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Verfahren zur Darstellung von Estern der 4-Amino-5-oxyalkylpyrimidine.
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4-Amino-5-aminoalkyl-pyrimidinen bzw. ihren Salzen ausgehend in glatter Weise zu 4-Amino-5-oxyalkyl-pyrimidinen und durch Veresterung dieser zunächst entstehenden Oxyverbindungen, z. B. mittels Säuren, Säureanhydriden oder auch Säurehalogeniden, zu den entsprechenden Estern zu gelangen ; Halogenwasserstoffsäureester erhält man im besonderen auch durch Einwirkung der Halogenide des Phosphors und der Schwefelsäuren. Man kann die Ester aber auch unmittelbar aus den 4-Amino-5-
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schüssigen Mengen der zur Veresterung dienenden Säuren, im besonderen von Halogenwasserstoffsäure, einwirken lässt. An Stelle der salpetrigen Säure können auch deren Ester oder andere salpetrige Säure abgebende Stoffe, wie z. B.
Amylnitrit, nitrose Gase, Nitrosylschwefelsäure u. dgl., angewendet werden.
Das zuvor beschriebene Verhalten der 4-Amino-5-aminoalkyl-pyrimidine gegen salpetrige Säure ist überraschend. Da in 4-Amino-5-alkyl-pyrimidinen durch Einwirkung von salpetriger Säure
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organischen Chemie", II. Band, 3. Teil, S. 1179, Abs. 1), war zu erwarten, dass auch bei den 4-Amino- 5-aminoalkyl-pyrimidinen die in 4-Stellung stehende Aminogruppe sich mit der salpetrigen Säure umsetzen würde. Anderseits war auf Grund der bekannten Umsetzungen von salpetriger Säure mit Verbindungen, die eine Amino-und eine Aminoalkylgruppe in ähnlicher Gruppierung wie die 4-Amino- 5-aminoalkyl-pyrimidine enthalten, zu erwarten, dass die Einwirkung von Nitrit auf 4-Amino-5-aminoalkyl-pyrimidine zur Bildung eines stickstoffhaltigen Ringes führen würde.
Beispiel 1 : 63'3y 4-Amino-2-methyl-5-aminomethyl-pyrimidin-hydrochlorid werden bei 50-60 in 600 cm"Wasser gelöst. Sodann wird eine Lösung von 22 g Natriumnitrit in 200 cm"Wasser eingetropft und 2 Stunden auf 50-60'erhitzt, 45 g wasserfreies Natriumcarbonat hinzugegeben und unter vermindertem Druck zur Trockne verdampft. Der pulverisierte Rückstand wird mit Aceton heiss ausgezogen, worauf man nach Eindampfen des Acetons das 4-Amino-2-methyl-5-oxymethylpyrimidin in farblosen Kristallen vom F = 191'erhält.
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eingeleitet, wobei die Temperatur bis gegen 600 steigt. Das erst ausgeschiedene Hydrobromid des Alkohols geht in Lösung ; nach und nach scheidet sich das Hydrobromid des 4-Amino-2-methyl-5brommethyl-pyrimidins in feinen Kristallen ab.
Diese werden abgesaugt und mit Eisessig und mit Äther gewaschen (F = 2080 unter Zersetzung).
Dasselbe Produkt erhält man beim Erwärmen von 4-Amino-2-methyl-5-oxymethyl-pyrimidin mit wässriger Bromwasserstoffsäure (D = 1'7) auf dem Wasserbad.
Das Hydrochlorid des Benzolsulfonsäureesters erhält man aus der 5-Oxymethylverbindung wie folgt :
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gewaschen. Das so erhaltene schwach gelb gefärbte Pulver stellt das Hydrochlorid des Benzolsulfonsäureesters von 4-Amino-2-methyl-5-oxymethyl-pyrimidin dar.
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Beispiel 2 : 21#1 g 4-Amino-2-methyl-5-aminomethyl-pyrimidin-hydrochlorid werden fein gepulvert in 300 cm3 konzentrierter Salzsäure verteilt und bei 40-50 mit einer konzentrierten wässrigen Lösung von 7 g Natriumnitrit versetzt. Man erhitzt auf 40-50'bis zur Beendigung der Stickstoffentwicklung, giesst in Eiswasser, überschiehtet mit viel Äther und macht unter Rühren und starkem Kühlen mit Kaliumcarbonatlösung alkalisch. Nach wiederholtem Ausziehen mit Äther und Abdampfen des Lösungsmittels hinterbleibt das 4-Amino-2-methyl-5-chlormethyl-pyrimidin in farblosen Kristallen (F = 163 ).
Dieselbe Verbindung kann auch auf folgende Weise hergestellt werden :
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des Chloroforms und des entstandenen Phosphoroxychlorids bleibt das Hydrochlorid des 4-Amino- 2-methyl-5-chlormethyl-pyrimidins vom F = 2230 zurück, das mit kalter Kaliumearbonatlösung in die freie Base umgewandelt wird.
Man erhält das Hydrochlorid auch beim Erhitzen von 4-Amino-2-methyl-5-oxymethyl-pyrimidin
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Gasentwicklung beendet ist, wird die Essigsäure unter vermindertem Druck verdampft und der Rückstand unter Kühlung mit einer konzentrierten Kaliumcarbonatlösung versetzt. Dabei scheidet sich das 2#4-Diamino-5-acetoxyäthyl-6-methyl-pyrimidin fest aus. Die Verbindung ist in Wasser leicht, in Benzol schwer löslich und zersetzt sieh beim Erhitzen über 200 .
Beispiel 4 : 31 g 4-Amino-2-phenyl-5-aminomethyl-pyrimidin-dihydrochlorid werden in einem Kolben in 60 cm3 Wasser gelöst und unter Rühren auf 50-60d erwärmt. Innerhalb einer Stunde wird eine Lösung von 8 g Natriumnitrit in 100 cm3 Wasser eingetropft und der Kolbeninhalt weitere 2 Stunden auf 60'gehalten. Dann wird die trüb gewordene Lösung mit Natriumcarbonat alkaliseh gemacht und mit Methylenchlorid ausgeschüttelt. Die vereinigten Methylenchloridauszüge werden mit ver-
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allmählich kristallin erstarrt. Es ist das 4-Amino-2-phenyl-5-oxymethyl-pyrimidin, dessen salzsaures Salz bei 199" und dessen Pikrat bei 1770 schmilzt.
10 g 4-Amino-2-phenyl-5-oxymethyl-pyrimidin-pikrat werden in 300 cm3 Eisessig gelöst ; in die Lösung wird bei einer Temperatur von 350 trockener Bromwasserstoff bis zur Sättigung eingeleitet.
Dann wird 18 Stunden stehen gelassen und bis zur beginnenden Kristallisation mit Äther versetzt. Die Kristalle werden abgesaugt und mit Äther nachgewaschen. Man erhält so das 4-Amino-2-phenyl- 5-brommethyl-pyrimidin-hydrobromid (F = 165 ).
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Darstellung von Estern der 4-Amino-5-oxyalkyl-pyrimidine, dadurch gekennzeichnet, dass man auf 4-Amino-5-aminoalkyl-pyrimidine bzw. deren Salze, salpetrige Säure oder diese Säure bildende Stoffe einwirken lässt und die dabei entstehenden 4-Amino-5-oxyalkyl-pyrimidine nach an sich üblicher Weise verestert.