<Desc/Clms Page number 1>
Bluttransfusionsgerät.
Die bisher üblichen Bluttransfusionsgeräte mit
Schlauchpumpe weisen fast durchwegs eine in einen zylindrischen Hohlraum eingelegte Schlauch- schleife auf, welche durch drehend angetriebene
Druckkörper örtlich zusammengedrückt wird, derart, dass das Blut vor der Quetschstelle gedrückt und dahinter angesaugt wird. Der Antrieb erfolgte mittels Handkurbel. Der Apparat wird auf einem zwischen dem Blutspender und dem Blutempfänger stehenden Tischchen aufgestellt und durch den Arzt betätigt.
Diese Apparate besitzen verschiedene Nachteile.
Vor allem besitzt der vom Blutspender zum Blutempfänger führende Schlauch infolge des nötigen Abstandes zwischen den Patienten, der durch den dazwischen gestellten Tisch bedingt ist, eine solche Länge, dass die Gefahr besteht, dass das Blut darin gerinnt, sich abkühlt und in seiner Struktur geschädigt wird. Ein weiterer Nachteil ist der, dass bei diesen Apparaten der Schlauch meistens durch seitliche Öffnungen einer Trommel ein-und auf der andern Seite wieder ausgeführt werden muss, um die Schleife zu bilden, an welcher die drehenden Druckkörper angreifen. Dies bedingt die vollständige Sterilisation des gesamten Apparates.
Durch den Gegenstand der Erfindung werden die vorangeführten Nachteile vollkommen vermieden. Erfindungsgemäss besitzt das Bluttransfusionsgerät einen mechanischen Antrieb z. B. durch einen Feder-oder Elektromotor.
Bei einer derartigen Anordnung kann das vollkommen selbsttätig arbeitende Gerät so klein ausgeführt werden, dass Blutspender und Blut- empfänger unmittelbar nebeneinander gebettet werden können und das Gerät in dem Spalt zwischen den beiden für die Blutentnahme und-aufnahme bestimmten Armen der Beteiligten
EMI1.1
; ersetzt und wieder abgestellt werden, ohne dass r zwischen den Patienten zu stehen braucht.
Dadurch wird der Blutweg so kurz, dass ein Gerinten oder eine sonstige Strukturveränderung icher vermieden werden kann. Nach einer veiteren Erfindungsidee läuft der Schlauch über eine Trommel mit mindestens zwei über ihre
Umfläche vorragenden Druckkörpern, welche vom Motor drehend angetrieben ist und als
Auflage für die Schlauchschleife dient, welche am Gehäuse des Gerätes z. B. mittels in Haken eingehängten Laschen befestigt ist. Es entfällt also hier die bei allen bisher bekannten ähnlichen
Schlauchpumpen übliche Trommel, an welcher sich der Schlauch von innen anlegt, voll- kommen. Die richtige Lage des Schlauches wird vielmehr durch die als Führung wirkende, sich drehende Trommel gesichert und als Gegenkraft gegen den von den Druckkörpern ausge- übten Druck dient lediglich die aussen liegende Wand des Gummischlauches selbst.
Diese vollkommen neue Anordnung besitzt den grossen Vorteil, dass der gesamte Durchmesser des Gerätes sehr klein, z. B. in der Grösse von 5 bis 8 cm gehalten werden kann. Das ganze Gerät kann daher leicht in einem Lederetui in der Rocktasche getragen werden und eignet sich daher besonders für erste Hilfe, für den Gebrauch an Verunglückten am Lande, im Gebirge und in Fahrzeugen aller Art, wo es sich darum handelt, medizinisches Gerät möglichst kleinen Umfanges und leichten Gewichtes zu verwenden.
Die erfindungsgemässe Anordnung besitzt überdies den Vorteil, dass das Gerät selbst nicht sterilisiert zu werden braucht, da der Schlauch lediglich an dessen Aussenseite befestigt wird.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt, u. zw. zeigt Fig. 1 eine
Gesamtansicht und Fig. 2 einen Schnitt quer zur
Längsachse des Gerätes an der Stelle, wo der
Schlauch darüber gelegt ist.
In einem zylindrischen Gehäuse 1 von etwa
6 cm Durchmesser und 12 cm Länge ist ein Federmotor bekannter Bauart angeordnet, der mittels eines umklappbaren Drehgriffes 2 aufgezogen und durch Betätigung eines Hebels bzw. Bowdenzuges 3 in Tätigkeit gesetzt und wieder abgestellt werden kann. Seine Geschwindigkeit kann mittels des Drehknopfes 4 nach Bedarf reguliert und seine Umdrehungszahl an einem Zählwerk 5 abgelesen werden. Am vorderen Teile des Gehäuses 1 ist oben ein Ausschnitt 7 vorgesehen, unter welchem sich eine zylindrische Trommel 8 befindet, an deren Umfang zwei walzenförmige
<Desc/Clms Page number 2>
Körper 9 über den Trommelumfang herausragend drehbar gelagert sind. Die Trommel 8 sitzt auf der vom Federmotor angetriebenen Welle 10.
An der Unterseite des Gehäuses sind beiderseits Haken 11 angebracht.
Der zur Transfusion des Blutes dienende
Schlauch 12 besitzt in geeigneten Abständen voneinander zwei anvulkanisierte, mit Schlitzen versehene Lappen 13, die in die Haken H eingehängt werden können. Der zwischen den
Lappen 13 liegende Teil des Schlauches bildet eine Schleife 14, die sich über die Trommel 8 legt.
Bei Inbetriebsetzung des Motors dreht sich die Trommel 8, wobei die Druckwalzen 9 den Schlauch an einer Stelle zusammenquetschen und so das Blut vor sich herdrücken bzw. von der anderen Seite her ansaugen. Im Betieb werden die in die Enden des Schlauches in üblicher Weise eingesteckten Punktionsnadeln 15 in je eine geeignete Vene der beiden Patienten eingesteckt, u. zw. zuerst die Nadeln für sich allein, dann wird die Nadel des Spenders mit dem Schlauch verbunden, der Schlauch 12 in die Haken 11 eingehängt und der Motor in Betrieb gesetzt. Sobald der Apparat das Spenderblut beim anderen Schlauchende herausfördert, wird dieses mit der bereits richtig sitzenden Empfängemadel verbunden.
Wie man sieht, ist der ganze Vorgang der Inbetriebsetzung äusserst einfach und rasch durchführbar.
An Stelle eines Federmotors kann auch ein kleiner Elektromotor verwendet werden, der entweder durch in das Gehäuse eingesteckte Trockenbatterien oder über einen kleinen Trans- formator aus dem Lichtnetz betrieben wird und mittels eines an einer Schnur sitzenden Schalters in und ausser Betrieb gesetzt werden kann.
Das Zählwerk 5 kann vorzugsweise unmittelbar auf die den Schlauch durchfliessende Blutmenge geeicht werden, so dass man mit einem Blick auf das Zählwerk über die transfundierte Blutmenge
EMI2.1
Ausser zur Transfusion von Blut kann der gleiche Apparat ebenso zur Infusion von Flüssigkeiten verwendet werden, wobei das Triebwerk
EMI2.2
PATENTANSPRÜCHE :
1. Bluttransfusionsgerät, bei dem das Blut mittels drehend bewegter Druckkörper gefördert wird, die einen elastischen Schlauch örtlich zusammendrücken, dadurch gekennzeichnet, dass es mechanisch z. B. durch einen Feder-oder Elektromotor angetrieben ist.