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Verfahren zur Reinigung von Zuckerdiftisionssäften.
Die Reinigung von Zuckerdiffusionssäften war bisher insoweit mit Schwierigkeiten verbunden, als man die Menge der in den Säften enthaltenen Nichtzucker ohne besondere Mittel nicht ohne weiteres erkennen konnte.
Die Erfindung beseitigt nun die Schwierigkeit der Beurteilung des Reinheitsgrades von Ditfussionssäften dadurch, dass durch eine vorübergehende oxydative Behandlung der Säfte eine Dunkelfärbung derselben verursacht wird, welche ein deutliches auch äusserlich wahrnehmbares Kriterium für den Reinheitsgrad der Lösungen vorstellt. Die oxydative Behandlung der Säfte bringt auch das Entstehen leichter behandelbarer Niederschläge mit sich. Die verursachte Dunkelfärbung der Säfte wird sodann baldmöglichst wiederum durch geeignete Mittel. beispielsweise durch den Zusatz von Basen, beseitigt.
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bloss in einer zur Klärung der Säfte ausreichenden Menge zugesetzt.
Die oxydative Behandlung der Säfte soll intensiv, jedoch in möglichst kurzer Zeit durchgeführt und die dunkelgefärbten Säfte sollen baldmöglichst wieder entfärbt werden. Der Kalk oder die andern verwendeten Basen sollen mit Rücksicht auf die niederzuschlagenden Stoffe nicht in überflüssigem Überschuss zugesetzt werden.
In gewissen Fällen wird es sich empfehlen, das Verfahren mehrmals zu wiederholen, um zur Erreichung des gewünschten Zieles die oxydative Behandlung und den Zusatz der Basen nicht zu weit treiben zu müssen. Bei der eben erwähnten eventuellen Wiederholung des Verfahrens können in den verschiedenen Verfahrensstufen gegebenenfalls verschiedene Klärmittel verwendet werden. Als Klärmittel haben sich ausser Kalk besonders auch die phosphorsauren Kalksalze bewährt.
Aus der österreichischen Patentschrift Nr. 3668J ist ein Verfahren zum Reinigen von Rübensäften bekanntgeworden, bei welchem die mit Kalk versetzten Rübensäfte mit Luft behandelt werden. Diesem Bekannten gegenüber unterscheidet sich das Verfahren nach der Erfindung dadurch, dass die Luft durch die nichlalkalisierten und noch die natürliche Azidität besitzenden Säfte hindurchgeleitet und erst dann, wenn die durch Dunkelfärbung der Säfte indizierte Oxydation aufgetreten ist, Kalk zugesetzt wird.
Die Oxydation alkalisierter Säfte nimmt eine längere Zeit in Anspruch und muss bedingungslos nachteilig wirken, während erfindungsgemäss die Oxydation der Säfte in saurem Mittel unter gleichzeitigem Auftreten der Dunkelfärbung sehr schnell verläuft. Das Verfahren nach der Erfindung bietet auch den bedeutenden Vorteil, dass die notwendige Menge des zuzusetzenden Kalkes durch die Färbung - der Lösung genau bestimmbar ist.
Das neue Verfahren kann für jede beliebige Art von Rüben- säften mit stets unbedingt sicherem Resultate verwendet werden und gemäss der Erfindung kann es niemals-wie bei dem Verfahren der österreichischen Patentschrift Nr. 36G81geschehen, dass durch den vorhergehenden Kalkzusatz die Oxydation der Niehtzucker verhindert oder dass der Kalk in gewissen Fällen in kleinerer Menge als notwendig und in anderen Fällen in zu grosser Menge zugesetzt wird. da es doch im Betriebe nicht möglich ist. vor der Oxydation der Nichtzucker festzustellen, was für eine Kalkmenge praktisch not- wendig sein wird.
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Beispiel 1 : 100 leg Zuckerdiffusionssaft wird bei normaler Temperatur über ein Sieb geleitet, welches die Pülpe entfernt und eine möglichst vollkommene Berührung der Säfte mit Luft gestattet. Dem gesiebten Saft wird hierauf Kalk in einer Menge von ungefähr 0'1-0'2 % zugesetzt. Dei weitere Kalkzusatz wird unterbrochen, sobald die Dunkelfärbung des Saftes verschwunden ist. Durch den Kalkzusatz wird auch noch gleichzeitig die Ausscheidung weiterer Niederschläge bewirkt. Es ist sorgfältig darauf zu achten, dass der Kalk nicht eine Menge überschreitet, welche eine Zersetzung der Niederschläge, beispielsweise unter Entwicklung von Ammoniak aus den Eiweissstoffen, verursacht.
Beispiel 2 : Durch 100 leg Diffusionssaft wird bei normaler Temperatur ungefähr 5 Minuten lang Luft in einer Menge von etwa 2 m3 durchgeblasen. Dem dunklen Safte wird sodann Superphosphat zugesetzt, bis der Saft eine hellgelbe Färbung angenommen hat. Nach Entfernung des Niederschlages wird der Saft mit Kalk basisch gemacht.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Reinigung von Zuckerdiffusionssäften, dadurch gekennzeichnet, dass die Säfte bei gewöhnlicher oder mässig erhöhter Temperatur bis zur Dunkelfärbung oxydiert und unmittelbar hierauf geklärt werden.