AT147161B - Verfahren zur Verhinderung des Schiebens von Geweben. - Google Patents

Verfahren zur Verhinderung des Schiebens von Geweben.

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  Verfahren zur Verhinderung des Schiebens von Geweben. 



   Es ist bekanntlich ein grosser Nachteil bei der Herstellung von Geweben, dass die Schuss-und Kettfäden in manchen Fällen nicht genügend fest miteinander verbunden sind und sich gegeneinander verschieben, so dass das Gewebe beim Tragen oder anderer mechanischer Beanspruchung verzerrt wird. 



  Dieser Nachteil, das sogenannte "Schieben", tritt besonders bei Kunstseidegeweben auf und ist in erster Linie auf zu weite Einstellung von Schuss und Kette zurückzuführen. 



   Um das Schieben zu beseitigen, hat man schon vorgeschlagen, die Gewebe mit Kolophoniumseifen, z. B. dem Natriumsalz der Kolophoniumsäure, oder mit in Gegenwart bestimmter Emulgatoren hergestellten Harzemulsionen nachzubehandeln. Die Behandlung der Gewebe mit derartigen Substanzen erwies sich jedoch anderseits wieder als nachteilig, da die behandelten Gewebe sich hart und minderwertig anfühlten. 



   Gegenstand der Erfindung ist es nun, die gekennzeichneten Nachteile zu vermeiden und ein Präparat zur Herstellung schiebefester Appreturen herzustellen, das die Qualität des behandelten Gewebes in keiner Weise beeinträchtigt und die schiebenden Gewebe in eine praktisch brauchbare und konkurrenzfähige Form bringt. 



   Dieses Ziel wird erreicht, indem man solche Gewebe mit wahrscheinlich ester-bzw. amidartigen Kondensationsprodukten hydroxyl-bzw. aminogruppenhaltiger Carbon-und Sulfosäuren mit Harzbzw. Wachssäuren nachbehandelt. Diese Kondensationsprodukte werden zweckmässig in Form ihrer wasserlöslichen Salze verwendet. Eine derartige schiebefeste Appretur beeinträchtigt die Qualität der Gewebe in keiner Weise. 



   Die zu verwendenden Salze können solche der Alkalien, des Ammoniums oder von geeigneten organischen Basen, z. B. Triäthanolaminsalze, sein. Als carboxyl-bzw. sulfogruppenhaltige Kondensationskomponenten, die eine ester-bzw. amidartige Verknüpfung mit der   Harz-oder Wachssäurekomponente   gestatten, seien Oxycarbonsäuren,   Aminocarbonsäuren, Oxy-und   Aminosulfosäuren genannt ; mit   "Sulfosäuren"sind   dabei auch Verbindungen mit   der-0-SOgH-Gruppe   gemeint. Diese Verbindungen können noch anderweitig substituiert sein und können durch Heteroatome unterbrochene Kohlenstoff- 
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   Während somit hinsichtlich der Wahl der hydroxyl-bzw. aminogruppenhaltigen Säurekomponenten eine reiche Variationsmöglichkeit besteht, wird zwecks Erzielung des"Schiebefest-Effekts"als zweite Komponente eine höhermolekulare   Harz-oder Wachssäure   gewählt. Als solche kommen z. B. Montanwachssäure oder Abietinsäure oder das Gemisch der aus Kolophonium isolierbaren Harzsäuren in Frage. 



  Im letzteren Falle werden vorteilhafterweise Umsetzungsprodukte roher Kolophoniumsäuren bzw. gereinigte Umsetzungsprodukte angewandt, die noch einen bestimmten Anteil nicht umgesetzter höhermolekularer Säuren enthalten. Die Kondensation der genannten   Harz-und Wachssäuren   kann in üblicher Weise mit Hilfe ihrer reaktionsfähigen Derivate, z. B. der Halogenide, vorgenommen werden. 



   Durch die vorstehend beschriebene Nachbehandlung kann das Schieben der Gewebe vollkommen beseitigt werden. Die Gewebe erhalten gleichzeitig einen weichen, angenehmen Griff. Bei der Behandlung können den Bädern auch noch andere Mittel, wie Phthalsäurederivate u. ähnl. weichmachende Zusätze, 

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 ferner Stärke, Leim, Pflanzenschleime, polymere Alkohole, Kunstharze, Fette, Öle, Seifen und andere Textilhilfsmittel, wie z. B. Alkoholsulfonate, Kondensationsprodukte von Alkylenoxyden mit hochmolekularen reaktionsfähigen Verbindungen,   Kondensationsprodukte von Fettsäuren,   mit Aminocarbon-   oder-sulfosäuren   oder mit Alkylolaminen usw., beigemischt werden.

   Diese und andere geeignete Bestandteile können den Bädern getrennt zugesetzt oder vorher der   Sehiebefest-Appretur   einverleibt werden. 



   Die Produkte der Erfindung zeichnen sich vor den bisher zum selben Zwecke verwendeten Harz-   und Wachssäuren auch noch durch ihre erheblich bessere Beständigkeit gegen   Säure und hartes Wasser aus. 



   Beispiel 1 : Man beschickt ein Bad von 100 Liter mit   1'5 leg   des Einwirkungsproduktes von   Kolophoniumsäurechlorid   auf Sarkosinnatrium und behandelt hierin   10 leg   eines schiebenden Kunstseidegewebes. Die Temperatur wird während 20 Minuten auf   45  C   gehalten ; danach wird, ohne zu spülen, geschleudert und getrocknet. Kette und Schuss sind vollkommen fixiert, und das Gewebe hat nach   24 stun-   digem Liegen an der Luft seine   ursprüngliche   Weichheit wieder angenommen. 



   Beispiel 2 : Ausführungsform wie Beispiel 1, nur mit dem Unterschied, dass 200 g des Methylesters der Phthalsäure ausserdem dem Bade zugesetzt werden. Dieser Zusatz bewirkt, dass das Sarkosinkondensationsprodukt auch bei sehr hart gedrehten Fäden bis in das Innere eindringt und Kett-und   Schussfäden   mit einem weichen und elastischen Kitt verkittet. 



    Beispiel 3: Man beschickt ein Bad mit 100 Liter mit 1#5 kg des Einwirkungsproduktes von Kolo-     phoniumsäurechlorid   auf   methylaminoäthansulfosaures   Natrium und behandelt darin 10 kg eines schiebenden Kunstseidegewebes bei einer Temperatur von 450 C 10 Minuten lang. Anschliessend schleudert man, ohne zu spülen, und trocknet. Kette und Schuss des Gewebes sind fest miteinander verkittet. 



   Beispiel 4 : In 100 Liter eines Bades, das 5 kg des Einwirkungsproduktes aus Kolophoniumsäurechlorid auf Glykokoll und 2 kg des Reaktionsproduktes aus   Montanwachssäurechlorid   auf Sarkosinnatrium enthält, wird ein schiebendes Kunstseidegewebe behandelt. Die Temperatur wird 15 Minuten lang auf 450 C gehalten. Das Gewebe wird dann ohne vorheriges Spülen getrocknet. Man erhält neben einem weichen und vollen Griff eine Festigung des Gewebes gegen mechanische Beanspruchung. 



   Beispiel 5 : Man beschickt ein Bad von 100 Liter mit 2 kg des Einwirkungsprodukts von Kolo-   phoniumsäurechlorid   auf ein Totalhydrolysat von Eiweissstoffen und behandelt hierin ein schiebendes Kunstseidegewebe. Nach dieser Behandlung sind Kette und Schuss vollkommen fixiert, und das Gewebe besitzt einen hervorragend vollen Griff. 



   Wenn statt dessen ein Kondensationsprodukt von   Kolophoniumsäurechlorid   und einer Polypeptidmischung,   erhältlich   durch Teilhydrolyse von   Eiweissstoffen, verwendet   wird, kann man einen noch volleren Griff des Gewebes erzielen. 



   Beispiel 6 : In 100 Liter Wasser werden 5 kg des Natriumsalzes eines Kondensationsproduktes aus Kolophoniumsäurechlorid auf Sarkosin und 100   g   des   Natriumsalzes von Oleylmethyltaurin aufgelost.   



  An Stelle des Oleyltaurinsalzes kann auch eine entsprechende Menge eines Salzes von sulfoniertem Stearylalkohol verwendet werden. Ein in dieser Lösung behandeltes Kunstseidegewebe wird schiebefest und erhält einen vollen und weichen Griff. 



   Beispiel   7 : 5 leg   eines Kondensationsprodukts aus   Kolophoniumsäureehlorid   und Sarkosinnatrium, 50 g des Natriumsalzes von Oleylsarkosin und 50   g   des Triäthanolaminsalzes von Oleylsarkosin werden in 100 Liter. Wasser aufgelöst. In diesem Bade wird ein schiebendes Kunstseidegewebe eine kurze Zeit lang behandelt. Man erhält ein besonders gut schiebefestes Gewebe mit ausgezeichnetem Griff. 



   Beispiel 8 : 5 kg eines Einwirküngsprodukts aus Kolophoniumsäurechlorid und Sarkosinna, trium werden in 100 Liter Wasser aufgelöst, wobei soviel Essigsäure zugegeben wird, bis eine schwach lackmussaure Reaktion eintritt. Ferner werden diesem Bade 50   g   des essigsauren Salzes des Triäthanolaminmonopalmitylesters zugegeben. Ein darin behandeltes schiebendes Kunstseidegewebe ist vollkommen schiebefest und besitzt einen sehr weichen Griff. Es sei bemerkt, dass trotz der sauren Reaktion des Bades sich keine   unlöolichen Ausscheidungeû   bilden, die die Qualität des Gewebes beeinträchtigen könnten. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Verhinderung des Schiebens von Geweben, insbesondere solcher aus Kunstseide, dadurch gekennzeichnet, dass man die schiebenden Gewebe mit Kondensationsprodukten von hydroxylbzw. aminogruppenhaltigen   Carbon-oder Sulfosäuren   und   Harz-oder Wachssäuren   behandelt.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man wässerige Lösungen von Salzen der genannten Kondensationsprodukte verwendet.
AT147161D 1934-12-20 1935-12-13 Verfahren zur Verhinderung des Schiebens von Geweben. AT147161B (de)

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