<Desc/Clms Page number 1>
Verfahren zum Trocknen von in grosser Masse (Miete, Schober) gehäuftem Erntegut.
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Trocknen von in verhältnismässig grossen Massen, z. B. in Mieten oder Schobern lagerndem Erntegut, wie Heu, Getreide od. dgl., bei dem in bekannter Weise durch diese Massen von ihrer Mitte aus gegen ihre Aussenfläche hin erhitzte Luft hindurchgeblasen wird. Bei dem bisher gebräuchlichen Trocknen dieser Art wird dabei die erhitzte Luft auf ihrem Weg von der Mitte zur Oberfläche der Masse des Gutes hauptsächlich infolge der Verdunstung des im Gut enthaltenen
EMI1.1
diese Verfahren nicht so wirtschaftlich und wirksam, wie sie sonst sein könnten.
Es ist auch wohl bekannt, dass beim Trocknen einer Masse der angegebenen Materialien das Gut sich in schädlichem Masse erwärmt, wodurch es Schaden leidet und diese Erwärmung in manchen Fällen bis zur Selbstentzündung führt. Diese nachteilige Erwärmung ist offenbar dem Auftreten natürlicher exothermer Reaktionen innerhalb der Masse des Gutes zuzuschreiben und diese Reaktionen konnten bisher weder überwacht, noch nutzbar gemacht werden.
Zweck der Erfindung ist ein Verfahren zum sicheren und verlässlichen und dabei billigen Trocknen von Erntegut in Mieten oder Schobern zu schaffen, indem die bei den erwähnten exothermen Reaktionen entstehende Wärme zu Trocknungszwecken ausgenutzt, aber jede nachteilige Überhitzung vermieden wird.
Das Wesen der Erfindung besteht darin, dass man die Warmluft in die Massenmitte des Gutes während der ganzen Dauer des Trocknungsprozesses mit einer Temperatur eintreten lässt, die beständig höher bleibt als jene, bei welcher die exothermen Reaktionen infolge Atmung sowie chemischer und bakterieller Oxydation sich voll entwickeln könnte, wobei aber diese Temperatur so bemessen ist, dass diese Reaktionen beim Fortschreiten der Luft nach der Aussenfläche der Gutmasse hin sich in diesem Teil der Masse des Gutes voll und frei entwickeln können und darin eine Höchstmenge natürlicher Wärme erzeugen, welche den Wärmeverlust aufhebt, den die erwärmte Luft infolge der Verdunstung der Feuchtigkeit erfahren würde.
Die Temperatur der in den Schober oder die Miete eingeblasenen Luft hängt von der Beschaffenheit des Gutes ab. Sie darf keinesfalls hoch genug sein, um das Gut irgendwie zu schädigen, kann aber sonst
EMI1.2
möglichst trocken sein.
Wenn die heisse Luft zuerst in das Gut eintritt, nimmt sie begierig Feuchtigkeit auf, wobei sie sich abkühlt und ihr Feuchtigkeitsgehalt steigt, während gleichzeitig das Gut durch die Luft erwärmt wird ; dadurch wird die natürliche Oxydation befördert und die damit verbundene Wärmeerzeugung
EMI1.3
entwickelt, wenngleich sie durch höhere Temperaturen etwas begünstigt werden kann, was aber praktisch belanglos ist, weil die obere Temperaturgrenze, wie oben bemerkt, durch die Beschaffenheit des Gutes vorgeschrieben ist. Die bei der natürlichen Oxydation entwickelte Wärme wirkt der Abkühlung durch die bei der Verdampfung der Feuchtigkeit verbrauchte Wärmemenge entgegen.
In dem durch den Durchgang der Luft erwärmten Gut haben Mikroorganismen günstige Entwicklungsgelegenheit und ihre Entwicklung stellt eine zweite exotherme Reaktion dar, die bei einer Tem- peratur zwischen 70-50 C am kräftigsten ist. Die dabei entwickelte Wärme ersetzt einen weiteren Teil der bei der Verdampfung des Wassers verbrauchten Wärme. Endlich findet eine Wärmeentwicklung
<Desc/Clms Page number 2>
infolge der Atmung des pflanzlichen Gutes statt, welch letztere jedoch bei einer Temperatur von etwas über 50 C aufhört.
Auch die so entwickelte Wärmemenge ersetzt einen Teil der bei der Verdampfung verbrauchten Wärme,
EMI2.1
raum der Miete oder des Schobers umgebende Lage des Gutes die heisseste Zone bildet, in welcher die natürliche Oxydation stattfindet, wodurch die Abkühlung der Luft beim weiteren Durchgang durch die Masse des Gutes verzögert wird. Die die heisseste umgebende nächste Zone hat die für die Entwicklung der Mikroorganismen und die dadurch veranlasste Wärmeentwicklung günstigste Temperatur. Die in dieser zweiten Zone entwickelte Wärme ersetzt einen weiteren Teil der zur Verdampfung verbrauchten Wärme. In der die zweite Zone umgebenden dritten Zone kommt praktisch nur mehr die Atmung als Wärmeentwickiungsursache in Betracht, die einen dritten Teil der bei der Verdampfung verbrauchten Wärme ersetzt.
Beim Fortschreiten der Trocknung wandern die drei Zonen ohne Änderung ihrer Aufeinanderfolge von der Mitte nach der Aussenfläche der Miete oder des Schobers. Um eine gute Trocknung selbst der äussersten Lagen der Miete oder des Schobers zu sichern, muss gleichzeitig die in der Zeiteinheit eingeblasene Luftmenge so gross sein, dass die aus der Miete oder dem Schober entweichende Luft mit Feuchtigkeit noch nicht gesättigt ist und solche noch bereitwillig aufnimmt.
Da der Widerstand gegen den Durchgang der Luft beim Fortschreiten des Trocknens sinkt, so ist es vorzuziehen, den Druck der eingeblasenenLuft mit fortschreitendem Trocknen zu verringern, doch sollte der Druck der eingeblasenen Luft in allen Fällen und namentlich bei ungewöhnlich nassem Gut in den Anfangsstadien der Trocknung hinreichend hoch gehalten werden, um zu verhüten, dass das Setzen des Gutes rascher vor sich geht, als der Geschwindigkeit der Trocknung entspricht.
PATENT-ANSPRÜCHE :
L Verfahren zum Trocknen von in grosser Masse (Miete, Schober) gehäuftem Erntegut, bei welchem Warmluft von der Mitte zur Aussenfläche der Masse geblasen wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Warmluft während der ganzen Trocknungsdauer bei ihrem Eintritt in die Massenmitte des Gutes eine Temperatur besitzt, die beständig höher bleibt als jene, bei welcher die exothermen Reaktionen infolge Atmung sowie
EMI2.2
Temperatur so bemessen ist, dass dagegen diese Reaktionen beim Fortschreiten der Luft nach der Aussenfläche der Gutmasse hin in ihrer Entwicklung in diesem Teil der Masse nicht behindert werden, so dass die hiedurch entstehende natürliche Wärme den Wärmeverlust aufhebt, den sonst die Warmluft infolge der Verdunstung der Feuchtigkeit des Gutes erfahren würde.