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Stromwenderelais für elektrische Uhrenanlagen Bei den bis jetzt gebräuchlichen
Stromwenderelais für Uhrenanlagen kann man in der Hauptsache zwei Arten unterscheiden:
a) polarisierte Stromwenderelaiswerden verwendet, um mit einem Stromkreis, in welchem
die Stromrichtung periodisch (meist minutlich, halbminutlich oder sekundlich) wechselt,
mit kleiner Schaltleistung einen Stromkreis größerer Schaltleistung zu steuern.
Dieses Stromwenderelais wird dann direkt an die Hauptuhr angeschlossen, wenn infolge
der großen Anzahl angeschlossener Nebenuhren der periodisch fließende Strom und
damit die Schaltleistung so groß wird, daß die vorhandenen Hauptuhrkontakte sich
als zu schwach erweisen. Der Hauptuhr selbst kann die mechanische Arbeit des Umlegens
schwerer, für große Ströme bemessener Kontakte nicht aufgebürdet werden, ohne ihre
Ganggenauigkeit wesentlich zu beeinträchtigen. In diesem Fall muß die Hauptuhr eine
für kleine Schaltleistungen bemessene Kontakteinrichtung besitzen.
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Ferner werden polarisierte Stromwenderelais verwendet, um an einer
vorhandenen Uhrenanlage eine zweite getrennte Anlage mit eigener Stromquelle anzuschließen.
Die Polarisation dieser Stromwenderelais wird entweder durch Verwendung eines polarisierten
Schwingankers, der nach dem Stromstoß wieder in seine Ausgangslage zurückkehrt,
erreicht, oder es werden vor zwei getrennte Spulen je ein Trockengleichrichter,
entgegengesetzt gepolt, vorgeschaltet. Bei einem Stromstoß sperrt dann der eine,
beim nächsten Stromstoß entgegengesetzter Richtung der andere Gleichrichter, so
daß die Spulen wechselseitig vom Strom durchflossen werden. Vielfach finden auch
noch elektrisch polarisierte Systeme Verwendung. Diese bestehen aus zwei Spulen
mit einem gemeinsamen Anschluß
direkt an die Batterie, so daß die
Spulen ebenfalls wechselweise vom Strom durchflossen werden. Dieses System erfordert
jedoch einen dritten Leiter und ist deshalb dann schlecht zu gebrauchen, wenn das
Relais in größerer Entfernung von der Hauptuhr bzw. Batterie montiert werden soll.
b) die andere Art der nichtpolarisierten Stromwenderelais .besteht aus neutralen
Magnetsystempaaren, die abwechselnd von der Hauptuhr elektrisch betätigt werden.
Die Hauptuhr muß deshalb mit zwei getrennten Schaltkontaktpaaren versehen sein.
Diese Schaltkontaktpaare können als Doppelhebelberührungskontakte mit einstellbarer
Kontaktdauer (Fall I) oder als einfache Schleifkontakte mit isoliertem - Mittelstück
' ausgebildet sein (Fall II).
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Im Fall I besteht der Nachteil, daß das Gehwerk der Hauptuhr durch
zwei Doppelhebelberührungskontaktpaare belastet wird. Letztere müssen genau um eine
halbe Zahnteilung des Schaltrades gegeneinander versetzt sein, um minutlich gleichbleibende,
sekundengenaue Kontakte zu geben. Dies erfordert doppeltes Einstellen der Kontaktdauer,
da jedes Kontaktpaar einzeln eingestellt werden muß. Es ist deshalb schwierig, bei
beiden Stromstoßrichtungen genau gleiche Kontaktdauer zu erhalten.
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Im Fall II wirkt es sich sehr nachteilig aus, daß ein gesondertes
Kontaktauslösewerk innerhalb der Hauptuhr nötig wird. Dies verteuert aber die Herstellung
erheblich.
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Bei der üblichen Verwendung nur einer Antriebskraft sowohl für das
Geh- als auch für das Auslösewerk mittels Differentialgetriebe oder minutlich aufgezogenerZwischenfeder
leidet erfahrungsgemäß die Ganggenauigkeit der Uhr.
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Alle diese Nachteile werden nun bei der erfindungsgemäßen Anlage dadurch
vermieden, daß das neue Stromwenderelais mit Hilfe eines Stromstoßes im Steuerstromkreis
in einem Nebenuhrstromkreis Stromstöße wechselnder Richtung erzeugt. Dabei ist es
vollkommen gleichgültig, ob es sich im Steuerstromkreis um Stromstöße gleichbleibender
oder wechselnder Richtung handelt. Die Dauer des Stromflusses im Nebenuhrstromkreis
ist jeweils gleich oder annährend der Dauer des Stromflusses im Steuerstromkreis.
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Diese grundsätzlichen Vorteile werden nach vorliegender Erfindung
dadurch erreicht, daß bei Erregung einer Relaisspule im Steuerstromkreis von zwei
Kontaktsätzen des Nebenuhrstromkreises abwechselnd der eine und beim nächsten Stromstoß
der andere Kontaktsatz durch ein die Relaisankerbewegung in abwechselnder Art steuerndes
Zwischenglied betätigt wird, wobei die Kontaktdauer der so .betätigten Kontaktsätze
des Nebenuhrstromkreises gleich ist der Erregungsdauer des Relais im Steuerstromkreis,
vorzugsweise derart, daß die Erregerstromstöße gleichgerichtet sind, ihre Stromrichtung
also nicht wechseln.
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Besonders vorteilhaft ist die Anordnung eines an sich bekannten W-förmigen
Wippenhebels, welcher einen von dem Relais des Steuerstromkreises in stets gleicher
Richtung bewegten Stoßkeil abwechselnd auf die Kontaktträger der beiden Kontaktsätze
ablenkt und sie umkippt. Die Kontaktsätze selbst bestehen vorzugsweise aus dreipoligen
Ouecksilberkontaktröhren, in welchen an sich bekannte Trennwände eingebaut sind.
Diese zwingen das Ouecksilber beim Kippen der Kontaktröhre, durch ihre untere Lücke
hindurch den mittleren Kontaktnapf zu durchfließen.
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Die Zeichnung stellt ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes
dar.
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In einem Steuerstromkreis 1g, welcher von der Hauptuhr gesteuert wird,
liegt ein Relais 17, i8. Der Anker 21 ist mit einem Stoßkeil io verbunden. Dem unteren
Ende des Stoßkeils steht in seiner Bahn ein um Punkt A drehbarer W-förmiger Wippenhebel
i gegenüber, welcher in an sich bekannter Weise unter der Wirkung einer Zugfeder
:2 entweder in die eine (gezeichnete) oder in die ihr gegenüberliegende Endlage
gezogen wird. Bei der Wippbewegung des Hebels i wird der Stoßkeil beispielsweise
auf den linken Kontaktträger 3 abgelenkt und kippt diesen dabei um den Drehpunkt
B.
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Auf dem Kontaktträger 3 ist eine dreipolige Ouecksilberkontaktröhre
5 befestigt. Auf der anderen Seite ist dieselbe Kontakteinrichtung, bestehend aus
Kontaktträger q, und Kontaktröhre 6, angeordnet. Auch diese Kontakteinrichtung steht
unter der Wirkung des Stoßkeils io, wie oben beschrieben ist. Die Bewegung der Kontaktträger
wird durch Anschläge ä, 9 begrenzt. Die beiden Quecksilberkontaktröhren liegen in
der an sich bekannten Schaltung im Stromkreis 2o der Nebenuhrenanlage. Die periodische,
abwechselnde Bewegung der Kontaktsätze 5 und 6 erzeugt im Nebenuhrenstromkreis 2o
die gewollten Stromstöße wechselnder Richtung. Es ist ersichtlich, -daß die Dauer
dieser Stromstöße praktisch übereinstimmt mit der Dauer des Erregerstromes im Steuerstromkreis
i9.
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Dieser Vorteil ist um so wichtiger, als die Dauer des Erregerstromstoßes
nur noch von einem einzigen Kontakt abhängig ist, also immer gleich lang eingehalten
wird.
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Besonders hervorzuheben ist, daß im Steuerstromkreis mit geringer
elektrischer Leistung gearbeitet werden kann, weil ja nur ein einziges leicht ansprechendes
Relais ganz unabhängig von der Anzahl der Nebenuhren geschaltet zu werden braucht.
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Ita der Hauptuhr ist also nur noch ein Kontaktpaar nötig, welches
zudem infolge des geringen Stromdurchgangs mit schwachem, aber trotzdem noch sicherem
Kontaktdruck arbeitet. Dadurch ist die mechanische Belastung der Hauptuhr, welche
den Kontakt betätigt, außerordentlich klein.
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Am vorteilhaftesten wird ein Doppelhebelberührungskontakt verwendet,
so daß das ganze Auslösewerk bzw. ein zweites Kontaktpaar entfällt.
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Dies alles wirkt sich auf die Ganggenauigkeit der Uhr vorteilhaft
aus.
Aber auch die Handhabung und Bedienung der ganzen Uhrenanlage
wird wesentlich vereinfacht.