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Spulenwechselvorrichtung an einer spindellosen Kötzerspulmaschine
Die
Erfindung bezieht sich auf eine Spulenwechselvorrichtung an einer spindellosen Kötzerspulmaschine,
bei der nach Bewickeln der Spulen ein die Spulenhalter, die Zubringer für die leeren
Spulen und die gegebenenfall.s vorhandenen Aufnehmer für die vollen Spulen sowie
die Scheren zum Abschneiden der Fäden bewegendes Schaltgetriebe selbsttätig eingeschaltet
und nach Ausführung eines Arbeitsganges selbsttlätig wieder abgeschaltet wird.
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Bei den bekannten selbsttätigen Kötzerspulmaschinen geschieht das
Ein- und Ausschalten der Spulenwechselvorrichtung in der Regel durch eine Mitnehmerkupplung,
deren Mitnehmer nach Vollendung einer Umdrehung durch ein selbsttätig einfallendes
Ausrückglied zurückgezogen wird. Diese Einrichtung hat deshalb, weil die Mitnehmerkupplung
nur in einer einzigen Drehstellung einrückbar ist, den Nachteil, daß das Einschalten
der Spulenwechselvorrichtung meist mit einer mehr oder weniger großen Verzögerung
erfolgt. Das könnte durch Verwendung einer in jeder Stellung einrückbaren Reibungskupplung
oder einer Klauenkupplung vermieden werden, die eine verhältnismäßig große Zahl
von Kupplungszähnen aufweist und deshalb ebenfalls in zahlreichen verschiedenen
Drehstellungen einrückbar ist. Bei einer solchen Kupplung list aber das selbsttätige
Ausschalten nicht so einfach. Außerdem bereitet es Schwielrigkeiten, das Schaltgetriebe
wieder genau in seine Ausgangs- oder Ruhestellung zu bringen.
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Bei der Spuleuwechselvorrichtung nach der Erfindung soll das Ein-
und Ausschalten desl Schaltgetriebes für den Spulenwechsel durch eine mit einer
verhältnismäßig großen Zahl von Kupplungszähnen versehene Klauenkupplung oder eine
Reibungskupplung erfolgen, und der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei Verwendung
einer
solchen Kupplung ein einwandfreies und genaues Arbeiten des
Schaltgetriebes zu gewährleisten. Die gestellte Aufgabe ist erfindungsgemäß im wesentW
lichen dadurch gelöst, daß einerseits an einem der getriebenen Umlaufteile, z. B.
an einer Exzenterscheibe, ein mit einer Rolle an der Stellgabel der Kupplung zusammenwirkender
Hubnocken zum selbsttätigen Ausrücken der Kupplung kurz vor Vollendung einer Umdrehung
vorgesehen ist, anderseits ein Kraftspeicher, z. B. eine Feder, vorgesehen ist,
der vor dem Ausrücken der Kupplung in Abhängigkeit von der Drehung des Schaltgetriebes
gespannt wird und dann seinerseits nach Ausrücken der Kupplung das Schaltgetriebe
weiter in seine Ausgangsstellung dreht, in der die Rolle der Stellgabel vom Ausrückhubnocken
freigeht.
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Dabei kann die Drehung des Schaltgetriiebes bei Erreichen der Ausgangs-
oder Ruhestellung durch das Zusammenwirken einer au einem getriebenen Umlaufteil
angeordneten Nase mit einem an der Stellgabel vorgesehenen Anschlag begrenzt werden,
der beim Ausrücken der Kupplung lin die Bewegungsbahn der Nase gelangt.
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Durch diese Einrichtung wird, wie ersichtlich, erreicht, daß die
in Abhängigkeit von der vollendeten Bewicklung der Spulen selbsttätig eingeschaltete
Kupplung jedesmal nach einem Umlauf des Schaltgetriebes sicher ausgeschaltet wird
und das Schaltgetriebe stets genau in seine Ausgangs-oder Ruhestellung zurückgelangt.
Die neue Einrichtung zeichnet sich dabei, wie gleichfalls ereicht lich, durch große
Dinfachheit aus. Gleichzeitig besteht deshalb, weil die angewendete Kupplung in
jeder Stellung oder in vielen verschiedenen Stellungen einrückbar ist, der Vorteil,
daß die Mitnahme des Schaltgetriebes beim Einrücken der Kupplung, wenn nicht immer
sofort, so doch stets nach einer kleinen Winkeldrehung der treibenden Kupplungshälfte
erfolgt, so daß das Schaltgetriebe für den Spulenwechsel nach der durch die Spulmaschine
herbeigeführten Auslösung seines Einkuppelvorganges ohne Verzögerung in Tätigkeit
trilt.
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Der gleiche Erfolg kann erfindungsgemäß dadurch erreicht werden,
daß das Weiterdrehen der getriebenen Umlaufteile des Schaltgetriebes in die Endlage
statt durch einen bei jedem Arbeitsspiel aufzuziehenden Kraftspeicher durch einen
an der einen Kupplungshälfte vorgesehenen und mit der anderen Hälfte zusammenwirkenden
federnden Schnäpper erfolgt, der nach dem Anheben der getriebenen Teile an der anderen
Kupplungshälfte schleift.
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In der Zeichnung ist die Erfindung in zwei Ausführungsbeispielen
dargestellt. Dabei zeigt Fig. I eine Draufsicht auf die Hauptteile einer zweispindeligen
Kötzerspulmaschine mit Teilschnitt durch einen Getriebekasten, Fig. 2 eine Seitenansicht
des Schaltgetriebes für den Spulenwechsel im ausgekuppelten Zustand mit Schnitt
durch ein das Getriebe enthaltendes Gehäuse, Fig. 3 eine Draufsicht zu Fig. 2, Fig.
4 eine Wiederholung der Fig. 3 in einer Zwischenstellung des Schaltgetriebes beim
Spulenwechsel, Fig. 5 und 6 Wiederholungen der Fig. I und 2 mit einer Abänderung,
wobei in Fig. 6 über der Schnittliniei 4 (Fig. 5) liegende Teile entfernt sind;
Fig. 7 eine Klauenkupplung mit Schnäpper im Achstenschnitt.
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Die Maschine gemäß Fig. I bis 4 besitzt zwei in einem rechteckigen
Getriebekasten I gelagerte Spindeln 2, die über Zahnräder 3 und 4 mit einer Anbrieblswelle
5 gekuppelt sind. Auf der Welle 5 sitzt eine ständig umlaufende Antriebsscheibe
6, mit der sie durch eine Lamellen- oder ähnliche Reibungskupplung 7 kuppelbar ist,
sowie eine Bremsscheibe 8. Die Spindeln 2 tragen an ihren aus dem Kasten I nach
vorn herausragenden Enden, das ist links in Fig. I, je einen Spulenmitnehmer 9.
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Gleichachsig zu den Spindeln sind in einem festen Gestellteil I2 zwei
Spulenhalter Io drehbar und verschiebbar gelagert. Die Halter 10 können mittels
eines nicht dargestellten Hebels, der mit Zapfen in Ringnuten II an den äußeren
Enden der Gegenhalter eingreift, verschoben werden, um die bewickelten Spulen freizugeben
bzw. umgekehrt leere Spulen zwischen den Mitnehmern g und den Haltern Io festzuklemmen.
Zwischen den Spulenmit nehmern g und den Spulenhaltern Io sind zwei Fadenführer
I3 hin und her beweglich angeordnet, die von einem Schlitten Iq getragen werden.
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Dieser Schlitten führt sich auf einer Gewindespindel 15 und einer
parallel dazu angeordneten, in der Zeichnung nicht sichtbaren Stange. Er weist einen
in das Gewinde der Spindel 15 eingreifenden, ausrückbaren Mitnehmer auf. Die Gewindespindel
15 ist drehbar und verschiebbar gelagert. Sie wird beim Spulen durch ein von der
Welle 5 angetriebenes Exzentergetriebe ständig um einen kleinen Betrag hin und her
bewegt. Außerdem wird sie durch ein ebenfalls von der Welle 5 aus getriebenes Schaltwerk
schrittweise gedreht mit der Folge, daß der Fadeuflihrerschlitten 14 neben einer
kurzen Hinundberbewegung gleichzeitig eine schrittweise Vorschubbewegung in Richtung
von den Spulenmitnehmern g zu den Spulenhaltern 10 ausführt. Auf der Spindel 15
sitzt eine schraubenförmige Druckfeder I6, die beim Vorschub des Schlittens I4 gespannt
wird.
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Diese Feder dient dazu, den Fadenführerschlitten nach Ausrücken seines
in die Spindel 15 eingreifenden Mitnehmers in die Ausgangsstellung, d. h. nach den
Spulenmitnehmerng hin zurückzuschieben, was dann geschieht, wenn die Spulen voll
bewickelt sind.
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Links und rechts von den beiden Spulstellen sind in einer zu den
Spindelachsen senkrechten Ebene zwei Behälter I7 für die leeren Spulen angeordnet.
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Diese Behälter bestehen je aus einem Paar von U-förmigen Führungen
und einer letztere verbindenden Rückwand. Zur Beförderung der leeren Spulen von
den Behältern I7 zu den Spulstellen dienen zwei Zubringer 18, I9, die in waagerechter
Ebene
schwenkbar sind und je aus einem an einer senkrechten Welle 20 befestigten Arm I8
bestehen, an dem zwei eine Spule aufnehmende GabelnIg sitzen. Die Zubringer nehmen
jeweils die unterste leere Spule aus dem zugehörigen Behälter 17 auf und bringen
sie unmittelbar in Spindelhöhe zwischen einen Spulenmitnehmer g und einen Halter
IO. Bei ihrer alsdann stattfindenden Rückkehr in die Ausgangsstellung unter den
Behältern I7 lösen sich die Zubringer I8, 19 von den an den Spulstellen festgehaltenen
Spulen dadurch, daß ein Schenkel ihrer Gabeln Ig entgegen Federwirkung nach unten
ausweicht. Auf den die Zubringer I8, 19 tragenden Wellen 20 sind an einer tiefer
liegenden Stelle zwei Spulenaufnehmer 21, 22 angeordnet, welche die durch Zurückziehen
der Halter IO freigegebenen bewickelten Spulen- in einer für das Abschneiden und
Festklemmen der Fäden zwischen den Spulenmitnehmern g und den eingebrachten leeren
Spulen geeigneten Stellung auffangen. Die Spulenaufnehmer bestehen je aus einem
auf der Welle 20 sitzenden Arm 21 und einem daran umkippbar gelagerten muldenartigen
Spulenlager 22.
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Die Arme 2I der Spulenaufnehmer sind mit den Wellen 20 in Richtung
ihrer Bewegung zur Spulstelle durch Federn, in der anderen Richtung zwangsläufig,
aber mit Leerlauf gekuppelt. Sie machen nur den halben Weg der Zubringer und erreichen
deshalb die Spulstellen schon vor den Zubringern I8, I9, während sie die Rückwärtsbewegung
in ihre in Fig. 1 gezeigte Ausgangsstellung nach den Zubringen beginnen. Beim Erreichen
der Ausgangsstellung werden die Spulenauflager 22 der Aufnehmer 2I, 22 entgegen
Federunirltung durch Anschläge gekippt, um die vollen Spulen auszuwerfen, die dann
in einen Sammelbehälter fallen.
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Unter den Spulenmitnehmerng sind zwei zum Abschneiden der Fäden dienende
Scheren so angeordnet, daß die von den Ablaufspulen zu den Spulstellen laufenden
Fäden selbsttätig in die geöffneten Scheren eintreten, wenn nach dem Zurückbringen
der Fadenführer 13 in ihre Ausgangsstellung die freigegebenen vollen Spulen in die
Spulenaufnehmer 2I, 22 fallen. Gleichzeitig kommen die Fäden dabei oberhalb der
Scheren vor die Spulenmitnehmerg zu liegen, so daß sie beim Einklemmen der zugeführten
leeren Spulen zwischen diesen und den Mitnehmern 9 eingeklemmt werden.
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An der Unterseite des Getriebekastens I ist ein teils rundes, teils
eckiges Gehäuse 23 angeordnet, das das Schaltgetriebe für den selbsttätligen Spulenwechsel
enthält. Das Schaltgetriebe weist eine senkrechte Welle 24 auf, auf deren unterer
Hälfte eine kurze Hohlwelle 62 drehbar lagert, die ein an ihr festes Schneckenrad
25 trägt. Dlieses wird über eine Schnecke 26, eine Vorgelegewelle 27 und eine Triebscheibe
28 ständig gedreht. Auf dem oberen Ende der Welle 24 sind ein Bügelexzenter 29,
30 und zwei darüber angeordnete Nocken- oder Unrundscheiben 31 und 32 unverdrehbar
befestigt. Die Welle mit diesen drei Steuergliedern ist mit dem Schneckenrad 25
durch eine Klauenkupplung 33, 34 kuppelbar, deren eine Hälfte 33 an der Unterseite
der Exzenterscheibe 22 festsitzt, während ihre andere Hälfte 34 auf der das Schneckenrad
25 tragenden Hohlwelle verschiebbar, aber undrehbar angeordnet ist. Die Kupplung,
die zahlreiche, nämlich im Beispiel acht Kupplungszähne an jeder Hälfte aufweist,
wird in einer noch zu beschreibenden Weise jedesmal am Ende eines Spulvorganges
selbsttätig eingerückt und nach Vollendung einer Umdrehung der drei Steuerscheiben
29, 3I und 32 selblsttäbig wieder ausgerückt.
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Der Bügelexzenter 29, 30 dient zum Hinundherbewegen der Zubringer
I8, 19 für die leeren Spulen und der Aufnehmer 21, 22 für die vollen Spulen Sein
Bügel 30 ist zu dem Zweck durch eine kurze Stange 35 und zwei Lenker 36 mit zwei
an der Welle 20 der Spulenzubringer und -aufnehmer festen Gegenarmen 37 gekuppeltl.
Dabei ist der die Stange 35 mit den Lenkern 36 verbindende Gelenkzapfen in einen
Schlitz 38 am Gehäuse gerade geführt. Die Unrundscheibe 3I dient zur Bewegung der
Spulenhalter 10. Sie wirkt auf einen bei 39 schwenkbar gelagerten Rollenhebel 40
ein, der durch ein Gestänge, von dem in der Zeichnung nur das am Hebel 40 angelenkte
Ende einer Stange 4I zu sehen ist, mit dem die Spulenhalter 10 vor und zurück bewegenden
Hebel verbunden ist. Von der gleichen Unrundscheibe wird die Schließ- und Öffnnngsbewegung
der die Fäden abschneidenden Scheren abgeleitet, zu welchem Zweck die Bewegungshebel
der Scheren mit dem die Spulenhalter IO bewegenden Gestänge gekuppelt sind. Der
Rollenhebel 40 wird durch eine in der Zeichnung nicht sichtbare Feder an die Unrundscheibe
3I angedrückt. Seine Verbindung mit den Spulenhaltern IO ist so, daß letztere im
Sinne ihrer Entfernung von den Spulenmitnehmern 9, d. h. zum Freigeben der bewickelten
Spulen formschlüssig durch die Scheibe~3I, im Sinne ihrer Annäherung an die Spulenmitnehmer,
d. h. zum Festklemmen der leeren Spulen dagegen durch Federdruck bewegt werden.
Dabei ist die Unrundscheibe 31 so ausgebildet, daß ihre Hubkurve nicht nur allmählich
ansteigt, sondern auch allmählich wieder abfällt. Das hat zur Folge, daß die Vorschubbewegung
der Spulenhalter IO gegen die Spulenmitnehmer g und damit das Erfassen und Festklemmen
der leeren Spulen, obwohl es durch Federdruck bewirkt wird, nicht schlagartig, sondern
ähnlich wie das Zurückziehen allmählich bzw. durch eine stetige Bewegung geschieht,
wodurch die Spulenhülsen oder Garnträger geschont werden. Die Nockenscheibe 32 dient
dazu, den Antrieb der Spulspindeln 2 und der Fadenführerspindel I5, der nach beendeter
Bewicklung der Spulen aus gerückt worden war, wieder einzurücken. Sie wirkt mit
einem ebenfalls durch eine nicht gezeichnete Feder angedrückten Rollenhebel 42 zusammen.
Dieser ist durch eine an ihn angelenkte Stange 43 mit einer Schaltstange verbunden,
welche über einen Hebel 64 (Fig. 1) die Alltriebskupp-
luing 7 der
Welle 5 der Spulvorrichtung sowie über eine Klinke 494 die Kupplung 33, 34 des Schalt
gebrielies steuert Die Schaititange steht unter dem Einfluß eines in Abhängigkeit
von dem Fortschalt werk der Fadenführungsspindel 15 geschalteten Zahnrades, das
nach vollendeter Bewicklung der Spulen eine Verschiebung der Schaltstange im Sinne
des Ausrückens der Antriebskupplung7 der Spulvorrichtung und des Einschaltens des
Schaltgetriebes herbeiführt.
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Die untere Hälfte 34 der auf der Welle sitzenden Kupplung 34, 35
steht unter dem Druck einer Feder 44, welche die Kupplung einzurücken sucht.
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In eine Ringnut der Kupplungshälfte 34 greifen zwei Rollen einer Stellgabel
45 ein, mit deren Hilfe die Kupplung ausgerückt und in ausgerückter Stellung festgehaflen
werden kann. Die bei 46 drehbar gelagerte Stellgabel 45 hat einen hinten, d. h.
nach rechts in den Fig. 2 bis 4, aus dem Gehäuse 23 herausragenden Arm 47, der im
Bedarfsfalle als Handhabe zum willkürllichen Ein-und Ausrucken der Kupplung benutzt
werden kann. Mit diesem Arm wirkt die außen am Gehäuse gelagerte, unter Wirkung
einer Feder 48 stehende Sperrklinke 49 zum Festhalten der Sbellgabel 45 in ihrer
Stellung bei ausgerückter Kupplung zusammen. Dlie Sperrklinke 49 kann über eine
nicht gezeichnete Stange durch einen Anschlag der bereits erwähnten, zum Ein- und
Ausschalten der Spulsp indem dienenden Schaltstange ausgerückt werden.
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Der untere Flansch der Exzenterscheibe 30 ist auf einer Seite zu
einer Platte 50 verbreitert, welche die Form eines zur Welle 24 konzentrischen Kreisausschnittes
hat. An der Unterseite der Platte 50 befindet sich ein Vorsprung 51 in Form eines
zur Welle 24 konzentrischeii Ringausschnittes. Dieser Vorsprung dient als Hubnocken
zum Ausrücken der Kupplung 33, 34, weshalb er mit einer in Drehrichtung der Welle
24 schräg oder schraubenförmig ansteigenden Brustfläche und einer steil abfallenden
Rückenfläche versehen ist Der Hubnocken 51 wirkt jedesmal gegen Ende einer Umdrehung
der Welle 24 mit einer am Arm 47 der Stellgabel 45 gelagerten Rolle 52 zusammen,
wodurch die Gabel abwärts geschwenkt und damit die Kupplung ausgerückt wird. An
der Unterseite der Platte 50 ist ferner eine Rolle 53 gelagert, die bestimmt ist,
mit einem radial zur Welle 24 geführten Schieber 54 zusammenzuwirken, der an seiner
der Welle zugekehrten Seite zwei dachartig gegeneinander geneigte Schrägkanten 55,
56 aufweist Dieser Schieber sitzt an einer bei 57 gerade geführten Stange 5 und
steht unter Wirkung einer ihn einwärts, d. h. in Richtung auf die Platte 51 drückenden
Feder 59. Er dient dazu, die Welle 24 mit den drei Steuerscheiben2g, 3I, 32 nach
Ausrücken der Kupplung 33, 34 noch um einen kleinen Winkelbetrag zu drehen, damit
die Rolle 52 der Stellgabel 45 bei Erreichung der Endstellung der Welle 24 vom Hubnocken
51 freigeht (Fig. 3).
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Diese Restdrehung kommt dadurch zustande, daß der -Schieber 54 gegen
Ende einer Wellenum drehung unter Spannen der Feder 59 durch den-Druck der Rolle
53 auf die Schrägkante 55 nach außen gedrückt wird, dann aber, sobald die Rolle
53 den Scheitelpunkt der - beiden Schragkanten 55, 56 überschritten hat; unter dem
Druck der Feder wieder einwärts geht; wobei er mit seiner Kante 56 auf die Rolle
53 einen Druck im Sinne der Weiterdrehung der Welle 24 ausübt Die Platte 50 ist
endlich in ihrem konzentrisch zur Welle 24 verlaufenden Rand mit einer radialen
- Nase 60 versehen, die im Zusammenwirken mit einem Anschlag 6i an der Stellgabel
45 dazu dient, die Wellendrehung - genau - zu begrenzen. Bei ausgerückter Kupplung
33, 34 liegt der Anschlag 61 im Bewegungshereich der Nase 60, so daß diese daran
anstößt. Wird die Kupplung 33, 34 eingerückt, dann wird der Anschlag 6i aufwärts
bewegt, so daß er höher als die Nase 60 zu liegen kommt und diese nunmehr vom Anschlag
freigeht.
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- Die Arbeitsweise der beschriebenen Vofrlichtung ist folgende: Sobald
die beiden an den Spulstellen befindlichen Spulen voll bewickelt sind, wird in Abhängigkeit
vom Zählrad die Schaltstange für die Kuppinugen verstellt. Das hat einerseits durch
Ausrücken der Kupplung 7 und Einrücken der Bremse 8 an der Welle 5 ein Stillsetzen
der Spulspindeln 2 und der Fadenführerspindel 15 zur Folge. Gleichzeitig wird durch
eine in Abhängigkeit von der Schaltstange bewegte Führungslstange der Mitnehmer
des Fadenführerschlittens 14 aus dem Gewinde der Spindel 15 ausgehoben, so daß der
Schlitten 14 mit den beiden Fadenführern I3 durch die Feder I6 in seine Ausgangsstellung
bei den Spulenmitnehmern g zurückgebracht wird.
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Anderseits wird durch die Verstellung der Schaltstange die Sperrlclinl
49- der Stellgabel 45 ausgeschwenkt, so daß die Gabel sich aufwärts zu drehen vermag.
Infolgedessen wird die Kupplung 33, 34 des Schaltgetriebes für den Spulenwechsel
durch die Feder 44 eingerückt. Wegen der großen Zahl von Zähnen an den Kupplungshälften
erfolgt dabei die Mitnahme der Welle 24 entweder sofort oder nach einer nur kurzen
Winkeldrehung des Schneckenrades 25, d. h. also ohne wesentliche Verzögerung. Bei
der nunmehr stattfindenden Drehung der Welle 24 werden durch den Bügelexzenter 29,
30 die Spulenaufnehmer 2I, 22 und die Spulenzubringer I8, 19 nach den Spulstellen
hin bewegt.
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Kurz darauf beginnt durch die Einwirkung der Nockenscheibe 3I auf
den Rollenhebel 40 das Öffnen der Scheren sowie das Zurückziehen der Spulenhalter
10, die in dem Augenblick, wo die Spulenaufnehmer 2I, 22 unter den Spulstellen angekommen
sind, die gefüllten Spulen 63 freigeben, so daß dilese ein die Aufnehmer herabfallen.
Dabei werden die von den Ablaufspulen über die Fadenführer 13 zu den gefüllten Spulen
laufenden Fäden vor die Spulenmituehmer 9 gelegt und in die geöffneten Scheren eingeführt.
Sobald auch die Zubringer i8, 19 an den Spulstellen angekommen sind, gehen die Spulenhalter
IO wieder vor und klemmen die an den Spulstellen angekommenen leeren Spulen zwischen
den Haltern IO und Spulen-
mitnehmerng ein unter gleichzeitigem
Festklemmen der Spulfäden an den Mitnehmern. Zugleich werden die Scheren geschlossen
und damit die zu den vollen Spulen 63 führenden Fäden abgeschnitten.
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Das Schaltgetriebe befindet sich nun in der in Fig. 4 gezeigten Stellung.
Es ist dabei zu bemerken, daß die Spulenzubringer I8, 19 ihre Endstellung bei den
Spulstellen bereits einnehmen, ehe die Welle 24 um I600 gedreht ist, und daß in
die Stange 35 eine Feder eingeschaltet ist, die nach Erreichen der Endstellung der
Spulenzubringer I8, 19 das Weiterdrehen des Exzenters in die Stellung nach Fig.
4 und damit einen Stillstand der Zubringer an den Spulstellen ermöglicht. Bei der
ununterbrochenen Weiterdrehung der Welle werden die Spulenzubringer I8, 19 sowie
die Spulenaufnehmer 2I, 22 in ihre Ausgangsstellung zurückgedreht. Die Zubringer
kommen wieder unter die Spulenbehälter I7 zu stehen, aus denen sie je eine neue
Spule entnehmen, während die Spulenaufnehmer 2I, 22 bei Erreichung ihrer Ausgangsstellung
gekippt werden, um die vollen Spulen abzuwerfen. Sobald die Zubringer iS, 19 die
Spulstellen verlassen haben, kommt der Nocken der Scheibe 32 zur Einwirkung auf
den Rollenhebel42, wodurch die Schaltstange der Kupplung gen im entgegengesetzten
Sinne wie vorher verschoben wird, was zur Folge hat, daß die Kupplung 7 der Welle
5 eingerückt und damit der Antrieb der Spulspindeln 2 und der Fadenführerspindel
15 wieder eingeleitet wird, so daß nun die neu eingebrachten Spulen bewickelt werden.
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Nach einer Drehung der Welle 24 um etwas mehr als 2700 kommt der
Hubnocken 3I mit der an der Stellgabel 45 gelagerten Rolle 52 in Berührung, wodurch
die Stellgabel allmählich nach unten gedreht wird. Ferner trifft die Rolle 53 auf
die Schrägkante 55 des Schiebers, 54, wodurch dieser unter Spannung der Feder 59
zurückgedrückt wird.
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Sobald die Rolle 53 den Scheitelpunkt der Schrägkanten 55, 56 überschritten
hat, hat die abwärts gedrehte Stellgabel 45 die Kupplung 33, 34 ausgerückt, die
durch Wiedereinfallen der Klinke 49 in ausgerückter Stellung festgehalten wird.
Die Welle 24 wird nun durch den Druck der Schrägkante 56 des Schiebers 54 auf die
Rolle 53 noch um einen kleinen Winkelbetrag gedreht, so daß sie wieder in ihre in
Fig. 2 und 3 gezeigte Ausgangsstellung kommt, in der die Nase 60 an den durch das
Ausrücken der Kupplung 33, 34 in die Höhe der Platte 51 gesenkten Anschlag 6i stößt.
In der Ausgangsstellung hat der Hubnocken 51 die Rolle 52 überlaufen, so daß er
dem Wiedereinrücken der Kupplung 33, 34 nicht im Wege ist. Sobald die neuen Spulen
voll bewickelt sind, wiederholt sich das beschriebene Spiel.
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Bei der abgeänderten Ausführungsform nach Fig. 5 bis 7 fehlen die
als Kraftspeicher dienende Feder 59 und der Schieber 54 sowie die mit dessen Schrägflächen
zusammenwirkende Rolle 53. Statt dessen ist in einer axparallelen Bohrung 95 der
oberen Kupplungshälfte 3,3 und der daran sitzenden Platte 50 ein Mitnehmerbolzen
96 geführt, der einen kegelig angespitzten Kopf 97 aufweist. Der Bolzen 96 steht
unter Wirkung einer ihn gegen die untere Kupplungshälfte 34 vordrückenden Feder
100, die zwischen dem Kopf 97 und einer Schulter der Bohrung 95 eingeschaltet ist.
Ein in einer Querbohrung am oberen Ende des.Bolzens 96 sitzender Splint oder Stift98
begrenzt durch seinen Anschlag an die Oberfläche der Platte 50 die Vorschubbewegung
des Bolzens so, daß dieser nur mit dem kegeligen Kopfteil aus der Bohrung herausragt.
Der Betrag, um den der Bolzenkopf dabei gegenüber den Klauen der oberen Kupplungshälfte
33 vorspringt, ist größer als der bei ausgerückter Kupplung zwischen den Klauen
beider Kupplung hälften vorhandene Zwischenraum, so daß der Bolzen bei ausgerückter
Kupplung mit seinem keilförmigen Kopfteil zwischen die Klauen der unteren Kupplungshälfte
34 einzugreifen vermag.
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Diese Klauen sind am Rücken mit schrägen Ablaufflächen 99 für den
Bolzen versehen. Dementsprechend sind auch die Klauen der oberen Hälfte am Rücken
abgeschrägt. Am Biigel 30 des unmittelbar über der Kupplungshälfte 33 liegenden
Bügelexzenters 29, 30 ist ein radialer Vorsprung IOI in Form eines kurzen Flansches
an solcher Stelle vorgesehen, daß der Flansch 101 das obere Ende des Mitnehmerbolzens
96 gegen Ende einer jeden Umdrehung der getriebenen Teile übergreift.
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Bei eingerückter Kupplung 33, 34, wobei die Umlaufteile 29, 3I, 32
des Schaltgetriebes durch die Klauen der beiden Kupplungshälften 33 und 34 mitgenommen
werden, ist der Bolzen 96 wirkungslos. Wenn jedoch gegen Ende einer Umdrehung der
genannten Teile die Kupplung durch das Zusammenwirken des Huhnockens 51 mit der
Rolle 52 an der Stellgabel 45 wieder ausgerückt worden ist, tritt der Bolzen 96
dadurch, daß sein kegeliger Kopfg7 mit der Kuppinngshälfte 34 im Eingriff bleibt,
in Tätigkeit. Sein Kopfende legt sich gegen die Brustfläche der nächsten Klaue der
unteren Kupplungshälfte 34, so daß diese die obere Hälfte 33 und damit die Umlaufteile
der Schaltvorrichtung trotz ausgerückter Kupplung noch mitnimmt.
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Beim Ausrücken der Kupplung 33, 34 hat der Bolzen 96 gerade den am
Exzenterbügel 30 sitzenden kurzen Flansch IOI erreicht, der nun während der restlichen
Drehung der Umlaufteile das obere Ende des Bolzens 96 übergreift und nach oben abstützt.
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Der Mitnehmerbolzen ist auf diese Weise gegen Ausweichen gesichert,
so daß die Mitnahme zwangsläufig erfolgt. Sobald die Umlaufteile 29, 3I, 32 ihre
volle Umdrehung beendet haben, werden sie durch Anschlag der Nase60 an den beim
Ausrücken der Kupplung in die Bewegungsbahn dieser Nase gelangten Anschlag 6i der
Stellgabel 45 angehalten. Im gleichen Augenblick tritt der Mit nehni erbolzen 96
unter dem Flansch IOI des Exzenterstreifens 30 wieder heraus, so daß er nach oben
ausweichen kann. Er schleift nun, ähnlich wie eine leer zurücklaufende Klinke auf
einem Schaltrad, mit seinem kegeligen Kopf auf der weiterlaufenden unteren Kupplungshälfte
34, indem er durch den Druck der an ihm anliegenden Klaue
entgegen
der Feder I00 aufwärts verschoben wird und dann auf der schrägen Rückenfläche 99
der Klaue abwärts gleitet, um danach durch die nächste Klaue erneut aufwärts verschoben
zu werden usf.
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Wie ersichtlich, wird mit der Einrichtung nach Fig. 5 bis 7 der gleiche
Erfolg erzielt wie mit dem in Fig. I bis 4 gezeigten Kraftspeicher, indem die getriebenen
Umlaufteile des Schaltgetriebes nach dem Ausrücken der Kupplung 33, 34 mit Sicherheit
,in die Endstellung geführt werden, in der die Rolle 52 der Stellgabel 45 vom Hubnocken
51 frei ist.
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Im Rahmen der Erfindung sind mancherlei Abänderungen des dargestellten
Beispiels sowie andere Anwendungen möglich. So ist die Erfindung insbesondere bei
Maschinen mit mehr als zwei Spulstellen sowie auch bei, solchen Maschinen anwendbar,
bei denen für jede Spulstelle ein eigenes Schaltgetriebe für den Spulenwechsel vorgesehen
ist. An Stelle der auf den Wellen der Spulenzubringer sitzenden Spulenaufnehmer2I,
22 können andere Mittel vorgesehen werden, welche die freigegebenen vollen Spulen
so auffangen oder leiten, daß die Fäden vor die Spulenmitnehmerg und in die darunter
angeordneten Scheren gelangen.
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Bei dem Ausführungsbeispiel nach den Fig. I bis 4 kann die Anordnung
des Kraftspeichers zum Weiterdrehen des Schaltgetriebes in die Ausischaltstellung
nach Ausrücken der Kupplung 33, 34 ab weichend von der Zeichnung gewählt werden.
So können die Rolle 53 und die damit zusammenwirkenden Schrägkanten 55, 56 vertauscht
sein, indem die Schrägkanten fest an einem getriebenen Umlaufteil, z. B. an dem
verbreiterten Flansch 50 der Exzenterscheibe gg, sitzen, wälDrendl Idie dann durch
eine Feder belastete Rolle 53 entweder am festen Gehäuse 23 verschiebbar geführt
oder an einem um einen Festpunkt drehbaren Schwinghebel gelagert ist. Ferner kann
die Anordnung insofern umgekehrt werden, als die Schrägkanten am Gehäuse fest angeordnet
sind, während eine durch eine Feder belastete Rolle an einem Umlaufteil, z. B. dem
verbreiterten Flansch 50 der Exzenterscheibe 219; radial geführt ist older an einem
in diesem Flansch gelagerten Schwinghebel sitzt An Stelle der dargestellten Klauenkupplung
33, 34 kann gegebenenfalls auch eine Reibungskupplung, insbesondere eine Lamellenkupplung
angewendet werden.
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Das Beispiel nach Fig. 5 bis 7 kann ebenfalls in manchen Punkten
abgeändert werden. So kann der den Mitnehmerbolzen 96 nach oben abstützende Flansch
IOI statt am Exzenterbügel 50 auch an einem anderen beweglichen Maschinenteil angeordnet
sein, der eine von der Drehung der Kupplungshälfte 33 abweichende Bewegung, z. B.
nur eine hin und ber schwingeisde Bewegung, ausführt.
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Oder er kann an einem festen Maschinenteil, z. B. am Deckel des Getr.iebegehät1lses
213, slitzen. Wenn gleich die Anordnung eines den Bolzen 96 während seiner Mitnahme
abstützenden Flansches vorzuziehen ist, kann dieser Flansch gegebenenfalls auch
weggelassen und der Bolzen 96 in seiner Mitnehmerstellung nur durch die Feder I00
gehalten werden. Wenn der Flansch 101 nicht vorhanden ist, kann der Mitnehmerbolzen
96 statt an der oberen Kupplungshälfte 34 auch an der unteren Hälfte 314 vorgesehen
sein.