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Bei den bisher in Verwendung stehenden zweistelligen Einrichtungen zur Fernstellung von
Weichen ist die örtliche Bedienung der Weiche mit dem Gewichtshebel nur möglich, wenn irgendeine der Verbindungen zwischen Antrieb und Weiche gelöst oder entkuppelt wird, wobei aber auch die Ab- hängigkeit der Weiche vom Stellwerke verloren geht. Es kann somit bei den bisherigen Antriebskonstruk- tionen die örtliche Bedienung einer zentralisierten Weiche nur in Ausnahmsfällen wie bei Reparaturen od. dgl. in Frage kommen. Für den Verschub in den Stationen können aber zentralisierte Weichen besonders dann, wenn sie weit vom Stellwerk entfernt liegen, eine Behinderung bilden, da ihr jeweils erforderliches Umstellen erst vom Verschubpersonal durch Zuruf od. dgl. dem Stellwerkswächter mit- geteilt werden muss.
Hiebei können sich durch Missverständnisse und schlechte Sichtbarkeit des Weichen- signalkörpers falsche Weiehenstellungen und daher auch falsche Verschubmanipulationen ergeben.
Die Erfindung bezieht sich auf einen Weichenantrieb, der zum Unterschiede von den bisher bekannten Einrichtungen durch ein dreistellige Stellwerk stellbar ist und in dessen Mittelstellung die
Weiche für die örtliche Bedienung freigegeben ist, wogegen in den beiden Endlagen des Stellwerkes die
Weiche in vollkommener Abhängigkeit mit dem Stellwerke steht.
Im wesentlichen besteht die Erfindung darin, dass der beim Umstellen des Stellwerkes aus einer zur anderen Endstellung zurückgelegte Weg ungefähr doppelt so gross ist, als er für die tatsächliche
Betätigung der Weiche von einer in die andere Endlage nötig wäre, so dass ungefähr die Hälfte des Gesamt- stellwerksweges, der vom Beginn der Stellbewegung bis in seine Mittelstellung vollführt wird, als Leer- gang im Weichenantrieb auftritt und erst die jeweilig zweite Hälfte des Stellwerksweges als eigentlicher Antriebsweg auf die Weiche einwirkt. In der Mittellage des Stellwerkes ist somit im Antrieb ein Leer- gang der Weichenantriebsstange möglich, der eben so gross ist, als der WeichenumsteUweg, so dass die örtliche Bedienung der Weiche möglich ist, ohne auf das Stellwerk rüekzuwirken.
Als Ausführungsbeispiel ist im nachstehenden der neue dreistellige Weichenantrieb im Zusammen- hang mit einem Drahtzugstellwerk beschrieben, doch kann er sinngemäss auch bei motorischen Weichen- stelleinrichtungen Anwendung finden.
Auf der Zeichnung zeigen die Figuren 1 und 2 ein Ausführungsbeispiel in schematischer Dar- stellung. Ein dreistelliges Stellwerk St steht beispielsweise durch Drahtzug mit der Kettenrolle R in
Verbindung, welche beispielsweise durch ein Zahnrad Z auf eine Schubstange S einwirkt und diese in ihrer Längsrichtung zwangsläufig zu verschieben vermag. Die Schubstange S besitzt nun zwei Anschläge a und b, welche mit dem an der Verbindungsstange V sitzenden Anschlag c zusammenspielen, u. zw. derart, dass der Anschlag c zwischen den beiden Anschlägen a und b einen Spielraum (Leergang) hat, welcher dem zum Umstellen der Weiche erforderlichen Weg der Verbindungsstange V entspricht.
Um ungefähr denselben Weg wird auch die Schubstange S verschoben, wenn das Stellwerk St aus einer seiner End- lagen in die Mittellage oder umgekehrt gestellt wird, so dass beim Umstellen des Stellwerkes aus einer bis in die andere Endstellung die Schubstange S ungefähr den doppelten des vorangeführten Weges vollfuhrt.
Die Fig. 1 zeigt die Weiche W jn ihrer rechten Endlage festgehalten, da sich die Verbindungs- stange V in ihrer rechten Endlage befindet und ihr Anschlag c durch den vom Stellwerk St aus fest- gehaltenen Anschlag b an einem Ausweichen nach links gehindert wird.
Durch Umstellen des Stellwerkes St in seine Mittelstellung Fig. 2 ist auch die Schubstange S um den Leergang nach links ebenfalls in ihre Mittelstellung verschoben worden, ohne jedoch den Anschlag c
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Im nachstehenden ist ein dreistelliger Weichendoppelstellhebel mit einer neuen, eigenartigen Aufschneideinrichtung beschrieben, der in Fig. 7-9 der Zeichnung in einem Ausführungsbeispiel dargestellt ist.
Der Hebel besteht ebenso wie die bekannten nicht aufschneidbaren dreistelligen Doppelstellhebel, die heute zur Signalstellung und Weichenverriegelung Verwendung finden, aus einer Hebelrolle, die durch zwei beiderseits derselben angeordnete Hebeleisen abwechselnd bedient werden kann, u. zw. aus ihrer Mittelstellung entweder durch Umstellen des einen Hebeleisens nach unten oder des andern Hebeleisens nach oben. Bei diesen bekannten Doppelstellhebeln bleibt aber die für die zwangsläufige Umstellung der Hebelrolle erforderliche starre Kupplung derselben mit dem sie jeweils bedienenden Hebeleisen auch nach der Umstellung bestehen, da sonst die Hebelrolle in ihren Endstellungen nicht festgehalten wäre.
Um die Aufschneidbarkeit bei Doppelstellhebeln zu erreichen, spielt erfindungsgemäss die Hebelrolle R (Fig. 7 und 8) mit einem konzentrisch zu ihr angeordneten Kuppelglied G zusammen, welches den beiden Hebeleisen HI, H2 lose drehbar angeordnet ist.
Die Hebelrolle R und das Kuppelglied G sind nun in bekannter Weise durch eine lösbare Kupplung C (Federkupplung od. dgl. ) miteinander verbunden. Weiters sind die Hebeleisen Bi,. H2 erfindungsgemäss
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nehmungen d1, d2 des Kuppelgliedes G ein.
Wird jedoch beispielsweise die Handfalle F2 ausgeklinkt, so tritt K2 in die Ausnehmung b2 der , Hebelrolle Rund M2 in die Ausnehmung d2 des Kuppelgliedes G ein, wodurch beide Teile'mit dem Hebel- eisen H2 starr verbunden werden, so dass beim darauffolgenden Umstellen dieses Hebeleisens nach oben sowohl die Hebelrolle R als auch das Koppelglied G dieser Bewegung folgen müssen.
Beim Einklinken der Handfalle F2 in der oberen Endlage des Hebeleisens Bs, Fig. 9, tritt aber nur die Kuppelstange K2 aus der Ausnehmung b2 der Hebelrolle R heraus und gibt diese frei, während die I Kuppelstange M2 mit dem Kuppelgliede G in Eingriff bleibt, weil sie in dieser Hebelstellung ein am Hebel- bock feststehender Anschlag a2 in bekannter Weise untergreift und daher am Austreten aus dem Kuppel- gliede G hindert.
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Hiedurch wird erzielt, dass in den Endlagen des Stellhebels nur das Kuppelglied G festgelegt bleibt, während. die Hebelrolle R vom Hebeleisen entkuppelt und daher nur vom Kuppelgliede G aus vermittels der lösbaren Kupplung C gehalten wird und somit bei einem Aufschneiden der Weiche nach Überwindung des Kupplungswiderstandes ohne Mitnahme des Hebeleisens zurückgedreht, d. h. aufgeschnitten werden kann.
Bei Umstellung des Hebeleisens aus der Mittelstellung Fig. 7 und 8 ist der Vorgang der gleiche.
PATENT-ANSPRÜCHE : 1. Dreistellige Weichenantrieb, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den vom Stellwerk zwangsläufig zu betätigenden Teilen (R) des Antriebes und den von diesen zur Weiche führenden Übertragungsgliedern (V) ein Leergang von solcher Grösse eingeschaltet ist, dass in der Mittellage des Stellwerkes die mit der Weiche in Verbindung stehenden Übertragungsglieder (V) soviel freies Spiel haben, um ein örtliches Umstellen der Weiche unbehindert zuzulassen, dass hingegen beim Umstellen des Stellwerkes aus seiner Mittellage in eine seiner beiden Endlagen der Leergang unwirksam gemacht wird, indem entweder durch Aufholen des Leerganges die Weiche in jener Lage, in welcher sie sieh eben befunden hat, festgehalten oder aber durch Mitnahme der Übertragungsglieder die Weiche in ihre andere Lage vom Stellwerk aus umgestellt und in dieser sodann festgehalten wird,
so dass die Weiche je nach Bedarf sowohl durch Lokal-als auch durch Fernstellung bedient werden kann, ohne jedoch die erforderliche zwangsläufige Abhängigkeit der Weichenendstellung vom Stellwerk zu beeinträchtigen.