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Einrichtung zum Kugelschiessen aus Maschinengewehren.
Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zum Kugelschiessen durch Druckluft ohne Patronen mit Pulverladung für Übungszwecke aus Maschinengewehren, die im wesentlichen aus einem in das Gehäuse des gebräuchlichen Maschinengewehres einsetzbaren Steuermechanismus für die Kugelzubringung und die Druckluftsteuerung zum Austreiben der Kugeln besteht. Weitere Kennzeichen der Erfindung liegen sowohl in der besonderen Anordnung und Ausbildung der motorisch angetriebenen Einrichtung als auch in deren Schaltung, wodurch es möglich ist, die Einrichtung einerseits ohne Konstruktionsveränderung des gebräuchlichen Maschinengewehres in dieses rasch einzubauen und anderseits die Steuerung der Hilfseinrichtung zum Kugelschiessen mit den gleichen Handgriffen zu bewirken wie bei einem normalen patronenschiessenden Maschinengewehr.
Es ist daher zur Schulung von Heeresangehörigen in der Bedienung des Maschinengewehres nicht mehr die Aufsuchung besonderer Schiessgelände erforderlich, sondern es können, namentlich, im Winter die Übungen zur Handhabung des Gewehres auch in Sälen oder in Mannschaftszimmern vorgenommen werden, wobei lediglich einzelne bestimmte Bestandteile des gebräuchlichen Maschinengewehres entfernt, die Hilfsvorrichtung mit einigen Handgriffen in das Maschinengewehr eingebaut und eine Druckluftflasche mit einer Schlauchleitung an die Hilfseinrichtung angeschlossen werden. Durch geeignete Konstruktionsausbildung der Hilfseinriehtung für das
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gemacht werden. Zur Vermeidung zu grosser Kugeln wird ein Hilfslauf in den Maschinengewehrlauf eingeschoben, an dem die Kapselzubringungsleitung dicht angeschlossen ist.
Auf der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes dargestellt, u. zw. zeigt Fig. 1 einen Längsschnitt durch das hintere Ende eines Masehinengewehrgehäuses mit abgebrochener Lauf, Fig. 2 ein elektrisches Schaltungsschema für die Steuerung eines Elektromotors für die Kugel- schiesshilfseinriehtung. Fig. 3 einen Querschnitt durch den Steuermechanismus für die Kugelanblingl r.
Fig. 4 einen Längsschnitt durch diese Einrichtung.
Die Hilfseinrichtung für das Kugelschiessen zu Übungszwecken besteht im wesentlichen aus fünf Teilen, u. zw : 1. einer Schaltvorrichtung für den motorischen Antrieb der Hilfseinrichtung am hinteren
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für die Kugelzubringung, welche auf gemeinsamer Grundplatte im Maschinengewehrgehänse eingesetzt sind, 3. einem in den Maschinengewehrlauf einschiebbaren Hilfslauf mit Kugelbohrung, 4. einem motorischen Antrieb mit entsprechendem Steuergetriebe, welcher in einem gemeinsamen Gehäuse an Stelle des normalen Patronenzubringergehäuses des Maschinengewehres an diesem aufschiebbar ist, 5. einer pneumatischen Vorrichtung mit Schlauchleitung, welche zweckmässigerweise aus einer Pressluftflasche besteht.
Die Schaltvorrichtung für den motorischen Antrieb der Kugelschiesshilfseinrichtung für Übungs- zwecke besteht aus einem am hinteren Ende des Maschinengewehrgehäuses eingebauten Schalter, der mit dem gebräuchlichen Abzug 1 des normalen Maschinengewehres bedient wird. Im Falle eines mechta- nisch-motorischen Antriebes muss der Abzug 1 durch ein Gestänge mit der Bremse des betreffenden Federmotors verbunden werden, um den Motor sofort stillzusetzen. In dem in der Zeichnung dargestellten Fall des elektromotorischen Antriebes der Hilfseinriehtung wird in das hintere Gehäuseende nach Öffnung des Deckels ein Klotz 5 eingeschoben, auf welchem ein leitendes Segment 7 befestigt ist, an welchem die elektrische Leitung angeschlossen wird.
In einer Bohrung des Segmentes gleitet ein Kontakt-
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benfeder 3 normal in der Unterbrechungsstellung erhalten wird. Die zweite Kontaktlamelle 6 ist auf dem Klotz 5 aufgeschraubt und mit einer nachstellbaren Kontaktschraube 8 versehen, die entsprechend dem Schaltweg des Kontaktstiftes 4 der Lrmelle genähert oder entfert werden kann.
Das elektrische Sehaltungssehema ist in Fig. 2 eingezeichnet, aus welchem ersichtlich ist, dass auf dem Sehaltweg des Kontaktstiftes 4 bzw. des Druckknopfes 2 noch eine Kontaktlamelle 25 zwischen- geschaltet ist, welche den Motor 23 sofort an die volle Netzanspannung legt. Erst beim satten Schluss des Schalters auf der Kontaktschraube 8 und der dabei bewirkten Unterbrechung zwischen 4 und 25 ist ein Vorschaltwiderstand 26 in den Motorstromkreis eingeschaltet : der die gewünschte Tourenzahl des
Motors und damit die Schusszahl des Maschinengewehres zu regeln gestattet.
Die Zwischenschaltung des Kurzschlusssegmentes M hat den Zweck, den Motor 23 bei Ingangsetzung sofort auf eine möglichst hohe Tourenzahl zu bringen, während für den Dauerbetrieb die Tourenzahl nach Einstellung des Vorsehaltwiderstandes 26 reguliert werden kann. Der dadurch bedingte hohe Stromstoss bei der Ingangsetzung des Motors ist zwar elektrotechnisch nachteilig, spielt aber bei der geringen Dimension des Motors (etwa Yso PS) praktisch keine Rolle.
Zur Ingangsetzung des Motors wird demnach der Abzug 1 des Maschinengewehres in der üblichen Weise niedergedrückt, wodurch der Kontaktstift 2 und damit dessen leitender Stift 4 zunächst an der Kontaktlamelle 25 gleitet, hiedurch den Motor an die volle Netzspannung schliesst, so dass dieser durch den Stromstoss in der kürzesten Zeit auf volle Tourenzahl gelangt, während beim Weiterdrücken des Stiftes 2 dieser auf die Kontaktschraube 8 anstösst, in welcher Stellung der Vorschaltwiderstand 26 eingeschaltet ist, der den Motor auf der gewünschten Tourenzahl erhält.
Die ganze beschriebene und auf dem Klotz 6 montierte Einrichtung wird nach Öffnung des Deckels und nach Entfernung der normalen Masehinengewehrfedern an dieser Stelle eingesetzt und in der aus Fig. 1 ersiehtlichen Art befestigt.
Der durch Entfernung der Rückstossfedern des gebräuchlichen Maschinengewehres frei gewordene Raum des Gehäuses dient ferner zur Aufnahme des Kugelsteuerungs-und Ventilsteuerungsmeehanismus, welcher nach Öffnung des Deckels von oben in das Maschinengewehrgehäuse eingesetzt wird (Fig. 1, 3 und 4). Das Ventilgehäuse besteht aus einem Block mit eingebohrten Pressluftkanälen, die in Fig. 1 punktiert angedeutet sind. Bei 13 ist die Bohrung mit einem Gewinde versehen, in das die von der Pressluftflasehe kommende Schlauchleitung eingeschraubt ist.
Die Schlauchleitung wird aussen durch die Öffnung im Masehinengewehrgehäuse eingeführt, welche für den Schwinghebel des Maschinengewehres ausgespart ist, so dass auch für die Pressluftzuführung keine besondere Bohrung im Maschinengewehrgehäuse angebracht werden muss. Der im genannten Block erwähnte (punktiert gezeichnete) Pressluftkanal mündet zum Ventil 14, auf dessen oberen Schaft die Ventilfeder sitzt und gegen die Ventilkappe 12 drückt. Der untere Schaft des Ventils 14 reicht bis fast in das Getriebegehäuse nach abwärts. Unterhalb des Ventiltellers mündet der Pressluftkanal in den Schusskanal 28 (Fig. 4).
Der Kugelsteuerungsmechanismus besteht aus dem auf der Welle 30 aufsitzenden Kugelzubringerrad 17 sowie einem zugehörigen Antriebszahnrad auf gleicher Welle zur zweckmässig schrittweisen Drehung des ersteren. Über dem Zubringerrad 17 sitzt ein haubenförmiges Segment 18 am'Bloek auf, in das ein Kugelzubringerrohr 20 mündet, durch das die Geschosse 27 zum Zubringerrad gelangen. Das Rohr 20 wird z. B. durch die für die Schmierung des Jl. 1aschinengewehres vorgesehene Deckelöffnung eingeführt und zur Verhinderung der Entweichung der Pressluft am Ende mit einem Holländer versehen, durch
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wird. Unterhalb des Zubringerrades 17 befindet sich eine Fiberdichtung 19, die die Kugeln 29 schussbereit aufnimmt und als Dichtung gegen entweichende Pressluft dient.
In den Masehinengewehrlauf wird ein Einstecklauf 24 mit einer Kaliberbohrung für die Kapselkugeln (z. B. 4'5 m ? ? t) eingeschoben, gegen dessen hinteres Ende die Dichtung 19 dicht angepresst wird. Zur Fixierung des Blockes mit der Ventilsteuerung und der Kugelzubringervorrichtung im Maschinengewehrgehäuse dient eine Platte 9, welche mittels Schraubenbolzen 11 mit dem Spannsegment 10 ange- zogen und festgestellt wird. Diese Befestigungsart ermöglicht einen festen Sitz und eine schnelle Montage der beschriebenen Einrichtung.
Der Antriebsmotor 23 mit dem Übersetzungsgetriebe und dem Steuernocken ist in einem Gehäuse : 11 untergebracht, das an Stelle des Patronenzubringergehäuses im Maschinengewehr einschiebbar gelagert ist. Das Getriebe dient sowohl zur Steuerung der Pressluftzuführung als auch der Kugelzuführung.
Als Pressluftgenerator kann entweder ein Gebläse oder eine Druckluftflasche verwendet werden, welche mit einer Schlauchleitung, wie oben beschrieben, im Gewinde 13 des Ventilgehäuses dicht angeschlossen ist.
Die Wirkungsweise der Einrichtung ist folgende : Zunächst werden aus dem Maschinengewehr die Federn, die Schmiervorrichtung sowie das Patronenzubringergehäuse entfernt und die oben beschriebenen vier Elemente an der beschriebenen Stelle im Maschinengewehr eingebaut, worauf die Druckluftleitung angeschlossen wird, wodurch die Hilfsein- richtung bereits funktionsfähig ist. Durch Druck auf den Abzug 1 wird der Motor eingeschaltet, dessen Ritzel. ? 2 das Getriebe für die Steuerung der Schiesseinrichtung antreibt. Das Getriebe dient hiebei zur
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und drückt das Steuersegment 15 gegen den unteren Ventilschaft, der das Ventil 14 vom Sitz hebt und die Pressluft zum Abschussraum 28 freigibt.
Gleichzeitig übermitteln die andern Zahnräder des Getriebes die Drehung der Welle 30, auf der das Kugelzuführungsrad J ! 7 sitzt. Das Zubringerrad dreht sich im Sinne des Uhrzeigers (Fig. 3). Die Geschosse kommen durch das Rohr 20 durch die Haube 18 hindurch auf das Zubringerrad 17. Das Zubringerrad ist mit einem in der Drehriehtung von einer Kerbe bis zur andern Kerbe spiralig abnehmenden Durchmesser ausgestattet, wodurch die Kugeln sieh bereits während der Drehung des Zubringerrades bis zur Kerbenvertiefung kontinuierlich einsenken können, wodurch auch bei hoher Tourenzahl des Zubringerrades eine exakte Funktion gewährleistet und ein Verklemmen der
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dreht, wird erst das Pressluftventil geöffnet, wodurch erst dann der Schuss losgeht.
Die Pressluft tritt bei geöffnetem Ventil in die Schusskammer S ein und schiesst dadurch die Kugel aus dem Hilfslauf 24.
Die beschriebene Einrichtung ist imstande, bei einem zweikerbigen Kugelzubringerrad 17 eine Schusszahl bis zu 360 Schuss pro Minute abzugeben. Für eine höhere Schusszahl müssen bloss die Übersetzungsverhältnisse zwischen Pressluftventil und Kugelzubringerrad geändert werden und das Kugelzubringerrad mit drei Kerben versehen werden.
An Stelle des beschriebenen elektromotorischen Antriebes kann auch ein Federtriebwerk od. dgl. in jenen Fällen als Antriebsmotor verwendet werden, in welchen keine elektrische Energie zur Verfügung steht. Die bauliche Ausgestaltung der Einrichtung ist eine beliebige, wesentlich ist nur, dass sie ohne Konstruktionsabänderung des Maschinengewehres in dieses eingebaut und mit denselben Handgriffen wie dieses gesteuert werden kann.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Einrichtung zum Kugelschiessen aus Maschinengewehren durch Druckluft für Übungszwecke, gekennzeichnet durch eine in das Gehäuse des gebräuchlichen Maschinengewehres einsetzbare Steuereinrichtung für die Kugelzubringung und die Druckluftsteuerung zum Austreiben der Kugeln.