DE96030C - - Google Patents

Info

Publication number
DE96030C
DE96030C DENDAT96030D DE96030DA DE96030C DE 96030 C DE96030 C DE 96030C DE NDAT96030 D DENDAT96030 D DE NDAT96030D DE 96030D A DE96030D A DE 96030DA DE 96030 C DE96030 C DE 96030C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
acid
baking powder
lime
phosphoric acid
ammonium phosphate
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Active
Application number
DENDAT96030D
Other languages
English (en)
Publication of DE96030C publication Critical patent/DE96030C/de
Active legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • AHUMAN NECESSITIES
    • A21BAKING; EDIBLE DOUGHS
    • A21DTREATMENT OF FLOUR OR DOUGH FOR BAKING, e.g. BY ADDITION OF MATERIALS; BAKING; BAKERY PRODUCTS
    • A21D2/00Treatment of flour or dough by adding materials thereto before or during baking
    • A21D2/02Treatment of flour or dough by adding materials thereto before or during baking by adding inorganic substances

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Inorganic Chemistry (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Food Science & Technology (AREA)
  • Bakery Products And Manufacturing Methods Therefor (AREA)
  • Solid Fuels And Fuel-Associated Substances (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 2: Bäckerei.
FRANZ DIETRICH in RIEGEL, Baden.
Backpulver. Patentirt im Deutschen Reiche vom 8. September 1896 ab.
Die aus zweifach weinsaurem Kali hergestellten Backpulver besitzen zwar sehr gute Eigenschaften; ihr Hauptbestandtheil, die Weinsteinsäure, ist aber sehr theuer und großen Preisschwankungen unterworfen, weshalb es von Wichtigkeit ist, einen billigeren, aber gleichwerthigen Ersatz für Weinstein zu erhalten.
Man hatte früher schon versucht, an Stelle der Weinsteinsäure Phosphorsäure zu benutzen und deshalb phosphorsäurehaltige und phosphathaltige Backpulver hergestellt. So ist z. B. das vor ca. 40 Jahren von Lieb ig angegebene, vonHorsford verbesserte Backpulver ein Phosphat-Backpulver. Die zur Herstellung dieses Backpulvers und auch später dauernd benutzte Verbindung ist der saure phosphorsaure Kalk. Dieses Salz ist jedoch dermaßen hygroskopisch, daß jedes damit hergestellte Backpulver sehr bald degenerirt, weshalb ursprünglich zwei getrennte Pulver, nämlich ein sogen. Säurepulver und ein Alkalipulver hergestellt und diese zwei erst beim Backen zusammengebracht wurden. Im Laufe der Jahre hat man unter allerhand Vorsichtsmaßregeln einheitliche Backpulver hergestellt, ohne jedoch den angestrebten Zweck zu erreichen.
Ich habe nun gefunden, daß das saure Ammoniumphosphat (N HJ H2 PO4 das geeignetste Mittel ist, den Weinstein und die Weinsteinsäure zu ersetzen, ohne daß es dem Backpulver die schlechten Eigenschaften des mit saurem phosphorsaurem Kalk hergestellten Pulvers verleiht. Das saure phosphorsaure Ammonium (saures Ammoniumphosphat (NHJ H2 PO4) ist nämlich ein durchaus trockenes und auch trocken bleibendes Salz, welches vollkommen haltbare, einheitliche Backpulvermischungen ergiebt. Die Wirkungsweise des sauren Ammoniumphosphates ist nun' folgende: .
Es ist bekannt, daß die Phosphorsäureverbindungen des Ammoniums, mit Wasser gekocht, in saures Ammoniumphosphat übergehen , und ein aus saurem Ammoniumphosphat hergestelltes Backpulver hat infolge dessen gewisse werthvolle Eigenschaften. Während andere saure Phosphate mit doppeltkohlensaurem Natron, im Aequivalentverhältniß und mit Wasser gekocht, stets zweibasische Salze geben, bildet sich beim Kochen des sauren Ammoniumphosphates und des doppeltkohlensauren Natrons mit Wasser nur im ersten Augenblick ein zweibasisches Salz, denn beim weiteren Kochen entweicht fortwährend Ammoniak und es bleibt als Rückstand ein saures Salz. Es ergiebt sich hieraus, daß das saure Ammoniumphosphat in der Fähigkeit, zu säuern oder zu neutralisiren, nahezu den Werth der freien Phosphorsäure besitzt. Gegenüber dem bis jetzt angewendeten sauren ' phosphorsauren Kalk ergiebt sich also der Vortheil, daß das saure phosphorsaure Ammoniak mit der Gesammtmenge seiner Säure wirkt, da das Ammoniak sich während der Reaction verflüchtigt, während der saure phosphorsaure Kalk nur mit einem Theil seiner Säure auf die Kohlensäure liefernden Körper einwirken kann, da der Kalk nicht flüchtig ist. Das Ammoniaksalz besitzt daher für die Austreibung der Kohlen-
(2. Auflage, ausgegeben am 23. September IQ&JJ
säure den doppelten Werth wie das Kalksalz. Es ergeben sich demnach bei Anwendung des sauren Ammoniumphosphates zwei neue Effecte:
ι. vollkommene Haltbarkeit der damit hergestellten ßackpulvermischungen,
2. doppelte Stärke bei gleicher oder gleiche Stärke bei halber Aufwendung an Phosphat.
Das phosphorsaure Ammonium kann man heutzutage leicht rein und billig herstellen; es ist ein zartes Pulver wie der Weinstein, als solches trocken und luftbeständig und besitzt ein dem Weinstein ähnliches specifisches Gewicht, was zur Herstellung von Mischungen wichtig ist. Um ein gutes starkes Backpulver herzustellen, wird folgende Mischung verwendet: 40 bis 45 Theile saures Ammoniumphosphat, 3oTheile doppeltkohlensaures Natron und 25 bis 30 Theile Füllsubstanzen. Bei Anwendung dieser Grundmischung entwickelt sich die Kohlensäure ziemlich schnell. Falls Backpulver gewünscht werden, welche die Kohlensäure langsamer entwickeln, ersetzt man das doppeltkohlensaure Natron zum Theil durch kohlensaure Magnesia oder kohlensauren Kalk, oder ein Theil des sauren Ammoniumphosphates wird durch zweibasisch phosphorsauren Kalk ersetzt. Dieser zweibasisch phosphorsaure Kalk ist das Dicalciumphosphat Ca HPO4.
Das Backpulver ersterer Art ist folgendermaßen zusammengesetzt:
40 bis 45 Th. saures Ammoniumphosphat, 20 - doppeltkohlensaures Natron, 20 - kohlensaure Magnesia oder kohlensaures Calcium,
15 bis 20 - Füllsubstanzen.
Die zweite Art des Backpulvers kann aus folgenden Bestandtheilen zusammengesetzt werden:
35 Th: saures Ammoniumphosphat,
25 - zweibasischer phosphorsaurer Kalk,
30 - doppeltkohlensaures Natron,
10 - Füllsubstanzen.
Aus den obigen Zusammensetzungen des Backpulvers ersieht man, daß die Entwickelung des Kohlensäuregases beliebig regulirt werden kann: je langsamer diese Entwickelung vor sich gehen soll, desto stärker muß die oben angegebene Grundmischung variirt werden.
Ich bemerke noch, daß die oben angeführten Proportionstheile bei der Herstellung des Backpulvers nicht eingehalten zu werden brauchen, und behalte mir daher das Recht vor, die Verhältnisse je nach Umständen variiren zu dürfen.

Claims (3)

Pate nt-An Sprüche:
1. Ein Backpulver, bestehend in der Hauptsache aus einem Alkalibicarjjonat und krystallisirtem saurem Ammoniumphosphat.
2. Ein Backpulver der unter I. gekennzeichneten Zusammensetzung unter Zusatz von kohlensaurem Kalk oder kohlensaurer Magnesia.
3. Ein Backpulver der unter 1. und 2. gekennzeichneten Zusammensetzung unter Zusatz von reinem zweibasischem phosphorsaurem Kalk.
DENDAT96030D Active DE96030C (de)

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE96030C true DE96030C (de)

Family

ID=367199

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DENDAT96030D Active DE96030C (de)

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE96030C (de)

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
WO1993002562A1 (en) * 1991-08-01 1993-02-18 Church & Dwight Company, Inc. Improved chemical leavening system

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
WO1993002562A1 (en) * 1991-08-01 1993-02-18 Church & Dwight Company, Inc. Improved chemical leavening system

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE2114084C3 (de) Rauchbares Gemisch Imperial Chemical Industries Ltd, London
DE102004031181A1 (de) Phosphatadsorbens
DE96030C (de)
DE2623774A1 (de) Rauchgemische
DE689602C (de) Verfahren zum Entstauben und Körnen von Thomasmehl
DE481177C (de) Herstellung eines Duengemittels
DE2114085A1 (de) Raucherzeugendes Gemisch und Verfahren zu dessen Herstellung
DE2547084C3 (de) Dichtungsglasmasse aus einer Glasfritte und einem Pulverzusatz sowie Verwendung derselben
EP0962443B1 (de) Mit Alkali- bzw. Erdalkali-Ionen dotierte Zitronensäure
DE940985C (de) Verfahren zur Verbesserung der Lagerbestaendigkeit von Duengemitteln
DE2603650A1 (de) Verfahren zur herstellung einer zuendholzmasse und das dabei erhaltene produkt
DE227907C (de)
AT87712B (de) Verfahren zur Herstellung von Brot nach dem Gärverfahren.
DE599493C (de)
AT202007B (de) Löschpulver für Flamm- und Glutbrände und Verfahren zu seiner Herstellung
DE711866C (de) Herstellung von polymeren Metaphosphaten oder Polyphosphaten in Form von leicht loeslichen Pulvern oder Presslingen
DE482678C (de) Verfahren zur Herstellung von Cyaniden aus erdalkalischen Cyanamiden
AT20712B (de) Zündmasse für Zündhölzer.
DE341267C (de) Verfahren zur Herstellung von haltbaren, insbesondere fuer Backpulver geeigneten Saeurepulvern
DE622411C (de) Mundwasserpulver
AT204888B (de) Trockenlöschpulver für Flamm- und Glutbrände
DE14616C (de) Verfahren zur Darstellung einer Kalk-Theer-Verbindung als
DE728593C (de) Verfahren zur Herstellung haltbarer Ferrocarbonat-Praeparate
DE452390C (de) Bindemittel fuer Brikette
AT124689B (de) Mischdünger.