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Wiedergabeapparat für verschiedenartige Filme, insbesondere für solche mit verschiedenen mechanischen Eigenschaften.
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für verschiedenartige Filme, insbesondere für solche mit verschiedenen mechanischen Eigenschaften wie Dicke und Festigkeit, zu benutzen. Beispielsweise ist bei der Wiedergabe einerseits mit Filmen zu rechnen, bei denen sich in bekannter Weise lichtempfindliches Bromsilber in Gelatine eingebettet auf einem Träger aus Nitro-oder Acetylcellulose befindet, und die im folgenden als"Silberfihne"bezeichnet sind. Bei einer andern Art von Filmen dagegen sind lichtempfindliche Substanzen, wie z. B.
Diazoverbindungen, in einem Träger aus Cellulosehydrat eingebettet. Will man nun z. B. mit dem gleichen Projektor statt eines Silberfilms solche Filme aus regenerierter Cellulose mit lichtempfindlichen Diazoverbindungen vorführen, so ist es unbedingt notwendig, die andern Eigenschaften dieser Filme, insbesondere ihre vom Silberfilm verschiedene Dicke und Festigkeit zu berücksichtigen, um zu starke Beanspruchungen des Films zu vermeiden.
Erfindungsgemäss werden deshalb an einem Wiedergabeapparat Vorrichtungen vorgesehen, die durch eine entsprechende einfache Umstellung einzelner Apparateteile einen Übergang von einem Film auf einen andern gestatten.
Folgende Massnahmen haben sich dabei als zweckmässig erwiesen :
1. Änderung des Bremsdruckes auf die Abwiekeltrommel,
2. Änderung des Zuges der Aufwickeltrommel,
3. Änderung des Bildfensterdruckes,
4. Scharfeinstellung des Bildes.
Bei Tonfilmwiedergabe ausserdem :
5. zur Vermeidung des Gleitens oder eines zu starken Zuges die Reibung des Filmes an der Einrichtung für die Konstanthaltung der Geschwindigkeit an der Tonabnahmestelle zu regeln,
6. Scharfeinstellung der Tonoptik,
7. Einschaltung eines Filters od. dgl. in den Strahlengang der Tonoptik,
8. Regelung des Verstärkungsgrades des Verstärkers.
Es ist nicht notwendig, alle diese Massnahmen in allen Fällen anzuwenden, gegebenenfalls kann die eine oder die andere fortgelassen werden.
Es ist zweckmässig, die jeweilige Stellung der einzelnen Apparateteile für einen bestimmten Film kenntlich zu machen. Dies kann so geschehen, dass überall die Umstellung durch Umlegen von Hebeln in einer bestimmten Richtung, z. B. nach rechts für Filme aus regenerierter Cellulose mit lichtempfindlichen Diazoverbindungen, vorgenommen werden muss. Die Stellung kann aber auch durch
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können, gekennzeichnet sein.
Als besonders zweckmässig hat es sich erwiesen, einzelne oder alle Umstellungsvorrichtungen miteinander zu kuppeln. Auf diese Weise ist es möglich, mit einem einzigen Handgriff alle notwendigen Umstellungen der Apparateteile vorzunehmen. Die Kupplung der verschiedenen Teile kann auf sehr verschiedene Weise erfolgen. Es können z. B. Stangen, Wellen oder Züge in Verbindung mit Hebeln,
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Wellen, Zahnstangen usw. benutzt werden, die je nach der Konstruktion und der Art der Bewegung gewählt werden. Sind einzelne Teile, wie z. B. der Verstärker und das Tongerät abnehmbar, so werden geeignete Kupplungsglieder so angeordnet, dass die Verstellung an allen Teilen gleichzeitig erfolgt.
Im folgenden sollen die oben aufgezählten Massnahmen näher erläutert werden, wobei der Über- gang von Silberfilm auf Filme aus regenerierter Cellulose mit lichtempfindlichen Diazoverbindungen als Beispiel herangezogen ist.
Die Änderung der Filmbremsung beim Abwickeln und des Filmzuges der Aufwieklung ist dadurch möglich, dass z. B. der Reibungsdruck auf die Ab-und Aufwickeltrommel vermindert oder verstärkt wird, indem eine Feder um einen bestimmten Betrag ent-oder gespannt wird. Dasselbe gilt für die Änderung des Bildfensterdruekes. Um die Scharfeinstellung des Bildes zu erreichen, wird entweder die Stellung der Gleitbahn oder die des Objektives verändert. Beim Übergang von Silberfilm auf Filme aus regenerierter Cellulose mit lichtempfindlichen Diazoverbindungen und umgekehrt muss die Verstellung ungefähr die Dicke des Schichtträger des Silberfilms, d. h. etwa 0-1 1 : ?, betragen.
Von ganz besonderer Bedeutung ist die Umstellung bei Tonwiedergabe. Wird z. B. beim Umschalten des Apparates auf einen andern Film der Filmzug vermindert, so wird bei Einrichtungen, bei denen ein Schwungrad durch den Filmzug bewegt wird, die Reibung kleiner, und damit kann der Film anfangen zu gleiten, wodurch sich die Wiedergabe sehr verschlechtern würde. Durch Zuschaltung einer Andruekrolle kann das Gleiten vermieden werden.
Weiterhin ist z. B. bei dem Silbertonfilm die Einstellung der Tonoptik eine andere als bei Filmen aus regenerierter Cellulose mit lichtempfindlichen Diazoverbindungen. Wird die Optik aber nicht scharf eingestellt, so werden die hohen Frequenzen gar nicht oder nur sehr schlecht wiedergegeben. Es ist praktisch unmöglich, bei jeder Umstellung die richtige Einstellung auszuprobieren. Daher wird eine automatische Einstellung der Tonoptik von besonderem Wert sein. Durch eine besondere Fassung der Tonoptikist es möglich, mit Hilfe eines Gewindes, eines Exzenters oder Hebels die nötige Verschiebung vorzunehmen.
Da die geschwärzten Filme aus regenerierter Cellulose mit lichtempfindlichen Diazoverbindungen fernerhin für bestimmte Strahlen durchlässig ist, die auf die Photozelle wirken, ist es zweckmässig, dieses Licht durch Filter, die in den. Strahlengang eingeschaltet werden, zu beseitigen. Das Vorschalten dieses Filters kann gleichzeitig mit der Scharfeinstellung vorgenommen werden, indem die Betätigungseinrichtung mit beiden oder den übrigen Einstellungen gekuppelt wird.
Da durch Filme aus regenerierter Cellulose mit lichtempfindlichen Diazoverbindungen das Licht nicht so stark ausgesteuert wird wie durch einen Silberfilm, ist es nötig, den Lautstärkeverlust durch eine Erhöhung des Verstärkergrades auszugleichen. Dieses geschieht am einfachsten durch Verstellung des Lautstärkereglers um einen bestimmten Betrag.
Die Abbildung zeigt eine Ausführungsform der Erfindung, bei der die Umstellungsvorrichtungen der einzelnen Apparateteile miteinander gekuppelt sind. Es ist : der Film, 2 die Abwiekeltrommel, 3 die Filmführung mit den Andruckkufen, 4, 5 das Bildfenster, 6 die Projektionsoptik, 7 die mit einer Schwungmasse gekuppelte und mit Andruckrollen 8 versehene Filmführungsrolle, auf der die Tonzeichnung mittels einer Tonoptik 9 und der Photozelle 10 abgetastet wird, 11 die Aufwiekeltrommel und 12 ein Übertragungsgrad für den Antrieb der Aufwickeltrommel.
Die Umstellung der Apparateteile erfolgt mittels des Hebels 13. In der Abbildung sind zwei feste Stellungen des Hebels gezeigt. Eine -0- für Filme aus regerierter Cellulose mit lichtempfindliehen Diazoverbindungen und die andere -8- für Silberfilm. Beim Umlegen des Hebels 13 wird die fest mit diesem verbundene Achse 14 gedreht, durch die wieder die fest auf dieser Achse sitzenden Hebelansätze 15 bewegt werden. Die Drehung der Hebelansätze bewirkt, wie aus der Abbildung hervorgeht, dass sich der Druck der Filmführungskufen 4 und die Einstellung des Objektives 6 ändert.
Gleichzeitig wird durch die Züge 16 der Andruck der auf der Abwickelungstrommel 2 sitzenden Bremsscheibe 17 und ebenso der auf der Antriebsrolle 12 sitzenden Bremsscheibe 18 verändert, weiterhin durch den Hebel 19 die Tonoptik 9 für den andern Film scharf eingestellt. Mit einer einzigen Umlegung des Hebels 13 können also alle notwendigen Umstellungen vorgenommen werden.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Wiedergabeapparat für Bild-oder Bildtonfilme, der die Wiedergabe verschiedenartiger Filme, insbesondere von Filmen mit verschiedenen mechanischen Eigenschaften, wie z. B. von Silberfilmen und von Filmen aus regenerierter Cellulose mit lichtempfindlichen Diazoverbindungen, gestattet, dadurch gekennzeichnet, dass der Apparat mit Vorrichtungen zur Umstellung der einzelnen Apparateteile beim Übergang von einem Film zum andern versehen ist.