DE89440C - - Google Patents

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DE89440C
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    • G01MEASURING; TESTING
    • G01NINVESTIGATING OR ANALYSING MATERIALS BY DETERMINING THEIR CHEMICAL OR PHYSICAL PROPERTIES
    • G01N33/00Investigating or analysing materials by specific methods not covered by groups G01N1/00 - G01N31/00
    • G01N33/02Food
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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
EMIL JAHR in BERLIN.
Versuche haben ergeben, dafs Butter, mit Wasser oder wässerigen, alkalifreien Flüssigkeiten von einer 310C. übersteigenden Temperatur energisch gemischt, eine Emulsion giebt, aus welcher sich das Butterfett gesetzmäfsig nach einer genau zu berechnenden, von der Temperatur der Emulsion beeinflufsten Zeit wieder abscheidet, während alle übrigen Fette mit Wasser oder wässerigen alkalifreien Flüssigkeiten unter denselben Versuchsbedingungen keinerlei Emulsion geben. Gemenge von reiner Butter mit anderen Fetten scheiden sich daher um so "schneller aus der wässerigen Flüssigkeit ab, je geringer ihr Gehalt an reiner Butter ist.
Dieses verschiedene Verhalten von Butter und anderen Fetten bei ihrer Vermischung mit wässerigen alkalifreien Flüssigkeiten kann daher verwerthet werden, um aus der Geschwindigkeit der Fettabscheidung und aus der physikalischen Beschaffenheit des entstehenden Productes die Natur des behandelten Fettes zu bestimmen.
Man hat bereits zu demselben Zweck Gemenge flüssiger Fette mit wässerigen Lösungen von Alkalien gemischt (Milchzeitung 1885, S. 146 bis 147). Bei diesem Verfahren werden indefs durch die Anwesenheit der Alkalien aufser dem Butterfett auch andere Fette zur Emulsion gebracht, so dafs sich die verschiedenen Fettsorten nur unvollkommen durch einen langwierigen Schlemmprocefs erkennbar machen lassen. Dieser Uebelstand wird beim vorliegenden Verfahren durch Anwendung von reinem Wasser oder alkalifreien wässerigen Flüssigkeiten von einer 310C. übersteigenden Temperatur vollständig vermieden, da mit diesen Flüssigkeiten beim Schütteln nur Butter eine Emulsion eingeht.
Ein noch schärferes und sicheres Unterscheidungsmerkmal für die verschiedenen Fettsorten läfst sich dadurch gewinnen, dafs man dem Wasser oder der wässerigen Flüssigkeit entweder Bleichmittel oder Farbstoffe zusetzt. Da die verschiedenen Fette verschieden lange Zeit in inniger Berührung mit der wässerigen Flüssigkeit bleiben, so sind dieselben auch verschieden lange dem in der Flüssigkeit enthaltenen Bleich- oder Färbemittel ausgesetzt, müssen daher auch von· dem letzteren verschieden stark gebleicht bezw. gefärbt werden. Die Versuche haben diese Schlufsfolgerung vollkommen bestätigt. Durch Anrühren eines Fettes mit Wasser oder wässerigen alkalifreien Flüssigkeiten und Zusatz eines Bleichmittels oder eines Farbstoffes kann man also leicht an der Farbe der ausgeschiedenen Fettstoffe erkennen, ob reine Butter oder reine Margarine oder eine Mischung beider vorliegt.
Die praktische Ausführung des Verfahrens geschieht am besten in folgender Weise:
Man mifst mittelst eines löffelartigen Instrumentes eine Quantität des zu untersuchenden Fettes ab, schmilzt letzteres in einem durch eine Lampe geheizten Wasserbad, schüttet sodann das geschmolzene Fett in ein Probirglas und setzt eine bestimmte Menge 31 bis 70° C., am besten 450 C, warmes Wasser zu (etwa das doppelte Volumen der zu untersuchenden Fettprobe). Hierauf vermischt man Fett und
Wasser und_ stellt das Probirglas mit der Mischung in ein auf beispielsweise 450 C. erhitztes Wasser- oder Luftbad.
Das Fett scheidet sich alsdann aus dem Wasser ab, und zwar um so schneller, je höher die Temperatur des Gemisches und der Umgebung ist. Hat man beispielsweise 3 ecm Fett und 6 ecm Wasser von 45° C. gemischt und ein Reagenzgläschen von 15 ecm Weite auf 450 C. im Bade erhalten, so scheidet sich reine Butter erst nach 20 Minuten, ein Gemenge aus gleichen Theilen Butter und Margarine schon nach 10 Minuten, reine Margarine aber bereits nach 5 Minuten vollständig aus dem Wasser.
Setzt man nun dem Gemisch aus Wasser und Fett ein Bleichmittel, beispielsweise eine wässerige Lösung von übermangansaurem Kali (1 ecm) und Salzsäure (1,5 ecm) zu, so erhält man aus reiner Butter ein schneeweifses Fett (Butterfett) und eine milchigweifse Flüssigkeit, aus einem Fettgemisch von gleichen Theilen Butter und Margarine ein weifsgelbes Fett und eine schwach milchige Flüssigkeit, aus reiner Margarine ein dunkles, schmutziggelbes Fett und eine farblose klare Flüssigkeit.
Setzt man anstatt des Bleichmittels geeignete Farbstoffe, beispielsweise eine alkoholische Fuchsinlösung zu, so erscheint reine Butter intensiv, Gemische aus Butter und anderen Fetten entsprechend dem Gehalt an letzteren schwächer und reine Margarine ganz schwach gefärbt.
Verwendet man bei den beschriebenen Verfahren anstatt reinen Wassers eine bei 650 C. gesättigte wässerige Kochsalzlösung, so zeigt sich bei reiner Margarine eine klare Fettschicht, welche oben und unten von einer flüssigen, undurchsichtigen Schicht begrenzt ist, bei Verwendung eines Gemisches aus Margarine und' Butter, oder anderen Fetten eine gleichmäfsige, schmutziggraue Masse.
Da es für die verschiedenen Fettuntersuchungen durchaus erforderlich ist, dafs die Temperatur des Bades, in welches das Gefäfs mit dem Fettwassergemisch eingestellt wird, möglichst constant ist und nicht weit über 500 C. steigt, so empfiehlt es sich, zwischen der Heizflamme und dem Wärmebad eine oder mehrere Asbestplatten anzubringen, welche in verticalen Schlitzen des das Wärmebad umschliefsenden cylindrischen Mantels geführt sind und durch Heben und Senken eine Regelung der Temperatur des Wärmebades gestatten.

Claims (3)

  1. Patent-Ansprüche:
    ι . Verfahren zur Erkennung reiner Butter, reiner Margarine und anderer thierischer oder pflanzlicher Fette, sowie von Gemischen derselben, dadurch gekennzeichnet, dafs man das zu untersuchende Fett mit über 31° C. warmem Wasser oder wässerigen alkalifreien Flüssigkeiten innig vermengt, stehen läfst und aus der Geschwindigkeit der Fettäbscheidung und der physikalischen Beschaffenheit des entstehenden Productes die Natur des untersuchten Fettes bestimmt.
  2. 2. Bei dem unter 1. beanspruchten Verfahren die Behandlung der erhaltenen Mischung mit Bleichmitteln oder Farbstoffen.
  3. 3. Bei dem unter 1. und 2. beanspruchten Verfahren die Anwendung einer gesättigten Salzlösung an Stelle des reinen Wassers.
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