AT118594B - Verfahren zur Erhöhung der Dehnbarkeit und Elastizität von künstlichen Fäden. - Google Patents
Verfahren zur Erhöhung der Dehnbarkeit und Elastizität von künstlichen Fäden.Info
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Description
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kohlenstoff behandelt.
Das Verfahren ist für Kunstfäden, insbesondere Kunstseide verwendbar, die aus Zellulose bzw.
Zellulosehydrat oder aus Zelluloseverbindungen bestehen, oder Zellulose bzw. Zellulosehydrat oder eine Zelluloseverbindung enthalten, also z. B. Viskoseseide, Kupferseide, Nitroseide, Azetatseide usw.
Besonderen technischen Wert hat es für solche künstliche Fäden, welche sich durch hohe Festigkeiten auszeichnen, z. B. für künstliche Fäden, welche man durch Verspinnen von Viskose in Bädern erhält, die aus starker Mineralsäure insbesondere starker Schwefelsäure bestehen oder eine starke Mineralsäure, insbesondere starke Schwefelsäure enthalten. (Siehe z. B. britisches Pat. Nr. 274. 521 und 274. 690. )
Es ist bereits bekannt, die Elastizität und Wasserfestigkeit dicker, rosshaarähnlieher Fäden und Filme, die durch Fällen von Kupferoxydammoniakzellulose durch starke Natronlauge erzielt werden, dadurch zu erhöhen, dass man die genannten Gebilde vor dem Waschen längere Zeit in konzentrierter Natronlauge belässt.
Diese Massnahme bewirkt eine chemische Umwandlung in Kupfernatriumzellulose, die ein festeres Gefüge als die durch sofortiges Waschen nach der Fällung erhaltene Kupferzellulose besitzt.
Gemäss der Erfindung wird aber von künstlichen Fäden ausgegangen und diese werden einer Behandlung mit Alkalilauge und Schwefelkohlenstoff unterworfen, wobei eine Quellung vor sich geht, auf die zwangläufig eine Schrumpfung folgt, welch letztere die erhöhte Dehnbarkeit der Fäden mit sieh bringt.
Die Behandlung mit Alkalilauge und Schwefelkohlenstoff kann in zwei Operationen oder gleichzeitig erfolgen. Mit andern Worten : man kann die künstlichen Fäden vorerst mit Alkalilauge und dann mit Schwefelkohlenstoff oder vorerst mit Schwefelkohlenstoff und dann mit Alkalilauge oder man kann sie mit einer Mischung von Schwefelkohlenstoff und Alkalilauge bzw. einer Emulsion von Schwefelkohlenstoff in Alkalilauge behandeln.
Wesentlich ist, dass die Behandlung mit Alkalilauge und Schwefelkohlenstoff so geleitet wird, dass die künstlichen Fäden nicht allzu weit xanthogeniert werden, d. h. während der Behandlung sich auflösen oder gänzlich verquellen oder zerfallen. Dies erreicht man z. B. in der Weise, dass man die Dauer der Einwirkung des Schwefelkohlenstoffes in Gegenwart von Alkalilauge nicht allzu lange wählt, oder dass man die Alkalilauge nicht zu stark nimmt. Die Gefahr der Auflösung bzw. Verquellung der künstlichen Fäden ist sehr gering, wenn man die Kunstfäden vorerst mit Schwefelkohlenstoff tränkt und dann der Wirkung von Alkalilauge aussetzt oder wenn man die künstliehen Fäden mit einer Mischung bzw.
Emulsion von Schwefelkohlenstoff mit Alkalilauge behandelt.
Es ist empfehlenswert, die künstlichen Fäden im ungestreckten oder nur mässig gestreckten Zustande zu behandeln, oder, wenn Streckung gegeben wird, solche in einem Zeitpunkt auszuschalten oder zu vermindern, in welchem eine nachträgliche Schrumpfung noch möglich erscheint.
Die künstlichen Fäden können trocken, feucht oder nass der vorliegenden Behandlung unterzogen werden, d. h. man kann, wenn gewünscht, das vorliegende Verfahren auch in den Spinnprozess einreihen, d. h. es auf den das Spinnbad oder das Umlaufbad oder das Waschwasser verlassenden Faden anwenden.
Künstliche Fäden erlangen bei der Behandlung gemäss der Erfindung nicht nur erhöhte Dehnbarkeit und Elastizität, sondern ihre Neigung zu knittern wird stark herabgesetzt und in manchen Fällen verschwindet sie ganz oder fast ganz.
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Die. vorliegende Erfindung ist nicht nur auf die Kunstfäden z. B. Kunstseide (in der Gestalt von Fäden, Garn in Strähnen oder Kopsen oder in der Gestalt von Ketten) als solche anwendbar, sondern auch auf Kunstfäden (z. B. Kunstseide oder Stapelfaser) in Gestalt von gewebten Stoffen. Es ist ferner auch verwendbar auf, Gespinste oder Gewebe, welche entweder ganz aus künstliehen Fäden (z. B. Kunstseide, Stapelfaser oder Kunstwolle) bestehen, oder auf Gemische von künstlichen Fäden mit natürlichen Fasern, d. h. für Fäden oder Gewebe, welche neben den künstlichen Fäden andere Faserstoffe z. B. Baumwolle, echte Seide oder echte Wolle enthalten. "KÜnstliche Fäden" bedeutet daher in der Beschreibung
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Ausführungsbeispiele :
1.
Viskoseseide dargestellt gemäss des in der früher erwähnten britischen Patentschrift Nr. 274.521 beschriebenen Verfahrens wird in Form eines fertigen, gegebenenfalls nicht gebleichten Strahnes, im ungestreckten Zustande mit Schwefelkohlenstoff getränkt, was z. B. durch Hindurchziehen durch ein Schwefelkohlenstoffbad, oder durch Eintauchen in Schwefelkohlenstoff oder durch Behandlung mit zerstäubtem Schwefelkohlenstoff od. dgl. geschehen kann. Der Schwefelkohlenstoff kann als solcher oder durch ein entsprechendes Verdünnungsmittel, z. B. Benzol od. dgl., verdünnt verwendet werden.
Die Zeit der Einwirkung des Schwefelkohlenstoffes kann beliebig-gewählt werden. In der Regel nimmt der Strähn schon nach wenigen Sekunden bis zwei Minuten die erforderliche Menge Schwefelkohlenstoff auf, so dass im allgemeinen eine ganz kurze Tränkungsdauer genügt. Der mit Schwefelkohlenstoff getränkte Strähn wird nun gegebenenfalls nach Entfernung des Schwefelkohlenstoffüberschusses durch Abpressen, Zentrifugieren u. dgl. in 18-20% ige Natronlauge von 15-18 C eingefühlt und dort 1-5 Minuten verweilen gelassen, worauf er gegebenenfalls nach Auspressen oder Abschleudern der überschüssigen Natronlauge in 5-10%ige Schwefelsäure oder irgendein anderes aus der Viskosetechnik bekanntes Viskosefällbad, z.
B. eine 10-25%ige Lösung von Ammoniumsulfat oder in 4% ige Salzsäure oder in das bekannte Müllerbad od. dgl. eingeführt, dort kurze Zeit belassen und dann ausgewaschen und getrocknet wird.
Die Seide, welche vor der Behandlung eine Dehnbarkeit von 4-5% hatte, zeigt nun eine Dehnbarkeit von 13-18%. Die vor der Behandlung bestehende Elastizität von 3'5-4% steigt durch die Behandlung auf 5-6%. Der Glanz leidet'durch die Behandlung nicht.
2. Arbeitsweise wie in Beispiel l, jedoch mit dem Unterschied, dass nicht trockene, sondern nasse Kunstseide, d. h. Kunstseide sofort nach dem Auswaschen, nach dem Spinnen und, wenn sie auf Spulen gesponnen war, nach dem Zwirnen der Behandlung unterzogen wird.
3. Arbeitsweise wie in Beispiel 1 oder 2, mit der Abweichung, dass auf 0 bis minus 50 C gekÜhlte 10% ige Natronlauge zur Verwendung gelangt.
4. Arbeitsweise wie in Beispiel l, 2 oder 3, mit dem Unterschiede, dass die Kunstseide nach der Behandlung mit Lauge mit heissem oder kaltem Wasser ausgewaschen und erst dann in das Fällbad eingeführt wird.
5. Kunstseide in Strähnform wie in den vorhergehenden Beispielen wird ohne Streckung in eine in bekannter Weise hergestellte Emulsion bzw. Mischung von Schwefelkohlenstoff mit 18% iger Natronlauge von z. B. 10 Gewichtsteilen Schwefelkohlenstoff in 90 Gewichtsteilen 18% iger Natronlauge eingeführt und 2-10 Minuten bei 15-200 C darin belassen. Weiterbehandlung wie im Beispiel 1 nach der Laugenbehandlung.
6. Kunstseide in Strähnform wie in den vorhergehenden Beispielen wird in 12-15%ige Natron- lauge von 15 C eingeführt und dort etwa 1 Minute belassen, worauf der Strähn gegebenenfalls nach Auspressung bzw. Abschleuderung des Laugenüberschusses in flüssigen Schwefelkohlenstoff eingeführt oder Schwefelkohlenstoffdämpfen ausgesetzt wird. Die Einwirkung des Schwefelkohlenstoffes dauert 2-10 Minuten, worauf der Strahn in der in den vorhergehenden Beispielen beschriebenen Weise fertiggestellt wird.
An Stelle des Fällbades kann in den vorhergehenden Ausführungsbeispielen auch ein anderes, Viskose koagulierendes Mittel, z. B. Dampf, verwendet werden.
Anstatt der in den vorhergehenden Beispielen verwendeten Viskoseseide, kann auch gewöhnliche Viskoseseide jeder Art, oder auch Kupferseide, oder Nitroseide, oder Azetatseide in gleicher Weise behandelt werden.
Die Kunstseide kann auch in ganz oder mässig gestrecktem Zustande gemäss den vorhergehenden Beispielen behandelt werden. Nur muss dafür gesorgt werden, dass die Streckung vor dem Verlassen der Lauge ausgeschaltet oder herabgesetzt wird.
Beispiele für Behandlung von Geweben oder von Garnen, die neben Kunstseide andere Faserstoffe, z. B. Baumwolle enthalten, ergeben sich von selbst.
Unter starker Mineralsäure bzw. starker Schwefelsäure wird eine Säure verstanden, deren Konzentration mindestens 55% iger Schwefelsäure entspricht.
Claims (1)
- PATENT-ANSPRÜCHE : 1. Verfahren zur Erhöhung der Dehnbarkeit und Elastizität von künstliehen Fäden, dadurch gekennzeichnet, dass man sie mit Alkalilauge und Schwefelkohlenstoff behandelt.2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die künstlichen Fäden vorher mit Schwefelkohlenstoff behandelt und dann der Wirkung von Alkalilauge ausgesetzt werden.3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die künstlichen Fäden mit einer Mischung von Alkalilauge mit Schwefelkohlenstoff behandelt werden.4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die künstlichen Fäden zuerst mit Alkalilauge und dann mit Schwefelkohlenstoff behandelt werden.5. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2 oder 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die künstlichen Fäden in gar nicht oder nur mässig gestrecktem Zustande der Behandlung unterzogen werden.6. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2 oder 3 oder 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die künstlichen Fäden im gestreckten Zustande der Behandlung unterworfen werden, dass aber die Streckung ganz oder teilweise ausgeschaltet wird, bevor die künstliehen Fäden das alkalische Bad verlassen.7. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2 oder 3 oder 4 oder 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass Viskoseseide behandelt wird, welche durch Verspinnen von Viskose in ein Bad, welches aus starker Mineralsäure, insbesonders starker Schwefelsäure besteht oder starke Mineralsäure insbesondere starke Schwefelsäure enthält, hergestellt ist.
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