DE852121C - Verfahren zur Herstellung eines therapeutischen Mittels zur Behandlung des Keuchhustens - Google Patents

Verfahren zur Herstellung eines therapeutischen Mittels zur Behandlung des Keuchhustens

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DE852121C
DE852121C DEF5079A DEF0005079A DE852121C DE 852121 C DE852121 C DE 852121C DE F5079 A DEF5079 A DE F5079A DE F0005079 A DEF0005079 A DE F0005079A DE 852121 C DE852121 C DE 852121C
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DE
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therapeutic agent
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whooping cough
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secretions
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Expired
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DEF5079A
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English (en)
Inventor
Fidel Gonzalez-Bar Fonsdeviela
Original Assignee
Fidel Gonzalez-Bar Fonsdeviela
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    • AHUMAN NECESSITIES
    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61KPREPARATIONS FOR MEDICAL, DENTAL, OR TOILET PURPOSES
    • A61K31/00Medicinal preparations containing organic active ingredients
    • A61K31/70Carbohydrates; Sugars; Derivatives thereof
    • AHUMAN NECESSITIES
    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61KPREPARATIONS FOR MEDICAL, DENTAL, OR TOILET PURPOSES
    • A61K38/00Medicinal preparations containing peptides
    • A61K38/01Hydrolysed proteins; Derivatives thereof
    • A61K38/012Hydrolysed proteins; Derivatives thereof from animals

Description

F S°
Vor einiger Zeit wurde in vielen tierischen Sekretionen, vor allem in den Nasen- und Schlundkopfsekretionen sowie in den Tränen, das Vorhandensein einiger Stoffe entdeckt, die man Lisozyme nannte; diese Stoffe haben eine deutlich antibakterielle Wirkung und sind von noch unbekannter chemischer Struktur, obwohl man weiß, daß sie Kohlenstoff (48%), Wasserstoff (6,5%), Stickstoff (15,3%), Phosphor (o,25°/o) und Schwefel (0,64%) enthalten. Diese Stoffe widerstehen der Trocknung außerordentlich; die ultravioletten Strahlen zerstören sie.
Es ist nun gelungen, aus den Sekretionen der Bauchfüßlerweichtiere (gasterepode Mollusken) einen Stoff zu isolieren, der eine deutlich bakteriolytische Wirkung auf Keime hat, die den Keuchhusten hervorrufen, und der somit eine spezifisch therapeutische Wirkung auf diese Krankheit aufzeigt. Auf Grund seiner Kennzeichen ähnelt dieser Stoff den Lisozymen, und wie bei diesen war es noch nicht möglich, die Struktur seiner chemischen Formel aufzustellen. Die Elementaranalyse zeigt das Vorhandensein von Kohlenstoff (53.2%), Wasserstoff (6,9%), Sauerstoff (22,9%), Schwefel (o,2o°/0)> Phosphor (0,02%) und Stickstoff (15,7%) auf.
Die zur Erforschung dieses Stoffes durchgeführten Arbeiten haben gezeigt, daß er neben seiner »in vitro* völlig definierten bakteriolytischen Wirkung, auch eine therapeutische besitzt, wobei diese Wirkung durchaus eine effektore sein kann, welche die örtlichen Schutzmittel des kranken Organismus anregt.
Es besitzt mehrere Kennzeichen, die ihn den Lisozymen ähnlich machen, aber solange keine neuen Forschungen angestellt werden, kann seine Identität nicht sicher angegeben werden; daher besteht die Ansieht, daß man es mit einem noch völlig unbekannten, organischen Körper zu tun hat.
Auf Grund der bisher durchgeführten Forschung und der gemachten Erfahrungen kann man behaupten, daß dieser Stoff eine bakteriolytische Wirkung auf den ίο »Haemophilus Pertussis« ausübt und für die Behandlung des Keuchhustens in therapeutischer Hinsicht spezifisch ist. Die bakteriolytische Wirkung ist unter Verwendung des Elektronenmikroskopes festgestellt worden, mittels dessen man beobachten konnte, daß bei dem seiner Wirkung ausgesetzten »Haemophilus Pertussis«, welcher anfänglich die Form einer einhüllenden Kapsel mit den bei diesen Keimen normalen morphologischen Kennzeichen aufweist, nach dreistündiger Einwirkung des neuen Produktes die Kapsel ao nicht mehr vorhanden war und die Bipolarisierung des Keimes allmählich verschwand, wobei man in aufeinanderfolgenden Phasen der Zerstörung bis zur vollständigen Auflösung (Lyse) der im Versuch verwandten Keime gelangte. Die therapeutische Wirkung ist in Hunderten von Versuchen »in vivo« einwandfrei festgestellt worden.
Solange es nicht möglich war, die Identität zwischen dem Lisozym und diesem neuen Stoff sicher festzustellen oder abzulehnen, ist er provisorisch mit dem Namen »Helicidin« bezeichnet worden, um damit an seine Herkunft aus den Sekretionen der Bauchfüßlerweichtiere (gasteropode Mollusken), vor allem der Schnecken, zu erinnern.
Die vorausstehenden Angaben bezüglich der Anwendung des Helicidins zur Heilung einer Krankheit, die im Kindesalter so viel Verheerung anrichtet und für die man noch kein wirksames Heilmittel entdeckt hat, genügen, um sofort jene große Bedeutung zu verstehen, die seine Isolierung und Vorbereitung zur therapeutischen Anwendung haben muß, wobei es ohne Bedeutung ist, ob sich das Helicidin in der Zukunft als ein Lisozym herausstellt, oder ob dies nicht der Fall ist, denn bisher sind die Lisozyme niemals für therapeutische Zwecke angewandt worden, obwohl ihre Wirkungen theoretisch bekannt sind.
Es ist bereits angegeben worden, daß zwecks Herstellung dieser Substanz von den Sekretionen der Bauchfüßler im allgemeinen und von denen der Schnecken mit oder ohne Gehäuse im besonderen ausgegangen wurde, ohne daß deswegen andere Ausgangsstoffe mit den gleichen Kennzeichen ausgeschlossen werden. Bevor an die Isolierung des Helicidins herangegangen wird, werden die Bauchfüßler durch verschiedene mechanische, physikalische oder chemische Mittel zur Erzeugung ihrer Sekretionen in größerem Umfange angeregt und die Sekrete gesammelt. Die so erhaltene· Flüssigkeit wird so lange schaumig geschlagen, bis die Masse kremartige Konsistenz aufweist, und dann wird nachgeprüft, ob der pn-Wert neutral ist.
Nachdem die Konsistenz eines Krems erreicht ist, geht man dazu über, die Flüssigkeit zu verdampfen, wofür Trockner jedweder Art benutzt werden können, bis man ein Pulver gelblicher Farbe erhält, dessen Ton je nach der Qualität der benutzten Bauchfüßler (Gasteropoden) und je nach der größeren oder kleineren Menge des enthaltenen Helicidins schwankt.
Nach dem Sammeln des Pulvers wird zur dritten Arbeitsstufe übergegangen: das Pulver wird einer enzymatischen Verdauung unterworfen, wofür irgend eines der vorhandenen proteolytischen Enzyme, z.B. Papain, verwendet wird, um den Abbau der Eiweißstoffe, die das Helicidin begleiten, hervorzurufen und dieses nach der Verdauung mittels aufeinanderfolgender Ausfällungen und Filtrierungen zu isolieren; diese Verdauung beansprucht 8 bis 10 Stunden bei einer Temperatur unter 500.
Nach dem Sammeln des Ausgefällten müssen von diesem Augenblick ab alle Behandlungen bei einer absoluten Asepsis durchgeführt werden, und aus diesem Grunde muß man mit peinlich genau sterilisierten Apparaten, Elementen, Personal usw. arbeiten.
Das erhaltene Pulver wird in destilliertem Wasser aufgelöst, durch ein Glasfilter oder ein anderes Filterelement stark geschlossener Porosität filtriert, und das Filtrat erneut mit den gewöhnlichen Mitteln getrocknet, wobei ein Pulver zurückbehalten wird, das das aktive Prinzip, Helicidin, frei von seiner spezifischen Funktion fremden Stoffen darstellt.
Im vorbeschriebenen Verfahren können allein als Beispiel zahlreiche Varianten eingeführt werden, ohne von dem Wesen der Erfindung abzuweichen. So kann man zum Beispiel von anderen tierischen Sekretionen analoger Zusammensetzung wie die der Bauchfüßler (Gasteropoden) ausgehen; diese Bauchfüßler (Gasteropoden) können auch verwendet werden, indem man ihre ganzen Körper zerstampft und diese dann mit lauwarmem Wasser behandelt, filtriert und dieses Filtrat anschließend den übrigen Behandlungen unterwirft. Auch kann jedes dieser Verfahren unter Abschluß der Luft, in neutraler Atmosphäre, durchgeführt werden, um die Oxydation zu verhindern.
Es braucht nicht gesagt zu werden, daß man im gesamten Verfahren mit der größtmöglichen Asepsis zu arbeiten hat, aber diese muß, wie bereits erwähnt, absolut sein, sobald das vorbeschriebene Pulver aufgelöst wird.

Claims (4)

  1. PATENTANSPRÜCHE:
    i. Verfahren zur Herstellung eines therapeutischen Mittels zur Behandlung des Keuchhustens, dadurch gekennzeichnet, daß die Sekretionen der Bauchfüßler (Gasteropoden), vor allem der HeIieiden und Schnecken mit oder ohne Gehäuse, schaumig geschlagen und in eine Masse kremartiger Konsistenz unter Einhaltung neutraler Reaktion verwandelt werden und diese Masse bis zum Entstehen eines homogenen Pulvers getrocknet wird, welches hiernach unter Benutzung proteolythischer Enzyme der enzymatischen Verdauung unterworfen wird, um die eiweißstoffhaltigen Stoffe, die das aktive Prinzip einhüllen, abzubauen und das Prinzip zu isolieren.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch ι, dadurch gekennzeichnet, daß die enzymatische Verdauung bei einer Temperatur unter 50° C und innerhalb von 8 bis 10 Stunden durchgeführt wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Verdauungsprodukt mit Alkohol und Äther behandelt wird, um die Eiweißstoffe auszufällen, welche durch aufeinanderfolgende Filtrierungen abgetrennt werden.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch i, 2 und 3, dadurch
    gekennzeichnet, daß die erhaltene Masse durch geeignete Filterelemente stark geschlossener Po-• rosität filtriert und das Filtrat erneut getrocknet wird.
    0 5395 10.
DEF5079A 1950-02-23 1950-11-26 Verfahren zur Herstellung eines therapeutischen Mittels zur Behandlung des Keuchhustens Expired DE852121C (de)

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