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Verfahren zur Herstellung von Lösungen von Eiweissstoffen.
In der Patenschrift Nr. 132049 ist angegeben, dass verflüssigte quaternäre Ammoniumsalze für sich oder in Gegenwart von geeigneten Lösungsmitteln die überraschende Eigenschaft besitzen, die Cellu- lose unter Bildung von Lösungen von höherer oder geringerer Viskosität zu lösen. Solche Flüssigkeiten sind vor allem wasserfreie stickstoffhaltige Basen, wie wasserfreies Ammoniak, oder organische Basen. die die quaternären Ammoniumsalze nicht zersetzen, wie Alkylamine (z. B. Mono-, Di-oder Trimethyl- amin), Anilin, Monomethylanilin, Dimethylanilin, Pyridin, Picolin, Lutidin, technische Pyridinbasen.
Gemische dieser Verbindungen usw.
Unter den Ammoniumsalzen sind die Halogenide. wie die Chloride, Bromide und Jodide, am günstigsten. Man kann auch andere Salze verwenden, z. B. Sulfate. Nitrate oder organisehe Salze, wie Formiate, Aeetate usw. Ferner sind unter den Ammoniumsalzen besonders diejenigen günstig, die sich von Estern der Halogenwasserstoffsäuren, die bis acht Kohlenstoffatome enthalten, wie Benzyl- chlorid, Äthyl-, Propyl-oder Butylehlorid oder auch Hexylhalogenide und Octylhalogenide, ableiten. Es können aber brauchbare Ergebnisse mit andern Halogeniden erzielt werden, z. B. mit Estern von
Halogenfettsäuren, wie Chloressigester, oder mit ungesättigten Produkten, wie Allylhalogenide.
In weiterer Ausbildung dieser Erfindung wurde nun gefunden, dass auch Eiweissstoffe (dieser Begriff umfasst auch die proteinartigen Abbauprodukte der Proteine, wie die Albumosen und Peptone) sich in den genannten Additions-bzw. Ammoniumverbindungen lösen. so dass Lösungen entstehen. welche die Eiweissstoffverbindungen in sehr reaktionsfähiger Form enthalten. Je nach der Natur des Proteins muss die Lösungstemperatur mehr oder weniger hoch gewählt werden. Man kann auch die Löslichkeit der Proteine erhöhen durch partiellen Abbau, was bekanntlich auf verschiedene Art geschehen kann, z. B. durch Vorbehandlung mit Säuren, Basen, Natriumsulfid u. dgl. Die Lösungen können zur Herstellung von Formlingen oder zur Herstellung weiterer Eiweissderivate verwendet werden. Durch Behandlung mit Acylierungsmitteln werden z.
B. die gelösten Eiweissstoffe ausserordentlich leicht in neue Eiweissderivate übergeführt.
Eine weitere wichtige technische Verwendung der neuen Eiweissstofflösungen beruht auf deren Eigenschaft, sich in beliebigen Verhältnissen mit den Celluloselösungen des Patentes Nr. 132049 unter Bildung homogener Lösungen zu mischen. Diese können wiederum wie diejenigen des Patentes Nr. 132049 verwendet werden, z. B. zur Herstellung von Formlingen, wie Fäden, Films und Kunstmassen, die sowohl in physikalischer wie in färberischer Hinsicht von den Produkten des Patentes Nr. 132049 vollständig verschieden sein können. Innige Mischungen von Cellulose und Eiweissderivaten werden ferner erhalten, wenn z. B. die erwähnten Mischungen mit Acylierungsmitteln behandelt werden.
Zu Mischungen kann man selbstverständlich auch gelangen, wenn man in den Additionsverbindungen aus Alkylierungsmitteln und tertiären Basen nacheinander oder gleichzeitig die Cellulose und die Eiweissstoffe löst.
Das Lösen von Eiweissstoffen nach vorliegendem Verfahren unterscheidet sich grundsätzlich vom Verfahren der schweizerischen Patentschrift Nr. 129842 dadurch, dass wasserfrei gearbeitet werden muss, weil sonst gewisse Eiweissstoffe, wie z. B. Fibroin, ausfallen würden. Es ist auch das Eigenartige des vorliegenden Verfahrens, zum erstenmal allgemein zu wasserfreien Eiweissstofflosungen zu führen, welche Lösungen die bereits erwähnten wertvollen technischen Vorzüge aufweisen.
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