DEP0034692DA - Verfahren zum Gerben - Google Patents

Verfahren zum Gerben

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DEP0034692DA
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DE
Germany
Prior art keywords
tanning
sulfuryldiamide
formaldehyde
skin
compounds
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Expired
Application number
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English (en)
Inventor
Walter Köln Hess
Hermann Dipl.-Ing. Opladen Noerr
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Bayer AG
Original Assignee
Bayer AG
Publication date

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Description

ä9076
Profesaor Dra Otto Bayer und Dr«, Ernst Gauer (beide Leverkusen)
En/Seh leverkusen, d@n 2ο* Januar 1949
Verfahren zum Gerben
Es ist bekannt, mit den Methyl ο !verbindungen organischer stickstoffhaltiger basischer Yerbindungen, wie ζ .Β« Hemmstoff, Thioharnstoff, Melamin etc., Gerbungen durchzuführen, die unter der Bezeichnung "Harzgerbung* praktische Bedeutung erlangten« Bei ihrer Durchführung werden die reaktionsfähigen Methylolverbindungen unter dem Einfluß saurer Katalysatoren polykondensiert! wobei sich die gebildeten hydrophoben Harz© unter Verdrängung des in der Hautfaser gebundenen Wassers in das Hautgefüge einlagern und so zu weißen ledern führen. Pur die Umsetzung der erwähnten Me thy Io lverb indungen werden verhältnismäßig hohe Überschüsse an katalytisch wirkender Säur© benötigt j da ein beträchtlicher Säureanteil infolge des amphoteren Charakters der Hautsubstanz von dieser gebunden wird.
Es wurde nun gefunden, daß man zu weißen, sehr lichtechten ledern gelangen kann, wenn man eine Harzgerbung unter Verwendung der Umsetzungsprodukte von Sulfuryldiamid mit Formaldehyd durchführt. Dieses Verfahren weist gegenüber den bekannten Harzgerbeverfahren auch noch den Vorteil auf, daß sich die Zugabe von Katalysatoren erübrigte Die Gerbung mit dieser sehr reaktionsfähigen Verbindung wird in der Weise durchgeführt, daß Sulfuryldiamid mit formaldehyd in Form des oder 4o $igen technischen Formalins gelöst wird. Während Sulfuryldiamid in Wasser leicht löslich ist und diese lösungen neutrale Reaktion zeigen, ist zu beobachten, daß eine lösung von Sulfuryldiamid mit formaldehyd nach kurzer Zeit stark saure Reaktion annimmt« Beim Stehenlassen bilden sich - schneller in der Wärme, langsamer in der Kälte - allmählich unter Selbstkondensation unlöslich® Harze» Die Gerbung mit der- frisch b©-
1^ QA
reit®t@n Lösung des Anlagerungsproduktes iron Formaldehyd an Sulfuryldiamid erfolgt zweckmäßig in einer koehsalshaltigen Gerbflotte. Die Durchführung des Gerbeverfahrens gestaltet sieh dann ζ»Β0 wie folgt?
In einer flotte von loo ^ Wasser und 8 $ Kochsalz wird das zu gerbend© Hautmaterial Io Minuten gewalkt. Danaoh erfolgt Zusatz einer Lösung von 5 $> SuIfxiryldiamid in Io % Formaldehyd teohn, 3o $ig (all© Prozentangaben beziehen sieh auf Blößengewieht). Es ist zweckmäßig* die Auflösung des SuIfamids in Formaldehyd bei einer Temperatur von 2o - 4o° vorzunehmen und den Ansatz einige Minuten stehen zu lassen«. Sit Zugabe dieser konzentrierten Stammlösung sur Gerbflotte erfolgt im Laufe einer Viertelstunde« Die Behandlung des Materials im Walkfaß beträgt je nach Art des Blößenmaterials etwa 8 - Io Stunden.
Während, wie bereits erwähnt, die Lösung des Sulfu» ryldiamids in formaldehyd vorübergehend stark saure Reaktion zeigt s steigt im Laufe der Gerbung der pH-Wert der Gerbflott® automatisch auf den isoelektrischen Punkt der Haut bis etwa pH 5 a*i„ bo daß die erhaltenen Leder in üblicher Weise weiterverarbeitet werden können. Nach beendigter Gerbung werden die Leder zweckmäßig 24 - 48 Stunden gelagert, danach gespült und nach der Fettliekerung getrocknet»
Ss werden rein weiße s hoch lichtechte Leder mit einem geschmeidigen Narben und guter Heißfestigkeit erhalten. Anstelle von 5 $> Sulfuryldiamid können auch niedriger® oder höhere Mengen Anwendung finden^ je nach dem gewünschten Gerbeffekt. Außer Sulfuryldiamid können auch die aus ihm formal durch Ms-Abspaltung entstehenden Verbindungen? wi© Z0B0 Imidodisulfamids Verwendung finden«

Claims (1)

  1. Patentanspruchs
    Verfahren sum Gerben von tierischen Häuten und fellen^ dadurch gekennzeichnet 9 daß man Umsetzungsprodukte von Sulfuryldiamid oder den daraus formal durch NHa-Abspaltung entstehenden Verbindungen mit Formaldehyd auf das zu gerbende Material zur Einwirkung bringt«

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