DEC0008899MA - - Google Patents
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 16. Februar 1954 Bekanntgemacht am 23. Februar 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Die Patentanmeldung C 6148 IVc / 28a betrifft ein ' Verfahren zum Gerben von Häuten und Fellen, da-
^durch gekennzeichnet, daß als Gerbstoffe Produkte verwendet werden, welche entstehen, wenn man 1 Mol
Dicyandiamid mit 1 bis 2 Mol Formaldehyd in Gegenwart saurer Kondensationsmittel nur so lange kondensiert,
daß die Produkte noch wasserlöslich bleiben. Es wurde nun gefunden, daß das Verfahren mit
ähnlichen günstigen Ergebnissen durchgeführt werden kann, wenn Kondensationsprodukte aus 1 Mol
Dicyandiamid mit mehr als 2 bis zu 3,5 Mol Formaldehyd dabei zur Anwendung kommen. Die Herstellung
derselben erfolgt in völliger Analogie zu den Produkten des Hauptpatents dadurch, daß man hier 1 Mol
Dicyandiamid mit mehr als 2 bis zu 3,5 Mol Formaldehyd in Wasser unter Erwärmen auf etwa 700 zuerst
in Lösung bringt' und dann nach Zugabe z. B. von Säuren bei höherer Temperatur weiterkondensiert.
Auch bezüglich der Eigenschaften der so erhaltenen Gerbstoffe und der mit ihnen gegerbten Leder besteht
weitgehende Übereinstimmung mit dem Hauptpatent.
100 Teile einer in üblicher Weise geäscherten, entkalkten
und gebeizten Blöße werden mit 4 bis 5 Teilen des unten beschriebenen Gerbstoffes, der in 80 Teilen
Wasser gelöst wurde, I bis 2 Stunden im Walkfaß behandelt. Dann fügt man 28 Teile Salz und 0,8 bis
509 659/249
C 8899IV c/28 a
ι Teil Schwefelsäure hinzu, läßt das Walkfaß weitere
ι bis 2 Stunden laufen und die Blöße über Nacht in der Brühe im Faß stehen. Am nächsten Tag werden die
so behandelten Blößen in normaler Weise mit Chromalaun oder einem anderen Chromgerbstoff oder auch
mit einem Aluminiumgerbstoff, wie z. B. Alaun, nachgegerbt und in üblicher Weise fertiggestellt. Im Vergleich
zur normalen, rein mineralischen Gerbung werden sehr volle Leder erhalten, die sich überdies
durch eine gute Färbbarkeit mit sauren und Substantiven Farbstoffen auszeichnen.
Das zum Gerben verwendete Kondensationsprodukt kann beispielsweise wie folgt hergestellt werden:
84 Teile Dicyandiamid werden in 190 Teilen 4O°/0igem
Formaldehyd durch Erwärmen auf etwa 70° gelöst. Nach Erkalten auf Raumtemperatur läßt man etwa
12 Teile Eisessig zulaufen und erhitzt die Lösung noch etwa 6 Stunden auf 85 bis 90°. Sodann wird die Lösung
im Vakuum bei 60 bis 65 ° eingedampft und das Kondensationsprodukt
als farbloses, leicht pulverisierbares Harz gewonnen. Die Lösung kann aber auch ohne
vorheriges Eindampfen direkt zum Gerben verwendet werden.
100 Teile Rindspalt werden nach dem Entkälken und Beizen gespült und mit 10 Teilen des oben beschriebenen
Gerbstoffs in 100 Teilen Wasser gewalkt. Man läßt die Blößen zunächst 5 Minuten in 80 Teilen
Wasser laufen und setzt dann den in 20 Teilen Wasser gelösten Gerbstoff in zwei Anteilen mit 20 Minuten
Abstand zu. Nach einer Walkdauer von 2 Stunden werden 3 bis 5 Teile Kalialaun in 20 Teilen Wasser
gelöst und im Verlauf von 3 Stunden in mehreren Portionen dem Gerbbad zugefügt. Dann wird zweckmäßig
ein kationaktiver Licker, in dem noch Neutralfette emulgiert sein können, zugesetzt und der pn-Wert
der Flotte durch Zugabe von Natriumbicarbonat oder Soda auf 5 bis 5,5 erhöht. Nach einer weiteren Walkdauer
von 2 bis 3 Stunden ist die Gerbung beendet. Die Felle kommen über Nacht auf den Bock und können
ohne zu Spülen und nachzufetten fertiggestellt werden. Es werden gut gefüllte, weiße, wasserbeständige Leder
erhalten.
Ein ähnliches Resultat wie nach Beispiel 2 erhält man bei Verwendung eines wie folgt hergestellten
Gerbstoffes:
84 Teile Dicyandiamid werden portionsweise bei 70 bis 8o° in 122 Teile konzentrierte Salzsäure (roh)
und 100 Teile Wasser eingetragen, wobei unter Wärmeentwicklung sich das salzsaure Salz des Dicyandiamidins
bildet. Nach Erkalten und Neutralisieren mit Natronlauge werden 190 Teile Formaldehyd (37 bis 38 %) ein- '
getragen und hierauf wird bei 70° gerührt, bis alles in . Lösung ist. Nach Zusatz von 12 Teilen Eisessig wird
bei 85 bis 900 noch 8 Stunden gerührt. Die Lösung wirdbei 60 bis 700 im Vakuum zur Trockne eingedampft..,
Zur Gerbung läßt sich aber auch schon die Lösung verwenden, deren Prozentgehalt durch eine Trockenbestimmung
ermittelt wird.
100 Teile in üblicher Weise mit einem Chromgerbesalz
gegerbte Kalbfelle werden nach dem Falzen kurz gespült und mit 5. Teilen des nach Beispiel 1 hergestellten
Gerbstoffes und 150 Teilen Wasser nachgegerbt.
Nach einer Walkdauer von 1 bis 2 Stunden kommen die Felle, nachdem sie zuvor kurz gespült sind, auf den
Bock und bleiben 1 bis 2 Tage liegen. Dann werden sie in bekannter Weise neutralisiert, gefärbt, gefettet und
zugerichtet. Durch die Nachger bung werden im Vergleich zur reinen Chromgerbung, wesentlich vollere,
mit sauren und Substantiven Farbstoffen leichter färbbare Leder erhalten, ohne daß dabei der Charakter
der Chromgerbung beeinträchtigt wird.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH:Verfahren zum Gerben von Häuten.und Fellen, 8& dadurch gekennzeichnet, daß in Abänderung des Verfahrens der Patentanmeldung C 6148 IVc /28 a als Gerbstoffe Produkte verwendet werden, welche entstehen,. wenn man 1 Mol Dicyandiamid mit mehr als 2 bis zu 3,5 Mol Formaldehyd in Gegenwart saurer Kondensationsmittel nur so lange kondensiert, daß die Produkte noch wasserlöslich sind.
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