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Verfahren zur Herstellung von Schuheinlagen.
Es wurden bereits geschlossene Kammern in Sohlenform vorgeschlagen, welche, mit plastischer Masse gefüllt, eine Schuheinlage ergeben. Diese Ausführungen sind aber verhältnismässig kostspielig und nur für ausgesprochen kranke Füsse gedacht. Auch ist es hiebei schwer, das Füllmaterial richtig zu dosieren und ist überdies die Gefahr vorhanden, dass dasselbe die Kammer nicht voll ausfüllt und Luftblasen entstehen.
Den Gegenstand der Erfindung bildet ein Verfahren zur Herstellung von Schuheinlagen, welches einfach durchzuführen ist und mit geringen Kosten einwandfreie Einlagen zu erzeugen gestattet.
Dieser Zweck wird erfindungsgemäss dadurch erreicht, die Masse vor dem Abformen zwischen ein seitliches Ausweichen der zusammengedrückten Masse gestattenden, vorzugsweise voneinander gänzlich getrennten Platten aus Kork, Leder, Papiermache, Metall, wie z. B. Aluminiumpressblech od. dgl. eingebracht wird und die Einlage erst nach dem Erhärten der Masse durch Putzen, Zureeht- schneiden, Überziehen u. dgl. fertiggestellt wird.
Weiters bildet den Gegenstand der Erfindung ein Verfahren, darin bestehend, dass der Abdruck der Fusssohle auf einem Modellbrett od. dgl. vorgenommen wird, welches der Form der Schuhsohle entsprechend gekrümmt ist.
Zur Durchführung der erfindungsgemässen Verfahrensmassnahmen wird zweckmässig ein an dem Modellbrett anbringbarer, den Fuss seitlich unterstützender Halter od. dgl. verwendet, durch welchen der Fuss in die für das Abformen einer vermittels plastischer Klebemasse hergestellten Einlage richtige Stellung gebracht wird.
Weiters kann, vorzugsweise bei im Schuh selbst abgenommenem Abdruck, ein auf zwei Modellbrettern auflegbarer Lattenrost Verwendung finden, der ein Freilegen des Absatzes gestattet.
Die erfindungsgemässen Verfahrensmassnahmen und Einrichtungen sind aus in der Zeichnung beispielsweise dargestellten Ausführungsformen zu entnehmen.
Die Fig. 1 und 2 stellen in Vorderansicht und Fig. 3 in Seitenansicht zu Fig. 2 die Vorbereitungsmassnahmen dar, um eine richtige Stellung des Fusses auf dem Modellbrett während des Abformvorganges zu erzielen. Fig. 4 zeigt das auf dasselbe aufgelegte Einlagenmaterial. Fig. 5 veranschaulicht den Abformvorgang nach einer Ausführungsform des Verfahrens und Fig. 6 die so erhaltene Einlage vor deren weiterer Behandlung. Von einer andern Ausführungsform des erfindungsgemässen Verfahrens zeigen Fig. 7 die Vorderansicht des beschuhten Fusses ohne Einlage und Fig. 8 den gestützten Fuss vor oder während der Vornahme des Abformens. Fig. 9 stellt eine fertige Einlage dar.
Bei Vornahme der erfindungsgemässen Verfahrensmassnahmen, wie sie in den Fig. 1-6 dargestellt sind, wird der vorteilhaft mit einem Strumpf bekleidete Fuss auf das Grundstellungsmodell aufgesetzt, welches der Krümmung der Schuhsohle entsprechend geschwungen ist. Um das Modellbrett 1 für Schuhe mit verschiedener Sohlenform bzw. Stöckelhöhe verwenden zu können, ist dasselbe vorne mit einem Auflagebrett 2 versehen, welches nach rückwärts zu keilförmig zugespitzt ist und daher an seiner Oberfläche sanft in das Modellbrett j ! übergeht. Das Auflagebrett 2 ist mit nach unten vorstehenden Zapfen 3 versehen, die in entsprechende Ausnehmungen des Brettes 1 eingreifen.
Ausserdem sind an der Unterseite des letzteren Riegel 4 verschwenkbar, welche in der eingeschwenkten Stellung das Auflagebrett 2 übergreifen und festhalten. Bei Herstellung von Einlagen für Schuhe mit grosser Stöckelhöhe kann das Auflagebrett 2 abgenommen werden. Rückwärts ist das Modellbrett 1 durch ein Stöckel 5 unterstützt, dessen untere Teile 6 mittels Scharniere 7 miteinander in Verbindung stehen und einzeln nach
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rückwärts geklappt werden können, so dass auch geringere Stöckelhöhen, als auf der Zeichnung veranschaulich, eingestellt werden können.
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in welchen Bolzen 12 verschiebbar sind, deren untere Enden ein Stahlband 13 tragen. Zwischen den Profilschienen 11 und den Stahlbändern 13 sind Federn 14 eingeschaltet.
Die Bolzen 12 können mittels kleiner Hebel 15 festgestellt werden. Die Profilschienen 11 sind in Schwalbenschwanznuten 16 von Führungsbacken 17 verschiebbar und durch Flügelschrauben 18 darin festklemmbar. Die Führungbacken 17, die mit je einer Schraubenspindel19 versehen sind, greifen ebenso wie die gegenüberliegenden Feststellbacken 20 mit entsprechenden Klauen in die Rillen 8 der Bretter 1 bzw. 2 ein und werden durch Flügelmuttern 21, welche auf den die Feststellbacken 20 durchsetzenden Spindeln 19 verschraubbar sind, festgehalten. Zwischen den Backen 17 und 20 sind Federn 22 eingeschaltet. Die Führungsnuten 16 liegen gegen die Mitte des Modellbrettes zu geneigt. Durch Verschieben der Bolzen 12 in den Profilschienen 11 können die Stahlbänder 13 dem seitlichen Profil des Fusses angepasst werden. Wird nun z.
B. ein Senkfuss auf das Modellbrett gestellt, wie Fig. 1 zeigt, so neigt er sich nach innen zu, so dass die
Stahlbänder 13 nicht in der Mittelebene des Fusses zu liegen kommen. Diese unrichtige Stellung muss nun durch seitliche Halter oder Regulatoren beseitigt werden, welche aus einer am Modellbrett 1 mittels einer Klemme 23 fixierbaren Stange 24 und einer an dieser durch einen Führungsteil 25 und Klemmschrauben 26 in verschiedener Lage feststellbaren Stütze 27 bestehen.
Fig. 2 zeigt den Fuss in der durch den seitlichen Regulator gestützten Stellung, in welcher seine Mittelebene mit der Mittelebene der Stahlbänder 13 des vorderen und rückwärtigen Regulators zusammenfällt.
Nun wird der Fuss von dem Modellbrett entfernt und die vorbereitete Einlage auf dasselbe aufgebracht (Fig. 4), die aus einer unteren Korkplatte 28, einer oberen Korkplatte 29 und einer zwischen dieselben eingebrachten plastischen Masse 30 besteht, die eine Mischung von Sägemehl mit einer erhärtenden Klebemasse, z. B. dem mit der Bezeichnung"Ago"im Handel befindlichen Lederkitt (A) - Lösungs- mittel Azeton (B) - darstellt. Statt Korkplatten können auch Platten aus Leder, Papiermaché u. dgl.
Metall, wie z. B. Aluminiumpressblech, verwendet werden. Nun wird der Fuss in der durch die Regulatoren bestimmten Stellung auf die obere Platte 28 aufgesetzt, wie Fig. 5 zeigt. Durch das Körpergewicht wird nun die Einlage der Gestalt der Fusssohle entsprechend geformt. Die überschüssige Masse wird hiebei zwischen den beiden Platten seitlich herausgepresst. Fig. 6 veranschaulicht die Einlage im abgeformten Zustande nach dem Abheben des Fusses. Die Holzklebemasse erhärtet bald, so dass dann die Einlage geputzt, zureehtgeschnitten und mit Leder, Leinen u. dgl. überzogen werden kann. Die so hergestellte Einlage, welche in Fig. 9 zur Darstellung gebracht ist, ergibt ein richtiges Negativ der zu unterstützenden Fusssohle.
Die Einlage kann auch im vorbereiteten Zustande in den Schuh eingelegt und das Abformen selbst bei beschuhtem Fuss vorgenommen werden. Bei dieser Ausführungsform des erfindungsgemässen Verfahrens empfiehlt es sich, zwei Modellbretter 31 und 32 zu verwenden, über welche ein biegsamer Lattenrost 33 gelegt wird. Dies hat den Vorteil, dass der Schuhabsatz nicht stört, da er hinter dem Rost frei zu liegen kommt, so dass die Sohle des Fusses zur Gänze auf dem Rost aufliegt.
Fig. 7 zeigt den schief stehenden beschuhten Senkfuss ohne Verwendung einer Einlage und ohne seitliche Stützung. Ebenso wie gemäss Fig. 2 wird nun der Fuss in die richtige Stellung gebracht und durch den seitlichen Halter oder Regulator 34 unterstützt, dann die vorbereitete Einlage in den Schuh eingebracht und in demselben unter gleichzeitiger Stützung durch den seitlichen Regulator abgeformt.
Die fertige Einlage kann in den Schuh entweder einlegbar sein oder in diesem auch befestigt werden.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung von Schuheinlagen, bei welchem von der Fusssohle ein Abdruck in plastischer Masse genommen wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Masse (30) vor dem Abformen zwischen ein seitliches Ausweichen der zusammengedrückten Masse gestattenden, vorzugsweise von-
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pressblech, od. dgl. eingebracht wird und die Einlage erst nach dem Erhärten der Masse durch Putzen, Zurechtschneiden, Überziehen u. dgl. fertiggestellt wird.