-
Verfahren zur Herstellung eines Antibioticums Die Erfindung bezieht
sich auf ein Verfahren zur Herstellung bzw. Isolierung eines neuen, als Endomycin
bezeichneten, gegen Bakterien, Pilze und Hefen wirksamen Antibioticums.
-
Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist die Züchtung und Kultivierung
des zur Erzeugung des neuen Antibioticums dienenden Mikroorganismus.
| Fungi |
| Sclerotinia fructiola . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
1 bis 5 |
| Torula utilis ...... ... ... *'''*»*'**''* i - 5 |
| Endomyces magnusii ................. i - 5 |
| Mycoderma cereviseae . . . . . . . . . . . . . . . . . i -
5 |
| Candida albicans ..................... 5 |
| C. guilliermondi . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
. . 25 |
| Microsporium canis ................... 7,5 |
Endomycin wirkt in vitro germicid gegen eine große Anzahl von Bakterien und Pilzen,
die im folgenden angeführt sind. Die in der Aufzählung angegebenen Zahlenwerte bedeuten
die in Verdünnungseinheiten je Kubikzentimeter angegebene Menge Endomycin, welche
ausreicht, um das Wachstum des betreffenden Organismus zu verhindern.
| Bacterien |
| Bacillus subtilis ...................... 5 bis io |
| B.cereus ............................ i - 5 |
| Staphlococcus aureus ................. i - 5 |
| Corynebacterium xerose ............... i - 5 |
| Listerella monocytogenes .............. i - 5 |
| Erysipelothrix rhusiopathiae ........... i - 5 |
| Brucella abortus in . . . . . . . . . . . . . . . . . . . i
- 5 |
Fungi Trichophyton interdigitale . . . . . . . . . . . . . 25 T.rubrum
........................... 25 Microsporium audouini ...:............ 25 Rhizoctonia
solani .................... 25 Glomerella cingulata .................. 25 Macrosporium
sarcinaeforme .... . ..... . 25 Colletotrichum phomoides ..... . ... . .. . 25 Fusarium
lycopersici, schwach.......... 25 Endomycin ist bei einem pH-Wert von 7 oder mehr
leicht wasserlöslich. Bei einem pH-Wert von 4,o bis 6,o ist es fast wasserunlöslich,
während es bei einem pH-Wert von 2 oder niedriger wieder leicht wasserlöslich wird.
Die Wasserlöslichkeit bei einem pH-Wert von 7 wird durch die Anwesenheit von o,i
bis 2,o °% Natriumchlorid oder durch die Gegenwart von Calcium- oder Magnesiumionen
stark vermindert. Endomycin, das durch Zusatz von Natrium-, Calcium-oder Magnesiumionen
aus Wasser gefällt wurde, löst sich nicht mehr leicht in Wasser, aber sehr leicht
in 5o0/Qigem Methylalkohol. Im wasserhaltigen Butylalkohol ist es viel besser löslich
als im wasserfreien. Wäßrige Lösungen von Endomycin haben ausgesprochene Netz- und
Reinigungswirkung über den ganzen pH-Bereich. Wäßrige Lösungen mit pH-Werten von
etwa 7,o bis io,o sind stabil, wenn sie in einem AutokIav unter Druck auf iio°C
erhitzt wurden.
-
Der Organismus, der die neue antibiotisch wirksame Substanz produziert,
wurde im Cache River Valley, Illinois, aus dem Boden isoliert. Sowohl der natürliche,
im Boden gefundene als auch der durch spontane oder induzierte Mutation dargestellte
Organismus gehört strukturmäßig wie auch funktionell zu der allgemeinen Gattung
Streptomyces. Seine Eigenschaften, auf die später noch näher eingegangen wird, unterscheiden
ihn von den in Bergeys Manual of Determinative Bacteriology, 6. Aufl., Williams
and Wilkins, Baltimor, i948, angegebenen Arten. Der Organismus gleicht dem Streptomyces
albus darin, daß er kein lösliches Pigment produziert, er unterscheidet sich aber
von diesem dadurch, daß er Stärke hydrolysiert, Lakmusmilch nach der Koagulation
nicht peptisiert, daß er eine saure Reaktion gibt und Gelatine nicht leicht verflüssigt,
während Streptomyces albus die gegenteiligen Eigenschaften zeigt. Der neue Organismus
wurde als Streptomyces endus bezeichnet.
-
Streptomyces endus ist typisch aerob und wächst nicht unter anaeroben
Bedingungen. Wenn er in einem günstigen Medium wächst, bildet sich ein Substratmycel,
das selbst keine bestimmte Eigenfarbe hat, aber die Farbe des Mediums annimmt und
das aus sich ziemlich gerade verzweigenden Hyphen besteht. Am dritten Tag entwickelt
sich ein weißes Luftmycel, von dem aus seiner ganzen Länge nach und im rechten Winkel
dazu Sporophoren wachsen. Durch fortgesetztes Wachstum kommt es zu einer leichten
Krümmung der Sporophoren, später zur Verdrehung und ausgeprägten Spiralbildung.
Die Sporophore nimmt im Durchmesser zu, und ihre Teilung in Sporen beginnt. Mit
dem Fortschreiten
| Bacterien |
| B.abortus io28 ...................... = bis 5 |
| Argobacterium tumefaciens ............ 1o |
| Mycobacterium tuberculosis . . . . . . . . . . . . io bis ioo |
| Streptococcus faecalis ................. io - ioo |
| Aerobacter aerogenes ................. WO |
| Escherichia coli ...................... ioo |
| Gram negative rod ................... ioo |
| Pseudomonas aeruginosa ....... . ...... ioo |
des Wachstums dunkeln die Sporen nach, die Spirale wird sehr fest und gleicht einer
gewickelten Feder, oft mit zehn Schleifen, so dicht gewickelt, daß beim Brechen
der Spirale jede Windung einem Pfannkuchen ähnlich ist. Die Sporenbildung beginnt
im älteren Teil der Kolonie und ist oft schon vorhanden, während der jüngere Teil
um Rand wächst, so daß die weiße Oberfläche der Kolonie lichtgrau und später dunkelgrau
wird. In alten Kulturen wird das Substratmycel schwarz und zerfällt. Das charakteristische
makroskopische Merkmal einer Kultur von Streptomyces endus ist das Grauwerden des
hlycels.
-
Die junge periphere Hyphe hat einen Durchmesser von o,7 bis i,oß,
während die ältere Hyphe dicker ist (Durchmesser 425 bis i,5o ,u). In reifen Teilen
der Kolonie findet man auch Durchmesser von 2,o lc. Die Spiralen haben im
Durchmesser 3,5 bis 4,0 tc mit einem offenen Zentrum von ungefähr 1,4 ,u. Die Sporen
gehen nicht leicht ab, sie haben das Bestreben, an der Spiralform zu haften.
-
Kohlehydrate sind als Zusatz zum alkalischen Medium nach Czapek, das
keine andere Kohlenstoffquelle als Stärke, Mannose, Dextrin, Glukose, Arabinose,
Maltose und Levulose besitzt, gut verwendbar. Gelatine und Asparagin können ebenfalls
als Kohlenstoffquelle verwendet werden. Spärliches Wachstum erfolgt bei Zusatz von
Gelaktose, Laktose, Zitronensäure, Bernsteinsäure, Maleinsäure und Cellulose. Kein
Wachstum tritt ein, wenn zum Medium Rohrzucker, Sorbitol, Dulcitol, Inositol oder
Paraffin beigefügt werden.
-
Bei Verwendung von Czapeks Säureagar mit Stärke als Kohlenstoffquelle
wird nur ein spärliches Wachstum von Streptomyces endus erzielt.
-
Streptomyces endus koaguliert Lakmusmilch, wobei saure Reaktion eintritt,
aber ohne beobachtbare Peptonisation von Protein. Es hydrolysiert Stärke sofort,
während Gelatine sehr langsam und nur wenig verflüssigt wird.
-
Mit der Kultur von Streptomyces endus auf Kartoffelschrägboden oder
Kartoffeldextroseagar wird gutes Wachstum bei stark zunehmendem Mycel und lichtgrauer
Oberfläche erzielt. Eine Kultur auf Emersonagar und Nähragar ergibt sehr gutes Wachstum
mit baldiger Graufärbung und Sporulation. Bei Kulturen auf Trypton-Glucose-Agar
und Norths Gelatineagar erzielt man gutes Wachstum mit weißem Luftmycel, aber keine
Spiralbildung, demzufolge bleibt auch die Sporulation aus.
-
Streptomyces endus produziert nie lösliches Pigment, weder im natürlichen
Milieu noch in chemisch definiertem Medium.
Endomycin kann durch
Kultivierung einer Endomycin produzierenden Art von Streptomyces endus erhalten
werden, besonders unter submersen, aeroben Bedingungen in einer Nährlösung, die
Kohlehydrate, eine Stickstoffquelle und anorganische Salze enthält, bei einem pH-@@'ert
von etwa 6,5 bis etwa 8,5 und bei Temperaturen von etwa 2o bis etwa 3o° C. Der größere
Teil des auf diese Art erhaltenen Endomycins ist mit dem Mycel verbunden, es befindet
sich aber auch etwas davon in der Kulturflüssigkeit. Das Mycel kann z. B. durch
Filtration von der Kulturflüssigkeit getrennt und das Antibioticum aus dem Filtrat
durch Extraktion, z. B. mit Butylalkohol, wiedergewonnen werden. Das im Mvcel enthaltene
Antibioticum kann, wie noch eingehender beschrieben werden wird, ebenfalls zurückgewonnen
werden. Bevorzugterweise wird das die Nährflüssigkeit enthaltende Mycel vor der
Filtration auf einen pH-Wert von etwa q. bis 6 angesäuert. Dadurch wird das Endomycin
in der Kulturflüssigkeit unlöslich, so daß nur ein ganz kleiner Teil des -Antibioticums
im Filtrat erscheint und dieses ohne nennenswerten Endomycinverlust entfernt werden
kann. Zur Filtration verwendet man am besten Filter mit Diatomeenerde, wodurch ein
Verstopfen des Filters durch das Mycel und damit eine starke Verminderung der Filtrationsgeschwindigkeit
vermieden wird.
-
Das Endomycin wird aus dem Mycel enthaltenden Filterkuchen durch einen
Alkohol niederen Molekulargewichtes extrahiert. Man kann wasserfreien Methyl- oder
Äthylalkohol verwenden; die Propyl-und Butylalkohole sind jedoch schlechte Lösungsmittel
für Endomycin, wenn sie nicht mit Wasser gemischt sind. Als Extraktionsmittel bevorzugt
werden Mischungen von aliphatischen Alkoholen mit niederem Molekulargewicht und
Wasser, welche 3o bis 9o °/o Alkohol und io bis 7o °/o Wasser enthalten. Die Zusammensetzung
der optimalen Mischung ist von dem jeweils verwendeten Alkohol abhängig.
-
Nach der Extraktion des mycelhaltigen Filterkuchens wird das Extrakt
unter vermindertem Druck konzentriert, bis der größte Teil des Alkohols verdampft
ist. Wenn die Extraktionslösung einen hohen Alkoholgehalt hat, so muß Wasser zugegeben
werden, um den Verlust während der Konzentration zu ersetzen. Das entstandene, im
wesentlichen wäßrige Konzentrat von Endomycin wird mit einem Fettlösungsmittel,
wie Chloroform oder Petroläther, extrahiert, um die während des Fermentationsprozesses
zugesetzten Antischaummittel zu entfernen. Diese würden die folgenden Reinigungsprozesse
stören und auch die therapeutische Verwendbarkeit des Endomycins beeinträchtigen.
Die wäßrige Lösung oder Suspension wird mit Alkalihydroxyd, -carbonat oder -bicarbonat,
z. B. mit Natriumhydroxyd, Kaliumhydroxyd, Natriumcarbonat u. dgl., durch Einstellen
auf einen pH-Wert von etwa 8 bis ii, vorzugsweise von 8,5 bis 9, alkalisch gemacht.
Die Mischung wird dann filtriert und das geklärte Filtrat auf einen pH-Wert von
3,5 bis 5, vorzugsweise von 4,8, angesäuert, wobei Endomycin ausfällt. Das ausgefällte
Endomycin wird getrocknet. Es kann weitergereinigt werden durch Extraktion des trockenen
Produktes mit einem niederen, aliphatischen Alkohol, Filtrieren und Ausfällen des
Endomycins durch Zusatz eines unpolaren Lösungsmittels, wie Äther, Benzol, Amylacetat,
Chloroform u. dgl., wovon Amylacetat bevorzugt wird. Das ausgefällte Endomycin ist
nach Sammlung und Trocknung für therapeutische Verwendung geeignet.
-
Die Prüfung von Endomycin in der Kulturflüssigkeit erfolgt am besten
durch eine Verdünnungsreihe mit Torula utilis als Testorganismus. Gereinigte Präparate
werden am besten durch die Cup-plate-Methode mit Candida albicans als Testorganismus
geprüft.
-
Die Einheiten bei der Verdünnungsmethode werden festgelegt durch experimentelle
Bestimmung jener stärksten Verdünnung einer kompletten Kulturflüssigkeit samt Mycel,
die das Wachstum von Torula utilis verhindert. Auf diese Weise ist die Zahl der
Verdünnungseinheiten einer Kulturflüssigkeit gleich der größten Verdünnung jener
Flüssigkeit, die das Wachstum des Testorganismus verhindert.
-
Die Cup-plate-Methode gibt einen Vergleich zwischen der Stärke einer
unbekannten Lösung und eines willkürlich festgelegten Präparats Nr. 111-30-11I mit
25 °/o Isopropylalkohol als Lösungsmittel. Das Präparat Nr. 111-30-11I wurde als
Testlösung mit einer Stärke von iooo Einheiten je Milligramm willkürlich festgelegt.
-
Die folgenden Beispiele dienen zur Erläuterung des Erfindungsgegenstandes,
ohne daß dieser darauf beschränkt ist. Beispiel I Herstellung einer vegetativen
Impfkultur von Streptomyces endus In mehrere 500 cm3 fassende Flaschen wurden
je ioo cm3 einer Mischung folgender Zusammensetzung gegeben: Maiszucker ....................
io g Rindfleischextrakt ............. io g Natriumchlorid ................ 5 g Pepton........................
5 g Wasser (q. s.) . . . . . . . . . . . . . . . . . 1 1 Die Flaschen mit der Mischung
wurden durch 2o Minuten langes Erhitzen auf i20° C bei einem Druck von 1054,6 g;icm2
sterilisiert. Nach dem Abkühlen wurde jede Flasche mit Sporen einer auf Agar gewachsenen
Kultur von Streptomyces endus beschickt. Die Flaschen wurden in eine hin und her
gehende Schüttelvorrichtung gegeben in einem Raum, dessen Temperatur auf 2q.° C
gehalten wurde. Die Schüttelvorrichtung wurde in Betrieb gesetzt und die Kultur
6 Tage wachsen gelassen. In dieser Zeit wurde sie für die Verwendung gemäß Beispiel
1I fertig.
-
Beispiel II Herstellung einer Impfkultur für den Fermenter In eine
18,91 fassende Flasche, die mit einem Rührer und einer Belüftungseinrichtung versehen
war,
nurden z21 eines Mediums folgender Zusammensetzung gegeben:
Maiszucker............................ so g Brauereihefe...........................
so g Fermentationssubstrat (Curbay B. G.) ... 5 g Natriumchlorid ........................
4 g Calciumcarbonat . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1 g Wasser (q.
s.) ......................... 1 1 und ein Antischaummittel, bestehend aus
30 cm3 Schweinefettöl mit 1 0,1, Stenol, einem Präparat, das im wesentlichen
aus Stearylalkohol besteht. Fermentationssubstrat (Curbay B. G.) ist ein festes
Konzentrat aus Melasserückständen nach deren Fermentierung und Destillation, welches
Vitamine des B-G-Komplexes enthält.
-
Das Medium und das Antischaummittel wurden, wie im Beispiel I angegeben
ist, bei 12o° C und einem Druck von 1054,6 g/cm2 in einem Autoklav sterilisiert.
Das Medium wurde auf etwa 27' C gekühlt und mit einem mit einer Geschwindigkeit
von 27o Umdrehungen in der Minute rotierenden Rührer bewegt. Zum Medium wurden so
cm3 der nach Beispiel I erhaltenen Kultur von Streptomyces endus unter sterilen
Kautelen zugesetzt. Durch die Belüftungsvorrichtung wurde Luft am Boden der Flasche
in einer Menge von etwa 8 1 je Minute eingeleitet, wobei dauernd ein kleiner Druck
in der Flasche aufrechterhalten wurde. Die Kultur wurde 48 Stunden lang unter diesen
Bedingungen wachsen gelassen und «rar nach dieser Zeit für die Verwendung gemäß
Beispiel III fertig. Beispiel III Herstellung von Endomycin Für die Herstellung
von Endomycin wurde ein mit Glas ausgekleideter Tank mit 378,51 Fassungsraum verwendet.
Für die Durchmischung diente ein mit Phenol-Formaldehyd-Kunststoff umkleideter Rührer
mit einer Geschwindigkeit von 27o Umdrehungen in der Minute. Die Belüftung wurde
durch eine Belüftungsvorrichtung besorgt mit Düsen, welche den Luftstrom gegen die
Drehrichtung des Mediums richteten. Ein Strom von 84961 steriler Luft in der Stunde,
bei einem Druck von 351,54 g/cm2, wurde dauernd aufrechterhalten. Zum Schutz gegen
den Schaum war eine automatische Öltropfvorrichtung angeordnet, die etwa 3oo bis
40o cm3 eines schaumzerstörenden Mittels (Schweinefettöl mit 10/, Stenol)
an den Tank abgab, wenn der während der Fermentation steigende Schaum mit einer
Elektrode in Berührung kam.
-
In diesen Behälter wurden 24o 1 eines Mediums mit folgender Zusammensetzung
j e Liter eingebracht Maiszucker .......................... 25,09 Brauereihefe .
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2,5 g Ammonsulfat ........................
5,o g Calciumcarbonat . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8,o g Natriumchlorid
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4,09 primäres Kaliumphosphat . . .
. . . . . . . . . . 0,49 Sojabohnenmehl . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
. . 7,o g Das Medium wurde im Behälter durch 2o Minuten andauerndes Erhitzen auf
12o° C bei einem Druck von 1054,6 g/cm2 sterilisiert. Nach Abkühlung wurde es mit
Streptomyces endus geimpft, indem der entsprechend Beispiel II behandelte Inhalt
einer z8,91 fassenden Flasche zugesetzt wurde. Die Temperatur des Mediums wurde
während des Wachstums auf 24'C gehalten.
-
Die Kultivierungszeit und der Endomycingehalt in Verdünnungseinheiten
sind aus folgender Tabelle zu entnehmen
| Kultivierungszeit Endomycingelialt |
| End-PH-Wert Verdünnungs- |
| Stunden einheiten/cm3 |
| 44 6,9 Spur |
| 64 6,7 210 |
| 88 6,5 496 |
| 112 7,3 433 |
| 136 6,8 444 |
Beispiel IV Isolierung und Reinigung von Endomycin Es wurde von einer Endomycin
enthaltenden Mischung ausgegangen, die entsprechend Beispiel III hergestellt war,
mit dem Unterschied, daß an Stelle von Natriumchlorid 4,09 Kaliumchlorid verwendet
wurden. 2o51 dieser Mischung mit einem pH-Wert von 8,2 wurden durch Zugabe von
300 cm3 konzentrierter Schwefelsäure auf einen pH-Wert von etwa 5,5 angesäuert.
In diese angesäuerte Mischung wurden 2,o kg Diatomeenerde eingerührt. Diese Suspension
wurde mit Hilfe einer Platten- und Rahmenpresse filtriert. Der Filterkuchen wurde
mit so 1 Wasser gewaschen, das Filtrat und die Waschflüssigkeit entfernt.
-
Der Mycelkuchen wurde aus der Filterpresse genommen und in einem Autoklav
so Minuten lang unter einem Druck von 703 g/cm2 erhitzt. Der so behandelte Filterkuchen
wurde filtriert und mit Wasser gewaschen. Die vereinigten Filtrate (471) wurden
einmal mit 121 und viermal mit je 81 Butylalkohol extrahiert. lach der Extraktion
des Filtrats wurde jeder Extrakt durch den Mycelkuchen geschickt. Nach der letzten
Butanolextraktion wurde der Mycelkuchen mit so 1 Wasser gewaschen, um das Butanol
zu verdrängen.
-
Die Butanolauszüge wurden vereinigt und unter vermindertem Druck destilliert.
Es ergaben sich 3800 cm3 einer wäßrigen Suspension, die ausgefroren und getrocknet
wurde. Die so erhaltene feste Substanz wog 2o2 g; die Prüfung ergab eine Stärke
von 500 Verdünnungseinheiten je Milligramm.
-
121 g dieses Materials wurden durch 2- bis 3 stündiges Schütteln in
11 Äther suspendiert. Der Äther wurde vom festen Rückstand abgetrennt und der Vorgang
unter Verwendung von 11 bzw. 300 cm3 Äther wiederholt. Der so erhaltene feste
Anteil wurde mit kochendem Benzol extrahiert, wobei 52,1 g eines schwach braungefärbten
festen Rückstandes erhalten wurden. Dieser wurde durch kräftiges, 4- bis 5stündiges
Rühren in 1,51 Wasser suspendiert, wobei sich eine trübe Emulsion bildete. Diese
wurde
mit Äther so lange extrahiert, bis der Ätherextrakt farblos
war. Die wäßrige Emulsion wurde zentrifugiert und die sich dabei ansammelnden geringen
Mengen eines weißen Niederschlages entfernt. Dann wurde die Emulsion mit Essigsäure
auf einen pH-Wert von etwa 4,5 eingestellt. Beim Abstehen über Nacht setzte sich
ein dunkelbraunes, gummiartiges Präcipitat ab, von welchem die darüberstehende Flüssigkeit
abgegossen wurde. Das Präcipitat wurde in 68o cm3 einer etwa 0,o5 normalen Natriumhvdroxydlösung
gelöst. Die so hergestellte Lösung zeigte einen pH-Wert von etwa 8,4. Nach Abtrennung
des ungelösten Rückstandes wurden zur klaren Lösung 12 cm3 Eisessig zugesetzt. Der
dabei entstehende Niederschlag wurde gesammelt und über gesättigter Kaliumhydroxvdlö
sung und Phosphorpentoxyd getrocknet. Es wurden so 32,9 g Endomycin
erhalten, die 1750 bis 2000 Verdünnungseinheiten je Milligramm, das sind insgesamt
57 557 000 Einheiten, entsprachen.
-
ii g dieses Materials wurden 5 Stunden hindurch mit 250 cm3
absoluten Alkohols geschüttelt. Der unlösliche Anteil wurde abgetrennt und die klare
Lösung mit 8 Volumteilen Äther versetzt. Nach weiterer dreimaliger Wiederholung
dieses Vorganges wurden 2,4 g Endomycin, entsprechend .I000 Verdünnungseinheiten
je Milligramm, erhalten. Beispiel V Isolierung und Reinigung von Endomycin 25 1
einer 6-Tage-Kultur von Streptomyces endus mit etwa i50 Verdünnungseinheiten je
kubikzentimeter wurden zur Trennung des Myceliums von der Kulturflüssigkeit dekantiert
und zentrifugiert.
-
Das abgetrennte Mycelium wurde achtmal mit je 11 Butylalkohol extrahiert.
Die vereinigten Butanolextrakte wurden unter vermindertem Druck und unter Zusatz
von Wasser bis zur Bildung eines braunen Gummis eingedampft. Dieser Rückstand wurde
zweimal mit je 25o cm3 Äthyläther extrahiert. Es blieben 4,6 g einer schwach braungefärbten,
pulverförmigen, festen Substanz zurück, die i3oo Verdünnungseinheiten je Milligramm
ergaben.
-
Die in der oben angegebenen Weise abgesonderte Kulturflüssigkeit betrug
22 1. Sie wurde zweimal mit je 41 Butylalkohol extrahiert. Die Butanolextrakte wurden
nach Waschen mit Wasser unter vermindertem Druck bis zur Bildung eines braunen Gummis
eingedampft. Dieser Rückstand betrug nach Extraktion mit 50o cm-' siedenden Äthers
4,2 g und entsprach 50o Verdünnungseinheiten Endomycin im Milligramm. Beispiel VI
Isolierung und Reinigung von Endomycin 2001 einer nach Beispiel I bereiteten 4-Tage-Kultur
von Streptomyces endus, entsprechend 666 Verdünnungseinheiten Endomycin im Kubikzentimeter,
wurden mit 4 kg Diatomeenerde als Filtrierhilfe gemischt. Nach Einstellen der Lösung
mit Schwefelsäure auf einen PH-Wert von 4, 5 wurde filtriert. Der Mycelkuchen wurde
mit 301 Wasser gewaschen, das Filtrat und das Waschwasser wurden entfernt. Der Filterkuchen
wurde mit 6o 1 So°/"igem Methylalkohol und dann mit 2q.1 Methylalkohol behandelt.
Die Auszüge wurden vereinigt und unter vermindertem Druck so lange destilliert,
bis ein im wesentlichen wäßriges Konzentrat verblieb. Dieses wurde mit handelsüblichem
Hexan zur Entfernung des Fettes und des während der Fermentation zugesetzten Antischaummittels
extrahiert. Das wäßrige Konzentrat wurde dann durch Zusatz von io g Natriumbicarbonat
je Liter (insgesamt i50 g) alkalisch gemacht. Die alkalisch.-Suspension wurde auf
40° C erwärmt, 2 Stunden gerührt und dann filtriert. Das klare Filtrat wurde mit
Essigsäure auf einen ph-Wert von 4,8 eingestellt und über Nacht bei etwa 5° C stehengelassen.
Der sich bildende Niederschlag wurde gesammelt und getrocknet. Es wurden so 140
g Endomycin, entsprechend 755 Cupplate-Einheiten je Milligramm, erhalten.
-
13z g dieses Produktes wurden mit 1300 cm3 95°/"igem Äthylalkohol
gemischt und filtriert. Zum klaren Filtrat wurden unter Rühren allmählich 650o cm3
Amylacetat zugesetzt, wobei Endomycin ausfiel.
-
ach Abstehen der Mischung über Nacht bei 5° C wurde der Niederschlag
gesammelt und unter vermindertem Druck getrocknet. Es wurden so 49,r g Endomt#cin
als braunes Pulver erhalten, entsprechend 1:I80 Cup-plate-Einheiten je Milligramm.