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PATENTSCHRIFT ? 19797. JULIUS WERNER IN SALZBURG.
Anfahrständer für Motorzweiräder.
Gegenstand vorliegender Erfindung ist eine Vorrichtung, welche bezweckt, das Anfahren von Motorfahrrädern zu erleichtern, resp. die Inbewegungsetzung des Rades automatisch einzuleiten und ein unmittelbares Anfahren des bereits im Sattel sitzenden Fahrers zu ermöglichen.
Der Erfindungsgegenstand ist in Fig. 1 und 2 der Zeichnung in Vorder-und Seitenansicht gezeigt, während Fig. 3 ein Detail desselben darstellt. Das Motorrad selbst ist in Fig. 1 und 2 lediglich durch den Kotfänger 5, die Hinterradstreben sowie das in punktierten Linien gezeichnete Hinterrad angedeutet.
Die Konstruktion der Vorrichtung ist folgende : Auf den über die Lager vortretenden Enden 17 der Hinterradachse 1 sind zwei bogenförmige Arme 2 drehbar angeordnet, welche durch Querstreben 15 und 16 miteinander zu einem Rahmen verbunden und durch in der Bogenqehne liegende Arme 18 gegen Federung gesichert sind. Da die bogenförmig gestalteten Schenkel 2 grösser sind als der Radius des Hinterrades, so wird das letztere bei nach abwärts geschwungener Stellung (siehe Fig. 1) der Schenkel 2 vom Boden abgehoben, resp. der Hinterteil des Motorrades auf den abgeflachten Bogenstücken der beiden Rahmenschenkel 2 aufruhen.
Jeder der Zapfen 17 wird von einer kräftigen Spiralfeder 3 umgriffen, deren eines Ende auf dem Achszapfen 17 befestigt ist, während das andere, nächst der Nabe des zugehörigen Schenkels 2 liegende Ende flach abgebogen ist und den letzteren in entsprechender Distanz von dem Drehzapfen 17 erfasst. Die Stellung der Federn 3 ist eine derartige, dass dieselben in der in Fig. 1 gezeigten, nach abwärts geschwungenen Lage der Schenkel 2 gespannt sind und letzteren die Tendenz erteilen, in einer der Fahrtrichtung (Pfeil 19) entgegengesetzten Richtung von unten nach aufwärts im Sinne des Pfeiles 4 auszuschwingen, während sie bei der aufwärts geschwungenen, in Fig. 1 in punktierten Linien dargestellten Stellung entlastet sind ; in dieser Stellung wird der Rahmen 2, 2, 15, 16 durch einen an der Oberseite des Kotfängers 5 angeordneten, federnden Widerhaken 6 festgehalten.
Die Feststellung des Rahmens in der in Fig. l vollgezeichneten Lage, bei welcher die Federn 3 gespannt sind. erfolgt durch einen Veiner Hinterradstrebe geführten Riegel 8, welcher unter das Tier die Anlenkungsnabe sich fortsetzende Ende 7 eines der Schenkel 2 greift und der auf beliebige Art, beispielsweise durch einen passend angeordueten Winkelhebel 9 vermittelt eines Schnurzuges oder einer Zugstange ausgehoben werden kann.
Um das unbeabsichtigte Auslösen der nach abwärts geschwungenen Schenkel 2 zu verhindern, kann an dem Riegel 8 ein an der Aussenseite seines Gehäuses 13 befestigter Haken 14 angeordnet werden, der in eine durch einen Längsschlitz 22 des Gehäuses tretende Öse 21 eingreift. Die Funktion der Vorrichtung ist folgende : Ist der Motor in Bewegung gesetzt, so steigt der Fahrer in den Sattel und löst den Riegel 8 aus ; in dem Augenblicke, in welchem die Arretierung der Schenkel 2, 2 aufgehoben ist, wird die Fahr-
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gerundete Teil 12 derselben sich im Sinne des Pfeiles 4 auf dem Boden abrollt.
Hiebei wird die Wirkung der gespannten Feder 3 von der Komponente der Schwerkraft unterstützt, welche dadurch auftritt, dass die Auflagerpunkte 11 der Schenkel 2 hinter der
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durch d ! o Hintorradachse geheaden vertikalen Ebene liegen. Durch die vereinigte Wirkung der Federn 3 und der Schwerkraft wird das Motorrad nach vorne geschoben, so dass die Trägheit der Masse des Motorrades schon überwunden ist, wenn das in Bewegung befindliche Hinterrad den Boden berührt und das Motorrad nunmehr frei startet, während der Ständer durch die Federkraft in die in Fig. 1 punktiert gezeichnete Stellung schwingt.