DEP0000428DA - Verfahren zum Verkleben von Pergamentpapier zu Kunstdärmen - Google Patents
Verfahren zum Verkleben von Pergamentpapier zu KunstdärmenInfo
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Description
Die Herstellung von Kunstdärmen aus Pergamentpapier erfolgt im allgemeinen in der Weise, daß man die überlappenden Kleberänder der zur Herstellung des Schlauchs dienenden Papierbahn einer Behandlung mit zellstoff- bezw. pergamentlösenden Mitteln, wie Schwefelsäure oder Chlorzink, bestimmter Konzentration unterwirft. Nach der Schlauchbildung und dem Verkleben muß die Säure bezw. das Salz entfernt werden, um eine Zerstörung des Papiers zu verhindern, was durch Auswaschen des fertigen Schlauchs mit Wasser geschieht. Bei diesem Verfahren werden zwangsläufig die Weichmacher, mit welchen das Pergamentpapier üblicherweise zuvor behandelt wurde, entfernt, und als Endprodukt erhält man nach dem ausserdem noch erforderlichen Trocknen einen seines Weichmachers beraubten welligen und unschön aussehenden Schlauch.
Zur Vermeidung der vorstehend geschilderten Nachteile des Auswaschens und Trocknens wird nach der deutschen Patentschrift 685 878 das in der Klebenaht verbliebene Klebemittel dadurch unschädlich gemacht, daß der in üblicher Weise mit Schwefelsäure verklebte Schlauch der Einwirkung von gasförmigem Ammoniak oder solches enthaltenden Gasen bis zur völligen Neutralisation der Säure unterworfen wird. Man erhält bei dieser Arbeitsweise einen flach liegenden, geschmeidigen Schlauch. Aber auch bei diesem Verfahren ist ein zweiter Arbeitsgang notwendig.
Alle erwähnten Nachteile vorstehend geschilderter Verfahren werden durch die vorliegende Erfindung überwunden, welche die Herstellung eines Kunstdarmschlauches in einem Arbeitsgang gestattet. Die Erfindung besteht darin, daß auf den einen Rand der zur Herstellung des Schlauchs dienenden Papierbahn ein zum Verkleben geeignetes saures Mittel und auf den anderen Rand ein Neutralisationsmittel in Form einer wässrigen Lösung aufgetragen und unmittelbar anschliessend die Schlauchbildung durchgeführt wird. Bei dieser Anordnung des Auftrags befindet sich das Klebemittel zwischen den überlappenden Kleberändern der Papierbahn, das Neutralisationsmittel auf der unteren Seite der Klebenaht im Innern des Kunstdarms, so daß beide Chemikalien durch eine Papierschicht voneinander getrennt sind.
Überraschenderweise hat sich gezeigt, daß die Nachbarschaft des gelösten Neutralisationsmittels die Verklebung nicht beeinträchtigt, trotzdem aber nach bewirkter Verklebung der Überschuß des sauren Verklebungsmittels durch die Pergamentschicht hindurch abgesättigt wird. Insbesondere war auch nicht vorauszusehen, daß trotz Verwendung von Wasser als Lösungsmittel eine einwandfreie Klebung sich ermöglichen liesse, da feuchtes Papier oder ungenügende Säurekonzentration die Klebung erfahrungsgemäss verhindert.
Als saures Klebemittel dienen die üblicherweise hierfür verwendeten Stoffe, insbesondere Schwefelsäure.
Bei der Auswahl eines geeigneten Neutralisationsmittels muß berücksichtigt werden, daß weder dieses Mittel noch die entstehenden Reaktionsprodukte das Pergament schädigen. Ausserdem soll das Neutralisationsmittel eine große Löslichkeit in Wasser besitzen, damit auf der für die Reaktion zur Verfügung stehenden kleinen Nahtfläche ausreichende Mengen an gelösten Stoffen zur Erzielung völliger Neutralisation aufgebracht werden könne.
Infolgedessen erweisen sich die leicht löslichen Salze von schwachen, flüchtigen Säuren mit flüchtigen oder nicht flüchtigen, organischen oder anorganischen Basen als die am besten geeigneten Neutralisationsmittel. Das vor allem bewährte Neutralisationsmittel ist das Ammoniumcarbonat, welches das eine ähnliche Löslichkeit besitzende Kaliumcarbonat weit übertrifft. Bei der Reaktion zwischen Ammoniumcarbonat und der überschüssigen Schwefelsäure wird die für das Papier unschädliche Kohlensäure in Freiheit gesetzt, während das gebildete Ammoniumsulfat sowie das überschüssige Neutralisationsmittel ohne Nachteil im Papier verbleiben könne, da sie ebenfalls für das Papier unschädlich sind und beim Wässern des Schlauchs vor dem Gebrauch leicht entfernt werden. Ammoniumcarbonat (Hirschhornsalz) wird auch sonst in der Lebensmittelindustrie angewendet und besitzt gegenüber allen anderen Neutralisationsmitteln den weiteren Vorteil, sich bei geringer Erwärmung zu gasförmigen, unschädlichen Produkten zu zersetzen.
Besonders günstige Ergebnisse werden erhalten, wenn das Neutralisationsmittel freies Ammoniak enthält, was ja bei Zimmertemperatur in Ammoniumcarbonatlösungen stets der Fall ist. Bei Verwendung anderer Lösungen ist es vorteilhaft,
vorteilhaft, in diese vorher Ammoniak einzuleiten.
Ausführungsbeispiel:
Ein zur Schlauchherstellung übliches Papierband wird in der Weise über Walzenführungen geleitet, daß durch Auftragsrädchen auf den rechten Kleberand der Papierbahn das Klebemittel und auf den linken Kleberand das Neutralisationsmittel aufgebracht wird. Das Klebemittel besteht beispielsweise aus 70%iger Schwefelsäure, das Neutralisationsmittel aus einer gesättigten Lösung von Ammoniumcarbonat.
Die Herstellung dieser letzteren Lösung kann in der Weise erfolgen, daß man entweder Ammoniak und Kohlensäure in Wasser einleitet oder von dem handelsüblichen Hirschhornsalz ausgeht, welches aus Ammoniumbicarbonat und carbaminsaurem Ammoniak besteht, und dieses in Gegenwart von Wasser mit Ammoniakgas behandelt, bis etwa 2,5 Teile dieser Lösung einen Teil der zum Kleben verwendeten Säure neutralisieren.
Die beiden Chemikalien, 70%ige Schwefelsäure einerseits und Ammoniumcarbonatlösung andererseits, werden zur sicheren Neutralisierung der überschüssigen Säure durch entsprechend breite Auftragsrädchen in einem Mengenverhältnis von 1 zu 5 auf die Ränder der Papierbahn aufgebracht, das bedeutet das Doppelte der zur Neutralisation theoretisch erforderlichen Menge, was ohne weiteres geschehen kann, weil das überschüssige Ammoniak sich verflüchtigt, während das sich bildende Ammoniumsulfat ohne Nachteil in dem Schlauch verbleiben kann.
Die Neutralisation der zum Kleben verwendeten Schwefelsäure verläuft in gleicher Weise, wenn man anstelle von Ammoniak organische Basen, beispielsweise Methylamin, verwendet, dessen kohlensaures Salz wie bei Ammoniumcarbonat durch Einleiten von Kohlensäure und Methylamin in Wasser entsteht.
Die so geklebten Kunstdarmschläuche werden nach der Neutralisation, welche je nach der Raumtemperatur 5-6 Stunden erfordert, beim Abwickeln auf die gewünschte Länge geschnitten.
Die Erfindung gestattet also, in einem einzigen, einfachen Arbeitsgang unter Ersparung des Auswaschens und Trocknens einen Kunstdarmschlauch herzustellen.
Claims (3)
1.) Verfahren zum Verkleben von Pergamentpapier zu Kunstdärmen in einem Arbeitsgang, dadurch gekennzeichnet, daß auf den einen Rand der zur Herstellung des Schlauchs dienenden Papierbahn ein zum Verkleben des Schlauchs geeignetes saures Mittel und auf den anderen Rand ein Neutralisationsmittel in wässriger Lösung aufgetragen und unmittelbar anschliessend die Schlauchbildung durchgeführt wird.
2.) Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Neutralisierungsmittel eine wässrige konzentrierte Lösung eines Salzes dient, das sich aus schwach flüchtigen Säuren wie Kohlensäure und flüchtigen anorganischen Basen wie Ammoniak, also vorzugsweise Ammoniumcarbonat oder nicht flüchtigen anorganischen oder organischen Basen zusammensetzt.
3.) Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die wässrige konzentrierte Ammoniumcarbonatlösung noch freies Ammoniak enthält.
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