AT154798B - Verfahren zur Herstellung von Zellstoff. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Zellstoff.

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  Verfahren zur   Ilerstellung   von Zellstoff. 



   Die Erfindung betrifft die Herstellung von Zellstoff aus beliebigem pflanzlichen Rohmaterial, d. h. mehr oder weniger verholztem Fasergut, wobei als Aufschlussmittel ausschliesslich Kalk Verwendung findet. 



   Die bisher bekannten Verfahren, die Kalk als alleiniges   Aufschlussmittels   verwendeten, ergaben keinen eigentlichen Zellstoff, sondern lediglich einen Halbstoff von niederem Alphacellulosegehalt und hohem Aschegehalt, der nur für minderwertige Papiere und Pappen verwendbar war. So ist es z. B. bekannt, Maisstengel und-stroh, Alfagras u. dgl. einer Druckkochung zu unterwerfen mit einer im Kreise durch das Behandlungsgefäss geführten Kalkaufschlämmung, die beispielsweise 10% Kalk berechnet auf lufttrockenes Fasergut enthielt. Bei der geringen Wasserlösliehkeit des Kalkes ist also der grösste Teil desselben nicht als Lösung, sondern als Suspension vorhanden.

   Beim Arbeiten mit derartigen   Kalkaufschlämmungen   tritt die unerwünschte Erscheinung ein, dass der ungelöste, nur suspendierte Kalk sich an den Oberflächen des Rohmaterials ansetzt, die feinen Poren und Kanäle der Pflanzenteile verstopft und einen mehr oder weniger dicken Belag bildet, ja an manchen Stellen auch sich in sogenannten Nestern anhäuft. Dadurch wird die   Reaktionsoberfläche   verkleinert, die gesättigte Kalklösung, der eigentliche chemisch wirksame Bestandteil der Behandlungsflüssigkeit, kommt nicht mehr allenthalben an das Material heran, wird daher auch nicht mehr in entsprechendem Masse durch Aufschlussreaktion verbraucht.

   Obwohl also der Sättigungsgrad der Kalklösung infolge der Anwesenheit reichlicher Mengen Bodenkörper immer aufrechterhalten bleibt, ist der Aufschluss doch kein vollständiger und gleichmässiger, weil von vornherein zuviel ungelöster Kalk anwesend ist, der durch Belagbildung die Reaktionsfläche verkleinert und schliesslich ganz abdeckt, so dass die   Aufschlussreaktion   vorzeitig zum Stillstand kommt. 



   Es ist anderseits die Verwendung von klarer gesättigter Kalklösung bekannt, die man im Kreise durch das Behandlungsgut hindurchführt. Hiebei entfallen die eingangs erwähnten Nachteile der Belagbildung, doch kommt die Reaktion bald zum Stillstand, weil die gesättigte Kalklösung sich erschöpft hat. Daher hat auch bisher die Behandlung mit klarer gesättigter kreisender Kalklösung nur als Vorbereitung eines nachfolgenden   Sulfit-oder Natronaufschlusses   gedient. 



   Man hat auch bei andern Aufschlusslösungen das Aufstärken während des   Aufschliessen   bereits vorgeschlagen. 



   Die vorliegende Erfindung beruht demgegenüber auf der Erkenntnis, dass es nicht erforderlich ist, nach Erschöpfung der an sich durchaus als   Aufschlussmittel   brauchbaren gesättigten Kalklösung zu andern Aufschlussmitteln überzugehen, wenn man nur dafür sorgt, dass stets gesättigte Kalklösung, die kontinuierlich aufgestärkt wird, auf das Rohmaterial zur Einwirkung kommt. 



   Das Neue besteht also mit andern Worten in der Verbindung beider Massnahmen, nämlich der ausschliesslichen Anwendung einer Kalklösung oder schwachen Kalkmilch einerseits und ihrem Aufstärken während des Aufschliessens anderseits. Der technische Erfolg liegt dabei in dem unerwarteten bzw. überraschenden Ergebnis, mit Kalk allein aus Pflanzenfasern guten Zellstoff gewinnen zu können. 



   Erfindungsgemäss wird in gewissen Zeitabständen oder vollkommen kontinuierlich der beim Aufschluss entstehende Verbrauch an Kalk in der kreisenden Behandlungsflüssigkeit, den man durch Titration, Tüpfeln oder mit sonstigen geeigneten Mitteln feststellt, ständig durch entsprechende Nach- 

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 beschickung der Umlaufflüssigkeit ergänzt. Dieselbe kann, da es immerhin gewisse Schwierigkeiten bereitet, ihren Sättigungsgrad haargenau abzustimmen, auch unbedenklich ganz geringe Mengen an Bodenkörper enthalten, jedoch nur so wenig, dass die Gefahr einer Belagbildung ausgeschlossen ist. 



  Der als zweckmässig erkannte Gehalt der   Umlaufflüssigkeit   an Kalk liegt bei etwa 2-8   8 g   pro Liter, von denen also etwa   1. 4 g   als echte Lösung, weiters   1.     4 g   als feine Suspension vorliegen. Die praktisch obere Grenze des Gehaltes der Behandlungsflüssigkeit an Bodenkörper liegt bei etwa   200%   bezogen auf gelösten Kalk, also zirka 4. 2 g Gesamtkalk im Liter. Die Zugabe der auf Grund der Probenahme als erforderlich festgestellten Ersatzkalkmengen erfolgt zweckmässig durch ein an die Zirkulationsleitung angeschlossenes Gefäss, wie es an sich für den Zusatz anderer, z. B. entfärbender Chemikalien in eine kreisende   Aufschlusslösung   bekannt ist. 



   Der Gesamtverbrauch an Kalk bestimmt sich nach der Art des zu verarbeitenden Rohmaterials bzw. dessen Inkrustengehalt. Wesentlich bleibt nur, dass durch entsprechenden Nachschub des Aufschlussmittels Kalk der Sättigungsgrad der Behandlungsflüssigkeit aufrechterhalten und der noch als zulässig erkannte geringe Gehalt an Bodenkörper nicht überschritten wird. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung von Zellstoff aus pflanzlichen Rohmaterialien durch deren Be- 
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 dessen Verbrauch, auf gleicher Konzentration gehalten werden, dadurch gekennzeichnet, dass als Auf-   schlusslösung   eine gesättigte Kalklösung verwendet. wird.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufschlusslösung geringe Mengen an fein suspendiertem überschüssigen Kalk enthält, zweckmässig nicht mehr als 1-4 g pro Liter.
AT154798D 1935-12-30 1936-12-22 Verfahren zur Herstellung von Zellstoff. AT154798B (de)

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