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Verfahren zur Herstellung von geschichtete, streckbarem Ledermaterial, insbesondere für Schuh- oberteile.
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sein kann als der Schuhoberteil, wie er bisher aufgebaut wurde, da der an die Innenfläche des Leders festgeklebte Unterlegstoff es unnötig macht, irgendeine andere Futterart in dem Schuh zu benutzen.
Bei der erfindungsgemässen Herstellung von Material zur Benutzung in Schuhen kann die an- gewandte Streckung 10-50% je nach der Gattung des Schuhes und der Lage des geschichteten Materials in diesem betragen, ohne dass das Leder zum Runzeln oder zur Faltenbildung gebracht wird oder eine andere merkliche Änderung im Aussehen des Schuhes im Bereich der Streckung eintritt. Um diesen Streekungsgrad sicherzustellen, wird vorzugsweise ein chromgegerbtes, lockernarbiges, biegsames Leder benutzt.
Die Lederhaut wird zuerst vorzugsweise gespalten, um ihm eine gleichmässige Dicke zu geben, u. zw. dünner als das bisher für Schuhoberteile benutzte Leder, weil die elastische Unterlage dieses dünne Lederblatt verstärkt und kräftigt.
Wenn es nicht notwendig ist, die gegerbte Lederhaut zu spalten, um ihre Dicke zu vermindern, ist es zweckmässig, die Fleischseite der Haut mit Sandpapier oder andern Aufrauhungsmitteln rauh zu machen, um die Fasern auf dieser Seite zu lockern und das Eindringen der Behandlungsflüssigkeit zu erleichtern und die Haftung des Klebemittels zu steigern.
Nachdem die Lederhaut gespalten und aufgerauht worden ist, soll sie behandelt werden, um ihren Elastizitätsmodul zu vermindern, so dass ihr Streckbereich und die Streckfähigkeit zunimmt. Die zu unterlegende Seite wird völlig befeuchtet. Dies ist in den meisten Fällen die Fleischseite der Leder- haut, so dass die Befeuchtungsflüssigkeit gut in die Haut eindringt.
Vorzugsweise wird folgende Befeuchtungslösung verwendet :
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<tb> Wasser <SEP> 1 <SEP> I,
<tb> Natriumchlorid <SEP> 15'2 <SEP> g,
<tb> Natriumbikarbonat <SEP> 15. <SEP> 2 <SEP> g,
<tb> Seife <SEP> (vorzugsweise <SEP> Olivenöl) <SEP> 15'2 <SEP> g.
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Gute Ergebnisse können jedoch durch Fortlassen des Natriumchlorid und einfache Benutzung von Wasser, Seife und Natriumbikarbonat in annähernd den oben angegebenen Mengen erreicht werden.
Hat das Leder eine steife, dichte Narbung und eine sehr geringe Dehnung, so wird zweckmässig mehr
Salz und Soda benutzt und manchmal ist es zweckmässig, das Leder mehrmals einer solchen Behandlung zu unterziehen.
Gute Ergebnisse werden durch Behandlung mit Wasser erreicht, dem irgendein bekanntes Durch- dringungs-oder Netzmittel zugegeben ist. In den meisten Fällen soll die benutzte Behandlungsflüssig- keit derart sein, dass sie die ihr ausgesetzte Seite des Leders nicht verfärbt.
Heim Veriahren gemäss der irimdung wird wie loigt vorgegangen : Das gegerbte. Leder wird gespalten oder auf seiner Fleischseite aufgerauht, dann mit seiner Fleischseite nach oben gelegt und mit einem feuchten in die oben erwähnte Lösung eingetauchten Schwamm abgewischt. Die Haut wird dann so zum Trocknen aufgehängt, dass ihr eigenes Gewicht nicht zu einer Streckung in der Richtung führt, in welcher sie gestreckt werden soll, wenn sie zu dem geschichteten Material verarbeitet ist.
Auf die Fleischseite der getrockneten Haut wird dann ein dünner Überzug von Kautschukmilch-Klebe- mittel aufgetragen. Die meisten Lederhäute werden leichter in der Richtung rings um das Tier gestreckt, in der das Fell abgezogen worden ist, als in dessen Längsrichtung. Zu diesem Zweck wird die Streckung des Leders in dem geschichteten Material vorzugsweise senkrecht zu dem Rückgrat des Tieres verlegt.
Verschiedene Werkstoffe können als Unterlage benutzt werden. Vorzugsweise wird jedoch ein Bogen von fein gewebtem, elastischem Faserstoff (z. B. elastischem Batist) benutzt. Das Unterlagsmaterial hat vorzugsweise eine längere Dehnung als das Leder, so dass es die Streckung des letzteren nicht stört und seine zusammenziehende Kraft so stark sein kann, wie es erwünscht ist. Die Seite des Unterlagsgewebes, die an dem Leder zu befestigen ist, wird mit einem leichten Überzug eines wasser- abweisenden Stoffes behandelt, um eine schädliche Quellung der Fäden des Gewebes hervorzurufen.
Das Unterlagsgewebe wird dann mit einem Überzug eines Kautschukmilchklebemittels versehen, worauf ein Bogen glatt gegen den andern so gewalzt oder gepresst wird, dass sich ihre Kautschukmilch- flächen berühren. Es ist jedoch wichtig, dass dies geschieht, wenn das Leder und die elastische Unterlage in entspanntem oder ungestrecktem Zustande sind. Das Material wird dann für 24 Stunden zwischen Pappbogen gelegt, bis eine starke Bindung zwischen Leder und Unterlagsblatt eingetreten ist. Die
Gesamtdicke des so gebildeten Materials kann weniger als etwa 1-2 m betragen.
Die Befeuchtung des Leders bringt es bis zu einem gewissen Grade zum Quellen und lockert den verfilzten Zustand der Fasern auf der Fleischseite. Ferner gleicht sie die inneren Spannungen des Leders aus, so dass das Leder frei von Spannung ist, wenn elastische Unterlage aufgebracht wird.
Es wurde festgestellt, dass die oben beschriebene Behandlung des Leders dazu dient, seinen
Elastizitätsmodul bis zu 50% oder mehr gegenüber dem des unbehandelten Leders zu vermindern und dass diese Änderung nicht nur bei dem Feuchtigkeitsgehalt des Leders vorhanden ist, sondern eine bleibende Änderung darstellt.
Gemäss der Zeichnung besteht das steckbare, geschichtete Material aus einem Lederblatt 11, das, wie oben beschrieben, behandelt worden ist. Auf einer Seite ist das elastische Unterlagsblatt 12
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festgeklebt. Vorzugsweise wird ein fein gewebter, elastischer Faserstoff benutzt, der in einer Richtung steckbar ist und in dem das elastische Garn 13 entweder als Kette oder als Schuss eingeführt ist.
Das klebende Bindemittel 14, z. B. Kautschuklösung, Kautschukmi1ch, ist notwendigerweise elastisch, um die Dehnung des geschichteten Materials zu erleichtern.
Das steckbare, geschichtete Blatt 10 ist mit daraus ausgeschnittenen Vorsehuhteilen 15 und Vierteln 16 und 17 dargestellt. Letztere dienen zur Herstellung des Oberteiles des Schuhes nach Fig. 1.
Der Vorschuhteil und die Viertel sind in Fig. 4 mit der Faserstoffseite nach oben so dargestellt, dass die Richtung erläutert wird, in der sich das elastische Garn 13 in jedem Teil erstreckt.
Der in Fig. 1 und 2 abgebildete Schuh unterscheidet sich von dem gewöhnlichen Schuh dadurch, dass die ganze Vorschuhfläche aus dem streckbaren Vorschuhteil. M gebildet ist, der in dem Schuh so angeordnet wird, dass die elastischen Fäden quer zum Fuss verlaufen, damit diesem Schuhteil eine Streck-und Kontraktionskraft quer zu dem Schuh erteilt wird, wie dies durch den Pfeil a angedeutet ist. Die Viertel 16 und 17 sind so aus der Bahn 10 geschnitten, dass die elastischen Fäden 13 in diagonaler Richtung verlaufen. Die Anordnung ist derart, dass jeder Viertelteil, der in der Nähe der Kehle oder des Spannes liegt, sich in der Richtung streckt, die durch den Pfeil b angedeutet ist, während der Teil des Viertels, der zu jeder Seite des Fusses liegt, sich diagonal zu dem Werkstoff streckt.
Der Vorschuh 15 ist, wie dargestellt, an dem vorderen Teil der Viertel 16 und 17 durch den üblichen Saum 18 befestigt, und diese Viertel sind an der Rückseite des Schuhes längs des senkrechten Saumes 19 aneinander befestigt. Gemäss der Zeichnung hat der Schuh die übliche Sohle 20 und den Absatz 21. Die vorderen Enden der Viertel 16 und 17 können mit den gewöhnlichen Ösen versehen sein, um das Sehnürband 22 aufzunehmen. Ausserdem ist der Schuh mit einer Lasche 23 versehen.
Der gewebte Faserstoff 12 ist neben der Oberkante des Schuhs weggespalten, um die Innenfläche des Leders 11 (Fig. 5) freizulegen. Der freigelegte Teil wird auf den gespaltenen Faserstoff 12 (Fig. 6) übergefaltet und die Zickzacknaht 24 festgehalten, um eine glatte Oberkante 25 zu gewinnen.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung von geschichtetem, streckbarem Ledermaterial, insbesondere für Schuhoberteile, dadurch gekennzeichnet, dass zunächst ein Blatt Leder, vorzugsweise Schuhoberleder zur Erhöhung seiner Dehnbarkeit befeuchtet, nachdem es wieder getrocknet ist, einseitig mit einem Klebemittel bestrichen und dann mit einer ebenfalls einseitig mit einem Klebemittel belegten Bahn aus dehnbarem Stoff (Gewebe) beklebt wird, wobei sich sowohl das Lederblatt als auch die Stoffbahn in ungedehntem Zustand befinden.