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Schmiereinrichtung für den Platinenabschlag an Rundstrickmaschinen
Die Erfindung befaßt sich mit einer Schmiereinrichtung für den Platinenabschlag
an Rundstrickmaschinen. Mit einer solchen Abschlageinrichtung werden bekanntlich
die kreisbogenartig gestalteten Platinen gesteuert, die, der Maschenbildung dienend,
zwischen den Lücken der im Kreis angeordneten Doppelzungennadeln so angeordnet sind,
daß sie in entsprechenden, kreisförmig gestalteten Platinenkanälen in einer zur
Zylinderachse radialen Ebene verschwenkbar sind. Die radial gerichteten Führungsschlitze
sind dabei auf dem Platinenring vorgesehen. Die notwendigen Steuerbewegungen erhalten
die Platinen durch Steuerringe, deren steuernde Flächen nach entsprechend dem Strickvorgang
gestalteten Kurven geformt sind und die beim Umlaufen mit diesen Steuerflächen auf
Füße an den erwähnten Platinen einwirken. Bei Doppelzylinderrundstrickmaschinen
ist man, um die Platinenabschlageinrichtung schmieren zu können, genötigt, jeweils
einige Nadeln an einer geeigneten oder bereits dafür vorgesehenen Stelle abzuziehen
und dort mit einer Ölkanne zwischen Büchse und Platinenring Öl einzuspritzen. Soll
diese Schmierung einwandfrei durchgeführt werden, so muß die Einspritzung an mehreren
Stellen erfolgen. Wird danach die Maschine wieder in Betrieb genommen, verschmutzt
die Strickware anfänglich so stark, daß man beim Arbeiten heller Ware meist gezwungen
ist, die Maschine mit altem Garn zunächst so lange laufen zu lassen, bis das Vefschmutzen
aufhört. Außer dieser täglich erforderlichen Schmierung muß der Abschlag unter Abbau
des oberen Zylinderaufbaus etwa alle 8 bis io Wochen auseinandergenommen und gereinigt
werden,
da unter der Einwirkung der von außen her vorgenommenen Schmierung stets Flocken
und Flaum in die Kanäle hineingelangen und diese schließlich so stark verschmutzen,
daß die Platinen immer schwerer gehen, bis schließlich ein Platinenbruch eintritt.
Angesichts der Umständlichkeit dieser Wartung kommt es immer wieder vor, daß hiermit
zulange gewartet wird und die obenerwähnten Schäden eintreten.
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Durch die Erfindung sind diese Mängel mit einfachen Mitteln wirksam
beseitigt, und zwar im wesentlichen dadurch, daß ein von einer nicht umlaufenden
Stelle zu einer Mündung in der Steuerfläche eines die Platinen steuernden Ringes
führender Schmierkanal vorgesehen ist, und zwar zweckmäßig in der Weise, daß eine
durch den einen Steuerring und seinen Träger, meist die Pendelbüchse, geführte,
von unten mit Schmierstoff beschickbare Steigleitung vorgesehen ist, die oben im
Steuerring so .endet, daß austretender Schmierstoff von dem an diesem Steuerring
anliegenden Teil der Platine im Vorbeigang erfaßt wird.
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Mit einer so gestalteten Schmierung kann beliebig bei Lauf oder bei
Stillstand der Maschine geschmiert werden. Ferner fällt die Notwendigkeit des Abnehmens
von Nadeln für die tägliche Schmierung fort, und auch der notwemd@ige Abbau des
Zylinderaufbaus für die Gesamtreinigung der Kanäle kann in sehr viel größeren Abständen
vorgenommen werden als bisher. Bei der gemäß der Erfindung gewählten Einführungsstelle
des Schmierstoffs und bei der geringen erforderlichen Schmierstoffmenge kann ein
Verschmutzen der Ware praktisch nicht mehr eintreten. Da zudem der Schmierstoff
von innen heraus ausgepreßt wird, hält er den von oben her eindringenden Flaum und
anderen Schmutz von den Platinenkanälen fern und verhindert, daß diese Fremdkörper
in die Steuerorgane der Platinenführungen gelangen können.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Gegenstandes der
Erfindung schematisch dargestellt. Darin zeigt Fig. i eine untere Platinenabschlageinrichtung
mit der Nippelschmierung nach der Erfindung; der Deutlichkeit halber wurden die
Mittel zum Einführen des Schmierstoffs in auseinandergezogener Lage ihrer Einzelteile
gezeichnet, Fig. 2 den Anschluß der Platinenschmierung an eine Zentralschmieranlage.
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In einem Platinenführungsring i i bewegen sich in entsprechenden Platinenkanälen
die kreisförmig gebogenen Platinen io. Der Platinenring ist auf dem Innenrand eines
Nadelzylinders 12 festgelegt. Der Zylinder dreht sich um einen feststehenden Lagerflansch
13. In diesem ist die übliche Pendelbüchse i4 eingesetzt, die den unteren Ring 15
eines Steuerringpaares 15, 16 an ihrer oberen Stirnseite trägt. Der obere Steuerring
16 ist fest verbunden mit einer Büchse 17, die auf einer Spannbüchse i8 aufgeschraubt
ist. In den zwischen den beiden Steuerringen 15 und 16 verbleibenden Schlitz ragen
die Füße ioi der Platinen io. Entsprechend dem Verlauf der führenden Fläche dieser
Steuerringe 15 und 16 werden die Platinen io über die Füße ioi dem Strickvorgang
entsprechend verschwenkt.
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Der untere Steuerring 15 ist durchquert durch eine Schmierbohrung
151, die in der die Füße ioi führenden Fläche des Steuerringes ausmündet und mit
ihrem anderen Ende zur Deckung kommt mit einer in der Pendelbüchse 14 vorgesehenen
Längsbohrung 141. Diese Bohrung reicht bis zum unteren Ende der Büchse 14 und wird
dort gekreuzt von einer Ouerbohrung 142. In diese Querbohrung ist ein Schraubstutzen
21 eingeschraubt, der eine zentrale Sackbohrung 201 und eine kleinere Querbohrung
2o2 aufweist, die im Durchmesser etwa demjenigen der Bohrung 141 entspricht und
so angeordnet ist, daß bei vollständigem Einschrauben des Schraubstutzens 21 diese
Querbohrung toi mit der Längsbohrung 141 der Pendelbüchse 14 zur Deckung kommt.
In die Sackbohrung 2o1 ist außerdem noch der längs durchbohrte und zum Anschluß
einer Fettpresse vorgesehene Kugelnippel 22 eingesetzt.
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Der durch diesen Nippel eingepreßte Schmierstoff gelangt also durch
die Querbohrung 2o2, den Kanal 141 und das Kanalstück 151 bis zur steuernden Fläche
des Steuerringes 15. In dem Maß, wie aus dieser oberen Mündung des Kanals 15I Schmierstoff
austritt, wird er von den vorbeigehenden Füßen ioi der Platinen erfaßt und auf der
gesamten Führungsfläche verteilt. Da der Schraubstutzen 21 nur eine Querbohrung
2o2 aufweist, dient er gleichzeitig zum Abschluß des unteren Endes des Kanals 141
nach außen.
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Im Beispiel nach Fig. 2 ist gezeigt, wie an Stelle eines Kugelnippels
ein elastischer Panzerschlauch 23 an den Schraubbolzen 21 angeschlossen ist. Dieser
ist seinerseits durch die feste Maschinenwand 25 hindurch an die feste Leitung 24
einer Zentralschmieranlage angeschlossen. Die Elastizität des Panzerschlauches 23
gleicht die durch die Bewegungen der Pendelhülse 14 bedingten Änderungen im Abstand
zwischen der festen Leitung und dem bewegten Schraubstutzen aus.
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Mit der beschriebenen Schmiereinrichtung kann der Platinenabschlag
nunmehr sowohl bei Stillstand als auch während des Laufes der Maschine geschmiert
werden.