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Ventilsteuerung mit rotierender Kulisse für zwei- oder dreizylindrige Lokomotiv- oder Schiffsdampfmaschinen.
Bei mehrzylindrigen umsteuerbaren Dampfmaschinen wird bekanntlich die Umsteuerung mittels eines verstellbaren Zapfens oder eines verstellbaren Exzenters vorgenommen, indem die Steuer-oder
Exzenterstangen für jeden einzelnen Zylinder in dem gleichen Winkel abgelenkt werden, in welchem die
Kurbeln gegeneinander stehen. Um bei Steuerungen dieser Art eine gleichbleibende lineare Vorein- strömung zu erhalten, müssen die den Zylindern zugeordneten, bei der Umstellung abzulenkenden Steuer- stangen eine verhältnismässig grosse Länge erhalten, wodurch der Raumbedarf der Steuerung gross und deren Unterbringung auf der Lokomotive sehr schwierig ist.
Der gleiche Übelstand tritt bei jenen Ventilsteuerungen für zwei-oder dreizylindrige Lokomotiv- oder Schiffsdampfmaschinen auf, bei denen bloss einem Zylinder eine dessen Ventile betätigende rotierende
Kulisse od. dgl. zugeordnet ist und der Antrieb der Ventile des zweiten oder auch des dritten Zylinders mittelbar oder unmittelbar von der rotierenden Kulisse od. dgl. abgeleitet und mittels einer bzw. zweier sich quer über den Rahmen der Maschine erstreckender Sehwingwellen auf die Steuernockenwelle des zweiten bzw. auch des dritten Zylinders übertragen wird.
Die Erfindung bezieht sich auf Steuerungen der zuletzt erwähnten Art und zielt darauf ab, die
Konstruktion derartiger Steuerungen bedeutend zu vereinfachen und zu verbilligen und deren Raumbedarf wesentlich herabzusetzen. Diese Aufgabe wird der Erfindung gemäss dadurch gelöst, dass der Antrieb der Ventile des zweiten oder auch des dritten Zylinders von einem Zwisehenpunkte der Steuerstange des ersten Zylinders abgeleitet ist, der sich bei einer Verstellung des Antriebszapfens in einem
Kreisbogen bewegt und mittels einer oder zweier Schwingen von der Länge des Krümmungshalbmessers dieses Kreisbogens sowie mittels geeigneter Bewegungsübertragungsorgane mit der Steuernockenwelle des zweiten bzw. des dritten Zylinders verbunden ist.
Die Zeichnungen veranschaulichen mehrere Ausführungsbeispiele der Erfindung, u. zw. zeigen die
Fig. 1 und 2 die neue Steuerung für eine zweizylindrige bzw. für eine dreizylindrige Lokomotivdampfmaschine. Die Fig. 3 und 4 bzw. 5 und 6 stellen in je zwei Seitenansichten die Anordnung der Steuerung auf einer zweizylindrigen bzw. dreizylindrigen Lokomotive dar.
Die Ventile des einen Zylinders z (Fig. 3,4) werden durch eine quer zur Zylinderachse angeordnete Steuernockenwelle a betätigt (Fig. 1), die eine schwingende Bewegung um ihre eigene Achse ausführt.
Zum Antrieb der Steuernockenwelle a dient bei dem in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiel eine rotierende Kulisse b, die von einer Triebachse der Lokomotive bewegt wird. In dem geradlinigen Schlitz b1 der Drehkulisse b ist ein Zapfen c angeordnet, der mittels einer nicht zum Wesen der vorliegenden Erfindung gehörigen Vorrichtung verstellbar und mittels einer Steuerstange d und eines kurzen Hebels e mit der Nockenwelle a verbunden ist. Die in der Fig. 1 dargestellte Mittelstellung des Zapfens c entspricht der Nullfüllung des Zylinders, wogegen die linke und rechte Endstellung des Zapfens c der Maximalfüllung für Vor-und Rückwärtsgang entsprechen.
Zur Erhaltung einer gleichbleibenden linearen Voreinströmung erhält die Steuerstange d eine so grosse Länge, dass bei lotrechter Stellung des KuIissenschlitzes b1 eine Verschiebung des Zapfens c praktisch ohne Rückwirkung auf das andere Ende der Steuerstange d und die Steuernoekenwelle a somit in Ruhe bleibt. Wenn man die Drehkulisse b auch zum Antrieb der Steuernockenwelle des zweiten Lokomotivzylinders Zl (Fig. 3, 4) verwenden würde, so müsste an den Zapfen c eine zweite Steuerstange angelenkt werden, die mit der steuerstange d des ersten Zylinders einen Winkel von 900 einschliesst und behufs
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sehr umständlich.
Der Erfindung gemäss wird nun der Antrieb der Steuernockenwelle des zweiten Lokomotivzylinders nicht unmittelbar von der Drehkulisse b abgeleitet, sondern von einem Zwischenpunkt f der Steuerstange d des ersten Zylinders.
Wie die Fig. 1 und 3 zeigen, ist an einem Zwischenpunkt f2, der in der Nähe des Zapfens c liegt, eine verhältnismässig kurze Schwinge S'drehbar befestigt, deren anderes Ende mittels eines Drehzapfens li
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Ende der schwingenden Welle j ist mittels eines kurzen Hebels k, eines Lenkers m und eines kurzen Hebels n mit der Steuernoekenwelle ar des zweiten Zylinders Z1 verbunden- (Fig. 4).
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gestänge. k, m, n bleiben jedoch in Ruhe und die Nockenwelle ar sowie die Voreinströmung im zweiten Zylinder z1 werden durch die Umkehrung der Fahrtrichtung nicht beeinflusst. Genau das Gleiche tritt ein, wenn die Kulisse b um 900 gedreht ist und eine Umkehrung der Fahrtrichtung stattfinden soll.
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die Nockenwelle a1. des zweiten Zylinders verstellt wird.
Wie aus den Fig. 1, 3 und 4 hervorgeht, sind die Bestandteile der Steuerung auf ein Mindestmass herabgesetzt ; die Anordnung ist äusserst einfach und kann leicht auf der Lokomotive untergebracht werden.
Die Ausführungsform nach den Fig. 2,5 und 6 bezieht sich auf Lokomotiven mit drei Zylindern,
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verbunden, die auf die Welle i aufgeschoben ist und sich bis zum mittleren Zylinder Z2 erstreckt und deren Ende mittels eines kurzen Hebels k2, eines Lenkers m2 und eines Hebels n2 mit der Steuernoekenwelle a2 des mittleren Zylinders Zz verbunden ist (Fig. 5).
Die durch die vorliegende Erfindung erzielten technischen Vorteile kommen bei DreizylinderLokomotiven ganz besonders zur Geltung, weil die verwickelten und sehr teueren Steuerungen (Kulissen
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werden.
PATENT-ANSPRUCHE :
1. Ventilsteuerung mit rotierender Kulisse für zwei- oder dreizylindrige Lokomotiv- oder Schiffs- dampfmaschinen, bei welcher bloss einem Zylinder eine dessen Ventile betätigende rotierende Kulisse (b) od. dgl. zugeordnet ist und der Antrieb der Ventile des zweiten oder des dritten Zylinders unmittelbar oder mittelbar von dieser einzigen Kulisse od. dgl. abgeleitet wird, dadurch gekennzeichnet, dass der Antrieb des zweiten oder des dritten Zylinders von einem Zwischenpunkte (]) der Steuerstange (d) des ersten Zylinders abgeleitet ist, der sich bei einer Verstellung des Antriebszapfens (e) in einem Kreis-
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