DE238162C - - Google Patents

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DE238162C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07KPEPTIDES
    • C07K16/00Immunoglobulins [IG], e.g. monoclonal or polyclonal antibodies

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • General Health & Medical Sciences (AREA)
  • Biochemistry (AREA)
  • Biophysics (AREA)
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  • Medicinal Chemistry (AREA)
  • Molecular Biology (AREA)
  • Proteomics, Peptides & Aminoacids (AREA)
  • Immunology (AREA)
  • Medicines Containing Material From Animals Or Micro-Organisms (AREA)

Description

KAISERLICHES J
PATENTAMT
Bisher hat man das Serum als einzigen Träger von Immunstoffen betrachtet und dementsprechend die Bestrebungen ausschließlich auf die Herstellung von Immunsera gerichtet, einerlei ob diese in bekannter Weise aus dem Blut oder durch Auspressen von Muskeln oder Organen gewonnen wurden. In allen diesen Fällen erhielt man die Immunstoffe nur in verdünnter . und nicht einmal reiner Form, sondern im Gemisch mit anderen Stoffen..
Nach anderen Verfahren wurde der ganze Tierkörper zerkleinert, oder es wurden die vom Blut befreiten Muskeln sowie die inneren Organe mechanisch zerkleinert und dann auf chemischem oder physiologischem Wege aufgeschlossen.
Allen diesen Verfahren fehlte die Erkenntnis, die der vorliegenden Erfindung zugrunde liegt, daß gerade in den Zellen des Blutes der Sitz ao der Immunstoffe zu suchen sei. Demgemäß gab man den weitaus größten Teil der wirksamen Stoffe verloren oder ließ den wichtigsten Organteil, das Blut, überhaupt außer acht.
Die Erfindung betrifft nun gerade die Verarbeitung der Blutzellen. Die Blutzellen enthalten nämlich die Immunstoffe für jede Blutimmunität hinterlassende Krankheit, die der betreffende Organismus überstanden hat.
Um die Immunstoffe hieraus in einer konzentrierten, leicht verwendbaren Form zu erhalten, ist es erforderlich, die Blutzellen in einen Zustand überzuführen, der sie zur Abgabe der Immunstoffe befähigt, d. h. sie aufzuschließen. Bei den Blutzellen, roten Blutkörperchen, geschieht die Aufschließung vor-. wiegend durch vorsichtige Hämolyse mit oder ohne Beihilfe physiologischer, chemischer oder mechanischer Wirkung.
Durch das zielbewußte Aufschließen der Blutzellen behufs Gewinnung der in ihnen enthaltenen Immunstoffe in reinem Zustande unterscheidet sich das vorliegende Verfahren von den bisherigen, bei denen das Serum verwendet wurde, einerlei ob es aus dem Blute oder durch Auspressen von zerkleinerten Muskein, Organen oder auf andere Weise erhalten wurde.
Injiziert man das aufgeschlossene Blut einem Organismus, der von der gleichen Krankheit befallen ist, wie sie der Organismus durch- ζ·· gemacht hat, dem das nachträglich aufgeschlossene Blut entnommen wurde, so wird Immunität und Immunitätssteigerung erzielt.
Die Art, wie die Aufschließung erfolgt, ist für die Verwendung der Immunkörper ohne wesentliche Bedeutung. Sie muß nur eine vollständige sein, damit der höchstmögliche Gehalt der Lösung an Immunstoffen erreicht wird.
Die Gewinnung von Tuberkulose-Immunstoffen geschieht beispielsweise folgendermaßen:
Tiere, am zweckmäßigsten Affen oder Kaninchen, werden mit den lebenden vollvirulenten oder abgeschwächten Erregern der menschlichen Tuberkulose behandelt, und zwar entweder ohne weiteres oder nach vorangegangener aktiver oder passiver Vorimmunisierung.
Hierdurch wird das Blut des Tieres in hohem Grade immunstoffhaltig. Zur Injektion eignen sich gewöhnliche Tuberkelbazillenkulturen (Koch) oder Humanolonguskulturen (Carl Spengler) oder Mischkulturen beider.
Die Verwendung verschiedener Stämme von klinisch verschiedenen Phthisen hat sich für diese Zwecke als besonders wertvoll erwiesen.
Das von den in der angegebenen Weise behandelten Tieren gewonnene hochgradig immun-
stoffhaltige Blut wird nunmehr entweder auf chemischem oder mechanischem oder physiologischem Wege oder durch Kombination dieser Wege aufgeschlossen.
I. Auf Schließung auf chemischem Wege.
Das Immunblut wird in eine verdünnte Kochsalzlösung (0,85 Prozent Na Cl) gebracht, der man Spuren von Formalin und Milchsäure oder eine andere Säure zusetzt. Es genügen vollkommen auf 1000 ecm Kochsalzlösung 0,02 ecm Formalin und 0,05 ecm konz. Milchsäure. Die so erzielte Flüssigkeit läßt man stehen. Sie wird nach einiger Zeit unter Annahme einer dunkleren Lackfarbe durchsichtig. In diesem Zustande kann die Lösung verwendet werden; denn die an die Blutzellen gebunden gewesenen Immunstoffe sind frei und vermögen nunmehr ihre Wirkung zu entfalten. Vorteilhaft ist es aber, die so gewonnene Lösung noch stark zu verdünnen, um dadurch Dissoziation herbeizuführen.
Es ist auch möglich, eine Trennung der Immunstoffe vorzunehmen, die einerseits an den Erythrocytenzellen, andererseits an den Leukocyten und Blutplättchen gehaftet haben. Zu diesem Zweck wird die oben erwähnte Reaktionsmasse zentrifugiert. Die klare helle Blutkörperchenlösung trennt man von den am Boden sitzenden Leukocyten und Blutplättchen, wäscht letztere und zentrifugiert wieder. Der grauweiße Rückstand enthält die Leukocyten und Blutplättchen; er kann im Mörser zerstoßen, auf geschlämmt, zerrieben und filtriert werden. Das Filtrat, das keine Eiweißreaktion zeigt, enthält den anderen Teil der Immunstoffe.
II. Aufschließung auf physiologischem Wege.
Die Aufschließung des Blutes braucht nicht auf rein chemischem Wege, sondern kann auch durch Verdauung herbeigeführt werden. Dies gelingt z. B. durch Versetzen des Immunblutes mit geringen Mengen Papayotin oder Pankreatin.
III. Aufschließung auf mechani- _0 scliem Wege.
Ebenso gelingt die Aufschließung auf mechanischem Wege, wobei das gereinigte Zellmaterial im Mörser vorteilhaft unter Zusatz gepulverter Holzkohle zerrieben, aufgeschlemmt und filtriert wird.
Bei in dieser Weise aufgeschlossenem Blut ist der Abschluß von Licht zweckmäßig. Der Blutaufschluß läßt sich, aber \veniger gut, auch durch Zusatz von Formalin und Alkalien bewerkstelligen.
In den obigen Beispielen ist die Verarbeitung nicht nur der Blutzellen, sondern auch des Gesamtblutes angegeben. Die Anwendung des Gesamtblutes geschieht aus Gründen der Vereinfachung der Arbeitsweise. Das Wesentliche der Erfindung ist jedoch immer die Aufschließung der Blutzellen, deren Auszüge natürlich auch allein verwendbar sind. Die Anwesenheit des Blutserums, das bisher lediglich für sich, d. h. von den Blutzellen getrennt verwendet würde und auf dessen Aufschließung im von den Blutzellen getrennten Zustande sich der vorliegende Schutz nicht erstreckt, ist demnach ohne hindernden Einfluß auf die Gewinnung des aus den Blutzellen erhaltenen Mittels.
Es hat sich gezeigt, daß das immunstoffhaltige aufgeschlossene Blut an Wirksamkeit gewinnt, wenn es bis zu einem gewissen Grade verdünnt wird. So entfalten z. B. die 100 000-fachen und millionenfachen und noch stärkeren Karbolkochsalzverdünnungen hochwertigen Immunblutes stärkere therapeutische Wirkungen, vornehmlich stärkere lytische und immunisatorische als die höher konzentrierten Lösungen..
Zur Gewinnung von Lepra-Immunstoffen verfährt man in ähnlicher Weise, indem man von Leprareinkulturen ausgeht.
Um vollwertiges polyvalentes Immunblut für die Therapie und Immunisation zu besitzen, empfiehlt es sich, verschiedene Immunblut-Sorten miteinander zu vermischen, die von verschiedenen Tieren stammen, die mit andersartigen Tuberkulosestämmen und die Phthise begleitenden Bakterien immunisiert wurden.
Die so gewonnenen Immunstoffe können auch in der Veterinärpraxis Verwendung finden.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch :
    Verfahren zur Gewinnung von Immunstoffen aus den Zellen eines immunisierten Organismus, dadurch gekennzeichnet, daß man die Blutzellen auf chemischem, physiologischem oder mechanischem Wege o'der durch Kombination dieser Wege aufschließt;
DE1908238162D 1908-03-24 1908-03-24 Expired - Lifetime DE238162C (de)

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AT54778D AT54778B (de) 1908-03-24 1909-03-24 Verfahren zur Gewinnung von Immunstoffen.

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