AT118238B - Verfahren zur Beschleunigung des Abbindens und der Festigkeitsentwicklung von hydraulischen Bindemitteln. - Google Patents

Verfahren zur Beschleunigung des Abbindens und der Festigkeitsentwicklung von hydraulischen Bindemitteln.

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AT118238B
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   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zur Beschleunigung des Abbindens und der Festigkeitsentwicklung von hydraulischen Bindemitteln. 



   Bei der Ausführung von Arbeiten mit hydraulischen Bindemitteln der verschiedensten Art wie
Herstellung von Betonwerksteinen, Bauten, Kanälen, Tunnels u. dgl. wird oft grösster Wert auf möglichst schnelles Abbinden und rasche Festigkeitsentwicklung der zur Verwendung gelangenden hydraulischen
Bindemittel gelegt, da oft die Vollendung der Arbeit in   allerkurzester   Zeit gefordert werden muss, oder durch äusseren oder inneren Wasserandrang schnellste Durchführung der Arbeit notwendig ist. Auch für Herstellung von Kunststeinwaren aller Art, wie Knöpfe, Platten und Terrazzo, ist schnellstes Abbinden begleitet von guter Endfestigkeit oft von grösster Wichtigkeit, da hiedurch an Formen oder auch   kom-   plizierten Apparaten, wie hydraulischen Pressen usw. wesentlich gespart werden kann. 



   Es ist nun längst bekannt, dass Chlorkalzium die wertvolle Eigenschaft hat, hydraulische Bindemittel, insonderheit Zemente, rasch abbindend zu machen. Es wird von dieser Eigenschaft in der Technik bereits weitgehend Gebrauch gemacht, wie die ausserordentlich reichlichen Veröffentlichungen und auch die in dieses Arbeitsgebiet fallenden Patentschriften beweisen. Anderseits wird in derartigen Veröffentlichungen ausführlich auf die Nachteile und auch auf die Unzuverlässigkeit der Chlorkalziumwirkung in den verschiedensten Fällen hingewiesen. Wie in der Technik allgemein bekannt ist, wirkt das Chlorkalzium auf verschiedene Zemente ganz verschieden ein, ausserdem sind sogar durch Chlorkalzium Zerstörungen des Zementes und Verlängerung der Abbindezeit bekannt geworden. 



   Es hat sich nunmehr überraschenderweise herausgestellt, dass man die Wirkung des Chlorkalziums ganz wesentlich verbessern kann, wenn man demselben Aluminiumchlorid hinzufügt. Über die Wirkung des Aluminiumehlorides auf hydraulische Bindemittel und Zement bestehen nur sehr wenige Angaben, so wird z. B.   im "Bauingenieur" 1924-, S,   417, veröffentlicht, dass Aluminiumchlorid sowohl die Festigkeit vermindere, wie auch die Abbindezeit verlangsame. Obige Erfindung ist daher um so überraschender, da der Zusatz von Aluminiumehlorid zum Chlorkalzium zur wesentlichen Beschleunigung der Abbindezeit   rührt   und auch hohe Festigkeit und Haftfähigkeit des mit ihm hergestellten Mörtels u. dgl. ergibt. 



   Das neue Mittel zur Beschleunigung des Abbindens und der Festigkeitsentwicklung hydraulischer Bindemittel besteht also in einem Gemisch aus löslichem Kalziumsalz und löslichem Aluminiumsalz, In erster Linie kommen Gemische der Chloride oder Nitrate des Kalziums und Aluminiums in Frage, auch wechselweise. 



   Die Gemische können vor oder während der Verarbeitung der hydraulischen Bindemittel diesen zugemengt werden. Man kann Lösungen solcher Gemische in Wasser als Anmachflüssigkeit für die hydraulischen Bindemittel benutzen und dabei durch Änderung der Konzentrationsverhältnisse Abbindebeginn und Abbindezeit beliebig regeln. Eine solehe Regelung ist auch durch Änderung der Verhältnisse 
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Als Beweis für obige Angaben sei folgendes Beispiel angeführt. 



   Ein Portlandzement, welcher mit Wasser angemacht, normalerweise 4 Stunden bis Beginn, B Stunden bis zum Ende der Abbindung erfordert, ergibt mit kalt gesättigter Chlorkalziumlösung einen Abbindebeginn von 1 Stunde, Ende länger als 8 Stunden. Verdünnt man diese gesättigte Lösung mit 1 Teil Wasser, so erhält man einen Beginn von   1Q   Minuten, Ende länger als 2 Stunden. 

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  Verdünnt man mit 2 Teilen Wasser, so ist der Beginn 5 Minuten, das Ende 1 Stunde, 4 Teile Wasser ergeben 15 Minuten Beginn, 1 Stunden Ende. Mit 8 Teilen Wasser verdünnt ist eine Wirksamkeit des Chlorkalziums kaum noch festzustellen. 



   Aluminiumchlorid gibt ganz verschiedene Resultate je nach Temperatur und Zementart, wie dies in der oben angeführten Veröffentlichung bereits erwähnt wurde. 



   Der zu Gegenversuchen für dieses Beispiel herangezogen normale Portlandzement ergab mit   kaltgesättigter     Aluminiumchloridlösung   zwar sofortigen Beginn der Abbindung, aber kein deutliches Ende derselben. Mit 1 Teil Wasser verdünnt wurden 10 Minuten Anfang und mehr als 2 Stunden Ende beobachtet. 



   Mischt man nunmehr gleiche Teile der kaltgesättigten Lösungen der beiden Salze, so ergibt diese Mischung mit dem oben genannten Zement sofortige endgültige Abbindung, deren Zeit überhaupt nicht mehr genau festgestellt werden kann. Bei einer   Verdünnung   mit 1 Teil Wasser wurde ein Beginn von 1 Minute, Ende von 15 Minuten erreicht, mit 2 Teilen Wasser war der Beginn 2 Minuten, das Ende 55 Minuten. Ein Gemisch von z. B. 4 Teilen konzentrierte Chlorkalziumlösung mit 1 Teil konzentrierter   Aluminiumehloridlosung   ergibt bei Verwendung der unverdünnten Lösung sofortiges Abbinden, deren Zeit nicht mehr bestimmbar ist. Mit einem Teil Wasser verdünnt liegt der Beginn des Abbindens auf 1 Minute, das Ende auf 10 Minuten, mit 2 Teilen Wasser auf 2 Minuten, das Ende auf 45 Minuten. 



   Obige Angaben beweisen die   überraschende   Abbindebeschleunigung, die durch Aluminiumchloridzusatz zum   Kalziumchlorid   eintritt. Schon nach wenigen Stunden werden ausserordentliche Festigkeiten erzielt. Je nach Wahl des Zementes und der Mörtelmischung können beispielsweise noch vor Ablauf von 12 Stunden Druckfestigkeiten von über   100 lcglce erreicht   werden. Sie ergibt einen technisch ausserordentlich grossen Fortschritt gegenüber der bisher üblichen Methode mitChlorkalzium allein bzw. andern weniger wirksamen Zusätzen, wie Kalziumnitrat, Zucker u. dgl. 



   Ähnliche Wirkungen sind auch durch Verwendung der salpetersauren Salze zu erzielen. Der neue Zusatzstoff kann dem Bindemittel auch vor deren Verarbeitung in irgendeiner Weise zugesetzt werden 
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Beschleunigung des Abbindens und der Festigkeitsentwicklung von hydraulischen Bindemitteln mit Hilfe löslicher Kalziumsalze, dadurch gekennzeichnet, dass man ausserdem noch lösliche Aluminiumsalze, z. B. ein Nitrat oder Chlorid, zufügt.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass durch Änderung des Mischungverhältnisses zwischen Kalziumsalz und Aluminiumsalz Abbindebeginn und Abbindezeit beliebig geregelt werden.
AT118238D 1927-01-11 1927-07-28 Verfahren zur Beschleunigung des Abbindens und der Festigkeitsentwicklung von hydraulischen Bindemitteln. AT118238B (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE2816102A1 (de) * 1978-04-13 1979-10-25 Vnii Pi Titana Betonmischung

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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DE2816102A1 (de) * 1978-04-13 1979-10-25 Vnii Pi Titana Betonmischung

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