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Block- und Brammenschere mit zwei beweglichen Messern zum Schneiden
von unten Bei den bisher bekannten Scheren zum Schneiden walzwarmer Blöcke u. dgl.
sind entweder beide Messer .beweglich, wobei die Bewegung des Untermessers einsetzt,
sobald das Obermesser sich auf ,das Walzgut aufsetzt, oder das Obermesser steht
über dem Block still und dieser wird von unten nach oben durchschnitten. Je nach
dem Verwendungszweck wird die erstere oder letztere Ausführungsart bevorzugt.
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Bei .der zuerst genannten Art bleibt die abzuschneidende Walzader
infolge des Druckes des Obermessers auf dem Rollgang liegen, während das Untermesser
den Schnitt ausführt. Das Obermesser bewegt sich dabei vor jedem Schnitt von seiner
normalen Ruhelage aus so weit abwärts, bis es entweder auf der eingeführten Walzader
aufsitzt oder, dicht über derselben auf einem verstellbaren Anschlag zum Halten
kommt. Unmittelbar danach beginnt dann das Untermesser seinen Aufwärtsgang und schneidet
die Walzader durch. Bei Scheren mit veränderlichem Hub entspricht dieser der Summe
von Ober- und Untermesserweg. Der übrige Teil des Hubes entfällt auf den Weg des
Obermessers. Je niedriger nun der Walzquerschnitt ist, desto größer wird der Weg,des
Obermessers. Diese Ausführungsart ist mit dem Nachteil verbunden, daß
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kleinen Aderquerschnitten :der große Leerweg des Obermnesserschlittens zu erhöhtem
Verschleiß und Schmiermittelverbrauch führt.
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Bei der zweiten gekennzeichneten Art -von Scheren fällt das Bewegen
des Obermessers vor jedem Schnitt fort. Es ist für jeden Walzquerschnitt nur eine
einmalige senkrechte Verstellung des Ob-,t= messers entsprechend seiner Höhe erforderlich.
Uni aber bei krumm ankommenden Walzstäben ein störungsfreies Einführen zu ermöglichen-,
darf das Obermesser nicht dicht über den zu schneidenden Querschnitt gestellt werden.
Zwischen Obermesser und Oberkante des normalen Walzquerschnittes muß deshalb ein
Abstand von etwa So bis 70 mm bleiben. Daraus-ergibt sich die Notwendigkeit,
daß ,das Untermesser die Walzader erst bis zur Anlage am Obermesser anheben muß,
bevor der Schnitt beginnen kann. Nach Vollendung des Schnittes fällt die angehobene
Walzader wieder auf den Rollgang zurück, was bei großen Adergewichten nachteilige
Beanspruchungen der Rollen und ihres Antriebes zur Folge hat.
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Die Nachteile w=erden .durch die Schere nach der Erfindung beseitigt,
dieselbe ermöglicht es, bei großen Walzquerschnitten mit zwei beweglichen Messern
in der üblichen Weise zu arbeiten, bei kleinen,Querschnitten, wie Brammen, Platinen
usw., jedoch den oberen Messersctlitten-stillzusetzen und den Schnei.dhub nur mit
dem beweglichen Untermesser auszuführen. Die Schere nach der Erfindung besitzt also
alle Vorteile der beiden oben beschriebenen Scherenbauarten und unter Vermeidung
ihrer Nachteile. Sie läßt sich in einfacher Weise auf die eine öder andere Betriebsweise
umstellen: In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispielder Erfindung dargestellt.
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Abb. i ist -ein Aufrißschnitt nach Linie A-B in Abb. a; Abb. 2 ist
ein Schnitt nach Linie C-D in Abb. ? Abb. 3 ein Gründrißschnitt nach Linie E-F in
Abb. 2; Abb. 4 zeigt in einem Ausschnitt aus Abb. i die Schere mit entkuppeltem
Obermesserschlitten, also stillstehendem Obermesser.
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Abb: i bis 3 zeigen die Schere in .der Einstellung zum Schneiden in
üblicher Weise mit zwei beweglichen Messern, Abb. 4 in der Einstellung mit nichtbeweglichem
Obermesser.In dem ScherenständerSt ist in üblicher Weise die Welle c mit dem Hauptantriebsrad
a und dem fest aufgekeilten Ritzel b
gelagert. Mit letzterem steht
das Zahnrad d im Eingriff, das undrehbär auf einer Welle e sitzt, auf deren beide
Enden je ein Ritzel f aufgekeilt ist. Diese Ritzel f stehen im Eingriff mit je einem
auf der Welle c drehbaren Zahnsegment g, an dessen entgegengesetztem freiem Ende
eine Zugstange h ängelenl@t ist, deren anderes Ende mit dem das Untermesser i tragenden
Messerschlitten k gelenkig verbanden ist. Auf der Welle e ist ferner eine gabelförmige
Traverse l -drehbar gelagert und in deren beiden Gabelarmen die Welle e der Ritzel
f. An -dem freien Ende dieser Traverse l ist die Druckstange m für den .das Obermesser
n tragenden Obermesserschlitten o angelenkt. Die Druckstange m trägt an ihrem anderen,
in eine Aussparung des Messerschlittens o greifenden unteren Teil eine Anschlagnase
p; mittels derer der Messerschlitten o über einen Getriebekeil cq lösbar mit .der
Druckstange m verbunden ist.
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-Ferner ist der Obermesserschlitten o noch außen mit einer Anschlagleiste
r versehen, der eine in einem Anbau s am Ständer St verstellbar gelagerte Ristenstange
t zugeordnet ist. Letztere hat den Zweck, für den Fall; daß mit feststehendem Obermesser
geschnitten werden soll, jeweils die geeignete Höhe des Obermessers über der Untermesserschneide
bzw. .dem Zuführrollgang einzustellen. Für diesen Zweck ist die Stange t am oberen
Ende mit Gewinde und einem Schneckentrieb u versehen, der mittels eines Motors v
od. dgl. betätigt werden kann.
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Die Wirkungsweise der Schere nach -der Erfindung ist folgendie: Bei
Inbetriebsetzung des Antriebsrades a dreht sich das auf .derselben Welle c aufgekeilte
Ritzel b mit und dreht seinerseits das Rad d in Pfeilrichtung.
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Rad d treibt,die beiden Ritzel f an, die sich nun an
den Zähnen der beiden Segmente g nach oben abrollen. Dabei wird die Gabeltraverse
l mitgenommen und drückt über .die Druckstang e m den Obermesserschlitten o so lange
nach unten, bis das Obermesser n auf dem Block BI aufsitzt oder der Abwärtsgang
des Oberschlittens durch den entsprechend der Blockhöhe eingestellten Anschlag t
begrenzt wird. Die Traverse l bleibt nun stehen, und die weitere Drehung der Ritzel
f bewirkt das Niederdrücken der Segmente g und dadurch mittels der Zugstangen h
das Hochheben dies Untermessers i,
welches dabei den Schnitt ausführt. Durch
Umkehrung der Drehrichtung des Rades a- werden die Messer wieder in ihre Anfangslage
zurückgebracht. Danach wird der Antrieb abgestellt, und die Schere steht zu einem
neuen Schnitt bereit.
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Soll die Schere nun mit stillstehendem Obermesser n arbeiten, soll
also das Obermesser sich nicht vor jedem Schnitt auf den Block aufsetzen, so wird
durch Zurückziehen ,des Keiles q die Verbindung zwischen Obermesserschlitten o undDruchstange
m gelöst.
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Der Obermesserschlitten o kann nun ohne Mitwirkung des Scherenantriebes
mittels Hilfsantriebes v und der Spindel t so weit gesenkt werden,
bis las Obermesser ia in der gewünschten Höhe über iem zu schneidenden Walzquerschnitt
steht. In fieser Stellung bleibt es stehen, während die -Schere i m übrigen in der
vorgeschriebenen Art, aber mit eergehender Druckstange in arbeitet. Bei kleinen
Walzquerschnitten, bei .denen sonst ein großer Leerveg ,des Obermesserschlittens
zu machen wäre, wird ieshalb ein geringerer Verschleiß und Schmiernittelverbrauch
erreicht.