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Durchflußmesser mit Kolben
Gegenstand vorliegender Erfindung ist ein
Durchflußmesser mit Kolben, die durch ein Kurbelgetriebe ein Zählwerk antreiben.
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Solche Durchflußmesser sind beispielsweise zum Ausschenken und Messen
von flüssigen Brennstoffen bekannt. Sie alle haben systematische Fehler, herrührend
von der Tatsache, daß der von der Kurbel des Kurbeltriebes durchlaufene Winkel nicht
proportional dem Kolbenweg ist. Diese systematischen Fehler trachtet man durch die
Anordnung einer Mehrzahl von gegeneinander versetzten Kolben nach Möglichkeit zu
reduzieren. Die Wahl einer ungeraden Zahl von Kolben hat dabei den Vorteil, daß
diese systematischen Fehler nicht größer sind als bei der doppelten, geraden Anzahl
Kolben. Zu den obengenannten systematischen Fehlern kommen bei den meisten Konstruktionen
die durch die endliche Länge der Kurbelstange entstehenden Fehler noch hinzu.
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Weiter sind Druckverluste im Messer zu berücksichtigen, die insbesondere
durch zusätzliche Organe zur Steuerung von Ein- und Auslaß der Meßräume erhöht werden.
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Zweck der Erfindung ist es nun, bei Durchflußmessern jener bekannten
Gattung, welche aus zwei achsparallel nebeneinander angeordneten Zylindern mit doppelt
wirkenden Kolben bestehen, die über ein Kurbelgetriebe miteinander gekuppelt sind
und ein Zählwerk antreiben, die obengenannten Fehler auf ein Mindestausmaß zu reduzieren.
Dies wird erfindungsgemäß dadurch erreicht, daß die Kurbeln beider Kolben um einen
Winkel von I20° phasenverschoben sind und die beiden Kolben drei Meßräume bilden,
indem
an einer der Stirnseiten der Kolben die Zylinder miteinander in offener Verbindung
stehen.
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Durch die Phasenverschiebung der IS:olbenschwingungen um 1200 wird
eine wesentlich vorteilhaftere Charakteristik erzielt als mit den bekannten Vorrichtungen,
die eine Phasenverschiebung von go" aufweisen. Gegenüber Membran-Gaszählern, bei
denen die beiden Membranen mit einem Phasenunterschied von 60° hintereinander angebracht
sind, besteht der Fortschritt in erster Linie in der Anwendung des ähnlichen Meßprinzips
für einen in der Bauform wesentlich verbesserten Flüssigkeitszähler.
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Die Zeichnungen zeigen zwei beispielsweise Ausführungsformen des
Erfindungsgegenstandes.
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Die Fig. I bis 10 beziehen sich auf das erste, die Fig. in bis I8
hingegen auf das zweite- Beispiel.
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Fig. I ist ein Schnitt senkrecht zu den Kolbenachsen nach der Linie
I-I der Fig. 2, welche eine Draufsicht auf den Durchflußmesser mit abgehobenem Deckel
darstellt, so daß die Schubkurbelgetriebe und die Zahnräder für den Antrieb der
Zählwerkswelle sichtbar sind; Fig. 3 ist ein Schnitt nach der LinielII-III in Fig.
I, Fig. 4 ein Längsschnitt durch einen Kolben nach der Linie IV-IV in Fig. 2; Fig.
5 ist ein Schnitt durchdie Achsen der beiden Zylinderbohrungen mit entfernten Kolben;
Fig. 6 ist eine Längsansicht eines Kolbens, teilweise im Schnitt; Fig. 7 und 8 sind
Schnitte nach den Linien VII-VII und VIII-VIII der Fig. 6, die Steuerdurchlässe
des Kolbens veranschaulichend; Fig. 9 zeigt Steuer- und Förderdiagramm des Durchlaufmessers
beider Beispiele, und Fig. 10 zeigt schematisch die gegenseitigen Stellungen der
Steuerdurchlässe der Kolben und der Meßräume beider Beispiele in sechs verschiedenen
Kolbenstellungen, welche sechs um 60° gegeneinander versetzten Stellungen der Kurbel
entsprechen.
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Von den auf das zweite Beispiel bezughabenden Fig. Ir bis I8 ist
Fig. II ein Schnitt senkrecht zu den beiden Zylinderachsen, Fig. 12 ein Schnitt
nach der Linie XII-XII der Fig. II, Fig. I3 ein Schnitt nach der LinieXIII-XIII
der Fig. II, Fig. I4 ein Schnitt nach der Linie XIV-XIV der Fig. II, Fig. I5 eine
Draufsicht auf den Kolbenmesser bei abgehobenem Deckel, Fig. I6 ein Längsschnitt
durch einen Kolben und Fig. I7 und I8 Querschnitte durch diesen Kolben gemäß den
Linien XVII-XVII bzw. XVIII-XVIII der Fig. I6.
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Den von- einem Kolbenquerschnitt- während eines Kolbenhubes durchlaufenen
Raum der- zum Kolben gehörenden Zylinderbohrung nennt man bei Durchlaufmessern einen
Meßraum. Die während einer gewissen Zeitspanne aus einem Behälter (z. B. Benzintank)
fließende Flüssigkeit kann nun dadurch gemessen werden, daß man die vom Kolben während
dieser Zeitspanne durchlaufene Anzahl Meßraumvolumina summiert, wobei je nach der
Größe der Zeitspanne der letzte der Summanden ein Ganzes oder einen Bruchteil des
Meßraumvolumens ausmachen kann. Praktisch kann diese Summierung durch ein mit dem
Durchlaufmesser gekuppeltes Zählwerk dann erfolgen, wenn es gelingt, die Zählgeschwindigkeit
des letzten proportional dem Hubvolumen pro Zeiteinheit des Kolbenmessers zu machen.
Das ist aber, wie oben erwähnt, nur angenähert und auch dies nur dann möglich, wenn
mehrere Meßkolben verwendet werden. Am folgenden Beispiel soll nun gezeigt werden,
wie dies erfindungsgemäß mit größtmöglicher Annäherung und Einfachheit geschieht.
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Beim Kurbelkreis I der Fig. 9 sei fürs erste einmal angenommen,-
er sei für drei gegeneinander um 1200 versetzte Kolben vorgesehen, deren Kurbelradien
mit a, b und c bezeichnet sind. Es sollen nun in einem Förderdiagramm (rechts in
Fig. 9) in Funktion des Umdrehungswinkels die verschiedenen, momentanen Fördervolumina
der drei Kolben während einer Kurbelumdrehung aufgezeichnet werden. Bekanntlich
ist die Ordinate y der verschiedenen Momentanstellungen der Kurbel im Kurbelkreis
ein Maß für dieses Fördervolumen. Bewegt sich nun bei einer Drehung des Kurbelkreises
I im Uhrzeigersinn der Kurbelarm a um 360°, so entsteht die Sinuskurve A im Förderdiagramm,
während zu den Kurbelarmen b und c die Sinuskurven B und C gehören. Bei der algebraischen
Summierung der Förderkurven A und B erhält man nun die Ordinate der Kurve C mit
umgekehrten Vorzeichen. Das heißt nichts anderes, als daß die auf der ihren zugehörigen
Meßräumen entgegengesetzte Seite der Kolben mit den Kurbeln a und b liegenden Zylinderräume,
algebraisch summiert, den Meßraum des dritten Zylinders C ergeben. Daraus ergibt
sich, daß man den dritten Kolben mit der Kurbel c weglassen kann, sofern man die
obengenannten beiden Zylinderräume der anderen beiden Kolben, die mit ka und kb
bezeichnet sein sollen, zwecks Schaffung eines dritten Meßraumes miteinander verbindet.
Man erhält somit einen Durchlaufmesser mit zwei Kolben, aber drei Meßräumen.
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Die resultierende Förderkurve R des Messers, d. h. die in Funktion
des Drehwinkels der Kurbel aufgetragene, momentane resultierende Fördermenge pro
Drehwinkelelement, ergibt sich durch Addition der über jeder Abszisse des Förderdiagramms
liegenden positiven Koordinaten y. Man sieht, daß die Kurve R verhältnismäßig wenig
von einer horizontalen Geraden abweicht, die systematischen Fehler also nur klein
sind. Versuche haben ergeben, daß sie kleiner sind als bei sämtlichen bekannten
Durchlaufmessern.
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Die konstruktive Ausgestaltung der ersten Ausführungsform des Durchlaufmessers
ist in den Fig. I bis 8 gezeigt. In Fig. I erkennt man, daß der Block 2 zwei zueinander
parallele Zylinderbohrungen 3 und 4 hat, in welchen die Kolben ka und kb laufen.
Der in Fig. 5 dargestellte Schnitt durch die Achsen der beiden Zylinderbohrungen
3 und 4 zeigt, wie die beiden Zylinderräume links der Kolben zwecks Schaffung eines
dritten - Meßraumes III miteinander verbunden
sind, während die
auf der anderen Seite der Kolben liegenden Zylinderräume zwecks Bildung separater
Meßräume I und II durch eine Wandung 5 voneinander getrennt sind.
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Die beiden Kolben ka und kb werden selbst zur Steuerung der Ein-
und Auslaßöffnungen der drei Meßräume 1, II und III herangezogen. Zu diesem Zwecke
gibt man ihnen außer ihrer geradlinigen Hin- und Herbewegung, die ihnen von der
durchfließenden Flüssigkeit mitgeteilt wird, eine oszillierende Rotationsbewegung.
Zu diesem Zweck sind die Schubkurbelgetriebe der beiden Kolben, die deren Bewegung
auf ein nicht dargestelltes Zählwerk übertragen sollen, auf folgende Weise ausgebildet:
Eine Kugel 6 ist mittels eines Futters 7 zwischen den beiden Hälften 8 und 9 jedes
Kolbens, welche durch einen Schraubenbolzen 10 miteinander verbunden sind, gelagert
(Fig. 6).
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Diese Kugel 6 trägt den Kurbelzapfen II, der andererseits an einer
als Zahnrad 12 ausgebildeten Kurbelscheibe befestigt ist. Dieses Zahnrad 12 ist
mittels Kugellager 13 im Deckel 14, der auf den Block 2 aufgesetzt ist, gelagert.
Man erkennt, daß bei der Hubbewegung der Kolben ka und kb die Zahnräder 12 vermittels
der Kurbelzapfen II angetrieben werden und andererseits diese Zahnräder den Kolben
eine oszillierende Rotationsbewegung erteilen. Man sieht weiter, daß es sich bei
den gezeigten Schubkurbelgetrieben um solche mit unendlicher Schubstangenlänge handelt.
Die von einer endlichen Länge herrührenden Fehler sind also ausgeschaltet. Von den
beiden Zahnrädern 12 arbeitet dasjenige des Kolbens ka direkt und dasjenige des
Kolbens kb über ein Vorgelege I5 auf das Zahnrad I6 der Zählwerkswelle 17.
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Die beiden Kurbelscheiben I2 haben also entgegengesetzten Drehsinn.
Dadurch erreicht man, daß die Ein- und Auslaßkanäle der Kolben nicht gekreuzt werden
müssen.
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Jeder der beiden Kolben ka und kb hat drei Durchlaßöffnungen. Zwei
derselben sind genau gleich groß und liegen zwischen den gleichen beiden Parallelkreisen.
Die eine davon, EKI bzw. EK2, dient dem Einlaß der Flüssigkeit in den Meßraum I
bzw. II, die andere, AKI bzw. AK2, dem Auslaß aus dem Meßraum I bzw. II. Die dritte,
gegenüber den Öffnungen EKI und AKI bzw. EK2 und AK2, axial versetzte Öffnungen
K3 des Kolbens ka bzw. L3 des Kolbens Kb dient dem Einlaß und dem Auslaß für den
Meßraum III. Jeder der zwei Zylinderbohrungen verfügt über vier Durchlaßöffnungen,
nämlich die Zylinderbohrung 3 über einen Einlaß EZI und einen Auslaß AZI, beide
für den Meßraum I und beide gleich groß und zwischen den gleichen Parallelkreisen
liegend, und einen Einlaß EZ3 und einen Auslaß AZ3 für den Meßraum III, letztere
beide gegeneinander axial versetzt. Die Zylinderbohrung 4 hat entsprechend einen
EinlaßEU2 und einen Auslaß AU2 für den Meßraum II, beide Öffnungen wiederum gleich
groß und zwischen den gleichen Parallelkreisen liegend, und einen Einlaß3 und einen
Auslaß AU3 für den Meßraum III, letztere beide wiederum gegeneinander axial versetzt.
Alle genannten und zusammenarbeitenden Öffnungen der Kolben und der Zylinderbohrungen
sind so gegeneinander angeordnet, daß sie durch die mit der Hubbewegung kombinierte
oszillierende Rotation der Kolben in richtigen Rhythmus gesteuert werden. Dieser
Steuerrhythmus wird im folgenden an Hand der Fig. g und 10 beschrieben.
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In Fig. 10 sind die gegenseitigen Stellungen der Durchlässe in den
Kolben und den Zylinderbohrungen in sechs um 60° gegeneinander verdrehten Stellungen
des Kurbelkreises dargestellt. Die verschiedenen Punkte sind auf dem Kurbelkreis
in Fig. g mit o, 60, I20, I80, 240 und 300 markiert. Diesen Stellungen entsprechend,
ist die Fig. 10 in sechs nebeneinanderliegende Felder, die mit den gleichen Zahlen
bezeichnet sind, unterteilt. In jedem Feld ist über dem horizontalen Strich die
gegenseitige Stellung der Öffnungen des Kolbens ka gegenüber den Öffnungen der Zylinderbohrung
3 und unter dem Strich die gegenseitige Stellung der Durchlässe des Kolbens kb und
der Durchlässe der Zylinderbohrung 4 dargestellt.
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In der Stellung o sind sämtliche Ein- und Auslässe des Meßraumes
III geschlossen. Die Kurbeln a und b liegen in bezug auf die Horizontale symmetrisch
zueinander, d. h. die beiden Kolben liegen in der Stellung o genau auf gleicher
Höhe. Der Auslaß AK des Meßraumes I ist durch den Durchlaß AZI offen, d. h. der
Kolben ka ist in der Stellung o daran, die Flüssigkeit aus dem Meßraum 1 auszustoßen.
Der Einlaß EK2/EU2 in den Meßraum II ist offen, letzterer wird also gefüllt. Dreht
sich nun der Kurbelkreis aus dieser Stellungen heraus, so beginnt der Meßraum III
sich sofort durch den Kolben ka hindurch, d. h. durch die Durchlässe K3 und EZ3,
zu füllen.
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In der Stellung sind letztere Durchlässe voll offen, während durch
den Kolben kb, d. h. durch die DurchlässeL3 und EU3, noch nichts in den Meßraum
III gelangt. Meßraum I ist immer noch daran, sich durch AZI und AKI zu entleeren,
während für den Meßraum II sowohl Ein- wie Auslaß geschlossen sind. Kolben kb ist
jetzt in der rechten Totpunktlage.
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Dreht sich der Kurbelkreis weiter über die Stellung 6c hinaus, so
beginnt sich nun auch der Einlaß in den Meßraum III durch den Kolben kb zu öffnen,
während der Einlaß in den Meßraum III durch den Kolben ka sich zu schließen beginnt.
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In der Stellung 120 ist letzterer ganz geschlossen und der Einlaß
L 31E U3 durch den Kolben kb ganz offen. In dieser Stellung 120 sind Ein- und Auslaß
EKIIEZI bzw. AKItAZI für den Meßraum I ganz geschlossen, d. h. der Kolben ka befindet
sich in der linken Totpunktlage. Meßraum II ist daran, sich zu entleeren, weil sein
Auslauf durch AK2tA U2 offen ist. Von dieser Stellung 120 an beginnt nun auch der
Einlaß L 31EU3 in den Meßraum III sich zu schließen, und in Stellung I80 ist der
Meßraum III ganz geschlossen. Dieser Meßraum III hat sich somit während einer halben
Kurbelkreisumdrehung gefüllt. Während dieser Drehung erfolgte die Füllung des Meßraumes
II nur von o bis 60 und des Meßraumes I von 120 bis 180.
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Diese Tatsache ergibt sich auch aus den Kurven A, B und C der Fig.
9. Von der Stellung I80 an beginnt sich nun der Meßraum III zu entleeren, und zwar
vorerst nur durch den Kolben ka durch die Durchlässe K3IAZ3.
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In Stellung 240 sind diese letzteren Durchlässe voll offen, während
die Auslässe L3/AK3 des Meßraumes III durch den Kolben kb sich im nächsten Moment
öffnen werden. Meßraum 1 ist in dieser Stellung immer noch in der Füllperiode, indem
seine Einlässe EKI /EZ I offen sind. Meßraum II ist geschlossen und der Kolben kb
nunmehr im linken Totpunkt.
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Von dieser Stellung 240 an beginnt sich der Auslaß K3/AZ3 des Meßraumes
III durch den Kolben ka zu schließen und der Auslaß L 3/A U3 durch den anderen Kolben
kr zu öffnen.
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In Stellung 300 ist der Auslaß K3/AZ3 des Meßraumes III durch den
Kolben ka ganz geschlossen, sein Auslaß L 3iA U3 durch den Kolben kb hingegen voll
offen. Jetzt ist der Meßraum 1 geschlossen, der Kolben.ka somit in seiner rechten
Totpunktlage.
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Meßraum II ist daran, sich durch - seine Einlässe EK2/EU2 zu füllen.
Von dieser -Stellung 300 an beginnt sich nun auch der Auslaß L3IAK3 des Meßraumes
III durch den Kolben kb zu schließen, bis die ganze Steuerung sich wieder in der
Stellung o befindet, wo der beschriebene Zyklus von neuem beginnt. Auch aus den
Kurven A, B und C der Fig. 9 erkennt man, daß während der Entleerung des Meßraumes
III (Kurve C) -von I80 bis o der Meßraum I (Kurve A) von I80 bis 300 und der Meßraum
II (Kurve B) von 240 bis o sich füllt.
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Die konstruktive Ausgestaltung der zweiten Ausführungsform ist in
den Fig. II bis I8 gezeigt. Auch hier hat der Block 2 zwei zueinander parallele
Zylinderbohrungen 3 und 4, in welchen die Kolben ka und kb laufen. Fig. 14 zeigt,
wie die beiden Zylinderräume rechts der Kolben zwecks Schaffung des dritten Meßraumes
III miteinander verbunden sind, während die auf der anderen Seite der Kolben liegenden
Meßräume I und II durch Wandungen 5 voneinander getrennt sind.
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Auch in diesem zweiten Beispiel werden die Kolben ka und kb wiederum
selbst zur Steuerung der Einlaß- und Auslaßöffnungen der drei Meßräume I, II und
III herangezogen. Zu diesem Zwecke gibt man ihnen auch hier außer ihrer geradlinigen
Hinundherbewegung, die ihnen von der Flüssigkeit mitgeteilt wird, eine oszillierende
Rotationsbewegung. Während aber im ersten Beispiel die Durchlaßöffnungen durch die
Zylinder alle im unteren Teil derselben angeordnet sind, die Kolben also unter einem
einseitig wirkenden Druck stehen, so sind die Steueröffnungen sowohl der Zylinder
als auch der Kolben bei dieser zweiten Ausführungsform so angeordnet, daß sowohl
während der Einlaß- als auch während der Auslaßperiode der Druck auf die Kolben
ausgeglichen ist. Dies geschieht dadurch, daß man die Steueröffnung der Zylinder
sowohl oben als auch unten, vorzugsweise einander mindestens angenähert diametral
gegenüber, anordnet.
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Damit nun aber für Steueröffnungen an der Oberseite der Zylinder
Raum geschaffen ist, kann nicht mehr das im ersten Beispiel dargestellte Schubkurbelgetriebe,
das die Bewegungen der Kolben auf das Zählwerk überträgt und dem Kolben gleichzeitig
eine oszillierende Rotationsbewegung erteilt, gewählt werden. Das Schubkurbelgetriebe
ist nun wie folgt ausgebildet: Zwar ist auch hier mittels eines Futters 7 eine Kugel
6 in den Kolben gelagert, und diese Kugel trägt auch hier einen Kurbelzapfen II,
der andererseits an einer Kurbelscheibe 12 befestigt ist, die nun hier aber nicht
mehr wie im ersten Beispiel als Zahnrad ausgebildet ist, sondern auf der Welle 20
eines Kegelrades 21 sitzt, die in einem V-förmigen Lagersupport 22 gelagert ist.
Die Kegelräder 2I der beiden Kolben ka und kb stehen direkt miteinander im Eingriff.
Auf einer Verlängerung der Welle 20 des Kegelrades 21, das zum Kolben kb gehört,
sitzt ein Schraubenrad 23, das mit einem Schraubenrad 24 einer zum nicht dargestellten
Zählwerk führenden Welle 25 sitzt. Auch dieses Schubkurbelgetriebe ist ein reines
Schubkurbelgetriebe, d. h. hat unendliche Schubstangenlänge.
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Jeder der beiden Kolben ka und kb dieses zweiten Beispieles hat sechs
Durchlaßöffnungen, also doppelt soviel wie im ersten Beispiel. Davon dienen drei
Öffnungen zur Steuerung der oberen Zylinderhällte und die übrigen drei Öffnungen
zur Steuerung der unteren Zylinderhälfte. Die Öffnungen EKIo und EK2o dienen dem
Einlaß der Flüssigkeit in die Meßräume I und II durch die oberen Zylinderhälften,
während die Öffnungen EKI g und EK2« dem Einlaß in die gleichen Meßräume, aber durch
die unteren Zylinderhälften dienen. Die Kolbenöffnungen AKI o und AK2o steuern den
Auslaß der Flüssigkeit aus den Meßräumen I und II durch die oberenZylinderhälften,
während die Öffnungen AKIb und AK2U dem Auslaß aus den Meßräumen 1 und II durch
die unteren Zylinderhälften steuern. Die Öffnung L 30 des Kolbens dient dem Einlaß
und demAuslaß für den Meßraum III durch die obere Zylinderhälfte, und die Öffnung
L3 steuert Ein- und Auslaß für den Meßraum III durch die untere Zylinderhälfte.
Die Zylinderbohrung 3 verfügt über acht Steueröffnungen, nämlich über die Einlässe
EZ I O, EZI g und Es3 0, EZ3u und über die Auslässe AZIo, AZIX und AZ3o, AZ3X, wovon
je die beiden ersten zum Meßraum I und je die zwei letzteren zum Meßraum III gehören.
Man erkennt aus Fig. 11, daß die Öffnungen EZIo und EZr wie auch die Öffnungen AZ
10 und AZIX einander -diametral gegenüberliegen. Gleiches ist zu sagen von den Öffnungen
für den Meßraum III. Der Eintritt der Flüssigkeit wie auch der Austritt der Flüssigkeit
aus einem Meßraum erfolgt also immer an zwei einander gegenüberliegenden Stellen,
wodurch Druckausgleich erreicht wird, der Kolben also entlastet ist. Die Zylinderbohrung
4 hat entsprechend zwei Einlässe EU2o, EU2X und zwei Auslässe AU2o und A U2, alle
für den Meßraum II, und auch noch die Öffnungen EU30, EU3« und AU30, AU3B für den
Meßraum III. Auch hier liegen, wie beim Zylinder 3, immer zwei zueinander gehörige
Öffnungen einander- diametral gegenüber, so daß auch der Kolben kb entlastet ist.
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Der Einlaß in den Durchflußmesser erfolgt durch die Öffnung 26, ein
Teil der Flüssigkeit durchströmt den unteren Raum 27 und gelangt von dort durch
die unteren Steueröffnungen der Zylinderbohrungen in die Meßräume, und ein anderer
Teil der Flüssigkeit gelangt durch den Steigkanal 28 (Fig. 12) in den U-förmigen
Kanal 29 (Fig. I5) und von diesemindieoberenEinlaß-
öffnungen der
Zylinderbohrungen 3 und 4. Von den Meßräumen strömt die Flüssigkeit zum Teil durch
die oberen Auslaßöffnungen derZylinderbohrungen in den Raum 30 (Fig. II und I2)
und aus dem Durchlaufmesser hinaus durch die Austrittsöffnung 3I, zum anderen Teil
aber durch die unteren Auslaßöffnungen der Zylinderbohrungen 3 und 4 in den in Fig.
14 punktiert eingezeichneten U-förmigen Kanal 32 und von diesem durch den Steigkanal
33 (Fig. I2, I5) in die Austrittsöffnung 3I. Man sieht aus der obigen Beschreibung
und Zeichnung, daß im Durchflußmesser eine Kreuzung von Kanälen vermieden ist.
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Dank der Tatsache, daß Ein- und Auslaß in und von den Meßräumen von
zwei Seiten her geschehen, hat man die Möglichkeit, die Summe der Querschnitte der
gleichzeitig offenen Ein- und Auslasse mindestens gleich groß wie die Ein- und Auslaßöffnungen
26 und 31 zu machen und dadurch unnötig hohe Druckverluste im Messer selbst zu vermeiden.
Aus Fig. 13 erkennt man, daß die Kolben auch in ihrem mittleren Teil 34 hohl ausgebildet
sind. Sie sind also verhältnismäßig leicht, so daß dieAbnutzung der unteren Hälfte
der Zylinderbohrungen durch das Gewicht der Kolben praktisch ohne Bedeutung ist.
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Alle obengenannten und zusammenarbeitenden Öffnungen der Kolben ka,
kb und Zylinderbohrungen 3, 4 sind so gegeneinander angeordnet, daß sie durch die
mit der Hubbewegung kombinierte oszillierende Rotation der Kolben im richtigen Rhythmus
gesteuert werden. Dieser Steuerrhytbmus ist der gleiche, wie der im Zusammenhang
mit der ersten Ausführungsform an Hand der Fig. g und 10 erläuterte, nur daß man
in Fig. 10 anstatt der einen Darstellung sich zwei solche vorzustellen hat, nämlich
eine für die oberen Zylinderhälften und die andere für die unteren, wobei man sich
als den OIt des die Diagramme der Fig. IO Beobachtenden die Ebene XIV-XIV der Fig.
II vorzustellen hat, wobei dieser Beobachtende bei der Betrachtung der Diagramme
für die unteren Zylinderhälften nach unten auf eine zur Ebene XIV-XIV parallele
untere Ebene und zur Betrachtung der Diagramme für die oberen Zylinderhälften nach
oben auf eine zur Ebene XIV-XIV parallele obere Ebene zu schauen hat. Es erübrigt
sich somit, den Steuerrhythmus für die zweite Ausführungsform auch noch zu beschreiben.
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Man könnte schließlich die Trennwände zwischen den Öffnungen EKIo
und AKI«, AKIo und EKI EK2?s und AK2o, EK2o und AK2 weglassen.