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Form- und Abschneidemaschine für Würste Die aus Saitlingen oder Schleißdärmen
hergestellten Würste, insbesondere Brat- und ähnliche Würste, wurden bisher mit
der Hand geformt, an den beiden Enden aus- und abgedrückt und schließlich mit dem
Messer abgeschnitten.
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Die bei der Herstellung solcher Würste verwendeten Saitlinge sind
zwar leichter mit der Hand zu bearbeiten als die Schleißdärme, weil letztere sehr
elastisch und leicht zerreißbar sind, aber die Saitlinge sind wesentlich teurer
als Schleißdärme.
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Im Schleißdarm, der ein reiner Fettdarm ist, hergestellte Würste sind
dagegen besser im Geschmack, appetitlicher und ferner für die Herstellung viel wirtschaftlicher,
weil sie billiger sind als die Würste aus Saitlingen. Die Schleißdärme aber haben
den Nachteil, daß sie bei der Bearbeitung mit der Hand leicht zerrissen werden,
wodurch ein starker Ausfall an Därmen entsteht, so daß trotz der billigeren Därme
die Herstellung unwirtschaftlich wird. Schließlich ist zum Formen, Abschneiden und
Abdrehen dieser Würste in der bisherigen Weise ein geübter Fachmann erforderlich,
was die Herstellung verteuert.
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Der Erfinder hat sich nun die Aufgabe gestellt, alle diese bei der
Herstellung solcher Würste von Hand auftretenden Nachteile zu beseitigen, indem
erfindungsgemäß diese Würste in einer gesondert ausgestalteten Maschine hergestellt
werden, derart, daß in einem einzigen Arbeitsgang das Formen der Würste, das Ausdrücken
der überschüssigen Füllmasse nebst Abschließen des Darmes in den Wurstenden sowie
das Abschneiden der Wurst auf die richtige Länge möglich ist und auch stets das
gleiche Gewicht der Wurst erreicht wird.
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Um dieses Ziel zu erreichen, ist die neue Form- und Abschneidemaschine
für Würste geschaffen worden, die in der Zeichnung in einem Ausführungsbeispiel
dargestellt ist, und zwar zeigt Abb. z die Vorderansicht der Maschine, Abb. 1a die
Vorderansicht im aufgeklappten Zustand,
Abb, zb die Vorderansicht
im ausgefahrenen Zustand, Abb. 2 die Draufsicht, Abb. 3 die Seitenansicht von rechts
mit Messer, Abb. q. die Seitenansicht links, Abb. 5 die Seitenansicht im geöffneten
Zustand und Abb. 6 die Seitenansicht in ausgefahrenem Zustand. Die Maschine besteht
aus zwei Formteilen, nämlich dem unteren Formteil a und dem oberen Formteil
b,
die beide durch ein Gelenk c miteinander verbunden sind und in der Mitte
je eine halbrunde Längshöhlung aufweisen, die der Form der herzustellenden Wurst
entspricht.
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Beim Formteil a läuft die Aushöhlung an beiden Enden nach oben halbrund
aus, während sie beim Formteil b glatt durchgeführt ist.
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An der rechten Seite des Formteils b ist an einem Halter
e ein Messer d befestigt, das mit einem Gegenmesser f am Formteil
a zusammenarbeitet. Auf dem oberen Formteil b ist eine Grundplatte P aufgeschraubt,
auf der drei zweiteilige Lager hl, lt, und h3 befestigt sind.
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Durch das zwischen den beiden Lagern h2 und h3 befindliche Lager hl
läuft eine Welle i, die mit einem Knebel k versehen ist.
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Zwischen den Hälften des mittleren Lagers lt, sitzt eine auf der Welle
i befestigte Buchse r mit zwei Zapfen il.
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In das Lager h2 ist ein Winkelhebel h, in das Lager h3 ein Winkelhebel
1, eingesetzt. Die beiden Zapfen il sind mit den Winkelhebeln h bzw.
1, auf der Innenseite durch je- eine Schubstange ml bzw. nag beweglich verbunden,
während an der Außenseite der Winkelhebel h bzw. 1, je ein Rollenbügel yal
bzw, n2 drehbar angeordnet ist. Die Rollenbügel ml bzw. n2 tragen an ihrem unteren
Ende je eine Rolle o1 bzw. 02 und werden am äußeren Ende der Winkelhebel ll bzw.
1, durch Spiralfedern s an das Formteil b gedrückt.
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Zur Herstellung der Wurst wird nun die Maschine mittels zweier Zwingen
an einer Tischplatte od. dgl. angeschraubt. Sodann wird das obere Formteil b mit
dem daran befestigten Messer d um das Gelenk c nach hinten hochgeklappt. Nun wird
in die Längshöhlung des unteren Formteils a der mit Füllmasse angefüllte Wurstdarm
eingelegt und das obere Formteil b um das Gelenk o auf das untere Formteil a heruntergeklappt,
wodurch die Wurst ihre Form erhält und die überschüssige Füllmasse herausgedrückt
wird. Gleichzeitig wird zwischen den Messern d und f die Wurst auf
die richtige Länge abgeschnitten. Hierauf wird der Knebel k im Sinne des Uhrzeigers
nach rechts gedreht, wobei mittels der Schubstangen m, und nag die Winkelhebel h
und 1, etwa eine Viertelkreisbewegung nach außen machen und die Rollen o1 und o2
nach unten und seitwärts bewegt, d. h. ausgefahren werden.
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Durch diese Bewegung der Winkelhebel wird die Füllnasse in den Wurstenden
ausgedrückt und der Wurstdarm an beiden Enden fest geschlossen, so daß nach vorheriger
Einlegung des gefüllten Wurstdarmes in die Längshöhlung des unteren Formteils a
die Fertigstellung der Wurst in einem einzigen Arbeitsgang möglich ist, wobei die
Maschine von jedem Lehrling, ja sogar von einem Laien bedient werden kann.
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Durch die Verwendung der neuen Maschine geht die Herstellung der Wurst
gegenüber der Formung von Hand nicht nur wesentlich billiger, sondern auch schneller
vor sich. Außerdem können bei der maschinellen Herstellung der Würste etwa beschädigte
Schleißdärme verwendet werden, was bei der Handformung nicht möglich ist.