulationsmitteln für die Zellkolloide der Schilddrüse.
Wird durch eines dieser Mittel die äußere Schicht (Kapsel) denaturiert, so bildet diese denaturierte ,Kapsel eine Membran zwischen dem Drüsengewebe und der umgebenden Mazerationsflüssigkeit, durch die der Bläscheninhalt klar diffundiert, während sie für die Zellkolloide undurchgängig ist. Auf diese Weise wird der Effekt des Verfahrens nach Patent 183211 noch beträchtlich verbessert. Man erhält so immer gleich Flüssigkeiten von überraschender Klarheit, die zugleich ganz außerordentlich arm an Sediment sind. Das Sediment selbst ferner ist schwerer als bei dem Verfahren des Hauptpatents und setzt sich viel schneller ab.
Sind die Drüsen durch wiederholtes Dialysieren von allem Bläscheninhalt befreit, so lassen sich alsdann durch Zerschneiden und Mazerieren die Zellkolloide für sich allein gewinnen.
Alle Präparate .haben bei gleicher Ausgangskonzentration immer den gleichen Gehalt an Bläscheninhalt. Die völlige Freiheit von Zellkolloid kann man nötigenfalls immer dadurch sicherstellen, daß sie durch Ton filtriert werden, um dadurch die Ausfällung eventuell anhaftender letzter Reste von Zellkolloiden zu gewährleisten. Die Filtrationsleistung ist dabei gegenüber der unmittelbaren Filtration der Mazerationen nach Patent 183211 naturgemäß eine ganz unvergleich-Hch größere und um ein Vielfaches gesteigert.
Die Hauptvorzüge dieses Gesamtverfahrens bestehen darin, daß man alle Phasen A, B, C und D so ausführen kann, daß man immer gleichzeitig mit dem Bläscheninhalt auch die Zellkolloide ohne Beimischungen gewinnen kann, daß die Leistung der Zusätze immer erreicht werden kann durch Benutzung von Schilddrüsenmaterial, welches das Verfahren selbst liefert und immer wieder gewonnen wird, daß B, C und D ohne jegliche Überschreitung physiologischer Bedingungen ausführbar sind, daß somit auf äußerst einfachem und billigem Wege physiologisch unversehrte Präparate gewonnen werden von unbegrenzter Haltbarkeit und sehr genauer und feiner Dosierbarkeit.
Beispiele:
A. Eine Schilddrüsenmazeration in physiologischer Kochsalzlösung wird in den inneren Behälter eines doppelwandigen Topfes gefüllt. Der Innenraum des Mantels wird mit kaltem Wasser bis zur Höhe oder etwas höher als die Oberfläche der Mazeration liegt, angefüllt und nun aufs Feuer gestellt. Die Temperatur der Mazeration ist sorgfältig zu
überwachen. Spätestens bei den ersten Anzeichen des beginnenden Kochens ist abzusetzen und die allmähliche Abkühlung abzuwarten. Erst nach dem Absetzen wird die Koagulation allmählich vollständig, so daß die Mazeration, wenn sie ruhig gestanden hat, wie ein homogener Kuchen aussieht. Nach Abkühlung wird durch ein gewöhnliches Filter nitriert.
ίο B. Eine Schilddrüsenmazeration wie in A wird in den Brutschrank gesetzt und bleibt darin bei Körpertemperatur, bis die Flüssigkeit über dem Koagulum goldgelb oder rötlichgelb klar (nicht grau) und durchsichtig ist und keine Ausflockung mehr zeigt. Bei zögernder Ausflockung werden die -genannten Zusätze in kleinen, soweit es sich um Oberflächeriwirkungen (B 8) handelt, in größeren Mengen zugesetzt oder mit den Operationen unter C kombiniert.
Die Benutzung ■ von Tannin nach B 6 ist nicht identisch mit der Benutzung des Tannins, wie sie zur Herstellung des Aiodins angewendet wird. Der dort, verwendete Zusatz 10 prozentiger Tanninlösung fällt auch den Bläscheninhalt mit aus, wie durch Nachprüfung festgestellt wurde. Das Filtrat ist zwar gelblich durch Tanningehalt, aber eiweißfrei, während bei den kleinen Mengen im vorliegenden Falle nur die Koagulation der Zellkolloide zustande kommt.
C. Ausgefälltes Zellkolloid wird mit physiologischer Kochsalzlösung zu einem dicken, möglichst feinen Brei verarbeitet und auf ein Filter gebracht, wobei man die Kochsalzlösung abfiltriert, bis der Rückstand etwa Pastenkonsistenz hat. Hiervon setzt man etwa . 10 Prozent zu einer Schilddrüsenmazeration, wie in A. Schon nach 1 bis' 2 Minuten Schütteln bildet sich eine graue Emulsion. . Die Reaktion ist bereits eingetreten. Zur völligen Ausfällung genügt dies jedoch noch nicht. Zur Beurteilung des Standes der Reaktion werden Proben filtriert und das Filtrat geprüft. Ein praktisch wertvolles Kriterium für die Beurteilung des Filtrats ist sein Verhalten gegen Lichtlösungen, die Zellkolloid enthalten; sie sind, auch wenn sie sedimentfrei sind, nur im durchfallenden Lichte klar durchscheinend. Im auffallenden Lichte erscheinen sie je nach Zellkolloidgehalt mehr oder weniger graudeckfarben, da sie das Licht reflektieren. Nur auch im auffallenden Lichte klar erscheinende Lösungen sind ganz oder doch fast ganz frei von Zellkolloid.
Zu C 4 belegt man ein Filter mit ausgefälltem Zellkolloid. Am besten verfährt man so, daß das Zellkolloid mit physiologischer Kochsalzlösung aufgeschwemmt und die Kochsalzlösung durch das zu belegende Filter abfiltriert wird, oder man benutzt gleich ein Filter, durch das vorher eine Lösung nach A oder B filtriert war. Nun gießt man eine Schilddrüsenmazeration wie in A auf. Die ersten Teile sind noch zellkolloidhaltig und werden zurückgegossen. Nach einiger Zeit erscheint das Filtrat in auffallendem Lichte klar. Von nun an kann dauernd nachgegossen werden.
Bei dem Schüttelverfahren nach C 3 bedient man sich praktischer nach Ablauf der Reaktion des Filters nur zur Entfernung der Hauptmasse des Zusatzes und läßt darauf absitzen oder zentrifugiert.
D. Gemäß dem Hauptpatent zerschnittene oder am besten unzerschnittene Schilddrüse wird an der Luft oder im Exsikkator oder in der Wärme getrocknet oder angetrocknet, am zweckmäßigsten nur so lange, daß die Elastizität nicht verloren geht. Je nach den gewählten Bedingungen dauert dies wenige Minuten (Trockenschrank) bis zu 12 bis 24 Stunden (Zimmertemperatur, Exsiccator) und länger. Darauf werden die Drüsen in physiologische Kochsalzlösung getan. Im Laufe der ersten Stunden, oft nach wenigen Minuten, beginnt die . Diffusion. Die Lösung bleibt bei fehlerfreiem Vorgehen, was schnell erlernt ist, auch in auffallendem Lichte klar.
Dieses Trocknen ist in seinem Effekte nicht identisch mit dem bei Herstellung von Tabletten und Pulvern gebräuchlichen Trocknen. In letzterem Falle wird das Gewebe wasserfrei gemacht und in diesen Präparaten ist alles Eiweiß bis auf Spuren denaturiert und in physiologischer Kochsalzlösung unlöslich, wie durch einschlägige Untersuchungen festgestellt wurde. Bei dem vorliegenden Verfahren bleibt das Material meist wasserhaltig und nur das Zellkolloid wird denaturiert.
Gebraucht man Alkohol, so wird eine Drüse, am besten wieder unzerschnitten, nur auf einige Minuten (etwa 2 bis 7, je nach Material) in Alkohol getaucht (am besten solchen von 80 bis 95 Prozent), dann einige Minuten in etwas physiologische Kochsalzlösung, um den im Drüsenmantel befindlichen Alkohol wieder herausdiffundieren zu lassen und darauf in die physiologische Kochsalzlösung, in die hinein der Bläscheninhalt diffundieren soll.
Benutzt man erhitztes Wasser (am besten von etwa 8o°), so hält man eine Drüse nur einen Moment hinein. Legt man z. B. eine Drüse schlaff und weich hinein, so nimmt sie. fast ruckartig sofort ihre natürliche Form wieder an. Sie muß dann sofort herausgenommen werden.
Auf das richtige Zeitmaß kommt es bei diesem Verfahren vor allem an, damit erstens nur die Zellkolloide des äußersten Mantels koaguliert werden und zweitens die koagulierte Schicht die Durchgängigkeit für den Bläschen-
inhalt behält, der bei längerer Einwirkung verloren geht.
Es gelingt immer nach den unter A, B, C und D dargestellten Verfahren'die Zellkolloide von den sogenannten inneren Sekreten zu trennen. Nur ist zu beachten, daß nicht schematisch das eine Organ wie das andere behandelt wird, sondern eine verschieden lange und verschieden intensive Anwendung stattzufinden hat.
ίο Maßgebend ist hierfür im wesentlichen das verschiedene Verhalten, weniger der inneren Sekrete als der Zellkolloide, insofern, als sie verschieden leicht oder schwer in dauernden Gelzustand'überzuführen sind.
Als größte Gegensätze seien hierfür angeführt die Bauchspeicheldrüse und die Nebenniere, und zwar als am meisten charakteristisch ihr Verhalten beim Verfahren nach Abschnitt D.
Während bei der Bauchspeicheldrüse ein unvollständiges Trocknen genügt, um nun in einer physiologischen Kochsalzlösung nur noch das innere Sekret zu erhalten — und zwar goldgelb und im auffallenden Lichte klar —, genügt dazu bei der Nebenniere unter Umständen auch ein wochenlanges Trocknen nicht. Vielmehr erweist sich auch dann oft noch der Gelzustand von Zellkolloiden als reversibel. Setzt man indessen das Nebennierenmaterial eine Zeitlang z. B. dem strömenden Wasserdampf aus, so bleiben die gesamten Zellkolloide unlöslich, und man erhält als Mazeration eine auch im auffallenden Lichte vollkommen klare Lösung.
Es dürfte dieses verschiedene Verhalten dieser zwei Organe darauf beruhen, daß das Gewebe der Bauchspeicheldrüse an sich gewöhnlich ziemlich derb und hart ist, während im Gegensatz dazu die Nebenniere viel weicher ist und eine post mortem auffällig schnell zutage tretende Neigung zur Verflüssigung besitzt.
Im Vergleich zu diesen zwei Organen bieten die übrigen (Leber, Hoden, Eierstöcke, Muskein usw.) keine hervorstechenden Besonderheiten.

Claims (5)

Patent-An Sprüche:
1. Verfahren zur Reingewinnung der inneren Sekrete von Schilddrüsen, Kröpfen oder anderen Organen gemäß dem Verfahren des Patents 183211, dadurch gekennzeichnet, daß die Mazerationen dieser Organe in physiologischer Kochsalzlösung der Behandlung mit allein auf das Zelleiweiß koagulierend wirkenden Mitteln unterworfen werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Mazerationen unter Luftabschluß entweder längere Zeit auf Körpertemperatur erwärmt oder im Wasserbad, Dampfbad oder Trockenschrank allmählich bis höchstens zum beginnenden Sieden erhitzt und darauf wiederum allmählich abkühlen gelassen werden. ·
3. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch die Behandlung der Mazerationen mit die Gewinnung von Eiweiß befördernden Mitteln, wie organische und anorganische kolloide Stoffe mit Oberflächenwirkung, Schütteln, Durchleiten von Kohlensäure oder eines elektrischen Stromes, wobei mehrere dieser Mittel gleichzeitig oder nacheinander angewendet und auch das Verfahren gemäß Anspruch 2 mitbenutzt werden kann.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Mazerationen durch ausgefälltes Zellkolloid der jeweiligen Organe oder andere ähnlich wirkende Zeilkolloide filtriert werden.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Koagulierung des Zellkolloids bereits in den betreffenden Organen selbst, im besonderen- in ihren äußeren Schichten, durch Behandeln der Organe mit heißem Wasser, Alkohol oder anderen geeigneten Mitteln vorgenommen wird, worauf man die inneren Sekrete durch Einlegen der Organe in physiologische Kochsalzlösung gemäß Patent 183211 extrahiert.
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