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Karussell.
Es sind Karusselle bekannt, bei welchen die Wagen um lotrechte Achsen schwenkbar sind, die sich ihrerseits um eine gemeinsame Antriebsachse drehen, so dass die Wagen durch die Zentrifugalkraft im Drehgang nach aussen geschleudert werden. Bei den bisherigen Karussellen dieser Art fasst an die Wagen je ein auf einer Seiltrommel aufgewickeltes Seil ein, die vom Karussellführer in einem geeigneten Zeitpunkte durch eine Bremsvorrichtung festgestellt wird, wodurch die Seile verkürzt und die Wagen entgegen der Wirkung der Zentrifugalkraft zurückgezogen werden. Sobald die Trommel wieder frei. gegeben wird, werden die Wagen durch die Fliehkraft wieder nach vorne geschleudert. Diese Aufwickelund Bremsvorrichtung hat somit den Zweck, die Wagen in entsprechenden Zeitabschnitten zurückzuziehen, um eine grössere Schleuderbahn zu erhalten.
Die Wagen werden unabhängig von den sie benutzenden Personen gemeinsam zurückgezogen und wieder gemeinsam nach vorne geschleudert.
Den Gegenstand der Erfindung bildet ein Karussell der geschilderten Art, bei welchem die Drehung der Wagen um ihre Achse von den in den Wagen befindlichen Personen nach Belieben beeinflusst werden kann. Dies geschieht der Erfindung gemäss dadurch, dass jeder Wagen mit einer, seiner natürlichen Bewegung Widerstand leistenden, vorzugsweise unter dem Wagen angeordneten und vom Wageninnern aus bedienbaren Bremsvorrichtung ausgestattet ist.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung veranschaulicht. Es zeigen Fig. 1 und Fig. l'die Gesamtanordnung des Karussells in Draufsicht, Fig. 2 eine Federvorriehtung für die Fahrzeuge, Fig. 3 eine an jedem Fahrzeug angebrachte Bremsvorrichtung, Fig. 4 eine Verriegelungsvorrichtung und Fig. 5 eine Verriegelungsauslösevorrichtung.
Die Fahrzeuge 1 laufen auf Zapfenrollen auf einer Bahn und sind um Drehachsen 2 schwingbar, durch welche sie an Eisenstützen 3 angehängt sind. Die Stützen 3 sind entweder mit der Mittelachse des Karussells oder mit einem auf ihr sitzenden Rad 4 fest verbunden, das durch ein geeignetes Triebwerk um die Mittelachse des Karussells gedreht wird. Die Drehachsen 2 beschreiben daher eine Kreislinie und durch deren Bewegung werden die Fahrzeuge mitgenommen, die unter der Wirkung der Fliehkraft rasch eine solche Stellung einnehmen, dass deren Schwerpunkt sich von der Mitte des Karussells möglichst weit entfernt ; diese Stellung des Fahrzeuges ist mit A bezeichnet.
Die Fig. 3 zeigt eine Ausführungsform der Bremsvorrichtung. Die im Fahrzeug sitzende Person drückt auf einen Fusshebel 8, der durch ein Gestänge 9 auf einen Bremsschuh 10 wirkt, welcher gegen die Bahn mehr oder weniger kräftig angedrückt wird und auf derselben schleift. Durch diese Bremswirkung wird das Fahrzeug zurückgeschwungen, und es ist nun möglich, den Schwingungswinkel dadurch zu vergrössern, dass man jedesmal von neuem bremst, wenn das Fahrzeug sich in entgegengesetzter Richtung wie das Karussell selbst um die Drehachse 2 dreht.
Durch dieses wiederholte Abbremsen wird der Schwingungswinkel infolge der Vereinigung der Bewegungen gegenüber der Bahn bis zu der vorgesehenen maximalen Schwingung vergrössert, d. h. also, dem Fahrzeuge eine immer grösser werdende Schaukelbewegung um die Achse 2 erteilt.
Die Fahrzeuge sind mit einer Federvorrichtung versehen, die den Zweck hat, einerseits die Weite der Drehbewegung der Fahrzeuge um die Drehachse 2 zu begrenzen und anderseits die in dieser Weise um diese Achse beschränkten Schwingungen zu fördern.
Die Fig. 2 zeigt eine Ausführungsform einer solchen Federvorriehtung. Eine Zugfeder 5 ist mit einem Ende an einer am Träger 3 befestigten Drehachse 6 und mit dem andern Ende an einer am Fahrzeug 1 befestigten Drehachse 7 befestigt.
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Nachdem durch Abbremsen des Fahrzeuges ein geringer Schwingungswinkel erhalten wurde, wird die auftretende Energie nach Aufhebung der Bremswirkung durch die überwundene Fliehkraft und die Feder in der Weise zurückerstattet, dass hiedurch eine Reihe von kleinen Schwingungen entsteht. Durch eine jetzt erfolgende Änderung der Geschwindigkeit in der entgegengesetzten Richtung wird nun diese Energiezurückerstattung erhöht, so dass es möglich ist, eine Schwingungsweite zu erhalten, die um den Winkel erhöht wird, welcher auf diese zweite entgegengesetzte Schaltung zurückzuführen ist.
Die Fahrzeuge können mit einer Verriegelungsvorrichtung versehen sein, wie eine solche beispiels- weise in der Fig. 4 dargestellt ist. Diese Vorrichtung besteht aus einer Lenkstange 11, die mit einem Ende an dem Fahrzeug und mit dem andern Ende am Ende eines Schiebers 14 befestigt ist. Bei Drehung des Fahrzeuges um die Drehachse 2 wird der Schieber 14 durch Vermittlung der Lenkstange 11 derart ver- schoben, dass er sich an einem anderen ortsfest angebrachten riegelförmigen Teil fängt.
Auf diese Weise wird das Fahrzeug, sobald es eine gewisse Schwingungsweite übersteigt, dadurch festgehalten, dass der Schieber 14 verriegelt und hiedurch auch die Lenkstange 11 festgehalten wird. Der zur Verriegelung des Schiebers 14 bestimmte Riegel 15 ist mit einem abgeschrägten Teil versehen, der beim Vorbeigehen gegen einen entsprechenden ebenfalls abgeschrägten, auf der Bahn angeordneten
Teil 17 stösst, wodurch der Riegel abgehoben und der Schieber 14 mit dem Fahrzeug freigegeben wird.
Der an verschiedenen Stellen der Bahn angeordnete Teil 17 ist selbst in einer Gleitführung beweglich gelagert, die von der Mitte des Karussells aus gesteuert werden kann, so dass es möglich ist,
dieselbe entweder in den Bereich des abgeschrägten Teiles 16 oder aus dem Bereich desselben zu bringen und hiedurch das Fahrzeug nach Belieben zu verriegeln bzw. freizugeben, um dem Karussellführer die
Möglichkeit zu geben, die Fahrenden zu überraschen.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Karussell, bei welchem die Wagen um lotrechte Achsen schwenkbar sind, die sich ihrerseits um eine gemeinsame Antriebsachse drehen, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Wagen mit einer, seiner natürlichen Bewegung Widerstand leistenden, vorzugsweise unter dem Wagen angeordneten und vom
Wageninnern aus bedienbaren Bremsvorrichtung ausgestattet ist.