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Vorrichtung zum Nachsetzen der Elektroden elektrischer Öfen.
Um die Fassung von kontinuierlich arbeitenden Elektroden, die durch Rutschfassungen getragen werden, zu verschieben, kann man in der Weise vorgehen, dass man zunächst entweder die Elektrode auf den Ofenboden absetzt oder sie z. B. mit Hilfe von Seilen, Ketten oder Greifern aufhängt, alsdann die Fassung löst und sie mittels einer Winde das erforderliche Stück auf der Elektrode höher zieht. Dieses Verfahren hat nicht nur den Nachteil, dass es umständlich und langwierig ist, sondern auch den, dass es das Ausschalten des Ofens erforderlich macht.
Zur Vermeidung des Ausschaltens des Ofens hat man vorgeschlagen, die Elektrode ohne Änderung des Anpressdruckes durch einen auf ihre obere Stirnfläche ausgeübten hohen Druck durch die Fassung hindurchzudrücken oder die Elektrode so festzuhalten und die ungelöste Fassung auf ihr hochzuziehen. Hiebei besteht aber der Nachteil, dass die Zugorgane und Halteorgane, wie Seile, Winden u. dgl., sehr hoch beansprucht werden und infolgedessen äusserst stark ausgebildet sein müssen. Trotzdem entstehen aber häufig erhebliche Störungen, weil die den Anpressdruck bewirkenden Schrauben der Fassung meist so stark wie überhaupt nur möglich angezogen sind und deshalb die Beanspruchung auch in den Konstruktionsteilen der Fassung beim Verschieben ausserordentlich hoch ist.
Eine wesentliche Verbesserung lässt sich erzielen, wenn man bekannterweise für die Elektrode eine Fassung benutzt, die auf hydraulischem oder pneumatischem Wege festgespannt wird. Hiebei wird zum Verschieben der Anpressdruck auf die Fassung so weit vermindert, dass die Elektrode durch ihr Eigengewicht in der Fassung rutscht. Durch Erhöhung des Anpressdruckes wird dann die Elektrode wieder in einer bestimmten Stellung festgehalten. Dieses Verfahren erfordert aber besondere Übung des Bedienungspersonals ; es kann unter Umständen vorkommen, dass die Elektrode mehr als angestrebt durch die Fassung durehgleitet, wenn die Bedienung nicht sorgfältig erfolgt.
Zur Abhilfe sind auch schon Fangvorrichtungen vorgeschlagen worden. Diese treten nur bei dem nichtgewollten Öffnen der an sich ortsfesten Elektrodenfassung in Tätigkeit, aber nicht bei gewolltem Öffnen der Fassung. Die Fangvorrichtung stellt daher zwar eine gewisse Sicherheitsvorrichtung dar, ohne aber eine Verbesserung des Verfahrens zum Nachsetzen der Elektroden mit sich zu bringen.
Weiters ist vorgeschlagen worden, zwei Klemmvorrichtungen und eine Stromzuführungseinrichtung zu benutzen, wobei beide Klemmvorrichtungen beweglich angeordnet und durch gesonderte Antriebsvorrichtungen betätigt werden. Diese Anordnung ist ausserordentlich teuer, unübersichtlich und verwickelt in der Bedienung. Die besondere, stromzuführende Fassung verteuert die Anlage nicht unwesentlich.
Gemäss der Erfindung werden die Nachteile aller dieser Einrichtungen dadurch vermieden, dass die untere Klemmvorrichtung beweglich und als stromzuführende Fassung ausgebildet ist. Dabei können die Fassung für die Elektrode und die obere Klemmvorriehtung in bekannter Weise hydraulisch oder pneumatisch betätigt sein. Die Druckelemente der Klemmvorrichtung können ebenso wie die der Fassung bekanntermassen aus elastischen, gewellten und in ihrer Längsrichtung dehnbaren Büchsen bestehen.
Vorteilhaft ist es, die Betätigungsorgane für die Fassung und für die obere Klemmvorrichtung an oder in der Nähe der Kontroll-und Regelapparate für den Ofen anzuordnen.
Beim Verschieben der Fassung wird so vorgegangen, dass zunächst mit der oberen Klemmvor- richtung die Elektrode festgespannt, alsdann der Anpressdruck der Fassung vermindert und schliesslich
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die Fassung auf der Elektrode hochgezogen wird. Sodann wird der Anpressdruck der Fassung wieder erhöht und der Druck in der oberen Klemmvorrichtung vermindert.
Die Vorrichtung gemäss der Erfindung hat insbesondere auch den Vorteil, dass zum Verschieben der Elektrodenfassung nur eine Person notwendig ist.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Vorrichtung gemäss der Erfindung dargestellt.
1 ist die stromführende Elektrodenfassung. Um diese auf der Elektrode zu verschieben, werden mit Hilfe der Steuerventile 2 die Druckelemente 3 der oberen Klemmvorrichtung 4 unter Druck gesetzt, so dass die Elektrode festgeklemmt wird. Alsdann wird mit Hilfe der Steuerventile 5 der Druck auf die Kontaktbacken der Fassung so weit vermindert, dass noch eine genügende Anpressung verbleibt, um einen einwandfreien Stromübergang von den Kontaktplatten auf die Elektrode zu gewährleisten. Sodann wird durch Anziehen der Zugorgane 6 die Fassung 1 auf der Elektrode das erforderliche Stück hochgezogen. Nachdem dies geschehen ist, wird der Anpressdruck auf die Kontaktplatten 7 so weit erhöht, dass die Fassung allein die Elektrode tragen kann. Schliesslich wird durch Verminderung des Druckes auf die Druckelemente 3 die obere Klemmvorrichtung 4 gelöst.
Der auf die Elektrode ausgeübte Anpressdruck der Fassung und der oberen Klemmvorrichtung kann an den in die Druckleitung eingeschalteten Manometern 8 abgelesen werden.