<Desc/Clms Page number 1>
Vorrichtung zum Biegen von gitterförmigen, aus Stahl bestehenden
Bewehrungen für die Herstellung von Stahlbeton
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Biegen von aus Stahl bestehenden, gitterförmigen Beweh- rungen für Beton, deren sich kreuzende Längs- und Querstäbe an den Kreuzungspunkten miteinander ver- schweiss sind. Solche gitterförmigen Bewehrungen bezeichnet man vielfach als Baustahlmatten.
Es Ist bekannt, derartige Matten so zu biegen, dass sie die Form von Körben erhalten. Dadurch wird es möglich, die an sich ebenen Matten auch als Bewehrungen für räumliche Baukörper zu verwenden und dabei kostspielige und zeitraubende Verk1ùlpf- Arbeiten zu vermeiden, wie sie zur Herstellung von korb- artigen Bewehrungen erforderlich sind, die aus einfachen stabförmigen Bewehrungseinlagen zusammenge- setzt werden.
Alle bislang für das maschinelle Biegen von Bewehrungsmatten bekannt gewordenen Vorschläge haben den Nachteil, dass bei jeder Änderung der Biegerichtung das Biegewerkzeug oder Teile desselben ausgeschwenkt, der angebogene Bewehrungskorb abgezogen, verdreht und erneut auf das Biegewerkzeug aufgeschoben werden muss. Solche Handhabungen sind umständlich und zeitraubend. Praktisch gleiche Mani- pulationen sind zum Herausnehmen des fertig gebogenen Bewehrungs-Korbes notwendig. Mit den bisher bekannten Biege-Maschinen lassen sich im übrigen nur Biegungen um Winkel bis maximal ca. 1350 ausführen.
Die Erfindung will die Möglichkeit schaffen, um Bewehrungs-Matten bis zu einem Winkel von 1800 einwandfrei biegen zu können. Die Biegevorgänge sollen dabei zur Realisierung aller in der Praxis vorkommenden, aus Matten gebildeten Bewehrungsgebilde, auch aus solchen mit Stäben von stärkerem Durchmesser, einfach durchführbar sein, wobei vor allem das umständliche und zeitraubende Ausschwenken des Biegewerkzeuges oder von Teilen desselben in Fortfall kommen soll.
Dies wird erfindungsgemäss dadurch erreicht, dass mit dem Biegebalken eine in der Biegeachse liegende Leiste verbunden ist, die kammartig angeordnete, im Abstand der zu biegenden Gitterstäbe liegende Biegeglieder trägt, wobei jedes dieser Biegeglieder einen Stab der zu biegenden Matte in der zu biegenden Richtung teilweise umschliesst, gleichzeitig führt und beim Verdrehen des Biegebalkens das Biegen des betreffenden Stabes bewirkt.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung bestehen die Biegewerkzeuge aus winkelig ausgebildeten, quer zur Biegerichtung hintereinander angeordneten Klauen. In der Grundstellung kann der Fusspunkt jeder winkelartigen Klaue in gleicher Höhe oder höher liegen als die in einer Ebene angeordneten Oberkanten des Biegebalkens und des Auflagerbalkens. her liegen als die in einer Ebene angeordneten Oberkanten des Biegebalkens und des Auflagerbalkens.
Weitere Merkmale der Erfindung und Einzelheiten der durch dieselbe erzielten Vorteile ergeben sich aus der nachstehenden Beschreibung einer in den beigefügten Zeichnungen dargestellten Ausführungsform der Biegevorrichtung.
EMI1.1
l istFig. 3 stellt eine Draufsicht dar, die Fig. 4, 5 und 6 sind Darstellungen der einzelnen Phasen der Biegevorgänge und zwar gibt Fig. 4 den Auflagerbalken und den Biegebalken in der Grundstellung mit eingelegter Matte wieder, Fig. 5 zeigt den bis zu einem Winkel von 900 durchgeführten Biegevorgang. Fig'. 6lässt die Lage der Biegewerkzeuge nach einer um 1950 durchgeführten Biegung erkennen, die Fig. 7 bis 11 geben im Querschnitt Beispiele von mit der neuen Biegevorrichtung ausführbaren Mustern von aus Baustahlmatten
<Desc/Clms Page number 2>
bestehenden Bewehrungskörben wieder.
Die erfindungsgemässe Vorrichtung ist dazu bestimmt, um aus gitterförmigen Bewehrungen aus Stahl, wie sie bei der Herstellung von Stahlbeton Verwendung finden, sogenannten Baustahlmatten, durch in der
Regel mehrere aufeinander folgende Biegevorgänge korbartige Bewehrungs-Gebilde herzustellen, wie man sie für die verschiedensten Bauwerksteile, wie z. B. Balken, Stützen u. dgl. benötigt.
Aus Fig. l der Zeichnung, welche den Gesamtaufbau der zu dem eben erwähnten Zweck geschaffenen
Biegevorrichtung erkennen lässt, ist ersichtlich, dass als Grundelement ein mit 1 bezeichneter Auflager- balken vorgesehen ist, der waagerecht verläuft und an seinen Enden auf einem Auflagerbock 10 aufliegt, mit welchem er verschraubt ist. Weiterhin besitzt die Vorrichtung einen in der Grundstellung ebenfalls waagerecht verlaufenden, um eine Längsachse drehbaren Biegebalken 2.
Mit dem genannten Biegebalken 2 ist eine in der Biegeachse liegende Leiste 3 verbunden, welche mit winkelartigen Klauen 4 besetzt ist. Die genannten Klauen 4 sind im Abstand der Stäbe der zu biegen- den Matte auf beiden Längsseiten der Leiste 3 angeordnet. Um die zu biegende Matte 9 leicht einlegen zu können, ist sowohl der lichte Abstand zwischen den waagerechten Schenkeln als auch die lichte Höhe der senkrecht auf der Leiste stehenden Schenkel der einzelnen Klauen 4 etwas grösser als der Durchmesser der Stäbe 9 der zu biegenden Matte.
Vor dem Biegen wird die Matte so in die Vorrichtung eingelegt, dass die zu biegenden Stäbe 9 zwi- schen den Klauen 4 hindurchgleiten. Die Matte wird sodann auf dem Auflagerbalken 1 und dem Biege- balken 2 als Ganzes seitlich so weit verschoben, dass die Stäbe in die Höhlung der winkelartigen Klauen 4 hineingelangen, bis sie die senkrecht stehenden Winkelschenkel der Klauen 4 berühren. Jetzt wird der
Biegebalken 2 samt der mit ihm verbundenen Leiste 3 mit Hilfe eines Schwenkhebels 8 gedreht, wobei die
Klauen 4, um welche die Biegung erfolgt, den Drehpunkt bilden. Die Stäbe verklemmen sich dabei der- art in der Höhlung, dass die Matte weder weggleiten noch ausweichen kann, vielmehr die Stäbe 9 um die waagerechten Schenkel der Klauen 4 so weit herumgebogen werden, wie es erwünscht ist.
Die Figuren 4 bis 6 verdeutlichen die einzelnen Phasen eines Biegevorganges.
In Fig. 4 befinden sich alle Biegewerkzeuge in Grundstellung, die zu biegende Matte ist bereits eingelegt. In der in Fig. 5 gezeigten Stellung ist der Biegebalken 2 mit der die klauenartigen Biegewerkzeuge 4 tragenden Leiste 3 gegenüber der Ausgangsstellung um 900 verdreht und demgemäss die Matte um 90 gebogen. In Fig. 6 hat der Biegebalken 2 seine Endstellung erreicht, d. h. dass es mit der erfindungsgemässen Biegevorrichtung gelingt, Matten bis zu einem Winkel von zirka 1950 zu biegen.
Nach der Durchführung eines Biegevorganges und dem sich anschliessenden Zurückführen des Biegebalkens federt die gebogene Matte in der Regel etwas zurück. Effektiv stellt sich dann eine bleibende Biegung um einen Winkel von 1800 ein. Solche Biegungen sind notwendig beim Anbiegen von Haken, wie sie aus Fig. 9 ersichtlich sind.
Sollen sich an den ersten Biegevorgang weitere Biegevorgänge im gleichen Drehsinn anschliessen, so schiebt man die Matte nach dem Zurücknehmen des Biegebalkens in die Grundstellung in der Langsrichtung weiter durch, ohne dass sie ihre Führung an den senkrecht stehenden Schenkeln der winkelartigen Klauen 4 verliert. Der Biegebalken wird sodann erneut um seine Drehachse verdreht.
Ist beim Vorschieben der Matte ein Querstab hinderlich, so wird die Matte aus der Höhlung so weit seitlich verschoben, dass sie zwischen den Klauen 4 herausgehoben und an einer anderen Stelle neu eingelegt werden kann. In gleicher Weise können Biegungen in einem anderen Drehsinn vorgenommen werden.
In den Fig. 7 bis 11 sind Beispiele von aus Matten gebogenen Körben dargestellt, zu deren Herstellung mehrere Biegevorgänge erforderlich sind. Die nach oben offenen Bewehrungskörbe nach den Fig. 7 und 8 eignen sich als Bügel für Rippendecken, während der geschlossene Korb nach Fig. 9 als Bügel für die Bewehrung einer Säule gedacht ist. In Fig. 10 ist ein Bügel dargestellt, wie er für einen Plattenbalken üblich ist, wobei die kurzen oberen Haken im Beton der Deckenplatte liegen. Die Fig. 11 schliesslich zeigt einen Bilgelkorb für einen Träger mit seitlich auskragender Konsole.
Wie aus den Fig. l und 2 erkennbar ist. wird die die klauenartigen Biegewerkzeuge 4 tragende Leiste 3 mit Hilfe von Schrauben 7 mit dem Biegebalken 2 verbunden. Sie ist ferner um einen Zapfen 6 um ihre Mitte schwenkbar.
Es ist auf diese Art und Weise möglich, die beiden Längsseiten der Leiste 3 miteinander zu vertauschen, indem zunächst die Schraubverbindungen 7 zwischen der Leiste 3 und dem Biegebalken 2 gelöst werden und dann die gesamte Leiste um den Mittelzapfen 6 so weit verschwenkt wird, dass die untere Längsseite mit den Klauen 4 nach oben zu liegen kommt. Dieses Verschwenken der Leiste 3 kann nur ausgeführt werden, wenn die Leiste horizontal liegt (s. Fig. 5), da die halbe Leistenlänge in der Regel grösser ist als der Abstand des Zapfens 6 von der Aufstandsfläche des Auflagerbockes.
<Desc/Clms Page number 3>
EMI3.1