<Desc/Clms Page number 1>
Verfahren zur Darstellung von Perhydrocarbazolderivaten.
Es wurde gefunden, dass man zu therapeutisch wertvollen Perhydrocarbazolderivaten gelangen kann, wenn man Perhydrocarbazol oder dessen Substitutionsprodukte durch Ersatz des Iminwasserstoffes gegen basische Reste in Verbindungen mit mehreren Stickstoffatomen überführt, welche die neu eingeführten Stickstoffatome mit Hilfe aliphatischer Reste an der Iminogruppe des Perhydro- carbazols gebunden enthalten.
Zur Gewinnung dieser Verbindungen kann man so verfahren, dass man Perhydrocarbazol mit Äthylenoxyd oder Äthylenchlorhydrin zur Umsetzung bringt, in den so erhaltenen N- [ss-Oxyäthyl]- perhydrocarbazolen die Hyroxylgruppe gegen Halogen ersetzt und die hiebei gewonnenen N- [ss-Halogen- äthylj-perhydrocarbazole mit primären bzw. sekundären Aminen oder heterocyelisehen Stickstoffbasen umsetzt. Die heteroeyclischen Basen müssen entweder ein sekundäres oder ein tertiäres, in
EMI1.1
Man kann aber auch unmittelbar basische Reste einführen, indem man N. N-Dialkylsubstitutionsprodukte von y-Aminopropylenoxyd auf Perhydrocarbazol oder dessen Substitutionsprodukte einwirken lässt.
Schliesslich kann man auch zwei gleiche Perhydroearbazolreste enthaltende Verbindungen herstellen, indem man Äthylenbromid auf Perhydrocarbazol oder dessen Substitutionsprodukte zur Einwirkung bringt.
Beispiel 1: 3#92 kg Perhydrocarbazol (F = 65 ; Kpi-u=186 ; s. deutsche Patentschrift Nr. 514822) werden geschmolzen, auf 50 abgekühlt und dazu allmählich 150 g Äthylenoxyd zugegeben.
Man kühlt auf 30 ab und gibt weitere 1000 g Äthylenoxyd in Anteilen von 50 g hinzu. Danach steigert man die Temperatur langsam auf 800. Das entstandene N-[ss-Oxyäthyl]-perhydrocarbazol bildet, durch Vakuumdestillation gereinigt, ein farbloses dickes 01 vom Kpl = 126-130 .
Zu dem gleichen Produkt gelangt man auch, wenn man 520 g Perhydrocarbazol und 350 9 Äthylen- chlorhydrin acht Stunden auf 1500 erwärmt. Nach dem Erkalten versetzt man mit Wasser und Ätzalkali und scheidet die Basen ab.
100 Gewichtsteile N- [ss-Oxyäthyl]-perhydroearbazol werden in 400 Gewichtsteilen Chloroform unter Eiskühlung langsam mit 60 Gewichtsteilen Thionylchlorid versetzt und danach kurze Zeit bei Zimmertemperatur nachgerührt ; sodann wird das Chloroform sowie das überschüssige Thionylchlorid abdestilliert und der Rückstand im Essigester aufgenommen. Aus der Lösung kristallisiert das Chlorhydrat des N-[ss-chloräthyl]-perhydrocarbazols, aus dessen wässeriger Lösung man die freie Base durch Zusatz von Natronlauge und Ausäthern erhält.
10 Gewichtsteile 2-Aminopyridin und 24 Gewichtsteile N- [ss-Chloräthyl]-perhydrocarbazol werden eine Stunde lang auf dem Dampfbad erwärmt. Nach dem Erkalten versetzt man mit Aceton, wobei sich das Monochlorhydrat des N-[ss'-(Perhydrocarbazolyl-{9})-äthyl]-α-pyridonimids
EMI1.2
ausscheidet. Es wird abgesaugt und mit alkoholischer Salzsäure in das Dichlorhydrat übergeführt, das, aus Alkohol und Aceton umgelöst, bei 2740 schmilzt.
Beispiel 2 : 36 Gewichtsteile Perhydrocarbazol, 30 Gewichtsteile Diäthyl-[ss,γ-oxidopropyl]- amin und 2'5 Teile Wasser werden fünf Stunden lang auf 100-110 erhitzt und das entstandene N-[ss-Oxy-γ-diäthylaminopropyl]-perhydrocarbazol (Kpa4 = 179-180 ) im Vakuum abdestilliert.
<Desc/Clms Page number 2>
25 Gewichtsteile dieser Verbindung werden in 100 Gewichtsteilen Chloroform gelöst und unter
Eiskühlung tropfenweise mit 15 Gewichtsteilen Thionylchlorid versetzt. Nach etwa einstündigem
Umrühren bei Zimmertemperatur wird Chloroform und überschüssiges Thionylchlorid hierauf ab- destilliert und der Rückstand mit Wasser versetzt. Nach Abfiltrieren von ungelösten Flocken wird i das entstandene N-[ss-Chlor-γ-diäthylaminopropyl]-perhydrocarbazol durch Zusatz von Kalilauge abgeschieden und ausgeäthert. Nach dem Trocknen und Abdestillieren des Äthers erhält man die Base als öliges Produkt.
15 Gewichtsteile dieser Chlorverbindung werden mit 5 Gewichtsteilen 2-Aminopyridin eine Stunde lang auf dem Dampfbad erwärmt. Das Reaktionsprodukt wird hierauf in Alkohol gelöst und mit alkoholischer Salzsäure bis zur stark kongosauren Reaktion versetzt, wobei das Triehlorhydrat des
N- [ss'- (Diäthylamino)-ss''-(perhydrocarbazolyl-{9})-isopropyl]-α-pyridonimids
EMI2.1
(Pc bedeutet den Perhydrocarbazolrest) ausfällt, das nach Umlösen aus Alkohol bei 2470 schmilzt.
Beispiel 3: 6 Gewichtsteile Äthylenbromid, 24 Gewichtsteile Perhydrocarbazol und 25 Gewichts- teile Benzol werden zwei Stunden lang auf dem Dampfbad erhitzt. Darauf versetzt man mit 100 Gewichtsteilen Benzol, saugt das abgeschiedene Perhydrocarbazolbromhydrat ab und destilliert das Benzol aus dem Filtrat ab. Der Benzolrückstand liefert aus Alkohol umgelöst das a. ss-Bis- [perhydro- carbazolyl- (9) ]-äthan vom F = 111 .
Beispiel 4 : 55 Gewichtsteile 2-Methylcarbazoltetrahydrid- (1. 2.3. 4) werden mit 10 Gewichts- teilen Nickelkatalysator in 200 Gewichtsteilen Dekahydronaphthalin mit Wasserstoff bei 210 und 80-100 Atm. hydriert. Nach Beendigung der Hydrierung wird vom Katalysator abgetrennt, die Lösung mit verdünnter Essigsäure ausgeschüttet und aus der sauren Lösung mittels Kaliumearbonat das 2-Methylperhydrocarbazol abgeschieden, das in Äther aufgenommen und durch Vakuumdestillation gereinigt wird (Kp4 = 124-126 ).
20 Gewichtsteile 2-Methylperhydrocarbazol werden mit 13 Gewichtsteilen Äthylenehlorhydrin acht Stunden lang auf 1500 erwärmt. Nach dem Abkühlen versetzt man mit Wasser und Kaliumcarbonat, äthert aus und reinigt das entstandene N-[-Oxyäthyl]-2-methylperhydrocarbazol durch Vakuumdestillation (Kp4 = 152-158 ).
10 Gewichtsteile der Oxyäthylverbindung löst man in der gleichen Menge Benzol und tropft die Lösung unter Kühlung zu 10 Gewichtsteilen Thionylehlorid. Nach Abdestillieren des überschüssigen Thionylchlorids und des Benzols versetzt man mit Wasser, filtriert, fällt unter Eiskühlung mit Natronlauge und äthert das entstandene N- [ss-Chloräthyl]-2-methyIperhydrocarbazoI aus.
7 Gewichtsteile N-[ss-Chloräthyl]-2-methylperhydrocarbazol und 4 Gewichtsteile 2-Aminopyridin werden eine Stunde auf dem Dampfbad erwärmt. Nach dem Erkalten verreibt man den Rückstand mit Äther, giesst den Äther ab, versetzt mit Aceton und saugt das ausgeschiedene Monochlorhydrat des N-[ss'-(2-Methylperhydrocarbazolyl-{9}-äthyl]-α-pyridonimids ab, das nach Umlösen aus Alkohol und Aceton bei 2170 schmilzt.
Beispiel 5 : 100 Gewichtsteile 3-Äthoxycarbazoltetrahydrid- (1. 2.3. 4), erhalten durch Kondensation von 4-Äthoxyphenylhydrazin mit Cyclohexanon (A. 359 [1908] 65), werden in 200 Gewichtsteilen Dekahydronaphthalin gelöst und nach Zusatz von 10 Gewichtsteilen Nickelkatalysator mit Wasserstoff bei 220 und 70-90 Atm. hydriert. Das nach Absaugen vom Katalysator und Abdestillieren des Dekahydronaphthalins gewonnene 3-Äthoxyperhydrocarbazol wird sodann durch Vakuumdestillation gereinigt ; Kps = 135-140 .
10 Gewichtsteile 3-Äthoxyperhydroearbazol und 10 Gewichtsteile Äthylenehlorhydrin werden
EMI2.2
3'5 Gewichtsteile der Oxyäthylverbindung werden in 10 cm3 Benzol gelöst und unter Kühlung zu 3 Gewichtsteilen Thionylehlorid zugetropft. Benzol und überschüssiges Thionylehlorid werden abdestilliert. Den Rückstand löst man in Wasser, filtriert, versetzt unter Eiskühlung mit Natronlauge und äthert das entstandene N-[ss-Chloräthyl]-3-äthoxyperhydrocarbazol aus.
3 Gewichtsteile N- [ss-CMoräthyI]-3-äthoxyperhydroearbazol werden mit 2 Gewichtsteilen 2-Aminopyridin eine halbe Stunde lang auf dem Dympfbad erwärmt. Nach dem Erkalten versetzt man mit Äther, giesst den Äther vom ausgefallenen Niederschlag ab und löst diesen in Aceton. Nach dem Versetzen der Acetonlösung mit alkoholischer Salzsäure fällt das Dichlorhydrat des N-] ss'- (3-Äthoxy-
<Desc/Clms Page number 3>
perhydrocarbazolyl-{9})-äthyl]-α-pyridonimids aus, das nach Umlösen als Alkohol und Aceton bei 236 unter Zersetzung schmilzt.
In gleicher Weise wie in den vorhergehenden Beispielen beschrieben, kann N- [ss-Chloräthylj- perhydroearbazol auch mit Methylamin, Diäthylamin, Benzylamin, Methybenzylamin, 4-Aminopyridin, 2-Amino-4-methylpyridin, 2-Aminochinolin, 4-Amino-6-äthoxy-2-methylchinolin, Imidazol, 5-Methyl-A2-pyrazolin, 2-Hethyl-A2-imidazolin, 2-Amino-4-methylthiazol zu nachstehenden N-Äthylperhydrocarbazolderivaten umgesetzt werden :
EMI3.1
<tb>
<tb> N- <SEP> (ss-Methylaminoäthyl]-perhydrocarbazol, <SEP> Dichlorhydrat <SEP> F <SEP> = <SEP> 2090
<tb> N-[ss-Diäthylaminoäthyl]-perhydrocarbazol, <SEP> Dibromhydrat <SEP> F <SEP> = <SEP> 191
<tb> N- <SEP> [ss-Benzylaminoäthyl]-perhydrocarbazol, <SEP> Dibromhydrat <SEP> F <SEP> = <SEP> 2320
<tb> N-[ss-Methylbenzylaminoäthyl]-perhydrocarbazol, <SEP> Dichlorhydrat <SEP> F <SEP> = <SEP> 240
<tb> N-[ss'-(Perhydrocarbazolyl-{9})-äthyl]-γ-pyridonimid, <SEP> Dichlorhydrat <SEP> F <SEP> = <SEP> 245
<tb> N-[ss'-(Perhydrocarbazolyl-{9})-äthyl]-γ-methyl-α-pyridonimid, <SEP> Dichlorhydrat <SEP> F <SEP> = <SEP> 2580
<tb> N-[ss'-(Perhydrocarbazolyl-{9})-äthyl]-α-chinolonimid, <SEP> Dichlorhydrat <SEP> F <SEP> = <SEP> 261
<tb> N- <SEP> [ss'-(Perhydrocarbazolyl-{9})-äthyl]-p-äthoxy-α-methyl-γ
-chinolonimid, <SEP> Chlorhydrat <SEP> F <SEP> = <SEP> 278 <SEP>
<tb> 1-[ss-(Perhydrocarbazolyl-{9'})-äthyl]-imidazol, <SEP> Dibromhydrat <SEP> F <SEP> = <SEP> 238
<tb> 1-[ss-(Perhydrocarbazolyl-{9'})-äthyl]-5-methyl-#2-pyrazolin, <SEP> Kp4 <SEP> = <SEP> 173-180
<tb> 1-[ss-(Perhydrocarbazolyl-{9'})-äthyl]-2-methyl#2-imidazolin, <SEP> Dibromhydrat <SEP> F <SEP> = <SEP> 211
<tb> N-[ss'-(Perhydrocarbazolyl-{9})-äthyl]-α-methyl- -iminothiazolin, <SEP> Dichlorhydrat <SEP> F <SEP> = <SEP> 224 .
<tb>
EMI3.2
1. Verfahren zur Darstellung von Perhydrocarbazolderivaten, dadurch gekennzeichnet, dass man Perhydrocarbazol oder dessen Substitutionsprodukte mit Äthylenoxyd zur Umsetzung bringt,
EMI3.3