DE89280C - - Google Patents

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DE89280C
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    • G04HOROLOGY
    • G04CELECTROMECHANICAL CLOCKS OR WATCHES
    • G04C21/00Producing acoustic time signals by electrical means
    • G04C21/02Constructional details

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT. V
KLASSE 83:' Uhren.
Der Erfindungsgegenstand gehört zu jener Art von Werken, die durch elektromagnetische Fernwirkung ein Laufwerk auslösen, sei es ein Schlagwerk für Thurmuhren, sei es ein Laufwerk zum Betriebe akustischer oder optischer Signalapparate, wie sie in der Anwendung zu durchlaufenden Liniensignalen für Eisenbahnen in Zetzsche, Handbuch der elektrischen Telegraphic, Berlin 1881, Band IV, S. 349 und ff. beschrieben sind.
Von dem Werk von Siemens & Halske (a.-a. O. S. 380), welches dem vorliegenden Werk am nächsten steht, unterscheidet sich dieses in der Hauptsache dadurch, dafs der vom hakenförmigen Elektromagnetenanker auszulösende Fallhammer auf einen unmittelbar an dem Stiftenrad angreifenden, durch eine Feder vorgeschobenen Riegel einwirkt, und dafs dieser Hammer nach jedem einzelnen Schlage durch den Schlaghebel selbst in den Bereich des Elektromagnethebels gehoben wird.
Das Werk von Siemens & Halske verlangt für eine jede durch Ingangsetzen und Stillsetzen begrenzte Betriebsphase stets ein einmaliges, vollständiges Umdrehen des Rades P1, und es hängt dabei die Anzahl der Schläge von derjenigen der Hebnägel K ab. Würde man die letztere auf 2 vermindern, so könnte man eine gewisse Reihe von Schlägen immer nur nach Paaren abgeben, also statt Eins 1 Paar Schläge, statt Zwölf 12 Paar Schläge. Man könnte also höchstens die geraden Stundenzahlen schlagen lassen, was natürlich bei einer Thurmuhr unangängig ist. Wollte man nun die Anzahl auf 1 reduciren, so würde Rad P1 wenigstens zur Hälfte leer, d. h. ohne an den Schlaghebel L anzugreifen, laufen. Es würde somit nur die Hälfte des vom Gewicht zurückgelegten Kraftweges für das Schlagen nutzbar werden. Man würde also zu einem verhältnifsmäfsig leichten Gewicht mit grofsem Wege gelangen, während doch die lange laufende Thurmuhr recht schwere Gewichte, die nur einen kurzen Weg zurücklegen, verlangt.
Da ein Windfang fehlen kann, weil das Rad selbst bei dauernd angezogenem Anker nach jedem Schlage zur Ruhe kommen mufs, mithin nicht durchgehen kann; da der Schlaghebel selbst den Fallhammer in die Anfangslage zurückbringt; da sogar am Laufwerk zwischen Stiftenrad und Gewichtstrommel das sonst erforderliche Gesperre fehlen darf: so ergiebt sich ein überaus einfaches Werk, das aus wenigen kräftigen Theilen besteht, die weder leicht brechen oder in Unordnung gerathen, noch in störender Weise sich abnutzen und so die Betriebssicherheit beeinträchtigen können. Die hier genannten Punkte werden im Verlaufe der Beschreibung näher begründet werden.
Auf der beiliegenden Zeichnung ist das Werk in Seitenansicht und Kopfansicht dargestellt.
Am Gestell A ist ein kräftiger Elektromagnet JB angebracht, der durch Drähte mit der Contactvorrichtung und mit einer Stromquelle verbunden ist. Der um c schwingende
Anker C steht unter der Einwirkung der Feder c1, die ihn bei stromlosem Zustande des Elektromagneten gegen die Schraube a zieht. Der abwärtsgekrümmte Arm von C ist zum Haken C1 ausgebildet. Auf C1 ruht beim Stillstand des Werkes die Nase dl des FaIlhammers D, dessen winkelförmiger Stiel d d1 um den Bolzen d^ an A schwingt.
In der Schwingungsebene des Hammers liegt der Riegel E, der in e und e1 Führung hat und durch die Feder e2 gegen das Rad F radial vorgeschoben wird. Wird durch Anziehen des Ankers der Hammer D ausgelöst, so fällt der Hammerkopf auf e hinab und der Schwanz dl des Hammerstiels zieht durch die Nase E1 den Riegel e zurück. Durch die Feder e2 vorgeschoben, fängt der Riegel E eine der Nasen f am Rade F auf.
Das Rad F wird durch ein Gewicht G oder durch eine starke Feder angetrieben und dient zur Bewegung des Schlaghebels H, der durch das Seil h den Glockenhammer oder sonstwie das Signalwerk in Bewegung setzt. An der Flanke von F sitzen die Hebenägel F1, die bei der Drehung des Rades in der Pfeilrichtung an das gekrümmte Endstück des linken Hebelarmes angreifen, den Hebelarm in die punktirte Stellung (Fig. i) bringen und darauf abgleiten und zurückfallen lassen. Am Hammerkopf D aber sitzt ein Stift d3 , durch welchen beim Aushube des Hebels H der Hammer angehoben wird. Der Aushub ist so grofs, dafs die Nase D1 um ein Weniges über den Haken C1 des Elektromagnetankers hinweggehoben wird, so dafs sie beim Niederfallen des Hebelarmes von dem Haken des freigelassenen und durch die Feder c1 herangezogenen Ankers abgefangen wird. Es empfiehlt sich, in Abweichung von der Zeichnung, den Hammer D so hoch heben zu lassen, dafs er fast die Stellung des labilen Gleichgewichts einnimmt. Dann wird mit Bezug auf die Arbeit des Magneten sein bei C1 D1 lastendes Gewicht fast ganz aufgehoben, der Schlag beim Niederfallen aber um so kräftiger.
Jedesmal, wenn der Stromkreis geschlossen und der Anker C angezogen wird, wird der Hammer D ausgelöst. Er fällt herab und schiebt oder schlägt vielmehr den Riegel E zurück, so dafs die betreffende Nase f freigegeben wird. Das Rad F beginnt sich zu drehen, der linke Arm des Hebels H wird ausgehoben; es erfolgt ein Glockenschlag. Beim Aushube von H wurde aber auch durch Stift d3 der Hammer angehoben. Sobald dl die Nase E1 freigab, ging der Riegel wieder . vor, um die nächste Nase f abzufangen; zugleich wurde der Hammer durch D1 und C1 in erhobener Stellung aufgefangen. Jedem momentanen Stromschlufs entspricht demnach eine Theildrehung des Rades F und ein Glockenschlag.
Die schrittweise Drehung des Stiftenrades F könnte durch bekannte mechanische Mittel (z. B. einen Windfang) verlangsamt bezw. geregelt werden, doch wird man solcher Regelung in vielen Fällen entbehren können, vor allem dann, wenn durch vergleichsweise rasche Aufeinanderfolge von Schlagen, auf deren Zahl es nicht ankommt, ein kräftiger Alarmruf gegeben werden soll. Das Werk kann — bei dauernd angezogenem .Elektromagnetanker ·— auch ohne Windfang deshalb nicht durchgehen , weil bei jedem Anhub von H und D die Feder e2 für einen Augenblick zur Wirkung kommt und der Riegel E durch die herannahende Nase f das Rad F abfängt. Kommt es zur Ruhe, so mufs freilich der eben wirksam gewesene Hebnagel F1 den Schlaghebel H bereits freigelassen haben; aber' es tritt doch ein momentaner Stillstand ein, bis D wieder herabfällt und E zurückgeschlagen wird. Andererseits kann mit Rücksicht auf die schrittweise Bewegung des Stiftenrades eine Gangregelung einfacher und billiger als durch den Windfang mit seinem Räderwerk dadurch bewirkt werden, dafs an den Hebel H ein Blasebalg oder eine Kolbenluftpumpe als Buffer angeschlossen wird. : .' , ,
Aus der Vereinigung der eigentlichen Thätigvkeit des Schlaghebels H mit der des Anhebens von D ergiebt sich hauptsächlich die eingangs betonte Vereinfachung des Werkes; fallen doch alle die Constructionstheile weg, welche, bei dem alten Werk von Siemens & Halske lediglich das Ausheben des Hammers bewirken.
Weil der Riegel E federnd vorgeht, kann bei angehobenem und in irgend einer Weise festgestelltem Schlaghebel, und Hammer das Rad rückwärts gedreht,, d. h. das Gewicht G aufgewunden werden; .ein Gesperre zwischen Rad und Gewichtstrommel ist entbehrlich, weil die Nasen f im Zusammenwirken mit E wohl die Rückwärtsdrehung, nicht aber die Vorwa"rtsT drehung über eine von ihnen hinaus zulassen.
Selbst wenn das Seil h risse, so würde,, vorausgesetzt, dafs der rechte Arm von H im Uebergewicht ist, der linke Hebelarm mit D gehoben werden, demgemäfs E vorgehen, und das Werk, ohne Schaden zu nehmen, stillgesetzt werden.
Das beschriebene Werk bewirkt also bei gröfster Einfachheit — ohne Windfang, ohne Zahnräderübersetzung, ohne Gesperre — bei leisem elektromagnetischem Impuls eine kraftvolle Auslösung durch den Fallhammer und ist für Zwecke, die einen grofsen Kraftbedarf bedingen, vorzüglich geeignet, so z. B. zur Bewegung des schweren Glockenhammers der Thurmuhren.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Auf elektrischem Wege auszulösendes Werk als Schlagwerk für Thurmuhren, als Signalwerk und dergl. mit einem von einem hakenförmigen Anker eines Elektromagneten auszulösenden Fallhammer, dadurch gekennzeichnet. dafs dieser Hammer durch den Schwanz (d1) an seinem Stiel einen unmittelbar an Nasen (f) des Stiftenrades angreifenden, durch eine Feder vorgeschobenen Sperrriegel (E) auslöst und alsdann von dem emporgehenden Schlaghebel (H) mittelst Stiftes (d3) wieder in den Bereich des Elektromagnetankers gehoben wird.
    Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
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