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Anzeigevorrichtung des Belegungszustandes von Schalteinrichtungen
in Fernsprechanlagen, insbesondere vom Wartefeld eines Wählerfernamtes mit selbsttätiger
Anrufverteilung Die Erfindung betrifft eine Anzeigevorrichtung zur Kennzeichnung
des Belegungszustandes von Schalteinrichtungen in Fernsprechanlagen und bezieht
sich insbesondere auf die Kennzeichnung des Belegungszustandes des Wartefeldes in
Wählerfernämtern mit selbsttätiger Anrufverteilung, bei denen die Anrufe in einem
Wartefeld gespeichert werden, wenn kein Arbeitsplatz für die Entgegennahme des Anrufes
frei ist.
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Durch die Erfindung soll in besonders sinnfälliger Weise der jeweilige
Belegungszustand des Wartefeldes kenntlich gemacht werden, wobei der Belegungszustand
nicht nur auf dem Platz der Dienstaufsichtsbeamtin, sondern von allen Arbeitsplätzen
erkennbar sein soll. Die Anzeigevorrichtung ist daher auf allen Plätzen oder Gruppen
von Plätzen vorhanden, oder es wird eine Anzeigevorrichtung von allen Plätzen sichtbar
im Arbeitssaal aufgestellt. Es ist bekannt, den Belegungszustand von Schalteinrichtungen,
z. B. von Wählern, an einem Überwachungsplatz dadurch kenntlich zu machen, daß in
dem Arbeitsstromkreis der zu überwachenden Schalteinrichtungen ein Strommesser geschaltet
ist, dessen Ausschlag verhältnisgleich der Anzahl der belegten Schalteinrichtungen
ist. Auch der Belegungszustand eines Wartefeldes könnte durch einen derartigen Strommesser
kenntlich gemacht werden. Die üblichen Zeigerinstrumente für die Strommessung erfordern
jedoch für die Feststellung des Zeigerstandes eine genaue Beobachtung und lassen
beim flüchtigen Hinsehen den Zeigerstand nicht erkennen. Es ist nun erwünscht, daß
durch die Beobachtung der Anzeigevorrichtung die Beamtinnen von ihrer Hauptaufgabe
nicht abgelenkt werden, so daß die Anzeigevorrichtung so beschaffen sein soll, daß
auch beim flüchtigen Hinsehen ein Überblick
über den Belegungszustand
des Wartefeldes gegeben ist. Es genügt, wenn die Beamtin erkennt, daß die Zahl der
wartenden Anrufe ansteigt, um sich nach Möglichkeit in ihrem Arbeitsrhythmus dem
jeweiligen i Verkehrsanfall anzupassen.
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Nach der Erfindung wird dies dadurch erreicht, daß der Zeiger der
Anzeigevorrichtung durch eine Fläche gebildet wird, deren Größe durch eine vom Belegungszustand
des Wartefeldes gesteuerte Schalteinrichtung geändert wird. Zweckmäßig wird dabei
diese Flächenänderung verhältnisgleich dem Belegungszustand bewirkt werden. Um die
Zu- und Abnahme des Belegungszustandes in besonders sinnfälliger Weise kenntlich
zu machen, ist die Anzeigevorrichtung so eingerichtet, daß die Größenänderung der
Anzeigefläche von einer festen Nullinie aus anwächst und auf diese Nullinie wieder
abnimmt. Dies läßt sich, wie die Ausführungsbeispiele zeigen, in verschiedener Weise
erreichen. Die Anzeigefläche kann streifenförmig gehalten werden oder sektorförmig
gestaltet sein, so daß in dem einen Fall die Längenänderung, ähnlich wie bei einem
Thermometer der Quecksilberfaden, und im anderen Fall dieWinkeländerung der Fläche
die Änderung des Belegungszustandes verdeutlicht.
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Die streifenförmige Anzeigefläche wird dabei zweckmäßig durch Lampen
gebildet, die in einer Reihe nebeneinander angeordnet sind und durch die vom Wartefeld
gesteuerte Schalteinrichtung in der Weise zum Aufleuchten gebracht werden, daß das
durch die Lampen gebildete Leuchtband von einer festen Nullstellung anwächst und
auf diese Nullstellung hin wieder abnimmt. Um die Lampen in dieser Weise zu steuern,
werden nach weiteren Merkmalen der Erfindung zwei Drehwähler benutzt, die entsprechend
bei der Aufnahme und Abnahme eines Anrufs vom Wartefeld jeweils um einen Schritt
fortgeschaltet werden und an deren stellungsgleichen, miteinander verbundenen Kontaktschritten
j e ein Relais angeschlossen ist, das sich bei Erregung über den Kontaktarm des
einen Drehwählers und über einen eigenen Kontakt in einen Haltekreis legt und durch
den Kontaktarm des anderen Wählers zum Abfallen gebracht wird, so daß jeweils eine
dem Stellungsunterschied der beiden Drehwähler entsprechende Anzahl Relais erregt
sind, die den Belegungszustand des Wartefeldes kennzeichnen und die Lampen des Leuchtbandes
einschalten. Durch die zyklische Arbeitsweise der Drehwähler werden auch die Relais
im Kreislauf erregt und würden, wenn sie unmittelbar über ihre Kontakte die Lampen
steuern, diese nicht in der gewünschten Reihenfolge zum Aufleuchten bringen. Zur
Umsetzung der zyklischen Steuerung der Relais in eine nichtzyklische Steuerung der
Anzeigevorrichtung steuern die Kontakte dieser Relais die Lampen über zusätzliche
Kontaktarme des bei Abgabe eines Anrufs fortgeschalteten Drehwählers, an dessen
Kontaktschritte, die von den zusätzlichen Kontaktarmen bestrichen werden und folgeweise
miteinander vielfachgeschaltet sind; die Lampen des Leuchtbandes angeschlossen sind.
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Bei Verwendung einer sektorförmigen Anzeigefläche ist die besondere,
aus der zyklischen Arbeitsweise der Drehwähler bedingte Schalteinrichtung nicht
erforderlich, da der Antrieb für den Flächenzeiger durch das Triebwerk eines Anzeigeinstrumentes
ersetzt werden kann. Die Anzeigevorrichtung besteht in diesem Fall aus einem Strommesser,
der den Stromverbrauch der erregten Relais mißt.
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Nachstehend sind an Hand der Zeichnung zwei Ausführungsbeispiele der
Erfindung beschrieben. Fig. z zeigt das Schaltungsschema für die Steuerung eines
durch Lampen gebildeten Leuchtbandes; Fig. a zeigt das Schaltungsschema für die
Steuerung einer Anzeigevorrichtung mit sektorförmiger Anzeigefläche; Fig. 3 und
q. zeigen schematisch in einer Vorder-und Seitenansicht die Anzeigevorrichtung mit
sektorförmiger Anzeigefläche.
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Bei der Anordnung nach Fig. x werden vom Wartefeld zwei Drehwähler,
von denen nur die Kontaktarme Dl und DZ gezeigt sind, in nicht näher dargestellter
Weise so gesteuert, daß bei jeder Belegung des Wartefeldes durch einen Anruf der
Drehwähler Dl um einen Schritt und bei Abgabe eines Anrufs aus dem Wartefeld der
Wähler D2 um einen Schritt fortgeschaltet werden. Dieser Wähler D2 besitzt einen
Kontaktarm D2 und weitere Kontaktarme D", bis D2',', Die Kontaktschritte der Arme
Dl und D2 sind miteinander verbunden, und an jedem Kontaktschritt ist ein Relais
A, B ... N angeschlossen. Es sind also so viel Relais vorhanden
als die Drehwähler Kontaktschritte besitzen. Im Belegungszustand des Wartefeldes
ist der Kontakt an geschlossen, so daß bei Fortschaltung des Wählers Dl um
einen Schritt aus der dargestellten Stellung zunächst das Relais B in folgendem
Stromkreis anzieht: Erde, an, Dl, Schritt 2, B, Batterie. Das Relais
B bindet sich über den eigenen Kontakt b1. Beim nächsten Schritt des Wählers
Dl würde dann das Relais C erregt werden. Sobald bei Abgabe eines Anrufs aus dem
Wartefeld der Wähler D2 einen Schritt macht, werden daher zunächst das Relais B
durch Kurzschlüß aberregt, da der Kontaktarm D2 an Batterie liegt. Die Differenzstellung
der Kontaktarme Dl und D2 zeigt daher die jeweilige Anzahl der Belegungen des Wartefeldes
an. Dementsprechend ist auch eine bestimmte Anzahl von 1 Relais A bis N erregt.
Da nun durch die zyklische Arbeitsweise der Drehwähler auch die Relais
A bis N
im Kreislauf erregt werden, können diese Relais die Lampen
L1 bis Zn _1 nicht unmittelbar einschalten, wenn erreicht sein soll, daß die Lampen
an einer mit 1 der Lampe L, beginnenden Reihenfolge aufleuchten und in umgekehrter
Reihenfolge wieder erlöschen sollen, damit der Eindruck eines sich ausdehnenden
und wieder verkürzenden Leuchtbandes entsteht. Zu diesem Zweck sind die Kontaktschritte
der Kontakt- 1 arme D", bis D", des Wählers D, folgeweise miteinander vielfachgeschaltet
und die Lampen an die einzelnen Vielfachkreise angeschlossen. Die folgeweise Vielfachschaltung
der Kontaktschritte ist in derWeise durchgeführt, daß der Schritt n vom Kontaktarm
D2.
mit dem Schritt z des Kontaktarmes D", und mit dem Schritt 2 des Kontaktarmes
D" usf. verbunden ist. An diese Vielfachleitung ist die Lampe L1 angeschlossen.
An der nächsten Vielfachleitung liegt dann die Lampe L2, während die weiteren Lampen
L3 bis L"_1 jeweils mit der nächsten Vielfachleitung
in Verbindung
stehen. Angenommen, es wären zunächst drei Anrufe im Wartefeld eingespeichert, dann
werden durch die Fortschaltung des Wählers Dl um drei Schritte die Relais
B, C, D erregt, wenn unterstellt ist, daß der Wähler Dl gerade die in der
Zeichnung dargestellte Stellung innehatte. Die Lampe L1 leuchtet daher in folgendem
Stromkreis auf: Erde, b2 , D", Vielfachleitung i, L1, Batterie. Für die Lampe L2
verläuft der Stromkreis über: Erde, c2, D2 c,
Vielfachleitung 2, L2, Batterie.
Lampe L3 erhält ihren Strom über: Erde, d2, D2d, Vielfachleitung 3, L3, Batterie.
Bei Abgabe eines Anrufs aus dem Wartefeld werden die Kontaktarme D2" bis D"n um
einen Schritt fortgeschaltet und durch den Kontaktarm D2 das Relais B zum Abfallen
gebracht. Die Lampe L3 erlischt, während die Lampen L1 und L2 über die Kontakte
c2 und d2 in der neuen Stellung der Kontaktarme D2, und D" i unter Strom
bleiben. Dieses Spiel des Ein- und Ausschaltens der Lampen L1 bis Zn wiederholt
sich, gleichgültig aus welcher Stellung heraus die Drehwähler Dl und D2 fortgeschaltet
werden. Immer ist erreicht, daß als erste Lampe die Lampe L1 aufleuchtet und als
letzte Lampe auch wieder erlischt, sobald die Gleichstellung der Wähler Dl und D2
erreicht ist.
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Bei der Anordnung nach Fig. 2 bis 4 sind gleichfalls wieder die Relais
A, B ... N vorgesehen, die über die Kontaktarme Dl und D2 so
gesteuert werden, daß jeweils die Zahl der erregten Relais den Belegungszustand
des Wartefeldes kennzeichnet. Je mehr Relais also gleichzeitig erregt sind, je höher
wird der Strom in dem Strommesser J ansteigen, der in die gemeinsame Stromversorgungsleitung
eingeschaltet ist. Dieser Strommesser J ist jedoch, wie Fig. 3 und 4 erkennen lassen,
nicht in der üblichen Weise mit einem Zeiger ausgerüstet, sondern mit einer halbkreisförmigen
Scheibe Z, die auf der Zeigerachse Y des Strommessers J befestigt ist. Diese Scheibe
Z bewegt sich vor einer feststehenden Milchglasscheibe X, die durch eine dauernd
brennende Lampe T von hinten beleuchtet wird. Durch die Zeigerscheibe Z wird daher
je nach dem Stromfluß durch das Instrument J ein größerer oder kleinerer Sektor
von der Scheibe X sichtbar. Es ist natürlich auch ohne weiteres denkbar, die Anzeige
allein durch die Zeigerscheibe Z zu bewirken, wenn diese beispielsweise in ihrer
Nullstellung sich im Unterteil der Anzeigevorrichtung befindet, so daß je nach der
Zeigerstellung ein größerer oder kleinerer Sektor sichtbar wird. Die in Fig. 3 und
4 dargestellte Anzeigevorrichtung könnte gegebenenfalls auch unmittelbar vom Wartefeld
gesteuert werden, wenn das Instrument J in den Arbeitsstromkreis der Wartefeldeinrichtungen
geschaltet ist.