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Verfahren zum Flössen in fliessenden Gewässern.
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mögliche Achstransport viel zu teuer käme. Durch Anlagen von Riesen können die Stämme von ihrem Standort zwar eine bestimmte Strecke, beispielsweise bis zur nächsten Wasserrinne, selten jedoch bis zur Verlade-oder Verbrauchsstation gebracht werden. Wegen der Gefahr der Uferbeschädigung durch das in rasch fliessenden Gewässern geflösste Holz, sowie wegen der Staugefahr können Stämme über eine bestimmte Länge (6 m) auch am Wasserweg nicht mehr zu Tal gebracht werden.
Die Erfindung hat ein Verfahren zum Flössen in fliessenden Gewässern zum Gegenstand, nach welchem die einzelnen oder mehrere zu einem Floss vereinigten Stämme an einer im Stromstrich über oder unter Wasser verlegten Seil-oder Drahtführung gleitbar aufgehängt werden: ein weiteres Kennzeichen der Erfindung liegt in der besonderen Zusammenstellung des Flosses. In schiffbaren Gewässern sind derartig verlegte Seilfiihninwen schon zur Beförderung (Treidelung) von Schiffen od. dgl. verwendet worden, wobei das Führungsseil zugleich als Fahrbahn für Laufkatzen dient, mittels deren die Wasserfahrzeuge motorisch stromauf bewegt und bei der Talfahrt gebremst werden.
Das Verfahren nach der Erfindung soll nun die Möglichkeit geben. die in Gebirgsforsten befindlichen Stämme zu Tal zu fördern, wobei meist nicht schiffbare Gewässer in Frage kommen und das Seil vorzugsweise bloss zur Führung des Flosses dient, weshalb es dünn bemessen und die. Anlage mit geringen Kosten hergestellt werden kann. Die Bremsung des Flosses wird hiebei unter anderem erfindungsgemäss dadurch erzielt, dass die einzelnen Stämme nicht starr so miteinander verbunden sind, dass jeder Stamm eine begrenzte Drehungsmöglichkeit um seine Längsachse behält, wobei zweekmässigerweise die spezifisch leichtesten Hölzer an der Spitze, die spezifisch schwersten am Schwanz des Flosses befestigt sind.
Auf der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand in einem Ausführungsbeispiel schematisch dargestellt. Fig. 1 zeigt eine Draufsicht auf einen Teil des Flusslaufes mit dem Führungsseil und dem an diesem geführten Floss, Fig. 2 eine Draufsicht des vorderen Flossendes, Fig. 3 eine Seitenansicht desselben in der Längsrichtung des Flusslaufes.
Ein über dem Wasserlauf gespanntes Seil s ist dadurch in der Richtung des Stromstriches verlegt, dass es in durch die Flusslaufkrümmungen bedingten Abständen von Piloten oder Stützen p getragen wird, welche beispielsweise gebogene Führungsrohre r entsprechender Krümmung tragen, durch welche das Seil durchgezogen und sodann in beliebiger Weise nachgespannt wird. Die beiden das Floss bildenden schwalbenschwanzförmigen Teile f1 und f2 werden durch einen Bügel b vereinigt, welcher gelenkig, beispielweise durch Schrauben z, mit den beiden Flosstilen verbunden ist und an seinem Ende, gleichfalls gelenkig, eine Führungsrolle od. dgl. trägt, welche auf dem Seil s läuft.
Bei entsprechend langen Schwanzteilen können diese erforderlichenfalls durch einen zweiten Bügel b vereinigt werden, wie dies beispiels-
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sofern der Wasserstand an einzelnen Stellen eine Unterwacserführung des Seiles ausschliesst.
Je nach dem spezifischen Gewicht der zu flössenden Hölzer wird das Holz eine mehr oder weniger grössere Geschwindigkeit als das Wasser selbst annehmen, so dass in reissenden Gebirgsbächen die Gefahr
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Hölzer beschädigt werden könnten. Zur Erzielung der erforderlichen Bremsung sowie einer selbsttätigen Talfahrt ohne Steuerung ist deshalb ein bestimmter Zusammenbau des Flosses erforderlich.
Die einzelnen Stämme werden zu diesem Zweck beispielsweise durch Ketten k (Fig. 2j so miteinander verbunden, dass das ganze Floss ähnlich einem Pfeil nach vorne zu spitz verläuft und einen oder mehrere Schwänze bildet, wobei jeder einzelne Stamm des Flosses neben einer bestimmten Winkelstellung zum benachbarten Stamm auch diesem gegenüber eine Verdrehung um seine eigene Achse mitmachen kann. In Fig. 1 sind zwei derartige Schwänze i und a dargestellt, wobei in der eingezeichneten Stellung das Floss in gerader Richtung schwimmt.
In Kurven werden jedoch die einzelnen Stämme nicht parallel zueinander liegen, sondern eine bestimmte Winkelstellung zueinander einnehmen, wobei die entstehenden Sackräume zwischen zwei Stämmen der Bremsung des Flosses dienen. Überdies sind die Ketten 7c so bemessen, dass die Drehung des im Stromstrich schwimmenden inneren Stammes dem weiter nach aussen liegenden Stamm zwangsweise mitgeteilt wird und dieser daher an der freien Einstellung um seine Längsachse gehindert und ihm allenfalls auch eine verkehrte Drehung aufgezwungen wird, wodurch gleichfalls eine Bremsung erzielt wird.
Die in der Kurve ausgeschwenkten Schwanzenden mit den spezifisch schwereren und demnach tiefer tauchenden Hölzern werden überdies an den Ufern des Flusses entlang streichen und auch auf diese Weise die Geschwindigkeit des Flosses verringern und überdies das Flussbett gleichmässiger gestalten. An jenen Stellen, an welchen die Veränderung der Ufergestaltung nicht erlaubt wäre, kann das Ufer durch eine Schutzmauer gesichert werden. Der letzte Stamm jedes Schwanzendes wird zweckmässigerweise samt der Baumkrone dem Flosse angehängt, um gleich einem Besen die geschilderte Wirkung zu erhöhen.
An Stelle eines Seiles können naturgemäss zwei oder mehrere verwendet werden, insbesondere auch ein ober-und ein unterhalb des Wasserspiegels angeordnetes Seil gemeinsam die Führung des Flosses, dessen Fortbewegung durch die lebendige Kraft des Wassers erfolgt, übernehmen. Die bauliche Ausgestaltung sowohl der Seilführungsstützpunkte als auch der Führungsbügel ist eine beliebige.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum Flössen in fliessenden Gewässern, dadurch gekennzeichnet, dass die einzelnen oder mehrere zu einem Floss vereinigte Stämme an einer im Strop-ostrich über oder unter Wasser verlegten Seil-oder Drahtführung gleitbar angehängt werden.