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Die Erfindung betrifft eine Schaltungsanordnung zur Herstellung von Verbindungen von öffentlichen Vermittlungsanlagen zu Amtsübertragungen von Nebenstellenanlagen mit Durchwahl, wobei in der öffentlichen Vermittlungsanlage ein bei Belegung einer Amtsübertragung mit Durchwahlmöglichkeit den Belegungszustand charakterisierendes Relais vorgesehen ist und in der Amtsübertragung zwischen die Sprechadern über die Ruhelage eines nach Beendigung der Durchwahl betätigten Kontaktes ein mit einer Vorschaltdiode versehenes Impulsempfangsrelais geschaltet ist.
Für die Durchwahl zu Nebenstellenanlagen ist ein Informationsfluss zwischen Vermittlungsamt und Amtsübertragung der Nebenstellenanlage in beiden Richtungen erforderlich. Zu signalisieren sind der Ruhestand, das Belegen, die Wahl, das Auslösen vom Amt vor dem Wahlende, das Wahlende in der Nebenstellenanlage, die Quittierung des Wahlendes, das Auslösen vom Amt nach dem Wahlende vor dem Melden, das Melden in der Nebenstellenanlage, das Auslösen vom Amt nach dem Melden, das Auslösen in der Nebenstellenanlage nach dem Melden, das Belegen der Amtsübertragung bei Spannungsausfall in der Nebenstellenanlage, das Umschalten auf Wahlende ohne Nachwahlaussendung vom Amt, sowie Sondersignale wie Anreizzustand, nach der Adernprüfung usw.
In herkömmlichen Vermittlungssystemen, wie dem österreichischen System 48, erfolgt eine unsymmetrische Signalisierung unter Mitwirkung von Erdungen. Da Erdungen an und für sich problematisch sind, Potentialunterschiede durch verschiedene Erdungswiderstände beim Vermittlungsamt gegenüber jenem bei der Nebenstellenanlage entstehen können und zudem speziell im urbanen Raum, in der Nähe von Bahnanlagen usw. Fremdbeeinflussungen durch Streuströme Potentialverschiebungen bedingen können, sind unsymmetrische Signalisierungssysteme sehr störanfällig.
Eine spezielle Schaltungsanordnung für die Durchwahl von öffentlichen Selbstwählanlagen zu Nebenstellenanlagen ist in der DE-OS 2244253 beschrieben. Bei dieser wird das Kriterium (Wahlende), ob nach der Wahl der Nebenstellenanlage schon ein Ruf auszusenden ist oder ob noch weitere Wählimpulse für die Durchwahl abzuwarten sind, durch Erdung der b-Ader signalisiert. Über die mit der Erdverbindung gebildete Schleife können hier aber Störungen der genannten Art in die b-Ader eingespeist werden.
Die Erfindung hat sich die Aufgabe gestellt, die Nachwahlimpulse für die Durchwahl in die Amtsübertragung der Nebenstellenanlage einerseits und die Zustandskriterien von der Amtsübertragung zurück zur öffentlichen Vermittlungsanlage anderseits erdfrei zu übertragen.
Bei der Erfindung wird diese Aufgabe mit Hilfe des Impulsempfangsrelais und des nach Beendigung der Durchwahl betätigten Kontaktes dadurch gelöst, dass der Kontakt ein Umschaltkontakt ist, der in seiner Arbeitslage ein dem Impulsempfangsrelais paralleles, mit einer gegensinnig gepolten Vorschaltdiode versehenes, der Überwachung des Rufzustandes dienendes Überwachungsrelais zwischen die Sprechadern schaltet und dass in der öffentlichen Vermittlungsanlage oder in einer weiteren Nebenstellenanlage eine durch das den Belegungszustand charakterisierende Relais aktivierbare Polaritäts-Wechselschaltung vorgesehen ist, die während der Durchwahl zwischen die Sprechadern eine Spannung mit einer den Stromfluss durch das Impulsempfangsrelais gestattenden Polarität anlegt.
Bei einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist in der öffentlichen Vermittlungsanlage ein bei Wechsel der Durchlassrichtung der zwischen die Sprechadern geschalteten Schaltungselemente betätigtes Relais vorgesehen, das nach Beendigung der Durchwahl die Anschaltung einer Rufwechselspannung an die Sprechadern auslöst.
Die erfindungsgemässe Schaltungsanordnung ermöglicht eine symmetrische Zeichengabe vom Amt zur Nebenstellenanlage ohne Bezug zum Erdpotential sowie die Signalisierung des Wahlendes an das Amt, dessen Register dadurch zum ehest möglichen Zeitpunkt freigegeben und für weitere Verbindungsaufbauten zur Verfügung gestellt werden können. Hiedurch ist auch während der Durchwahl die erforderliche Erdschulssfestigkeit gewährleistet. Schliesslich bietet die Erfindung noch den Vorteil, dass für die Belegung der Nebenstellenanlage kein Rufstrom benötigt wird.
Als Ausführungsbeispiel der Erfindung sind in der Zeichnung die für das Verständnis der Erfindung erforderlichen Schaltungselemente einer öffentlichen Vermittlungsanlage--ÖV-- und der Amtsübertragung
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Anlage ein Potential (Spannung an der a-Ader und Erde an der b-Ader), das der Erkennung einer von der Nebenstellenanlage über die betreffende Amtsübertragung --AUE-- abgehenden Belegung dient.
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Wird hingegen die Amtsübertragung --AUE-- in ankommender Richtung vom Amt-ÖV-aus belegt, so sprechen in der zugehörigen Teilnehmerschaltung ein nicht dargestelltes Trennrelais und ein nicht dargestelltes Belegungsrelais an, welche einerseits mit ihren Kontakten --t2 und bell-- Spannung an die b-Ader sowie anderseits mit ihren weiteren Kontakten --tl und be12-- Erde an die a-Ader legen. Dieser Spannungszustand der Sprechadern-a, b-ist nunmehr charakteristisch für eine ankommende Belegung der Amtsübertragung-AUE--.
In der Amtsübertragung --AUE-- ist zwischen den Sprechadern und und b-- über die Ruhelage eines Melde-Umschaltkontaktes --md-- und über die Ruhelage eines das Wahlende charakterisierenden Umschaltkontaktes --we-- ein mit einer Vorschaltdiode-Dl-versehenes Impulsempfangsrelais-J- geschaltet. Die Vorschaltdiode --D1-- ist so gepolt, dass bei dem oben bezeichneten, für die ankommende Belegung charakteristischen Spannungszustand der Sprechadern --a und b-ein StromfluB über das Impulsempfangsrelais --J-- zustandekommen kann. In dieser so gebildeten Stromschleife spricht im Amt - ÖV-ein Relais-B-an, das sich während kurzzeitiger Stromunterbrechungen selbst hält.
Die für die Durchwahl in die Nebenstellenanlage dienenden Wählimpulse werden durch Stromunterbrechungen eines Impulskontaktes Amt --ÖV-- erzeugt. Synchron mit diesen Stromunterbrechungsimpulsen fällt in der Amtsübertragung-AUE-das Impulsempfangsrelais-J-- ab und stellt dabei auf nicht näher angegebene Weise die Verbindung zum angewählten Nebenstellenteilnehmer her. Sobald die für die Wahl eines Nebenstellenteilnehmers oder allenfalls der Nebenstellen-Vermittlungszentrale erforderlichen Anzahl von Impulsserien gegeben worden ist, spricht in der Amtsübertragung-AUE-ein das Wahlende charakterisierendes Relais an, das seinen Umschaltkontakt --we-- in die Arbeitslage umstellt.
In dieser wird an Stelle des Impulsempfangsrelais-J-ein Überwachungsrelais-AÜ- eingeschaltet, dem eine Vorschaltdiode --D2-- mit einer der Vorschaltdiode --D1-- entgegengesetzten Polarität vorgeschaltet ist. Die Vorschaltdiode --D2-- sperrt somit den Stromfluss durch die Sprechadern-
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weiterhin abgefallen, weil der in diesem Stromkreis fliessende Strom seine Ansprechschwelle nicht erreicht.
In diesem Schaltzustand legt das Amt --ÖV-- an die Sprechadern mittels eines intermittierend betätigten Umschaltkontaktes abwechselnd Gleichspannung und mit Rufwechselspannung überlagerte Gleichspannung an, welche im Falle eines Speisestromausfalles in der Amtsübertragung zur Signalisierung einer Notruf-Teilnehmerstelle der Nebenstellenanlage ausgewertet werden kann.
Sobald sich in der Nebenstellenanlage der angewählte Teilnehmer gemeldet hat, wird in der
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der Melde-Umschaltkontakt-md-- inhiebei zustandekommende Sprechschleifenstrom bringt im Amt das Relais --B-- wieder zum Ansprechen.
Die in der Amtsübertragung --AUE-- zwischen die Sprechadern geschalteten Relais--J, AÜ und SU-haben im einzelnen noch die folgenden Funktionen :
Das Impulsempfangsrelais-J-- erkennt ein allfälliges Auslösen eines anrufenden Amtsteilnehmers vor dem Wahlende, wenn die Schleife länger als 200 ms unterbrochen wird.
Eine gleichlange Schleifenunterbrechung nach dem Wahlende und vor dem Melden des angewählten Nebenstellenteilnehmers wird vom Überwachungsrelais-AÜ-erkannt und entsprechend ausgewertet.
Eine Auslösung des Amtsteilnehmers nach dem Melden des gerufenen Nebenstellenteilnehmers wird in an sich bekannter Weise nach 200 ms Schleifenunterbrechung durch das Schleifenüberwachungsrelais - erkannt und entsprechend ausgewertet.
Die Wahlimpulse werden in Form von Schleifenunterbrechungen weitergegeben, wobei eine Speisebrücke im Amt als Speisewiderstand verwendet wird. An Hand der Zeichnung werden noch folgende Zustände erläutert.
Ruhezustand : Potential ohne Stromfluss auf der Leitung. (Verbindung-60V, Ril, tl, a-Ader, md, we, J, Dl, b-Ader, t2, R, +Masse).
Belegen mit Polaritätsumkehr im Amt : Potential mit Stromfluss auf der Leitung. Relais --T-- und Relais --Bel-- schalten. In der Schleife spricht das Relais --B-- an und in der Nebenstellenanlage das Relais --J-- (Verbindung -60V, Ri2, ruf, bell, t2, b-Ader, Dl, J, we, md, a-Ader, tl, bel2, i, B, +Masse).
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Wahl mit Schleifenstromunterbrechungen : Das Impulsrelais steuert im Wahltakt den Kontakt das Relais --B-- wird weiter gehalten. Impulse kommen auf die Leitung und steuern das Impulsrelais-J--in der Nebenstellenanlage (Verbindung +Masse, B, i wechselt zwischen Zustand, Belegen mit Polaritätsumkehr und Ri3, -60V).
Wahlende in Nebenstellenanlage durch Umschaltung von Relais --J-- auf Relais --AÜ--: Kontakt --we-- wird umgeschaltet (durch gegengepolte Vorsehaltdiode-D2-- wird Potential ohne Stromfluss an Amt signalisiert) im Amt fällt --B-- ab und auch das Belegrelais schaltet Kontakte --bel-- um, die Schleife wird umgepolt, das Anrufüberwachungsrelais--AÜ--spricht an, das Relais-B-bleibt abgefallen, weil Strom zu klein. Wenn kein WE-Kennzeichen aus der Nebenstellenanlage eintrifft, erfolgt im Amt ein künstliches Wahlende nach einiger Zeit (Verbindung -60V, Ri2, ruf, bell, tl, a-Ader, md, we, AÜ, D2, b-Ader, t2, bel2, i, B, +Masse). Nach dem Wahlende in der Nebenstellenanlage wird der Ruflmntakt --ruf-- im Amt im Ruftakt gesteuert.
Belegen der Nebenstellenanlage bei Spannungsausfall in der Nebenstellenanlage : (analog wie bei Belegen mit Polaritätsumkehr im Amt) Nebenstellenseitig ist über einen Umschalter eine Notruf-Teilneh- merstelle direkt an die Sprechadern --a, b-- angeschlossen.
Umschaltung auf Wahlende ohne Nachwahlaussendung vom Amt durch Schleifenrückpolung im Amt : Bei Ausfall der Nebenstellenanlage erfolgt der Ruf an eine Notruf-Teilnehmerstelle. Der Rufkontakt --ruf-- im Amt wird im Ruftakt gesteuert.
Melden in der Nebenstellenanlage : Durch Melden des gerufenen Teilnehmers in der Nebenstellenanlage
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wie Ortsleitungsübertrager, Drosseln usw. wurden ausser acht gelassen.
Für die Kompatibilität von Ämtern mit herkömmlichen Durchwahlverfahren und erfindungsgemässem Durchwahlverfahren mit Nebenstellenanlagen mit herkömmlichen bzw. erfindungsgemässen Durchwahlverfahren sind Anpassungssätze vorgesehen.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Schaltungsanordnung zur Herstellung von Verbindungen von öffentlichen Vermittlungsanlagen zu Amtsübertragungen von Nebenstellenanlagen mit Durchwahl, wobei in der öffentlichen Vermittlungsanlage ein bei Belegung einer Amtsübertragung mit Durchwahlmöglichkeit den Belegungszustand charakterisierendes Relais vorgesehen ist und in der Amtsübertragung zwischen die Sprechadern über die Ruhelage eines nach Beendigung der Durchwahl betätigten Kontaktes ein mit einer Vorschaltdiode versehenes Impulsempfangsrelais geschaltet ist, d a d u r c hg e k e n n z e i c h n e t , dass der Kontakt (we) ein Umschaltkontakt ist, der in seiner Arbeitslage ein dem Impulsempfangsrelais (J) paralleles, mit einer gegensinnig gepolten Vorschaltdiode (D2) versehenes, der Überwachung des Rufzustandes dienendes Überwachungsrelais (AÜ)
zwischen die Sprechadern (a, b) schaltet und dass in der öffentlichen Vermittlungsanlage (ÖV) oder in einer weiteren Nebenstellenanlage eine durch das den Belegungszustand charakterisierende Relais (B) aktivierbare Polaritäts-Wechselschaltung vorgesehen ist, die während der Durchwahl zwischen die Sprechadern eine Spannung mit einer den Stromfluss durch das Impulsempfangsrelais gestattenden Polarität anlegt.