DEP0000139DA - Verfahren zur Herstellung therapeutisch wirksamer Trockenerzeugnisse aus Drogenauszügen und Pflanzensäften - Google Patents

Verfahren zur Herstellung therapeutisch wirksamer Trockenerzeugnisse aus Drogenauszügen und Pflanzensäften

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DEP0000139DA
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DE
Germany
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therapeutically effective
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dry products
drug extracts
vegetable juices
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Fritz Karl Rudolf Dr. Hamburg Neuwald
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Description

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung therapeutisch wirksamer Trockenerzeugnisse aus Drogenauszügen und Pflanzensäften.
Zur Herstellung therapeutisch wirksamer Präparate aus glykosid- und alkaloidhaltigen Drogen hat man z.B. aus Folia Digitalis alkoholische Auszüge hergestellt, die aber Glykoside infolge der selektiven Wirkung des Alkohols in veränderter Menge enthielten und infolge Zersetzung der Glykoside, insbesondere des Gitalins, nicht haltbar waren. Die Ärzte haben daher bis heute Digitalis-Infuse vorgezogen, weil sie die Digitalis-Glykoside in ihrem natürlichen Komplex und dem in der Droge vorliegenden Mengenverhältnis enthalten und vor den Blätterpulvern den Vorzug rascher und vollständiger Resorption haben. Die durch wässrigen Auszug hergestellten Infuse sind indessen noch weniger haltbar als die alkoholischen Tinkturen und müssen jedesmal frisch hergestellt werden, wobei noch die Vorschrift besteht, dass die getrockneten, gepulverten Fingerhutblätter nur in Ampullen oder in braunen fast ganz gefüllten und gut verschlossenen Flaschen, von über 2 g bis höchstens 100 g Inhalt, die nach jedesmaligem Gebrauch durch Paraffinieren wieder zu verschliessen sind, in den Handel gebracht werden dürfen. Es besteht also ein Bedürfnis nach einem haltbaren Präparat, das die Glykoside unzersetzt in dem natürlichen Mengenverhältnis aufweist, und gut resorbierbar und das zweckmässig pulvrig oder körnig ist, sodass der Apotheker es für die Rezeptur verwenden kann. Man hat bereits vorgeschlagen, Drogenauszüge, z.B. von Baldrian, Eisenhut, Tollkirsche und Herbstzeitlose mit verschiedenen Lösungsmitteln herzustellen und den Auszug zu feinem Nebel zersprüht mit hoher Geschwindigkeit mittels eines Stromes erhitzter Luft zu trocknen. Die erhaltenen Trockenextrakte stellen Pulver von einer Teilchengrösse unter 10 (My) dar, die in dieser Form ungenügend resorbiert werden. Auch lassen sich diese bekannten Verfahren auf Fingerhutextrakte nicht übertragen, weil die Digitalisglykoside bei dieser verhältnismässig rohen Behandlung zersetzt werden.
Es wurde nun gefunden, dass sich therapeutisch wirksame Trockenerzeugnisse aus Drogenauszügen und Pflanzensäften vorteilhaft gewinnen lassen, wenn man die Droge mit Wasser auszieht, der Lösung bzw. dem Pflanzensaft einen wasserlöslichen Trägerstoff, beispielsweise einen Zucker, zusetzt, die Lösung bei niederer Temperatur und unter vermindertem Druck auf eine Konzentration von mehr als etwa 10% Trockenstoffgehalt schonend einengt und das Konzentrat bei Temperaturen unter etwa 80°, vorzugsweise nach dem Zerstäubungsverfahren, trocknet.
Beispiel:
1000 g Folia Digitalis werden mit 200 Litern kalten destillierten Wassers übergossen, im Wasserbad auf etwa 90° erwärmt und 15 Minuten unter Rühren bei dieser Temperatur gehalten. Nach dem Abkühlen auf 20° wird durch ein Wattefilter filtriert, mit destilliertem Wasser gründlich nachgewaschen und auf 200 Liter aufgefüllt. Im Filtrat werden nun 2000 g Milchzucker gelöst und die Lösung in einem Vakuum-Umlaufverdampfer bei einer Temperatur von 22-30° und einem Druck von 15 mm Hg auf etwa ein Zehntel des Volumens eingedampft. Das Konzentrat zeigt den frischen Geruch guter Digitalis-Infuse und einen Milchzuckergehalt von 10%.
Dieses Konzentrat wird nun in bekannter Weise in einem Zerstäbungsturm nach dem Krause-Verfahren bei einer Lufttemperatur von 80° getrocknet. Es werden 2.100 g eines hellbraunen hygroskopsichen Pulvers von einer Teilchengrösse von etwa 20 - 80 (My) erhalten, das etwa 2,4% Feuchtigkeit, 90% Milchzucker und etwa 10 % Digitalisgesamttrockensubstanz in wirksamer unzersetzter Form enthält.
Durch den Zusatz eines Zuckers wird anscheinend eine Schutzwirkung auf die Glykoside ausgeübt, sodass sie während des Einengens im Vakuum und während der Zerstäubungstrocknung praktisch nicht beeinträchtigt werden. Die Haltbarkeit des Pulvers ist bei luftdichtem Verschluss praktisch unbegrenzt. Da das Präparat die Glykoside in der natürlichen Wirksamkeit und dem natürlichen Mengenverhältnis aufweist, gut dosierbar und leicht in Wasser löslich ist, eignet es sich vorzüglich anstelle der bisher verwendeten Infuse zur Herstellung von therapeutisch wirksamen Präparaten.
Man kann nach der vorliegenden Erfindung auch haltbare und wirksame Trockenerzeugnisse aus anderen empfindlichen Drogen wie Secale, Valeriana, Primula, Daucus carota, usw. sowie auch aus Pflanzensäften herstellen.

Claims (1)

  1. Verfahren zur Herstellung therapeutisch wirksamer Trockenerzeugnisse aus Drogenauszügen oder Pflanzensäften, dadurch gekennzeichnet, dass man die Drogen mit Wasser auszieht, der Lösung bzw. de, Pflanzensaft einen wasserlöslichen Trägerstoff, beispielsweise einen Zucker zusetzt, die Lösung darauf bei niederen Temperaturen und unter vermindertem Druck auf eine Konzentration von mehr als etwa 10% Trockenstoffgehalt schonend einengt und das Konzentrat schliesslich bei Temperaturen unter etwa 80°, vorzugsweise nach dem Zerstäubungsverfahren, trocknet.

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