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Apparat zur Durchführung elektrolytischer oder Säurebeizprozesse
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Erfindung betrifft einen Apparat zur Durchführung von elektrolytischen oder Säurebeizprozessen,
die in einer Anzahl von verschiedenen Be handlungsstufen durchgeführt werden, wie
z. B. beim Glanzbeizen von Messingpreßteilen.
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Gegenstand der Erfindung ist ein Apparat obiger Art, durch den die
aufeinanderfolgenden Arbeitsvorgänge selbsttätig und in kürzester Zeit durchgeführt
werden.
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Zur Losung dieser Aufgabe wird bei Einrichtungen der genannten Art
erfindungsgemäß das Gut durch die verschiedenen Behandlungsstufen mittels einer
schrittweise arbeitenden Vorrichtung, die aus einem oder mehreren Paaren Schwingbalken
besteht, gefördert. Die Schwingbalken jedes Paares sind längs der beiden Seiten
des Apparates angeordnet und auf Kurbeln gelagert, derart, daß sie bei jeder Umdrehung
der Kurbeln eine Kreisbewegung ausführen. Die Aufwärtsbewegung der Schwingbalken
wird dazu benutzt, das Gut herauszuheben, um es dann bei der anschließenden Vorwärtsbewegung
zur nächsten Behandlungsstufe zu führen und bei der Abwärtsbewegung dort abzusenken.
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Wenn das Gut in verschiedenen Stufen eine unterschiedliche Behandlungsdauer
erfordert, werden getrennteSchwingbalkenpaare für die verschiedenen Behandlungsstufen
vorgesehen. Die Schwingbalken werden zweckmäßig so ausgebildet, daß sie das Gut
durch die verschiedenen Behandlungsstufen, mit denen diese Schwingbalken zusammenwirken,
in den gewünschten Zeiträumen fördern.
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Soll beispielsweise eine elelit, rolytische oder Säurebeizung durchgeführt
werden, die eine Vorbehandlung und eine Anzahl von nachfolgenden
Behandlungsstufen
einschließt, wobei das Gut in der Vorbehandlungsstufe länger verweilen muß als in
den darauffolgenden, werden ein Paar von Zusatzschwingbalken für die Förderung des
Gutes durch die Vorbehandlungsstufe in der benötigten Zeit und ein Paar Hauptschwingbalken,
die das Gut durch die folgenden Behandlungsstufen hindurchfördern, vorgesehen.
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In diesem Fall können beides Schwingbalkenpaare geminsamen Antrieb
haben. Das Zusatzschwingbalkenpaar wird so ausgebildet, daß es das Gut bei jeder
Vorwärtsbewegung nur um einen Bruchteil derjenigen Strecke weiterbefördert, um die
das Gut in den anderen Behandlungsstufen weiterbewegt wird.
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Der Antrieb erfolgt durch einen Elektromotor, in dessen Zuleitung
eine elektronische Steuerung angeordnet ist, so daß eine schnelle Förderung von
Behandlungsstufe zu Behandlungsstufe und eine sehr kurze Behandlungsdauer mit Ausnahme
der Vorbehandlung gewährleistet wird.
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Das Gut wird in Behältern aufgenommen. Weiterhin wird eine hin und
her gehende Schubstange an einem der Hauptschwingbalken angeordnet, durch die die
gefüllten Behälter während ihres Transports von einer Behandlungsstufe zur anderen
geschüttelt werden.
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Eine endlose Förderkette wird synchron mit den Schwingbalken angetrieben
und so ausgebildet, daß sie das in Behältern befindliche Gut nach Beendigung der
Behandlung in die Entladestellung und dann die entleeirten Behälter in die Beschickungsstellung
bringt, um schließlich die beladenen Btehälter wieder in der Vorbehandlungsstufe'
abzusetzen.
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Ein besonderer Motor treibt die Förderkette an.
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Dieser Motor wird mit dem Antrieb der Schwingbalken verblockt.
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Wenn die Einrichtung zum Glanzbeizen von Messingpreßteilen verwendet
werden soll, würde sie beispielsweise acht Behandlungsbecken enthalten, ferner ein
Zusatzschwingbalkenpaar, um das Gut durch die Vorbehandlungsstufe zu fördern, in
der das Gut länger als in den folgenden verbleiben soll, und ein HauptschwJngbail<enpaar
zur Förderung des Gutes durch alle weiteren Behandlungsstufen mit gleicher Behandlungsdauer.
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In der Zeichnung ist schematisch dargestellt, wie die Erfindung velrwirklicht
werden kann.
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Der gezeichnte Apparat enthält acht Behandlungsbecken Io1, 102 bis
los aus rostfreiem Stahl, die hintereinander angeordnet sind, Hauptschwingbalken,
die aus zwei parallel alufenden Gitterträgern 14, 15 bestchen, die an den gegenüberligenden
Sciten der Becken 102 bis 108 längs angeordnet sind, weiterhin Zusatschwingbalken,
die in ähnlicher Welise aus zwei parallelen Trägern I6, I7 an den gegenüberliegenden
Seiten desBeckens 101 bestehen.
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Das eine Ende der Tragschienen I4, 15 ist auf Kurbeln I9, 20 einer
Kurbelwelle 2I, ihr anderes Ende auf Kurbeln 22, 23 einer Kurbelwelle 24 gelagert.
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Die Zusatzschwingbalken 16, I7 sind mit Kurbeln 25, 26 gelppelt, die
durch die Kurbelwelle 21 mit tels Treibriemen (oder Ketten) 7, 8 angetrieben werden.
Im vorliegenden Fall verbleiben die zu behandelendan Gegenstände im Becken 101 dreimal
so lange wie in den Becken 102 bis 108. Demgemäß beträgt die Länge der Kurbelarme
25, 26 ein Drittel der Länge der Kurbelarme I9, 20.
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Die Kurbelwellen 2I, 24 werden durch einen Motor 27 mit elektronischer
Steuerung über Schneckengetrbiebe28, 29, 30 und eineZwischenwelle 3I angetrieben.
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Die die Preßlinge oder die anderen zu behandelnden Gegenstände enthaltenden
Körbe 32 sind aus rostfreiem Stahl und gelocht und haben zapfenähnliche Ansätze
33, die sich in gabelförmige Mitnehmer der endlosen Förderkette 34 legen, die die
leeren Körbe aus der Entladestellung in die Beschickungsstellung fördert. Die Körbe
werden dann in em Beckien 101 abgesetzt; in dieser Stellung liegen die Zapfen 33
auf dem Rand des Beckens oder auf nicht gezeichneten festen Trägern auf, die an
den Seiten des Beckens angebracht sind. Eine Schubstange 35 ist vorzugsweise am
Träger 14 angeordnet. Auf der gesamten Länge sind eine Reihe von Laschen 36 angelenkt.
Jede Lasche 36 ist mit einer Spindel 2. fest verbunden, die drehbar an der Seitenwand
eines oben offenen kastenförmigen Gehäuses 37 angeordnet ist. An dem in das Gehäuse
ragenden Teil der Spindel 2 ist beiderseits ein Lappen angebracht, was in der Zeichnung
nicht dargestellt ist. An jedem Zapfen 33 befinden sich ebenfalls zwei ähnliche
Lappen 3, 3', die auf den zuerst genannten Lappen der Spindel 2 aufliegen, so daß
Bewegungen von der Spindel 2 auf den Zapfen 33 übertragen werden können. Die Schubstange
35 wird durch einAntriebsaggregat 38 bewegt. Hierbei werden die Laschen 36, die
Spindeln 2 und die damit verbundenen Lappen ebenfalls pendelnd bewegt.
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Diese Lappen übertragen die Schüttelbewegung auf die Platten 3 und
damit auf die Zapfen 33, die auf der einen Seite der Becken in Nuten 39 der Gehäuse
37 eingelegt sind und die Körbe schütteln.
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Zusatz- 16, I7 und Hauptschwingbalkenpaar I4, 15 arbeiten mitecinander
gekoppelt; sie werden bei jeder Umdreihung der Kurbelwellen 21, 24 durch die dazu
gehörenden Kurbeln wechselweise gehoben, vorwärts bewegt, darauf gesenkt und wieder
zurück bewegt. Bei jeder Aufwärtsbewegung des Hauptschwingbalkenpaares I4, 15 werden
die Körbe 32 aus den Behandlungsbercken 102 bis 108 gehoben. Bei der darauffolgenden
Vorwärtsbewegung werden sie zum nächsten Becken befördert, in das sie bei der Abwärtsbewegung
des Schwingbalkens abgesenkt werden. Der Korb 32 wird aus dem letzten Beken 108
durch die Förderkette 34 zunächst in die Entladestellung und dann in die Beschickungsstellung
gebracht, in welcher er beschickt und darauf über dem Becken Iol abgesenkt wird.
In der dargestellten Ausführung nimmt der Korb im Becken 101 vier Positionen ein,
da die Kurbelarnie 25, 26 nur, wie bereits. erwähnt, ein Drittel der Länge der Kurbelarme
I9, 20 haben, so daß die Kurbeln 25, 26 drei vollständige Umdrehungen ausführen
müssen, um den Korb in eine Stellung zu bringen, in der er von den Haupt-
schwingbalken
I4, 15 aufgenommten und zum Becken 102 gebracht werden kann.
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Zwischen den einzelnen Behandlungsstufen werden die körbe durch die
Schwingbalen aus den Behandlungslösungen herausgehoben und durch die Schubstange
35 geschüttelt um das Abtropfen von anhaftender Flüssigkeit zu beschleunigen, bevor
die Körbe zum nächsten Behälter gelangen.
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Ein besonderer Motor 40 treibt die Förderkeitte 34 an. Dieser Antrieb
wird mit dem Antrieb des oder der Schwingbalkenpaare durch eine Werregelungsvorrichtung
verblockt, die allgemein bekannt ist und keine nähere Erläuterung erfordert.
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Der in der Zeichnung dargestellte, aus acht Be handlungsbecken bestehende
Apparat eignet sich beispielsweise zum Glanzbeizen von Messingpreßteilen in nachstehender
Behandlungsfolge:
| Behälter Eintauchzeit |
| Sekunden |
| 101 heißes alkalisches Reinigungs- |
| (Entfettungs-) Bad . . . . . . 47 |
| 102 Kaltwasserspülbad . . . . . . . . . 8 |
| I03 Entzunderungsbad . . . . . . . . . 8 |
| IO4 Abfluß .. ... .... 8 |
| 105 Glanzbeizbed .................. 8 |
| 106 Kaltwasserspülbad ............. 8 |
| 107 kaltwasserspülbad ............. 8 |
| 108 heißwasserspülbad ............. 8 |
Die Eintauchzeit von 47 Sekunden im Becken 101 teilt sich wie folgt auf: 10 Sekunden
Verweilzeit + 5 Sekunden Transport + I Sekunden Verweilzeit.+ 5 Sekunden Transport
+ II Sekunden Verweiziet + 5 Sekunde Transport zum Hauptschwingbalken.
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Während des Transports im Becken 101 bleiben die Körbe eingetaucht.
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Der Zusatzschwingbalken zum Transport der Körbe durch das Becken
101 ist wirksam, wenn der Hauptschwingbalken in die Aufnahmestellung zurückkehrt.
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Bei den Becken 102 bis Io8 beträgt die reine Transportzeit von einem
zum anderen Becken einschließlich Abschwenken der Badfiüssigkeiten 8 Sekunden. Die
volle Arbeitsperiode der Hauptschwingbalken beträgt I6 Sekunden, so daß 8 Sekunden
für das Eintauchen und 8 Sekunden für den Transport verfügbar sind.
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Die elektronische Steuerung des Motors 27 ergibt somit eine schnelle
Förderung und kurze Behandlungsdauer in den verschiedenen Behandlungsstufen und
ermöglicht auch eine Veränderung der Behandlungszeiten.
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Das Beschicken der Körbe kann von Hand oder mechanisch durchgeführt
werden. Das Entleeren kann einfach durch Kippen der Körbe erfolgen, so daß das Gut
in eine Rutsche entleert wird.
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PATENTANSPRÜCHE 1. Apparat aur Druchführung von eektrolytischen oder
Säurebeizverfahren mit einer Anzahl verschiedener Behandlungsstufen, dadurch gekennzeichnet,
daß das Gut durch die verschiedenen B ehandlungsstufen mittels einer absatzweise
wirkenden Vorrichtung befördert wird, welche ein oder mehrere Schwingbalkenpaare
enthält, die längs der beiden Seiten des Apparates angeordnet und auf Kurbeln gelagert
sind, so daß sie mit diesen zusammen eine Kreisbewegung ausführen, wobei die Aufwärtslbewegung
der Schwingbalken dazu bunutzt wird, das Gut herauszheben, um se dann bei der anschließenden
Vorwärtsbewegung zu der nächsten Behandlungsstufe zu führen und bei der Abwärtsbewegung
dort abzusetzen.
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2. Apparat nach Anspruch 1, bei dem das Gut in verschiedenen Behandlungsstufen
verschieden lange vferbleibt, dadurch gekannzeichnet, daß für diese verschiedenen
Behandlungsstufen verschiedene Schwingbalken vorgesehen sind, wobei die Schwingbalken
derart ausgebildet sind, daß sie das Gut durch die verschiedenen Behandlungsstufen,
denen sie zugeordnet sind, in den gewünschten Zeiträumen fördern.
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3. Apparat nach Anspruch I zur Ausführung von elektrolytischen oder
Säurebeizverfahren mit einer Vorbehandlungsstufe und einer Anzahl weiterer Behandlungsstufen,
wobei das Gut in der Vorbehandlung länger verbleiben soll als in den nachfolgenden
Stufen, gekennzeichnet durch ein Zusatzschwingbalkenpaar zur Förderung des Gutes
durch die Vorbehandlungssfufe innerhalb der benötigten Zeit und ein Hauptschwingbalkenpaar
zur Fördelrung des Gutes durch die nachfolgenden Behandlungsstufen.
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4. Apparat nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß beide Schwingbalkenpaare
gemeinsammen Antrieg haben, wobei das Zusatzschwingbalkenpaar so ausgebildet ist,
daß es bei jeder Vorwärtsbewegung das Gut nur um einen Bruchteil derjenigen Strecke
fördert, um die das Gut bei jeder Vorwärtsbewegung in den anderen Behandlungsstufen
gefördert wird.
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5. Apparat nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Antrieb
einen .Elektromotor mit Elektronenröhrensteuerung enthält; wodurch eine schnelle
Beförderung von Behandlungsstufe zu Behandlungsstufe und ein kurzer Verbleib in
allen Behandlungsstufen mit Ausnahme der Vorbehandlungsstufe herbeigeführt wird.
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6. Apparat nach einem der Ansprüche I bis 5, bei dem das Gut von
Behältern oder Körben aufgenommen wird, gekennzeichnet durch eine an einem Träger
(14) der Hauptschwingbalken ageordnete hin und her gehenes Schugstange (35), durch
die die Behälter mit dem darin befindlichen Gut während der Überführung von der
einen zur nächsten Behandlungsstufe gerüttelt werden.
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7. Apparat nach einem der Ansprüchel I bis 6, gekennzeichnet durch
eine endlose Förderkette (34), die synchron mit dem Schwingbalken angetrieben wird
und so ausgebildet ist, daß sie