DE92927C - - Google Patents

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DE92927C
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KAISERLICHES
PATENTAMT.
Bei der neuen Vorrichtung ist ein in der Dampfleitung hinter dem gebräuchlichen Anlafsventil angeordnetes Ventil mit einem Differential-Dampfkolben in Verbindung. Läfst man die Maschine an, so wird der Kolben gehoben, hierdurch das Ventil geöffnet und während des normalen Ganges der Maschine dauernd offen gehalten; tritt dagegen ein Rohrbruch ein, so senkt sich der Kolben sofort und schliefst das Ventil, und zwar durch Vermittelung eines besonderen, auf der Druckleitung angeordneten Kolbenschiebers, dessen Unterfläche der Wirkung des Druckes aus der Dampfleitung und dessen obere Fläche dem Drucke einer Feder ausgesetzt ist, deren Kraft ein wenig geringer ist als der volle Kesseldruck. Der durch den vollen Dampfdruck gehobene Kolbenschieber wird an seiner oberen Fläche der freien Luft ausgesetzt ' und senkt sich augenblicklich unter der Wirkung der Feder, sobald der Druck in der Hauptleitung infolge Rohrbruches nachläfst, wobei der Dampf, durch eine besondere Leitung auf die obere Fläche des Differentialkolbens geführt, diesen nach unten drückt.
In der vom Kessel c zur Maschine führenden Dampfleitung α befindet sich dem ersteren zunächst das Anlafsventil b und darauf folgend das Ventilgehäuse d mit aufgesetztem Cylinder ef mit verschiedenem Durchmesser. Das im Ventilgehäuse d angeordnete Ventil g gestattet, sobald es gehoben ist, dem Dampf aus dem Kessel c den Eintritt in das Rohr α und schneidet ihn gänzlich ab, sobald es auf seinem Sitz ruht. Die Bewegung des Ventils g ist von derjenigen des in dem Cylinder ef sich bewegenden Kolbens ppl abhängig, welcher mittelst des Handgriffes h von Hand bewegt werden kann; im gegebenen Augenblick jedoch wirkt der aus dem Kessel kommende Dampf auf den Kolben, während dann der Handgriff lediglich dazu dient, die Stellung des Ventils g anzuzeigen.
Auf dem Dampfrohr α befindet sich ferner in geringem Abstand vom Ventilgehäuse d ein Cylinder j mit Kolbenschieber kkl, in welchen zwei Leitungen /Z1 münden, von denen / unmittelbar zum Kessel und Auslafshahn P, das andere Z1 oben in den Cylinder y des Ventilgehäuses d führt. Der Cylinder j besitzt zwei zur freien - Luft führende Oeffnungen m und als Aufsatz einen zweiten Cylinder ρ2 mit Feder R im Inneren, welche von oben nach unten mittelst Stange q auf den Kolbenschieber· k k1 wirkt. Der Widerstand der Feder ist stets geringer, als der aus dem Kessel kommende volle Druck. Bei einem Druck aus dem Kessel von beispielsweise 10 kg ist die Feder so einzustellen, dafs sie höchstens einem Druck von 7 bis 8 kg widerstehen kann.
Wenn also der Dampf mit vollem Druck durch das Rohr α strömt, so ist der Kolbenschieber k k1 gehoben, die Oeffnungen m bringen das Leitungsrohr Z1 mit der Atmosphäre in Verbindung, während der untere Theil k des Kolbenschiebers den Zutritt des Dampfes durch das Rohr i in den Cylinder j absperrt. Läfst dagegen der Druck im Rohr a infolge eines Rohrbruches plötzlich nach, so drückt die Feder R den Kolbenschieber k k1 nach unten, die in die freie Luft mündenden Oeffnungen m werden geschlossen und die
Leitungsröhren / und Z1 mit einander in Verbindung gebracht.
Als Ergä'nzungstheile sind noch angeordnet: ein Dreiweghahn r im Leitungsrohr Z1 nahe dem Cylinder j, ein Abblaserohr t am unteren Ende des Cylinders f und die in das Ventil g gebohrten Löcher tl t1 für den Fall, dafs das Ventil g im Augenblick des Oeffnens des Anlafsventils b noch auf seinem Sitze ruhen sollte;
Der Apparat arbeitet wie folgt. Während des Stillstandes der Maschine befindet sich der Kolbenschieber k k1 in seiner Tief lage, der Dampfeinlafshahn Z'2 ist geschlossen, und der Hahn r verbindet die Rohrleitung / und dadurch die obere Fläche des Kolbens pl mit der freien Luft. Oeffnet man das Anlafsventil b, so drückt der Dampf das Ventil g auf seinen Sitz, gleichzeitig wirkt er auf die untere Fläche des Kolbens ρ und hebt diesen, da er mit dem Ventil unter entsprechendem Spielraum verbunden ist, leicht an. Diese Bewegung hat den Zweck, die durch das Ventil gebohrten Löcher tl, welche so lange durch den abgerundeten Kopf der Ventilführungsstange geschlossen waren, zu öffnen. Nun gelangt der Dampf durch die Löcher t1 unter das Ventil; sobald der Druck unter demselben genügt, werden Ventil und Kolben pp1 gehoben. Das Dampfrohr α hat jetzt den vollen Dampfdruck, der den Widerstand der Feder R überwindet und den Kolbenschieber k k1 hebt. Hierauf öffnet man den Hahn P und stellt den Hahn r so, dafs zwischen Z1 und dem zwischen den Kolben k kl befindlichen Hohlraum eine Verbindung hergestellt wird. Da nun die obere Fläche des Kolbens pl mittelst der Löcher m des Cylinders j mit der freien Luft in Verbindung ist und die untere Fläche des Kolbens ρ dem Dampfdruck ausgesetzt ist, so bleibt das Ventil g gehoben; die normale Dampfzuführung ist hiermit eingeleitet.
Tritt ein Bruch im Dampfrohr α ein, so vermindert sich sofort der Druck unter dem Kolbenschieber k Ar1, und derselbe geht nach unten. Die nach aufsen mündenden Löcher m werden durch den Kolben k1 geschlossen und die Rohrleitungen Z und Z1 derart mit einander verbunden, dafs der aus dem Kessel entnommene Dampf auf die obere Fläche des Kolbens ρ p1 wirkt. Da nun der Durchmesser dieser Fläche gröfser als derjenige der unteren Fläche p, ist, so senkt sich Kolben pp1 und schliefst das Ventil g\ zwischen Dampfkessel c und Dampfrohr α ist somit die Verbindung aufgehoben.
Wenn ein Rohrbruch sich" ereignet und der Apparat seinen Dienst versehen hat, dann schliefst man das Anlafsventil b, sperrt den Hahn /2 ab und stellt den Hahn r so ein, dafs das Rohr Z1 mit der freien Luft wieder in Verbindung steht. Nach beendigter Ausbesserung liegen dann die gleichen Verhältnisse wie beim ersten Anlassen der Maschine vor. Anstatt der beschriebenen selbstthätigen Hebung des Ventils g kann dasselbe vor dem Oeffnen des Anlafsventils b mittelst des Griffes h von Hand gehoben werden. Um endlich ein Schliefsen des Ventils g jeden Augenblick bewirken zu können, ist zwischen den Leitungen Z und Z1 der Hahn r1 eingeschaltet. Ein mit einem Schlüssel versehener Arbeiter vermag durch Oeffnen des Hahnes r1 das Ventil g sofort zu schliefsen, da hierbei der Dampf aus dem Kessel unmittelbar in den Cylinder/ oberhalb des Kolbens p1 geleitet wird.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch: . :
    Eine Vorrichtung zum selbstthätigen Schliefsen von Dampfleitungen im Falle eines Bruches, bei welcher ein in die Leitung eingeschaltetes Absperrventil (g) von einem Dampfkolben (p) bethätigt wird, dadurch gekennzeichnet, dafs in einem auf der Dampfleitung angebrachten Gehäuse (j), welches mit der freien Luft durch Oeffnungen (mj, mit dem Dampfraum des Kessels durch eine Leitung (I) und mit der dem Absperrventil (g) entgegengesetzten Seite des Dampfkolbens (p) durch eine Leitung (ll) verbunden ist, ein einerseits unter.dem Druck der Dampfleitung, andererseits unter Federdruck stehender Kolbenschieber (k k1). derart beeinflufst wird, dafs bei unbeschädigter Dampfleitung die genannte Seite des Dampfkolbens (p, durch Z1 m) mit der freien Luft, dagegen beim Bruch der Dampfleitung fdurch ZI1J mit dem Dampfraum des Kessels in Verbindung tritt.
    Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US3043331A (en) * 1956-04-12 1962-07-10 Us Industries Inc Pressure controller

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US3043331A (en) * 1956-04-12 1962-07-10 Us Industries Inc Pressure controller

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