DEC0005932MA - - Google Patents

Info

Publication number
DEC0005932MA
DEC0005932MA DEC0005932MA DE C0005932M A DEC0005932M A DE C0005932MA DE C0005932M A DEC0005932M A DE C0005932MA
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
gases
cleaning agent
cleaning
tar
soot
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Active
Application number
Other languages
English (en)

Links

Description

BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 3. Juni 1952 Bekanntgemacht am 12. April 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Die Luft in den Industriegebieten wird durch Rauch, welcher Ruß, schweflige Säure und andere Begleitstoffe enthält, verunreinigt. Diese Verunreinigungen schädigen die menschlichen Atmungsorgane. Durch die Rußpartikelchen wird ferner das kurzwellige Licht abgelenkt und somit der Bevölkerung ein Teil der gesundheitsfördernden biochemischen Strahlen entzogen.
Schweflige Säure schädigt das Wachstum der Pflanzen und sich absetzender Ruß beeinträchtigt die Atmung des Blattes. Ferner bilden sich bei der zum Teil unvollkommenen Verbrennung der Kohle terartige Stoffe, die von den Rauchgasen mitgeführt und auf den Pflanzen niedergeschlagen werden. Die Stoffe verharzen durch Sauerstoff auf nähme und bilden dann auf den Blättern eine lackartige Deckschicht, die gleichfalls die Atmung des Blattes beeinträchtigt.
Es sind zwar schon Vorschläge gemacht worden, Rauchgase dadurch zu reinigen, daß Flugasche und Ruß durch besondere Einbauten in die Rauchkanäle der Schornsteine zum Teil niedergeschlagen werden. Eine völlige Reinigung wird dadurch nicht erzielt. Man versuchte darum, auch durch chemische Verfahren zum Erfolg zu kommen. So hat man versucht, eine Reinigung der Rauchgase dadurch herbeizuführen, daß man sie durch Wasser leitet. Dabei mußte man aber feststellen, daß sich auch damit eine ausreichende Reinigung nicht erzielen läßt, denn die Rauchgase bildeten im Wasser große Blasen, die in ihrem Inneren den Ruß und die anderen Begleitstoffe wieder mitrissen. Auch die Versuche,
509 704/89
C 5932 IVc/24 g
die Reinigung durch Wasserberieselung oder Hindurchtreiben der Rauchgase durch eine Wasserdampfzone zu erreichen, führten nicht zum Ziel, da . die den Rauöhgasen innewohnende Wärme das Wasser zum Verdunsten bringt. Es wurde auch versucht^ die schweflige Säure durch Ätzkalk oder andere Basen zu binden. Ferner schickte man den Rauch durch Türme die mit Metallspänen gefüllt waren, wobei die Schwefelverbindungen mit dem
ίο Metall chemische Verbindungen eingehen sollten. Keines der bisher angewendeten oder vorgeschlagenen Verfahren führte jedoch zu dem erstrebten Erfolg. Schließlich hat auch die Reinigung mit Säuren oder Teer keinen Eingang in die Technik gefunden.
Es wurde nun gefunden, .daß mran trockne oder feuchte kohlenstofftragende Gase, vorzugsweise Rauchgase, von ihren Begleitstoffen reinigen kann, indem man sie mit solchen halogenieren Teer- und/oder Erdölprodukten bei beliebigen Temperaturen zusammenbringt, die geeignet sind, die Begleitstoffe, wie schweflige Säure, Ruß und die teerigen Substanzen zu binden oder zu lösen. Dabei wirken die Oxydationsprodukte des Schwefels, die Cyanverbindungen und das Kohlenoxyd als Polymerisationskatalysatoren und die inerten Gase üben in der Weise eine besondere Funktion aus, daß sie dispergierend wirken. Die in den kohlenstofftragenden Gasen vorhandene Wärme begünstigt die Reaktionen. Die zu verwendenden halogenierten Teer- und/oder Erdölprodukte können in Organischen Lösungsmitteln, beispielsweise Teerölen und/oder Mineralölen aufgelöst werden. Es hat sich weiterhin als zweckmäßig erwiesen, sie in Lösung von Chlor -
.35 aliphaten und/oder Chloraromaten anzuwenden. Die Mischung und das Mischungsverhältnis der Produkte und Lösungsmittel kann variieren. Auch können notfalls Zusatzstoffe, welche die Viscosität oder auch die Absorptionsleistung begünstigen, wie .Harze, Kautschuklösuiigen, beigegeben werden. Es ist weiterhin zweckmäßig, kohlenstoff tragende Gase vor ihrem Einleiten in die halogenierten Teer- und/ oder Erdölprodukte mit oxydierenden Gasen, wie Halogen, Sauerstoff, Cyan oder Stickoxyden zu mischen, wobei diese Gase mit den kohlenstofftragenden Gasen in Reaktion treten. Auch kann es zweckmäßig sein, die kohlenstofftragenden Gase vor ihrer Behandlung zu kühlen oder zusätzlich zu erwärmen.
Das erfindungsgemäße Verfahren kann in verschiedenen Arten ausgeführt werden. So kann man
die kohlenstofftragenden Gase, ζ. B. die Rauchgase, in die Reinigungsmittel einleiten, einpressen oder sie sonstwie mit ihnen in Berührung bringen. Oder die Reinigungsmittel werden tn einem Rieselverfahren dem Rauch entgegengeschickt, oder sie werden in feinverteilte dampfförmige -Form gebracht, was zweckmäßig durch Düsenzerstäubung geschieht, um die Rauchgase hindurchzuleiten. Das Verfahren kann auch in mehreren Absorptionsstufen betrieben werden. In allen Fällen können die eingesetzten halogenierten Teer- und/oder Erdölprodukte bis zur vollen Aufsättigung verwendet werden. Werden niedrig siedende Lösungsmittel, z. B. Perchloräthylen, verwendet, so ist es zweckmäßig, sie in solchen Absorptionsstufen zur Anwendung zu bringen,·, ''die "ihren.. Siedetemperaturen angepaßt sind. Die durch Erwärmung verflüchtigten eingesetzten Produkte bzw. Lösungsmittel können durch Kondensation wiedergewonnen und im Kreislauf verwendet werden. Bei der vorgeschlagenen Anwendung — bei den üblichen Temperaturen von 160 bis 220° — bleiben die halogenierten Teer- und/oder Erdölprodukte beständig und verharzen nicht, wie beispielsweise Teere oder Teeröle. Auch, besitzen sie einen Siedepunkt, der über der normalen Arbeitstemperatur liegt.

Claims (4)

  1. PATENTANSPRÜCHE:
    ι. Verfahren zur Reinigung von trockenen oder feuchten kohlenstofftragenden Gasen, vorzugsweise Rauchgasen, dadurch gekennzeichnet, daß dieselben durch halogenierte Teerprodukte und/oder Erdölprodukte bei beliebigen Temperaturen hindurchgeleitet werden, die geeignet sind, schweflige Säure, Ruß und die teerigen Substanzen zu binden oder zu lösen.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß in einem Rieselverfahren den Gasen das Reinigungsmittel entgegengeschickt 90· wird. ■
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Reinigungsmittel in feinstverteilter dampfförmiger Phase verwendet wird.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Reinigungsmittel in I kontinuierlichem Kreislauf verwendet wird.
    Angezogene Druckschriften:
    Deutsche Patentschriften Nr. 712255, 724853, } 302 996.
    © 509 704/89 4. 56

Family

ID=

Similar Documents

Publication Publication Date Title
EP0347972B1 (de) Verfahren zum Schwelen von Holz zur Erzeugung von Holzkohle
EP0454885A1 (de) Verfahren zur Reinigung von Gasen und Abgasen von Schadstoffen
DE2708919A1 (de) Verfahren zur reinigung von industrieabgasen
DE1223818B (de) Verfahren zur Zersetzung des bei der Aufarbeitung von Kokerei- oder Gaswerksgas anfallenden Ammoniaks
DE2429994A1 (de) Verfahren zur behandlung von abwaessern, die schwefelsaeure und/oder ammoniumsulfat enthalten
DE1467007A1 (de) Katalytisches Verfahren zur Gewinnung von Schwefelsaeure in mehreren Kontakt- und Absorptionsstufen
DEC0005932MA (de)
DE3311372A1 (de) Verfahren zur gewinnung von schwefel nach dem claus-verfahren aus den schwaden der reinigung von kokereigas
DE1163786B (de) Verfahren und Vorrichtung zur Beseitigung des in den Entsaeuererschwaden der Schwefelwasserstoffnasswaesche angereicherten freien Ammoniaks unter gleichzeitiger Verbrennung des Schwefelwasserstoffs
DE950951C (de) Verfahren zur Reinigung von trockenen oder feuchten kohlenstofftragenden Gasen
DE2531930A1 (de) Verfahren zur gewinnung von elementarschwefel aus kohlendioxid-reichen, schwefelverbindungen und verunreinigungen enthaltenden gasen
DE3815963A1 (de) Verfahren und vorrichtung zur entfernung von ammoniak aus flugasche
DE2361917C2 (de) Verfahren und Anlage zur Aufarbeitung eines verunreinigten inaktiven Quecksllber-I l-chlorid/Aktivkohle-Katalysators
DE218344C (de)
AT118009B (de) Verfahren zur Reinigung cyanidhaltiger Abwässer.
DE531965C (de) Verfahren zur Erzeugung von Huettenkoks
DE1546164A1 (de) Verfahren zum Regenerieren salzsaeurehaltiger Beizfluessigkeiten
DE1467007C (de) Verfahren zur Herstellung von Schwefel saure
DE4216772A1 (de) Verfahren zur Reinigung von Gasen und Abgasen mit Oxidationsmitteln
DE745660C (de) Verfahren zum Entsalzen von Brennstoffen
DE283347C (de)
DE598852C (de) Verfahren zur Beseitigung und Vernichtung von in waessrigen Fluessigkeiten, insbesondere Abwaessern, enthaltenen Verunreinigungen
DE2536227C3 (de) Verfahren zum Abbau von Metallcyanid-Komplexen, gegebenenfalls bei Anwesenheit von Phenolverbindungen und/oder Schwefelwasserstoff, in Industrieabwässern
DE452349C (de) Verfahren zur Entstaubung von Schwelgasen
DE1056095B (de) Verfahren zum Hochkonzentrieren von Salpetersaeure mittels Schwefelsaeure