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Kardenbeschlag
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf Kardenbeschläge, wie sie beispielsweise für Krempelmaschinen od. dgl. Textilmaschinen, wie beispielsweise Rauhmaschinen, Kämmaschinen u. dgl., aber auch in andern Industriezweigen, wie z. B. bei der Bearbeitung von Tabak, von Gummi, von Asbest, Glasfasern usw. verwendet werden.
Üblicherweise bestehen derartige Kardenbeschläge aus in einen biegsamen weichen Träger, das sogenannte Kratzentuch, eingesetzten haarnadelförmigen Stahlhäkchen. Das Kratzentuch kann hiebei aus einer Schicht Natur- oder Kunstleder od. dgl. Material bestehen ; häufiger jedoch aus einer Anzahl von miteinander verleimten Geweben, welche gegebenenfalls mit andern Schichten aus verschiedenen andern Materialien, W ol1filz oder plastischen Materialien, kombiniert werden können.
Derartige Kardenbeschläge unterliegen nun einer verhältnismässig raschen Abnützung, u. zw. hauptsächlich aus zwei Gründen. Erstens müssen die Häkchen häufig geschliffen werden, um ihnen immer wieder die notwendige Schärfe zu verleihen, und zweitens vergrössern sich die Durchtrittsöffnungen der Häkchen durch das Kratzentuch durch die während der Verarbeitung des zu verarbeitenden Materials auf die Häkchen wirkenden Beanspruchungen.
Weiters werden die Häkchen erst dann in das Kratzentuch eingesetzt, wenn ihnen bereits ihre endgültige Form erteilt worden ist. Beim Einsetzen der einzelnen Häkchen in das Kratzentuch wird nun ein Loch gebildet, dessen Durchmesser weit grösser ist als der Durchmesser des Häkchens selbst. Dieses Loch schliesst sich nach dem Einsetzen des Häkchens nur unvollständig um die Häkehenschenket und es bleibt ein gewisser Zwischenraum zwischen dem Häkchenschenkel und dem Kratzentuch bestehen, welcher sich im Laufe des Betriebes durch die auf das Häkchen einwirkenden Beanspruchungen noch vergrössert.
Es wurde nun auch bereits vorgeschlagen, eine Kunststoffschicht auf die Rückseite der mit den U-förmigen Häkchen besetzten Kardenblätter aufzubringen und hiebei auch die Stichlöcher zu vergiessen. Die vorliegende Erfindung geht nun von einem derartigen Kardenbeschlag aus, bei welchem die Unterseite des Kratzentuches mit einer nach dem Einstecken der U-förmigen Häkchen in Pastenform aufgebrachten Schicht aus plastischem Material, beispielsweise Vinylchlorid oder Vinylacetat, versehen ist, welche die Querstege der Häkchen umgibt und die Zwischenräume zwischen dem Kratzentuch und den Häkchenschen-
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Schicht die Zwischenräume zwischen den Bogenteilen und dem Kratzentuch voll ausfüllt, und dass zweckmässig die Häkchen aus Stahl mit einem hohen Kohlenstoffgehalt, insbesondere aus hochabriebfestem, hartem Stahl bestehen.
Durch die bogenförmige Ausbildung der Querstege wird gegenüber jener Ausbildung, bei welcher die Querstege der Häkchen scharf gekrümmt sind, ermöglicht, dass wesentlich härtere Stähle verwendet werden können, als dies für Häkchen mit scharfen Abwinkelungen möglich ist. Die Verwendung von Häkchen mit solchen, beispielsweise rechteckigen Abwinkelungen der Querstege, macht die Verwendung harter Stähle mit einem hohen Kohlenstoffgehalt unmöglich.
Weiters ist es möglich, auf Grund der durch Einbettung der Häkchen mittels des Plastikmaterials im Kratzentuch erzielten verbesserten Fixierung der Nadeln diese in an sich bekannter Weise aus Flachstahl herzustellen, was wieder zur Folge hat, dass die Krempelarbeit wesentlich verbessert wird, ohne dass durch die nunmehr dünneren Häkchen, welche für die Qualität der Krempelarbeit von Vorteil sind, eine Ausweitung der Löcher im Kratzentuch durch die Häkchen erfolgt.
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In der Zeichnung ist die Erfindung an Hand eines Ausführungsbeispieles in Gegenüberstellung zu einer bekannten Ausbildung schematisch dargestellt.
Fig. 1 und 2 zeigen eine bekannte Ausbildung eines Kardenbeschlages mit den üblichen U-förmigen Häkchen mit scharfen Krümmungen, wobei Fig. 1 ein Schnitt nach Linie I-I der Fig. 2 und Fig. 2 ein Schnitt nach Linie 11-11 der Fig. 1 ist. In den Fig. 3 und 4 ist die erfindungsgemässe Ausbildung eines Kardenbeschlages mit bogenförmig gekrümmten Häkchen dargestellt. Fig. 3 ist ein Schnitt nach Linie III-IH der Fig. 4. und Fig. 4 ist ein Schnitt nach Linie IV-IV der Fig. 3.
Der in den Fig. 1 und 2 dargestellte Kardenbeschlag besteht aus einem beispielsweise aus Textillagen 2 und einer Filz- od. dgl. Schicht 3 gebildeten Kratzentuch, in welches die Häkchen 1 eingesetzt sind. Die Häkchen 1 sind von der üblichen U-Form, mit scharfen Krümmungen. Für die Herstellung derartiger U-förmiger Häkchen mit scharfen Krümmungen ist die Verwendung von besonders hartem Stahl nicht möglich. Der Quersteg la des U-förmigen Häkchens ist in der Schicht 4 aus Kunststoffmaterial eingebettet. Durch diese Einbettung in Kunststoffmaterial ergibt sich eine besonders feste Fixierung der Häkchen.
In den Fig. 3 und 4 ist ein Kardenbeschlag dargestellt, welcher gemäss der Erfindung mit Häkchen 5 versehen ist, deren Krümmung Sa in Form eines Bogens mit grossem Krümmungsradius ausgebildet ist.
Für die Herstellung derartiger Häkchen kann besonders harter Stahl verwendet werden. Die Bogenteile 5a der Häkchen sind vollständig in der Schicht 4 eingebettet, welche in halbflüssiger Form aufgebracht wird, die Bogenteile der. Häkchen vollständig umgibt und die Zwischenräume zwischen dem Kratzentuch und den Häkchenschenkeln ausfüllt. Die Schicht 4 aus plastischem Material wird dann je nach ihrer Art polymerisiert oder durch Wärme-od. dgl. Behandlung ausgehärtet, wodurch sie sich fest mit dem Kratzentuch verbindet und die Häkchen fixiert.
Durch diese Ausbildung sind nun die Häkchen fest im Kratzentuch fixiert, und es wird weiters durch die Erfindung ermöglicht, für die Herstellung der Häkchen Flachstahl zu verwenden, ohne dass die Gefahr besteht, dass sich die Löcher, in welchen die Häkchen gelagert sind, ausweiten und die Häkchen ihren Halt im Kratzentuch verlieren. In der Richtung senkrecht zur Arbeitsbewegungsrichtung der Häkchen sind diese schwächer als die bisher verwendeten Häkchen. während sie in Richtung der Arbeitsbewegung stärker als die bisher verwendeten Häkchen sind. Durch diese Ausbildung werden die drei folgenden wesentlichen Vorteile erreicht :
1.
Erhöhte Leistung des Kardenbeschlages auf Grund der höheren Widerstandsfähigkeit der Häkchen und infolge der für den besonderen Verwendungszweck geeigneteren Form, durch welche sie eine grössere Widerstandsfähigkeit in der Richtung aufweisen, in welcher diese Widerstandsfähigkeit notwendig ist.
2. Gleichbleibende Qualität der Krempelarbeit trotz erhöhter Leistung, wegen der dünneren Ausbildung der Häkchenspitzen.
3. Weniger häufige Schleifarbeit an den Häkchen infolge der Tatsache, dass für diese Häkchen wesentlich härterer Stahl verwendet werden kann.
Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemässen Kardenbeschlages besteht darin, dass er sich in der ganzen Fläche der mit Plastikmaterial versehenen Unterseite des Kratzentuches auf dem ihn tragenden Me- tallzylinder abstützt, während sich die Kardenbeschläge, bei welchen die Häkchenschenkel nicht eingebettet sind, lediglich entlang einzelner durch die gekrümmten Teile der Häkchen, welche gegenüber dem Zylinder nur eine geringe Haftung aufweisen, gebildeter Linien abstützen. Es wird somit durch die Erfindung eine bessere Haftung des Kardenbeschlages am Zylinder erreicht und damit auch das Auftreten frühzeitiger Ermüdungserscheinungen verhindert.
Weiterhin umgibt die Plastikschicht die gekrümmten Teile der Häkchen und die daran anschliessenden Teile der Häkchenschenkel in einer Weise, dass diese gegenüber eindringender Luft geschützt sind, wodurch die häufig auftretende Oxydation und die damit verbundene frühzeitige Zerstörung der Häkchen verhindert ist.
Als besonders vorteilhaft hat es sich ferner erwiesen, dem für die Einbettung der Häkchen verwendeten Plastikmaterial Substanzen beizumischen, welche eine hohe elektrische Leitfähigkeit haben, wie beispielsweise Russ, Kohlenschwarz,, Metalloxyde u. dgl. Substanzen, welche eine Abführung der durch Reibung des Kardenbeschlages an den zu verarbeitenden Materialien entstehenden statischen Elektrizität ermöglichen, welche bisher als sehr störend empfunden wurde.
Weiters ist es zufolge der hohen Festigkeit des auf die Unterseite des Kratzentuches aufgebrachten Plastikmaterials möglich, die Dicke dieses Kratzentuches bei Beibehaltung der erforderlichen Festigkeit zu verringern.
Die durch die Erfindung ermöglichte Verringerung der Schleifarbeit an den Häkchen, welche eine
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erhöhte Lebensdauer des Kardenbeschlages zur Folge hat, verringert gleichzeitig auch die Zeitverluste, welche durch die Schleifarbeit entstehen.
Die vorliegende Erfindung ist nicht nur auf die eben beschriebenen und in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiele beschränkt, sondern lässt sich ohne Abweichung vom Erfindungsgedanken in vielfacher Weise abändern.
So ist es möglich, die erfindungsgemässe Auflageschicht auf Kratzentücher aufzubringen, welche aus den verschiedensten Materialien oder Kombinationen von Materialien bestehen.
Als Plastikmaterial kann beispielsweise Vinylchlorid, welches später polymerisiert wird, oder Vinylacetat, welches durch Wärmebehandlung verfestigt wird, verwendet werden.
Die Erfindung kann für alle Beschläge angewendet werden, bei welchen eine Schicht aus Plastikmaterial auf Filz oder Baumwolle aufgetragen werden kann, beispielsweise auch auf Beschläge, wie sie zum Putzen, Enthaaren und Einfetten von Textilmaterialien verwendet werden.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Kardenbeschlag, insbesondere für Textilmaschinen, bei welchem die Unterseite des Kratzentuches mit einer nach dem Einstecken der U-förmigen Häkchen in Pastenform aufgebrachten Schicht aus plastischem Material, beispielsweise Vinylchlorid oder Vinylacetat, versehen ist, welche die Querstege der Häkchen umgibt und die Zwischenräume zwischen dem Kratzentuch und den Häkehenschenkeln ausfüllt, wobei das plastische Material, durch Polymerisation od. dgl.
verfestigt, mit dem Kratzentuch fest verbunden ist und die Häkchen festhält, dadurch gekennzeichnet, dass die Querstege bogenförmig (5a) mit grossem Durchmesser und gleichförmiger Krümmung ausgebildet sind, wobei die aufgebrachte Schicht (4) die Zwischenräume zwischen den Bogenteilen (5a) und dem Kratzentuch voll ausfüllt, und dass zweckmä- ssig die Häkchen (5) aus Stahl mit einem hohen Kohlenstoffgehalt, insbesondere hochabriebfestem, hartem Stahl bestehen.